mit 150mm am Limit

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Heidescoper

Aktives Mitglied
Moin Leute,

gestern Abend war der Himmel es hier klar aber leicht mit Schleierwolken. ich aktivierte spontan meinen 6" Dobson.

Der Saturn zeigte ein recht ruhiges Bild bei 260x Vergrößerung. Der Newton war einen hauch dejustiert.
Dem wurde Abhilfe geschaffen.
In der zunehmenden Dunkelheit ging ich an ein paar enge Doppelsterne.

Der Newton hat 150/907mm ( einen kleinen Fangspiegel + Bogenspinne). Ich benutzte primär das 3.5mm Hyperion + 2x Barlowlinse (2" von TS). Die Kombi ergab 520x fach. Also rund 0.3mm AP. Es machte aber Sinn um die sehr engen Komponenten überhaupt sicher zu "knacken".

(Angaben aus Karkoschka)

gamma Nördl.Krone (CrB) 4.1-5.5 mag ca. 0.7"

ich sah sofort ein kleines Anhängsel hinterseitig der hellen Komponente ansitzen. Das Paar war 10° zur Laufrichtung verkippt.

eta Nördl. Krone (CrB) 5.6 -5.9 mag 0.5-0.6 "

Trenunng war schwieriger als bei gamma CrB. Bei 400x erschien der Sterne sofort leicht oval in fast senkrechter Lage zur Laufrichtung. Bei 520x eindeutig länglich die obere Komponente erschien als schwächere. (siehe Skizze -süden oben)


gamma Virgo - Porrima (Vir) 3.5 - 3.5 0.8"

bei 520x sehr leicht sofort mit "Luft" trennbar. Der Abstand zwischen den Komponenten betrug ca. 1/3 des Beugungsgscheibchen Durchmessers!


Gruß
Christian
 

Anhänge

  • Doppelsterne im 150-907mm.jpg
    Doppelsterne im 150-907mm.jpg
    25,7 KB · Aufrufe: 852
Hi Christian,

ich habe manchmal so meine Zweifel, ob die Angaben im Karkoschka up to date sind. Was sie im Fall von gamma VIR auch nicht sein können, da gamma VIR seinen Abstand relativ schnell und messbar ändert. Andere Quellen geben teils sogar einen Abstand von nur 0,5" an.
Schau mal unter http://www.epsilon-lyrae.de nach. Dort wurde am 19.4.09 ein Abstand von 1,24" gemessen.


CS
Chris
 
Moin zusammen!

Sehr interessant! Den Doppelsterndaten im Karkoschka traue ich mittlerweile auch nicht weiter als ihn werfen kann...

Für Gamma Vir nochmal die neuesten Werte aus Bahnberechnungen:
2009,0 --- 1,17" / PW 31°
2009,25 --- 1,23" / PW 29°
2009,5 --- 1,29" / PW 27°
2009,75 --- 1,34" / PW 25°

Quelle:
http://www.epsilon-lyrae.de/Doppelsterne/GammaVirginis/Ephemeriden/GammaVirginis_Ephemeriden.html

So, dann noch die beiden anderen (WDS):

Eta CrB (STF1937 AB): 5.64/5.95 m, 0,5" PW 143° (2007)
- diese Messung stimmt also mit den Angaben im Karkoschka noch gut überein.

Gamma CrB (STF1967): 4.04/5.60 m, 0,7" PW 114° (2006)
- auch hier sieht die Angabe im Karkoscha gut aus.

Christian, was ich höchst interessant finde, ist die Leistung, zu dem dieser 150er Newton fähig ist. Das Dawes-Limit liegt für diese Öffnung bei 0,77". Mit Deinen Sichtungen bist Du eindeutig drunter. :gutefrage: Beim zweiten Punkt kräuseln sich mir die Nackenhaare :cool: - das an sich schon "ge-barlow-te" Hyperion im Einsatz mit einer weiteren Barlow. Da hast Du mindestens 10 Linsen vorm Auge! <ichkönntmichschütteln> :o
Liebe Kinder: Nicht nachmachen, was der Onkel da tut! ;)

Wird Zeit, daß ich meinen 6" f/8-Newton reaktiviere. Immerhin hat der auch einen ICS-Spiegel eingebaut, und der 33-mm-FS ist auch ein guter von GAT. Da bin ich ja gespannt, was das bringt! Ich setze aber garantiert keine Hyperions ein! :super:

Ich hab' eine kleine Liste von 50 Doppelsternen zum Fernrohrtest ins Netz gestellt (Excel-Datei oder PDF) - hier wurde besonders auf vergleichbar helle Komponenten wertgelegt. Viel Spaß damit!
 
Hallo Christian,

Hm bei Gamma Virginis bin ich noch dabei (aktuell 1,3"), aber die anderen beiden? Vor allem macht mich diese Aussage etwas stutzig.

Trenunng war schwieriger als bei gamma CrB. Bei 400x erschien der Sterne sofort leicht
Es müsste gerade umgekehrt sein. eta CrB ist wesentlich einfacher als Gamme CrB.

Und dann noch wie Michael richtig sagt, ist physikalisch mit 150mm bei 0,8" Schluß!
Weiterhin fehlen genaue Seeing Angaben. In D ist allzu oft bei 1" Schluß egal mit welcher Öffnung!

Gruß
Lots
 
Moin Lots!

> ist physikalisch mit 150mm bei 0,8" Schluß!

Was wiederum bemerkenswert ist, denn die Komponentenstellungen oben in der Zeichnung sind alle in der richtigen Ausrichtung, wenn man sie mit denen im Karkoschka vergleicht.
Ich hab' vor Jahren Eta CrB mit dem Kronshagener 8"-Schiefspiegler bei 400x getrennt. Die Komponenten hatten damals auch um 0,7" Abstand (1999/2000) - das war auch schon für 8" heftig.
 
hallo Leute,

Michael:

ich musste das Hyp quälen um auf die angestrebte Vergr. zu kommen.
Ich habe sonst nur noch ein 4mm OR 24.5mm von Vixen, da muss ich aber rein kriechen, zudem im Dobson schwer nachzuführen bei dem kleinen Gesichtsfeld.
Ich bin auch Fan von simplen Systemen, daher habe ich auch vornehmlich Newtons im Gebrauch. Den 8"Kutter kenne ich, wie Du weißt, dat war ja mal meiner einer. Den habe ich an Doppelsternen zu Justagezwecken damalas auf 1000x hoch gejagd. Ging auch...

Lots:

ich arbeite schon seit vielen Jahren im Raleigh, Dawes, und Strehl Bereich und wie ich lernen durfte auch oftmals darunter!
Der 6"er ist ein exzellenter Spiegel. Obwohl nur Floatglas als Träger. Wenn er so wie gestern gut temperiert ist kann er gnadenlos gepowert werden auch am Planeten! Er hat im Fokus kaum Streulicht bzw. Aberration, durch die Bogenspinne ist ein leichter gleichmäßiger Lichthof um die helleren Sterne, ansonsten vom Beugungsbild Refraktor"like" !
Ich hatte vor Jahren einen ähnlich guten 6" 1:6 Newton.
Mit einem LV 5mm bei 180x am Jupiter hatte ich immer den Eindruck nun geht es los. Er will mehr. In Kombi mit einer guten Barlowlinse war 360x damals echt Standart bei gutem Seeing, und das mit "nur" 6".
6" sind aber eben recht gut mütig und nicht zu unterschätzen.
Sonst hätte ich neben meinem 10" Lomo sicherlich nicht den 6"er noch zu ergänzt.

Gruß
Christian





 
Moin Christian!

Eine Sache noch: Mein Rekord mit dem TAL-1 (N 110/800) lag seinerzeit bei 0,9". Das war am Stern 36 And (STF 73 AB, Karkoschka E1). Die Vergrößerung hatte ich damals auch auf Maximum hochgetrieben: 7 mm Siebert plus 3fach TAL-Barlow (343x). Der Abstand lag ebenfalls unterhalb des Dawes-Limits für 110 mm...

Aber daß man die Sache mit einem Sechszöller so dermaßen übertreiben kann, das war mir echt neu! :augenrubbel:
 
Hallo Michael,

zu 114mm fällt mir dazu ein:

"Mit einem 114mm Tasco löste ich zeta Boo auf. Die Distanz beträgt gegenwärtig nur 0.85". Er erschien bei 360-facher Vergr. deutlich oval. Lt. obiger Tabelle eigentlich nicht trennbar.Der 114er Spiegel zeigte im übrigen ein einwandfreies intra-,extrafokales Sternbild."

Obige Zeilen schrieb ich vor vielen Jahren in einem Bericht im Sternkieker der GvA !

Auszug der Tabelle zur Auflösung:

114mm Optik m. 25% Obstruktion 150mm mit 25% Obstr.

Rayleigh 1.13" 0.86"
Dawes 0.94" 0.71"
Strehl 0.90" 0.68"

Rayleigh :
zwei gleichhelle Sterne werden als zwei noch räumlich getrennte Lichtpunkte aufgelöst

Dawes :
Zwei gleichhelle Sterne werden als verschmolzene eingedellte
Lichtpunkte aufgelöst.

Strehl :
Zwei gleichhelle Sterne werden verschmolzen, gerade noch als Oval , ohne Eindellung abgebildet.

Die Praxis zeigte mir aber schon öfters bei versch. Aperturen das die Werte real noch etws niedriger liegen !!!

Gruß
Christian

 
Moin Christian!

> Die Praxis zeigte mir aber schon öfters bei versch. Aperturen das die Werte real noch etws niedriger liegen !

Ja, das kann ich mir vorstellen. Dazu muß man aber auch eine gute Optik erwischen, die 1a justiert ist - und dazu ein gutes Okular.

Diese 114er Tasco (die weißen 11T aus jap. Produktion) sind gemeingefährlich gut und vielfach unterschätzt. Schade, daß man die nur mit 24,5-mm-OAZ bekommt und erstmal rumfrickeln muß.

Zu Gamma und Eta CrB habe ich eben mal im Burnham's Celestial HB nachgelesen: Die beiden Doppelsterne sind bahntechnisch genau untersucht (Umlaufzeiten 91 bzw. 41,5 Jahre), so daß es kein Wunder ist, daß die Werte im Karkoschka so gut stimmen. Bei Gamma Vir sieht das anders aus: Dort konnte man ja erst das zweite Periastron im Jahr 2005 beobachten (Umlaufzeit knapp 171 Jahre).

Moment: Das Dawes-Limit liegt doch bei 115,8 / D(mm). Das würde bei 114 mm Öffnung 1,02" betragen... ?)
 
Huh.

Hier geht´s richtig ab... ;).
Werde mich heute auch mal zur Abwechslung an die Doppelsterne ranwagen mit 8" wenn das Wetter mitspielt.
Ich hoffe ihr mach jetzt keinen Umstieg von der Kometen- zu der Doppelsternbeobachtung (Micha, Christian?). ?)

Grüße
m.m.
 
Moin Maciej!

> Ich hoffe ihr mach jetzt keinen Umstieg von der Kometen- zu der Doppelsternbeobachtung (Micha, Christian?).

Ich hab' gestern irgendwo erwähnt, daß bei uns im Norden seit kurzem die "Zeit der hellen Nächte" angebrochen ist. Da mutieren alte Kometenbeobachter zu Doppelstern-Jägern - wie Werwölfe bei Vollmond. :cool: :totlach2:
 
Hallo Michael,

>Moment: Das Dawes-Limit liegt doch bei 115,8 / D(mm). Das würde bei 114 mm Öffnung 1,02"<

ich habe doch extra geschrieben bei 25% Obstruktion.
Bei 0% liegt das Limit bei 1,0" , wright,
bei 25% aber bei 0.94" !!!
Generell sind ostruierte Systeme somit unobstr. einen tick überlegen !
Das geht aber nicht soweit das zB. 60% obstr. super Doppelsternkiller sind :pfeif:, die Beugungs "Rettungsringe" überlagern die nahen Komponenten zusehends :mauer:. Der Vorteil geht somit wieder verloren :help:.
Also sind wenn nur gering obstr. Systeme anzustreben...


Ist so, das das Licht mehr in den Beugunsgringen um das Airyscheibchen verteilt wird steigt in der tat die Auflösung bei mehr Obstr. :augenrubbel: ist so -> :biggrin:

Gruß
Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Christian!

Ja, ich hab da ansatzweise im Riekher mal was drüber gelesen, daß Obstruktion Einfluß auf das Airy-Scheibchen hat, was beim Doppelstern-Trennen durchaus von Vorteil sein kann. Ich bin aber kein Verfechter dieser Theorie...

> Bei 0% liegt das Limit bei 1,0" , wright,
> bei 25% aber bei 0.94" !!!

Gibt's dazu auch 'ne passende Formel? Irgendwo müssen die Werte ja herkommen?!

Butter bei die Fische: ich war gestern gegen Mitternacht noch für anderthalb Stunden im Garten und habe dort meinen 6" f/8 das erste Mal seit bestimmt 3 Jahren wieder für etwas länger im Einsatz gehabt. BTW: Das Instrument hat 22% Obstuktion.

So, erstes Ziel war Gamma Vir: bei 120x (10 mm Siebert) war dieser Stern schon länglich zu erkennen, ab 200x (6 mm Genuine-Ortho) war die Trennung komplett mit schwarzem Zwischenraum, bei 240x (5 mm Genuine-Ortho) noch besser. Toll! :) Mann, das letzte Mal habe ich mir Gamma Vir angeschaut, als sein Abstand noch um 1,5" lag, und das war zwei, drei Jahre vor dem Periastron 2005! :cool:

Dann waren Christians Kandidaten in der Nördlichen Krone dran. Ich hab' da nicht viel erwartet, weil ich momentan keine Barlow mehr zur Verfügung habe, hier also bei 240x Schluß ist.
An Gamma CrB war bei eben diesen 240x auch nach mehreren Durchläufen im Dobson nichts zu erkennen. Anders sah das danach bei Eta CrB aus: Hier konnte ich tatsächlich sehen, daß der Stern nicht mehr rund, sondern leicht länglich war. Eine typische Abschnürung der Mitte war dagegen noch nicht zu erkennen. Für diese Beobachtung mußte ich aber schon sehr genau hingucken und der Stern mußte exakt im Fokus sein!
Weil ich gerade in der Gegend war, ging es danach zu Epsoilon Boo. Also, der stellt nun bei 240x für meinen Sechszöller überhaupt kein Problem dar. Und beide Komponenten zeigten sich wunderschön jeweils zwei geschlossenen und nahezu ruhigen Beugungsringen wie aus dem Lehrbuch! Auf der Pickering-Skala habe ich später das Seeing mit 7-8 /10 eingestuft. Sensationell. :augenrubbel:

Danach bin ich auf 120fach runtergegangen und bin nochmal auf Gamma Vir rübergeschwebt, dann Epsilon Lyr. :o
Als Letztes war Entspannung angesagt und ich habe mir einige Standardkerzen bei 60x angeschaut: M71, M27, M57, M56, M13. Trotz Mondlicht (der ging gegen 0:30 MESZ auf) waren diese DSO allesamt klar und hell zu erkennen.
Ich glaube, mein 6"-Dobson wird nach diesen Leistungen wieder öfters zum Einsatz kommen! :super: Vor allem war das Gewicht so erfreulich: Wenn man jahrelang den 8"-Skywatcher durch die Gegend gescleppt hat, dann fällt einem beim Sechszöller der nur 4 kg leichte Alutubus doch sehr positiv auf! ;)

Feststellung: Ich brauche unbedingt 'ne Barlow!
 
Hallo Doppelsternbeobachter.

Gestern habe ich mich auch mal an die Doppelsterne - besser gasagt nur an einen Doppelstern - rangewagt, bevor mir große Wolkenpakete die Beobachtung versausten.
Das Ziel der Begierde war Gamma CrB.
Das Seeing war so was von grottenschlecht, sodass ich nicht mal die 2 Komponente mit 8" (222x) ansatzweise sehen konnte.
Ich lass es lieber sein mit dem "Extem-Doppelstern-beobachten" und widme mich einfacheren DS zu.

Grüße
m.m.
 
Hallo Micha,

welche Barlow wird sich für
einen 6-Zoll f8 Newton am besten
eignen?

Gruß Dirk
 
Moin Dirk!

...ist zwar off-topic... - Es kommt ja immer drauf an, welches Oku man "hochpowern" will. Ich hab' mich jetzt auf die 2,5fach TS-Barlow eingeschossen und werd' mal sehen, daß ich sie auf'm ITV günstig bekomme. Damit geht dann die Brennweite auf 3000 mm und ich kann meine 10, 8, 7, 6 und 5 mm-Okus ordentlich am Doppelstern hochtreiben. Das sollte reichen.
 
Hallo ans Doppelsternvolk,

mit den Doppelsternen habe ich es nur ansatzweise. Eigentlich mag ich das schöne Bild, wenn beide im Raum stehen, der eine schwach, der andere stärker oder besser noch: Mit unterschiedlichen Farben.
Dazu sollten sie klar und rein sein, damit ich das Paar auch optisch genießen kann.
Leider funktioniert das nur mit Doppelsternen, welche einen, im Vergleich zu euren Kandidaten, komfortablen Abstand haben. Wenn ich das Trapez im Orion nehme, bei welchem die Komponenten A & B einen Abstand von 9" haben, dann ist dort ungefähr Schluss mit schön - obwohl ich die bei 45x gut trennen kann ... da geht doch auch die Halfte von 9", wenn ich die Vergrößerung steigere ... oder noch weniger, wenn ich das 6mm reinsetze.

Ich glaube ich muss mir jetzt auch mal ein paar dieser Doppelsterne zur Brust nehmen.

CS,
Stefan
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben