Cor_Francoli
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich wollte euch ja noch von meinen Missionierungsversuchen am Wochenende berichten:
Freitag stand ein Ausflug in die dunkle Altmark an. Ein Gebiet, das auf dem Lichtverschmutzungslayer für GE blau eingefärbt ist. Dort soll es also duuuunkel sein und das wollte ich mir einmal ansehen. Da kam es mir ganz gelegen, dass Thomas, ein potenzieller Amateurastronom aus Salzwedel gerne mal durch einen 12"er gucken wollte. Also verabredeten wir uns zu einem Blind Date in seinem heimischen Garten. Er lieferte die Steaks vom Grill und ich steuerte meinen Dobs bei. Nachdem wir uns satt gegessen hatten, bewunderte ich zuerst mal sein altes Leitz Mikroskop. Ein Gigant mit Bogenlampe und unzähligen präzisen, leichtgängigen Einstellrädern. Ein Stück echter deutscher Wertarbeit. Ich war begeistert. Kieselalgen, das Leben im Teichwasser und die verklumpenden roten Blutkörperchen, die Thomas sogar für mich geopfert hat..... Mein nächstes Hobby wird das Mikroskopieren!
Aber dann sind wir raus in den Garten, starteten am frühen Abend mit der Venus und natürlich dem Saturn. Mir klingt noch das konsternierte, trockene "Geil!" seiner Frau in meinen Ohren und auch bei Thomas bin ich mir sicher, dass er infiziert wurde. Bis Mitternacht präsentierte ich dann die Highlights des Himmels, verschiedene OC, GC, PN und GX und auch die ISS und ein Iridium Flare mit -5m5 war dabei. 10min lang hatten wir erwartungsvoll auf den zu erwartenden Flare gewartet, da wir die genaue Uhrzeit nicht hatten. Ich begann schon zu zweifeln, ob ich das auf die Schnelle bei Calsky ordentlich herausgesucht hatte. Aber dann endlich ein "Boooaaaahhhh". Na, ihr wisst ja, wie es sich anfühlt, wenn das Flare nicht aufhört heller zu werden.
Kurz nach Mitternacht hab ich dann schließlich alles wieder ins Auto geladen und das Übernachtungsangebot von Thomas ausgeschlagen. Thomas und seine liebe Familie waren sehr gastfreundlich. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Die Qualität des Himmels an diesem Tag war übrigens nicht die beste. Den ganzen Tag war eine fette Dunstschicht am Himmel und so ermittelte ich dann dort im Garten, im Einflussbereich der Stadt auch nur fst 5m5. Als ich dann nach Mitternacht wieder auf dem Heimweg war, hielt ich 10km von der Stadt weg noch einmal an und ging noch eine halbe Stunde mit dem FG am Himmel spazieren. Hier offenbarte sich endlich, warum der Layer diesen Landstrich blau markiert hat: Rundum keine Lichtverschmutzung. Sterne bis zum Horizont. Hier kam ich auf fst 6m0, bin aber sicher, dass bei dunstfreier Atmosphäre wesentlich mehr drin ist. Es war richtig dunkel. Als ich wieder ins Auto steigen wollte, fiel mir der große Wagen ins Auge.... als Spiegelbild in der Heckscheibe meines Autos.
Samstag stand schon das nächste Astroevent auf dem Programm. Ein Freund hatte Geburtstag und wünschte sich eine Führung durch den nächtlichen Sternenhimmel. Na, das traf sich ja gut, denn ich hatte ja mein Teleskop noch im Auto. Tagsüber hatte ich noch hektisch meine EQ Plattform fertiggestellt und stolperte dann aber schon beim Aufbau des Dobs über das Kabel der Stromzufuhr und riss mir den Getriebemotor von der Plattform ab. Bei den Partygästen ging der Dobs zunächst als Konfettikanone durch. Die ersten neugierigen Blicke fielen darauf und somit waren auch schon die ersten Erläuterungen notwendig. "Wie funktioniert das?", "Wo guckt man rein?" oder (immer wieder meine Lieblingsfrage) "Wie weit kann man damit gucken?", was ich angemessen mit "Fast bis zum Urknall!" beantworte.
Nach dem Essen und dem Auspacken der Geschenke kam dann auch mein Geschenk auf die Tagesordnung. Ich lotste die Gäste in den Garten und brillierte mit meinem Halbwissen über "das da oben", erläuterte die Himmelsrichtungen, die Sternbilder, den Unterschied zwischen Sternen und Planeten, die Sternschnuppen (weil offensichtlich eine helle hinter meinem Rücken quer durch meinen Vortrag geschossen war) und die Galaxien und den Blick in die Vergangenheit, .... Dann ging es ans Beobachten. Natürlich nur wenige Objekte. Der Saturn, h/chi, M13 und M81/82. Im Laufe der Beobachtung zogen sich einige der 15 Gäste wieder zurück, aber ausgerechnet die Frauen hingen hungrig an meinen Lippen und meinem Rohr (was sonst will man sich als Mann wünschen?) Bei der Verabschiedung am Ende der Party haben sich viele Gäste nicht nur beim Gastgeber, sondern auch explizit noch einmal bei mir bedankt. Da hab ich mich ein bisschen gefreut.
Ach, ich hätte noch so viel vor haben können an diesem Wochenende. Uwe Pilz, den ich schon mehrmals angebettelt habe, mich doch mal mit in die Dübener Heide zu nehmen, musste ich wegen der anderen "Verpflichtungen" nun schon zum zweiten Mal einen Korb geben. Wahrscheinlich ruft er mich niiiiieee wieder an und dann muss ich wieder betteln gehen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Schöne Grüße,
Frank
ich wollte euch ja noch von meinen Missionierungsversuchen am Wochenende berichten:
Freitag stand ein Ausflug in die dunkle Altmark an. Ein Gebiet, das auf dem Lichtverschmutzungslayer für GE blau eingefärbt ist. Dort soll es also duuuunkel sein und das wollte ich mir einmal ansehen. Da kam es mir ganz gelegen, dass Thomas, ein potenzieller Amateurastronom aus Salzwedel gerne mal durch einen 12"er gucken wollte. Also verabredeten wir uns zu einem Blind Date in seinem heimischen Garten. Er lieferte die Steaks vom Grill und ich steuerte meinen Dobs bei. Nachdem wir uns satt gegessen hatten, bewunderte ich zuerst mal sein altes Leitz Mikroskop. Ein Gigant mit Bogenlampe und unzähligen präzisen, leichtgängigen Einstellrädern. Ein Stück echter deutscher Wertarbeit. Ich war begeistert. Kieselalgen, das Leben im Teichwasser und die verklumpenden roten Blutkörperchen, die Thomas sogar für mich geopfert hat..... Mein nächstes Hobby wird das Mikroskopieren!
Aber dann sind wir raus in den Garten, starteten am frühen Abend mit der Venus und natürlich dem Saturn. Mir klingt noch das konsternierte, trockene "Geil!" seiner Frau in meinen Ohren und auch bei Thomas bin ich mir sicher, dass er infiziert wurde. Bis Mitternacht präsentierte ich dann die Highlights des Himmels, verschiedene OC, GC, PN und GX und auch die ISS und ein Iridium Flare mit -5m5 war dabei. 10min lang hatten wir erwartungsvoll auf den zu erwartenden Flare gewartet, da wir die genaue Uhrzeit nicht hatten. Ich begann schon zu zweifeln, ob ich das auf die Schnelle bei Calsky ordentlich herausgesucht hatte. Aber dann endlich ein "Boooaaaahhhh". Na, ihr wisst ja, wie es sich anfühlt, wenn das Flare nicht aufhört heller zu werden.
Kurz nach Mitternacht hab ich dann schließlich alles wieder ins Auto geladen und das Übernachtungsangebot von Thomas ausgeschlagen. Thomas und seine liebe Familie waren sehr gastfreundlich. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Die Qualität des Himmels an diesem Tag war übrigens nicht die beste. Den ganzen Tag war eine fette Dunstschicht am Himmel und so ermittelte ich dann dort im Garten, im Einflussbereich der Stadt auch nur fst 5m5. Als ich dann nach Mitternacht wieder auf dem Heimweg war, hielt ich 10km von der Stadt weg noch einmal an und ging noch eine halbe Stunde mit dem FG am Himmel spazieren. Hier offenbarte sich endlich, warum der Layer diesen Landstrich blau markiert hat: Rundum keine Lichtverschmutzung. Sterne bis zum Horizont. Hier kam ich auf fst 6m0, bin aber sicher, dass bei dunstfreier Atmosphäre wesentlich mehr drin ist. Es war richtig dunkel. Als ich wieder ins Auto steigen wollte, fiel mir der große Wagen ins Auge.... als Spiegelbild in der Heckscheibe meines Autos.
Samstag stand schon das nächste Astroevent auf dem Programm. Ein Freund hatte Geburtstag und wünschte sich eine Führung durch den nächtlichen Sternenhimmel. Na, das traf sich ja gut, denn ich hatte ja mein Teleskop noch im Auto. Tagsüber hatte ich noch hektisch meine EQ Plattform fertiggestellt und stolperte dann aber schon beim Aufbau des Dobs über das Kabel der Stromzufuhr und riss mir den Getriebemotor von der Plattform ab. Bei den Partygästen ging der Dobs zunächst als Konfettikanone durch. Die ersten neugierigen Blicke fielen darauf und somit waren auch schon die ersten Erläuterungen notwendig. "Wie funktioniert das?", "Wo guckt man rein?" oder (immer wieder meine Lieblingsfrage) "Wie weit kann man damit gucken?", was ich angemessen mit "Fast bis zum Urknall!" beantworte.
Nach dem Essen und dem Auspacken der Geschenke kam dann auch mein Geschenk auf die Tagesordnung. Ich lotste die Gäste in den Garten und brillierte mit meinem Halbwissen über "das da oben", erläuterte die Himmelsrichtungen, die Sternbilder, den Unterschied zwischen Sternen und Planeten, die Sternschnuppen (weil offensichtlich eine helle hinter meinem Rücken quer durch meinen Vortrag geschossen war) und die Galaxien und den Blick in die Vergangenheit, .... Dann ging es ans Beobachten. Natürlich nur wenige Objekte. Der Saturn, h/chi, M13 und M81/82. Im Laufe der Beobachtung zogen sich einige der 15 Gäste wieder zurück, aber ausgerechnet die Frauen hingen hungrig an meinen Lippen und meinem Rohr (was sonst will man sich als Mann wünschen?) Bei der Verabschiedung am Ende der Party haben sich viele Gäste nicht nur beim Gastgeber, sondern auch explizit noch einmal bei mir bedankt. Da hab ich mich ein bisschen gefreut.
Ach, ich hätte noch so viel vor haben können an diesem Wochenende. Uwe Pilz, den ich schon mehrmals angebettelt habe, mich doch mal mit in die Dübener Heide zu nehmen, musste ich wegen der anderen "Verpflichtungen" nun schon zum zweiten Mal einen Korb geben. Wahrscheinlich ruft er mich niiiiieee wieder an und dann muss ich wieder betteln gehen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Schöne Grüße,
Frank