philipp
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Beobachtungsbericht 23.5.2003
Wolfurt / Vorarlberg / Österreich
Nach einem wunderbar klaren Tag (den ich drinnen verbracht habe, da ein Kind krank war und nicht in die Sonne sollte...) zogen am späten Nachmittag Cirren auf. Ich dachte schon, daß sie eventuell eine Warmfront ankündigen, aber in der Abenddämmerung lösten sie sich wieder auf.
Ich habe im Garten, zwischen ziemlich hohen Bäumen mein Teleskop (Vixen R-130S, Baujahr 1989) aufgebaut, um mit der Digitalkamera ein bißchen zu fotografieren.
Als ich dann da so stand, und der Laptop die Langzeitbelichtungen (naja, 1 min., aber mit Dunkelbild immer x2 und immer gleich ein paar Belichtungen) steuerte wurde mir doch ein bißchen fad.
Wir wohnen in Wolfurt im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal, deshalb habe ich nie ernsthaft versucht vom Garten aus zu Beobachten, aber als ich nun da im Halbdunkel (div. Lichter von Nachtbarn, Straßenlampen, Autos) stand fiel mir ein, die Grenzgröße zu bestimmen. Der Kleine Bär bot sich dafür an, also habe ich mal gekuckt und gekuckt welches der schwächste Stern ist den ich da wohl sehe, ziemlich bald war ich mir sicher, daß 19 UMi mein schwächster Kandidat ist. In Cartes Du Ciel ist der mit 5.48 Größenklassen verzeichnet. Da war ich erstmal erstaunt, wie dunkel es hier doch ist. Hier ein Bild des August Sternenhimmels über Wolfurt, man sieht deutlich die nachbarschaftliche Beleuchtung, die Licbhtverschmutzung, aber auch die Milchstrasse!
Offensichtlich ist in Himmelsgegenden abseits von Südwesten doch einiges zu holen! Dann habe ich beim Fotografieren mal eine Pause eingelegt und ein paar Objekte bekuckt:
(Okulare: 25mm Tal Plössl, 12mm Vixen LV, 5mm Vixen Ortho)
Der Coma Sternhaufen war knapp oberhalb der recht hellen Lichglocke von Dornbirn mit unbewaffnetem Auge sichtbar.
NGC 4565:
Für dieses Objekt im Sternbild Coma Berenices interessiere ich mich besonders, schließlich heißt meine jüngere Tochter mit 3. Namen ja Berenike... ;-) , die erste Beobachtung (mit dem Selbstbau-Dob) war ja nicht so toll, aber diesmal war sie recht ordentlich zu sehen. Die zentrale Bulge war direkt sichtbar, auf einer Seite hart begrenzt (das ist das Staubband) die Spiralarme erschlossen sich zuerst nur indirekt aber dann waren sie auch direkt hauchzart als spitze Ausläufer zu sehen. Das Teil ist recht groß und gefällt mir sehr gut.
Link zur Grafik: http://www.salzgeber.at/astro/pics/observations/ngc_4565_karte.jpg
Auffinden lässt sich diese "edge-on" Galaxie übrigens recht einfach. Im Coma Sternhaufen (nicht der Galaxienhaufen!!) findet man leicht das markante Sterin-Dreieck mit einem vierten Stern in der Mitte (gebildet u.a. aus 12 und 13 Com). Das Dreieck zentriert man im Blickfeld, dann direkt nach Osten, da kommt recht bald die Vierergruppe mit dem Doppelstern 17 Com ins Bild, noch ein bißchen weiter und man sieht einen Bogen aus 4 Sternen, von denen die zwei östlichengeradewegs in Richtung NGC 4565 zeigen. Die Galaxie NGC 4494 ist mir dabei aber nicht aufgefallen...
M13:
mein absoluter Liebling, schaue ich mir immer wieder gerne an. Und - oh Wunder! Die Kollimiererei scheint gewirkt zu haben, sehr schön aufelöst, die helleren Sterne sind direkt sichtbar. Normalerweise schwenke ich weg, um an einem helleren Stern scharfzustellen, aber heute konnte ich selbst mit dem 5mm Ortho direkt am Sternhaufen scharfstellen. Wunderbar! Zum erstenmal auch die Sternen-Bögen gesehen, die von M13 weg-kurven. Wow! (Hätte nicht gedacht daß l/2 Wellenfront so gut sein kann...)
M51:
auch ein Standardobjekt, ist praktisch im Zenit, Die zwei Galaxienkerne stellar, um beide schwach die eigentlichen Galaxien zu sehen, ein Spiralarm von M51 erkennbar.
M3:
mal ein anderer Kugelsternhaufen als M13 ;-) , zum ersten Mal habe ich den ja zufällig im 6" Selbstbau gefunden. Jetzt im Vixen wesentlich besser aufgelöst. Besser als ich M13 bei anderen Gelegenheiten oft gesehen habe.
M53:
NOCH ein KS, ist direkt neben dem unteren Eck (Diadem) von Coma Berenices leicht zu finden. Nach M13 und M53 ein deutlich schwächerer Eindruck, nicht aufgelöst.
Eps Lyrae:
Nachdem M13 so toll aufgelöst war, wollte ich mich mal an diesem Doppelstern-Klassiker versuchen. :-( Ein Paar des double-double war klar zu trennen, das andere... naja wohl eher Wunschdenken. Da kommt der Spiegel halt doch an seine Grenzen. Dass M13 so klar aufgelöst war muß wohl eher an der Transparenz liegen als an der Schärfe...
M57:
schaue ich auch immer wieder gerne an, diesmal überraschend hell, deutlich erkennbar, daß das innere des Rings auch mit Nebel erfüllt ist.
M4:
Im Südosten sehe ich den Skorpion durch die Lichtsuppe kriechen - hmm, da muß ich doch mal nach M4 kucken! Und tatsächlich war er leicht zu finden, allerdins machte ihm die niedrige Höhe und die Lichtverschmutzung Richtung Süden sehr zu schaffen...
meine fotografischen Ergebnisse findet man unter: NGC 4565, M13, M3 und M51
ciao
Philipp
Wolfurt / Vorarlberg / Österreich
Nach einem wunderbar klaren Tag (den ich drinnen verbracht habe, da ein Kind krank war und nicht in die Sonne sollte...) zogen am späten Nachmittag Cirren auf. Ich dachte schon, daß sie eventuell eine Warmfront ankündigen, aber in der Abenddämmerung lösten sie sich wieder auf.
Ich habe im Garten, zwischen ziemlich hohen Bäumen mein Teleskop (Vixen R-130S, Baujahr 1989) aufgebaut, um mit der Digitalkamera ein bißchen zu fotografieren.
Als ich dann da so stand, und der Laptop die Langzeitbelichtungen (naja, 1 min., aber mit Dunkelbild immer x2 und immer gleich ein paar Belichtungen) steuerte wurde mir doch ein bißchen fad.
Wir wohnen in Wolfurt im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal, deshalb habe ich nie ernsthaft versucht vom Garten aus zu Beobachten, aber als ich nun da im Halbdunkel (div. Lichter von Nachtbarn, Straßenlampen, Autos) stand fiel mir ein, die Grenzgröße zu bestimmen. Der Kleine Bär bot sich dafür an, also habe ich mal gekuckt und gekuckt welches der schwächste Stern ist den ich da wohl sehe, ziemlich bald war ich mir sicher, daß 19 UMi mein schwächster Kandidat ist. In Cartes Du Ciel ist der mit 5.48 Größenklassen verzeichnet. Da war ich erstmal erstaunt, wie dunkel es hier doch ist. Hier ein Bild des August Sternenhimmels über Wolfurt, man sieht deutlich die nachbarschaftliche Beleuchtung, die Licbhtverschmutzung, aber auch die Milchstrasse!
Offensichtlich ist in Himmelsgegenden abseits von Südwesten doch einiges zu holen! Dann habe ich beim Fotografieren mal eine Pause eingelegt und ein paar Objekte bekuckt:
(Okulare: 25mm Tal Plössl, 12mm Vixen LV, 5mm Vixen Ortho)
Der Coma Sternhaufen war knapp oberhalb der recht hellen Lichglocke von Dornbirn mit unbewaffnetem Auge sichtbar.
NGC 4565:
Für dieses Objekt im Sternbild Coma Berenices interessiere ich mich besonders, schließlich heißt meine jüngere Tochter mit 3. Namen ja Berenike... ;-) , die erste Beobachtung (mit dem Selbstbau-Dob) war ja nicht so toll, aber diesmal war sie recht ordentlich zu sehen. Die zentrale Bulge war direkt sichtbar, auf einer Seite hart begrenzt (das ist das Staubband) die Spiralarme erschlossen sich zuerst nur indirekt aber dann waren sie auch direkt hauchzart als spitze Ausläufer zu sehen. Das Teil ist recht groß und gefällt mir sehr gut.
Link zur Grafik: http://www.salzgeber.at/astro/pics/observations/ngc_4565_karte.jpg
Auffinden lässt sich diese "edge-on" Galaxie übrigens recht einfach. Im Coma Sternhaufen (nicht der Galaxienhaufen!!) findet man leicht das markante Sterin-Dreieck mit einem vierten Stern in der Mitte (gebildet u.a. aus 12 und 13 Com). Das Dreieck zentriert man im Blickfeld, dann direkt nach Osten, da kommt recht bald die Vierergruppe mit dem Doppelstern 17 Com ins Bild, noch ein bißchen weiter und man sieht einen Bogen aus 4 Sternen, von denen die zwei östlichengeradewegs in Richtung NGC 4565 zeigen. Die Galaxie NGC 4494 ist mir dabei aber nicht aufgefallen...
M13:
mein absoluter Liebling, schaue ich mir immer wieder gerne an. Und - oh Wunder! Die Kollimiererei scheint gewirkt zu haben, sehr schön aufelöst, die helleren Sterne sind direkt sichtbar. Normalerweise schwenke ich weg, um an einem helleren Stern scharfzustellen, aber heute konnte ich selbst mit dem 5mm Ortho direkt am Sternhaufen scharfstellen. Wunderbar! Zum erstenmal auch die Sternen-Bögen gesehen, die von M13 weg-kurven. Wow! (Hätte nicht gedacht daß l/2 Wellenfront so gut sein kann...)
M51:
auch ein Standardobjekt, ist praktisch im Zenit, Die zwei Galaxienkerne stellar, um beide schwach die eigentlichen Galaxien zu sehen, ein Spiralarm von M51 erkennbar.
M3:
mal ein anderer Kugelsternhaufen als M13 ;-) , zum ersten Mal habe ich den ja zufällig im 6" Selbstbau gefunden. Jetzt im Vixen wesentlich besser aufgelöst. Besser als ich M13 bei anderen Gelegenheiten oft gesehen habe.
M53:
NOCH ein KS, ist direkt neben dem unteren Eck (Diadem) von Coma Berenices leicht zu finden. Nach M13 und M53 ein deutlich schwächerer Eindruck, nicht aufgelöst.
Eps Lyrae:
Nachdem M13 so toll aufgelöst war, wollte ich mich mal an diesem Doppelstern-Klassiker versuchen. :-( Ein Paar des double-double war klar zu trennen, das andere... naja wohl eher Wunschdenken. Da kommt der Spiegel halt doch an seine Grenzen. Dass M13 so klar aufgelöst war muß wohl eher an der Transparenz liegen als an der Schärfe...
M57:
schaue ich auch immer wieder gerne an, diesmal überraschend hell, deutlich erkennbar, daß das innere des Rings auch mit Nebel erfüllt ist.
M4:
Im Südosten sehe ich den Skorpion durch die Lichtsuppe kriechen - hmm, da muß ich doch mal nach M4 kucken! Und tatsächlich war er leicht zu finden, allerdins machte ihm die niedrige Höhe und die Lichtverschmutzung Richtung Süden sehr zu schaffen...
meine fotografischen Ergebnisse findet man unter: NGC 4565, M13, M3 und M51
ciao
Philipp