Mirachs Geist (NGC 404) mit 53mm Öffnung

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Robert Zebahl

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Hallo zusammen,

die meisten werden sicher die recht helle Galaxie NGC 404 nahe dem Stern Mirach (beta And) kennen. Hin und wieder liest man auch über Probleme bei der visuellen Beobachtung, was ich aber nie so recht nachvollziehen konnte.

Vor ein paar Tagen war ich mal wieder an unserem ländlichen Beobachtungsstandort (Bortle 4, SQM-L 21.0) mit dem 120mm f/5 Refraktor. Nach einer Portion planetarische Nebel, ein wenig offene Sternhaufen und einer Brise Dunkelnebel gab es mal wieder Galaxien vor die Linse.
NGC 404 ist unter diesen Bedingungen bei 40x ein einfaches Ziel, knapp direkt sichtbar, rundlich mit hellerem Zentrum. Selbst weniger erfahrene Beobachter hatten keine Mühe.
Irgendwie sind wir auf das Thema Farbfehler, Sternabbildung und Co. gekommen und schwupps... da habe ich einfach den Deckel mit der kleinen Öffnung von 53mm auf die Taukappe geschoben. Der Stern wurde schwächer und kleiner, aber NGC 404 blieb. Noch immer war die Galaxie indirekt einfach zu sehen, wenn auch schwächer. Meine Mitbeobachter konnten die Galaxie ebenfalls als schwaches Nebelchen erkennen.

Für mich war das eine Überraschung, mit welcher Leichtigkeit diese Galaxie mit nur 53mm Öffnung zu sehen war. Der Himmel muss natürlich ausreichend dunkel sein und es sollte vor allem wenig Dunst in der Luft liegen. Ansonsten könnte der 2.07 mag helle Mirach die Galaxie überstrahlen bzw. die Sichtung deutlich erschweren.

Fazit: Nur Mut und ran ans Okular :)

Viele Grüße,
Robert
 
Hallo Robert,

unter gutem Himmel braucht es die Riesenöffnung oft nicht unbedingt. Ich habe zB den Orionnebel am gleichen vorstädtischen Standort mit 60mm schon besser gesehen als einige Monate vorher im Zwölf Zoller, einfach weil die Transparenz besser war. Man kann halt nicht so hoch vergrößern und die Auflösung ist nicht so gut bei den kleineren Öffnungen. Bei vielen Objekten spielt das aber keine so große Rolle wie man oft annimmt.

CU Klaus
 
Hallo Klaus,

nur damit keine falschen Eindrücke entstehen: Der Orionnebel ist scheinbar gut 20-mal größer als NGC 404 und benötigt praktisch kaum Vergrößerung für eine zweifelsfreie Sichtung.

Ich gebe dir aber Recht, dass kleinere Öffnungen oft unterschätzt werden und viele Objekte in Reichweite liegen. Leichter wird es allerdings nicht und es braucht ein wenig Erfahrung und Geduld.

Viele Grüße,
Robert
 
Ja, mit besser sehen meinte ich vor allem die Ausläufer. Die bleiben hier bei mir im Garten meist so gut wie unsichtbar egal mit welchem Gerät. Manchmal aber sind sie deutlich, dann sieht man sie aber auch im Fernglas.

Besserer Himmel hilft bei den flächendunklen Objekten halt mehr als Öffnung. Zumindest bei den Optiken die in meiner finanziellen Reichweite sind.

CU
 
Hallo,

ich kann dem nur beifplichten: NGC404 war bei mir im 6"-Refraktor stets ein leichtes Ziel, und funktioniert auch im 90/900er problemlos, wenn die Herbstnächte nicht zu diesig sind.
Wenn die Durchsicht passt, ist NGC404 wirklich nicht all zu schwierig.

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Juniper Hill Observatory

Markus A. R. Langlotz
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