Mirastern Chi Cygni mit freiem Auge zu sehen!

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WolfgangVollmann

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Hallo BeobachterInnen,

am Abend des 23.Juni beobachtete ich den Mirastern Chi Cygni noch mit meinem 105mm Newton und schätzte die Helligkeit auf 8,3mag. Am 16.Juli beobachtete ich mit dem 8x30 Fernglas: Chi Cygni war in den vergangenen drei Wochen viel heller geworden: ich schätzte 4,5mag!

Da der Himmel recht klar war und die nahe stehenden Sterne Eta Cygni (4,0mag) und Phi Cygni (4,8mag) mit freiem Auge sichtbar waren probierte ich es auch bei Chi Cygni: er war eindeutig mit freiem Auge zu erkennen! Das Helligkeitsmaximum von Chi Cyg ist für die erste Augusthälfte zu erwarten, es könnte also noch einen kleinen Helligkeitsanstieg geben!

Hier gibts auch noch einen Beobachtungsbericht mit Unterlagen und hier ein Foto mit Digitalkamera auf Stativ

Clear skies,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

habe gestern Abend Xi Cygni erstmals beobachtet und war über die enorme Helligkeit erstaunt. Schätze die Helligkeit auch grob auf 4-5 mag. Die Farbe war schön rot-orange. Hatte leider mein Spektroskop nicht zur Hand. Bei der nächsten Beobachtung werde ich versuchen ihn zu spektroskopieren.

Gruß
JS
 
Hi Wolfgang,

auch ich habe mal vor langer langer Zeit Chi Cygni mit dem bloßen Auge gesehen. Interessant ist dabei, das der Anblick des Schwans sich dadurch optisch leicht verändert, da plötzlich noch ein zweiter Stern phi und eta Cygni auftaucht. Vor kurzem hatte ich Chi Cygni im Okular, da er mir als Stütze zum auffinden einiger Doppelsterne diente

Gruß

Lots
 
Hallo Wolfgang,

auch ich probierte gestern nacht diesen Stern zu erkennen: Das war ja superleicht!

Er hatte dieselbe Helligkeit wie der Stern "ein wenig weiter östlich", sorry hab grad keine Karte oder irgendwas zur Hand <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Wie wird der sich noch weiterverändern, und wann wieder dunkler werden?
 
Hallo alle,

also Spektroskopie eines Mirasterns finde ich interessant
und bin schon gespannt auf die Fotos!

Chi Cygni ist wirklich ziemlich rot: voriges Jahr zum Maximum
bewunderte ich ihn im 18 Zoll Dobson -- ein Roter Riese
unter vielen weissen Sternen im Feld. Das war einfach schön!

Zur weiteren Helligkeitsentwicklung: also wenn alles "nach
Plan" läuft wird Chi noch ein bisschen heller (ein paar
Zehntel Grössenklassen) bis so etwa Mitte August und dann
langsam wieder schwächer, so etwa eine Grössenklasse alle
drei Wochen. So ganz genau weiss niemand das vorher, das
macht die Beobachtung der Mirasterne ja so interessant!

Clear skies,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

als ich gestern deinen Beobachtungshinweis las, wollte ich es auch mal versuchen. Die Nacht sollte nochmal gut werden und so beobachtete ich im Gartenstuhl halb liegend 45 Minuten lang meinen ersten veränderlichen Stern - von der Supernova mal abgesehen.

Er war gleich hell mit eta Cygni (3,9mag). Auf Zehntel konnte ich die scheinbare Helligkeit nicht bestimmen, doch möglicherweise war chi Cygni noch eine winzige Winzigkeit heller. Also vergebe ich 3,9mag (maximal 3,8mag) an den Veränderlichen chi Cygni.

Die Grenzgröße am Gartenhimmel bestimmte ich indirekt zu 5,8mag (HD 187235).

Gruß - Nico
 
Hallo nochmal,

ich war gerade (kurz nach 23:00 MESZ) für ein oder zwei Minuten draußen und komme zum selben Ergebnis wie letzte Nacht.

Gruß - Nico
 
Moin Nico!

> Er war gleich hell mit eta Cygni (3,9mag). Auf Zehntel konnte ich die scheinbare Helligkeit nicht bestimmen, doch möglicherweise war chi Cygni noch eine winzige Winzigkeit heller.

Genau denselben Eindruck hatte ich letzte Nacht auch. Ist schon witzig, einen Stern in einem bekannten Sternbild zu sehen, der da "normalerweise" nicht hingehört.

BTW: Ehe zufällig bin ich freisichtig Anfang letzter Woche auf ein Beta Lyrae-Minimum gestoßen. Achtet mal drauf, den Unterschied zu Gamma sieht man auch.
 
Hallo Himmelsbeobachter,

es sieht so aus als ob Chi Cygni auf ein "Rekordmaximum" deutlich heller
als 4,0mag zusteuert: am Abend des 2.Aug. schätzte ich den Stern auf
"deutlich heller als Eta Cygni", 3,7mag.

Es ist ziemlich selten dass Chi Cygni ein Maximum heller als 4,0mag erreicht.
Der belgische Veränderlichen-Beobachter Eric Broens hat bei einer Auswertung
der Beobachtungen seit der Entdeckung des Sterns im Jahre 1686 durch Gottfried
Kirch nur wenige Fälle gefunden: siehe Bericht

Clear skies,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

Gestern Nacht habe ich mal ausschau nach Chi Cygni gehalten und tatsächlich war er deutlich heller als eta Cygni mit 3m9. Habe ihn auf gut 0,3m heller geschätz, was 3m6 entspräche.

Gruß

Lothar
 
Hi Nico,

da ich schon seit über 25 Jahre beobachte habe ich einige Übung in Grenzgrößen schätzen. So kenne ich meinen Himmel ziemlich genau und kann innerhalb weniger Sekunden eine Schätzung auf +-0,2m abgeben. Gestern z.B. dürfte die visuelle Grenzgröße bei ca. 4m gelegen haben.

Gruß

Lothar
 
Hallo,

seit der ersten Augustwoche zeigt sich der Himmel eingegraut und verregnet, doch bei einem Kontrollblick aus dem Fenster in der Nacht auf Montag, zeigte sich ein anderes Bild und so ging ich noch zwischen 0:30 und 0:45 MESZ für geschätzte fünf Minuten an die frische Nachtluft. Der Schein des tief im Südwesten stehenden Mondes überragte die Häuserdächer der Straße.

Schon beim ersten Blick Richtung Schwanenhals erkannte ich, dass phi Cygni nun deutlich heller war als eta Cygni (3,9mag). Nach den Ecksternen des Leier-Parallelogramms konnte ich die Helligkeit schon mal grob eingrenzen. Sie musste zwischen 3,5 und 4,0mag liegen.

Im Schwan suchte ich weiter nach Vergleichssternen und stieß auf xi Cygni (3,7mag), dessen Helligkeit gut mit phi überstimmte. So ließ sich die Schätzung auf alle Fälle verfeinern, wenngleich ich, wie gesagt, nur kurz im Garten war.

Vielleicht denke ich bei der nächsten Gelegenheit mal an die Kamera.

Gruß - Nico
 
Hallo,

nach einer Woche unter einer Wolkenhülle, klarte es gestern Abend zur Dämmerung auf. Etwa um 1:05 MESZ habe ich mich für 20 Minuten zu chi Cygni gesetzt. Zum besseren Vergleich hatte ich mir zuvor die Helligkeiten von weiteren Cygni-Sternen eingeprägt. Mein Eindruck war sofort, dass der Stern sein Maximum nun hinter sich hat, trotzdem war er noch geringfügig heller als eta Cygni. Im Vergleich mit 31 (3,8mag) und 32 Cygni (4,0mag) musste chi zwischen beiden liegen, und ebenso eine Spur heller sein als eta. Mit dieser Methode komme ich auf 3,85mag.

Wie sehen andere Schätzungen aus?

Trotz des schon hoch vor dem Haus stehenden hellen Mondes erreichte ich eine Grenzgröße von 5,6mag (HD 199870 im Nordamerikanebel).

Gruß - Nico
 
Hi Wolfgang,

am 18.08. habe ich chi und eta Cygni beobachtet und sie waren ziemlich genau gleich hell. Es scheint das chi Cygni wieder an Helligkeit abnimmt.

Gruß

Lots <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
 
Hallo alle,

danke für die Beobachtungsberichte!

Chi Cygni ist jetzt schon schwächer als 5,0mag geworden: am
14.Sept. schätzte ich den Stern auf 5,4mag. Ich brauche jetzt
schon ein Fernglas 8x30 um den Stern gut zu sehen.

Jetzt habe ich noch einen zusammenfassenden Beobachtungsbericht über das Maximum geschrieben.

Clear skies,
Wolfgang
 
Hallo,

wie sehen eure derzeitigen Schätzungen aus?

Letzte Nacht ließ sich chi Cygni nur noch indirekt freisichtig beobachten. Zum Schätzen griff ich jetzt auch endlich zum Fernglas. Er war ungefähr gleich hell mit HD 186377 (5,9mag), also wird chi Cygni vielleicht so 5,8 oder 5,9mag gehabt haben.

Was meint ihr? Ist schließlich immer noch mein erster.

Gruß - Nico
 
Hallo nochmal,

die vergangene Nacht (20./21. September) habe ich mich insgesamt über eine Stunde mit chi Cygni und diversen Methoden zur Helligkeitsschätzung (mit bloßem Auge und 10x50, bei dem ich auch ein bisschen am Fokus gedreht habe) beschäftigt. Ich wollte eben meine Beobachtung von der Nacht davor verbessern. Die Grenzgröße meines Gartenhimmels lag bei 5,9 bzw. 6,0mag.

Mein Resultat: 5,6mag.

Gruß - Nico
 
Hallo Wolfgang,

zu deiner Schätzung von gestern Abend möchte ich noch etwas hinzufügen. Mit bloßem Auge schätzte ich zuerst auch 5,8mag mit Tendenz zu 5,7mag. Das Ergebnis stellte mich noch nicht zufrieden. Im Vergleich zu HD 186377 (5,9mag), der nur selten indirekt aufblitzte, war der mit 5,8mag geschätzte chi Cygni freisichtig viel besser beobachtbar. Die Helligkeitsdifferenz musste doch noch größer sein.

So ging ich mal mit dem Fernglas auf die Pirsch. Damit erschien er mir sofort etwa gleich hell mit HD 189395 (5,5mag) und nach ein wenig Beobachtungszeit legte ich mich auf 5,6mag fest.

Die Datenbank der AAVSO kenne ich schon. Hast du dennoch einen Tipp für ein gutes Forum? Wo man z.B. Anfragen zu Nachbeobachtungen stellen kann, falls sich der gewünschte Stern mal nicht in einer Datenbank befindet. Cloudy Nights hat zwar ein Board für Veränderliche, aber das scheint mir nicht das geeignete sein.

Gruß - Nico
 
Moin Nico, moin zusammen!

Ich bin zwar kein Veränderlichen-Beobachter, aber nach den laufenden Meldungen hier konnte ich's mir gestern nacht nicht verkneifen, auch auf Chi Cyg loszugehen...

Zunächst war mit bloßem Auge nur Eta Cyg und 17 Cyg zu erkennen, die Gegend grieselt ja etwas wg. der Milchstraße.
Ich baute dann meinen kleinen Refri 60/415 mm auf und setzte ein 20er TSWA ein (21x), um ein möglichst großes Gesichtsfeld zu bekommen. Zusammen mit Chi stand 17 Cyg in einem Sichtfeld, Eta nur knapp darüber, Anblick mit Zenitprisma. Chi schien scharfgestellt merkbar schwächer zu sein als 17 Cyg (+5,0 m).
Dann wandte ich einen Trick der Kometenfreunde an und stellte das Gebiet unscharf, denn so sieht man Helligkeitsdifferenzen wesentlich besser. Ich drehte also solange am Fokus, bis Chi verschwand. 17 Cyg blieb dann noch deutlich sichtbar. Den Helligkeitsunterschied würde ich so grob auf eine halbe Größenklasse schätzen, d.h. für Chi einen Wert von +5,5 m.
(Ob diese Methode für Veränderlichen-Beobachter "sinnvoll" ist, weiß ich allerdings nicht.)

Danach bin ich mit dem kleinen Refri zufällig über Collinder 399 ("Kleiderbügel") gefahren. Dabei fiel mir ein, was ich neulich über U Vul im Burnham's gelesen hatte, der in der Nähe steht. Er ist ein auffälliges Beispiel eines Algol-Veränderlichen, Periode gut 80 Stunden, Helligkeitsabfall gut 3 m. Diesen Stern werde ich mir wohl in nächster Zeit mal genauer anschauen.

BTW: Am Abend des 19. konnte ich wieder freisichtig das Minimum von Beta Lyr erkennen. Ist direkt auffällig, wenn man drauf achtet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 
Hallo Micha,

haben dich die Veränderlichen auch gepackt? Zumindest für kometenlose Zeiten. Wenn ich mich diesem Teilgebiet der Beobachtungspraxis gegebenenfalls ernsthaft widme, werde ich mich wohl auf freisichtige Veränderliche festlegen. Mal sehen.

Was U Vulpeculae betrifft, so hast du dich irgendwie vertan. Nachdem was ich rausgefunden habe, ist das ein Cepheide mit einer Periode von 8 Tagen.

Gruß - Nico
 
Moin Nico!

"Kometenlose Zeit" kann man ja nun im Moment wirklich nicht sagen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> So einen Veränderlichen schiebt man mal schnell dazwischen, ebenso, wie man die Hingucker unter dem Messiers immer wieder mitnimmt. Mit dem 60er habe ich später übrigens auch M1 hervorragend erkennen können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Die Nacht war von der Durchsicht her gar nicht mal schlecht...

U Vul stimmt natürlich nicht, ich meinte U Sge (Sagitta, Pfeil). Der ist leicht neben Cr399 zu finden.
 
Hallo Wolfgang,

super Links ! Ich habe mich jetzt auch beim AAVSO angemeldet. Macht richtig spaß und ist allemal besser, als die Daten im Beobachtungsbuch zu belassen.

Gruß
JS
 
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