istov
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Ok, überredet, auch wenn der BB (vorsicht, lang und unsinnig !) mich nicht gerade im besten Licht erscheinen läßt - Funzel, Du hast es so gewollt ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
BB vom Sonntag den 04.05.2003
Dauer : von ca. 23:50 Uhr bis ca 2:40 Uhr
Teleskop : N 114/900 auf Skyview genannt „Funzel“
Okulare : MA WA 20, PL 10, Meade 2x Barlow kurzbauend
Seeing : Grenzgröße ca 5,5 (geschätzt), mittelgute Transparenz
Nach längerer (erzwungener) Abstinenz wollten Funzel und ich unsere Albireo-Aufnahme mit der gleichzeitigen Einweihung eines neugefundenen Spechtelplatzes feiern.
Der Platz ist noch gut erreichbar, 20 Minuten Autofahrt, und schon sind wir ca 30 km vom dicken Megaskybeamer Bremen entfernt und in der dunklen Provinz hinter Worpswede gelandet.
Auf unserem neuen Acker bieten sich Richtung Süden und Osten 4 km Siedlungsfreie Sicht, nur im Norden und Westen schimmern noch zwei ungefähr 2 bis 3 km entfernte verschlafene Bauernnester.
Perfekt, könnte man meinen, wenn der starke Wind nicht wäre...
Schon beim Aufbauen von Funzels Lastesel weht mir eine echte norddeutsche Brise ins Gesicht – na, das kann ja was werden, noch nicht mal ein Baum oder Strauch in Reichweite, von einem kuscheligen Waldrand ganz zu schweigen...
Sei’s drum, jetzt sind wir schonmal hier, der Himmel war in letzter Zeit auch nicht besonders, also Zähne zusammenbeißen, Funzel auf die Monti heben, festschnallen... und hinterherlaufen !
Der wollte doch tatsächlich abhauen !!!
Er redet sich raus, schiebt es auf den Wind, meinte, eine Böe hätte ihn umgestoßen und fortgetragen, doch ich glaube ihm kein Wort – der Memme ist es wohl zu windig... Und sowas will ein echtes norddeutsches Teleskop sein, pah !
Nach einer durchdiskutierten Abkühlphase, in der unser werter Herr Funzel unruhig von einem Stativbein aufs andere wippt, starten wir unsere Spechteltour im sich bald verabschiedenden Löwen.
Nach einem kurzen Blick auf die ungenehmigte blasse Versammlung von M95, M96 und M105 (hatten wir in letzter Zeit zur Genüge) schwenken wir rüber zu M65 und M66 – ja potzblitz !, na sowas, so hell hatten wir die noch nie ! M65 zeigt schön seinen ovalen Kern, M66 im PL10er sogar eine schwache Andeutung von ausgewaschenen Mini-Armen (ok, die Phantasie hilft weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> ...). Und darüber glimmt die schwache NGC, von der ich immer die Nummer vergesse, Moment, ich hab’s gleich... ähm, wo liegt noch mal mein Karko... HE!!! Was soll das ?
Funzel... nun drängel doch nicht... laß mich doch... – JAAA, ist ja gut, Du kannst weiterschreiben (stöhn)...
Ich geb dann mal die Tastatur an unseren werten Don Funzel weiter... :
NA ENDLICH ! Dem Gestammel meines Bedienpersonals konnte ich nicht weiter tatenlos zusehen !
Er meinte natürlich NGC 3628, schon oft habe ich ihm die Nummer derselben Galaxie vorgebetet, wenn er sie mal wieder nicht findet, weil sie im aufgehellten Himmel von Ritterhude total abgesoffen ist.
Er sollte halt mit mir öfter aufs Land fahren und nicht immer nur bequem vom Balkon spechteln, aber der Herr hört ja nicht auf mich ! Ebensowenig erhört er mein Betteln und Flehen, die gelungene Ansicht des Löwentriplets zum ausgieben Galaxienspaziergang in Virgo zu nutzen, nein, der Herr will ein paar Paradeobjekte abfahren, und da ich ihm seine unbedarfte Grünschnäbeligkeit am Himmel nachsehe und er dazu noch jammert, er habe diese Objekte schließlich noch nicht gesehen (armer Wicht !), machen wir uns auf den Weg in die Jagdhunde.
M94 zeigt sich schön rund mit heller Fläche, und ich muß unseren Grünschnabel erst bitten, das 20er gegen das 10er Plössl zu tauschen, damit er merkt, daß es sich um eine gar nicht ganz so runde Galaxie handelt.
M63 dagegen kann uns beide nicht so sehr überzeugen, doch der nahebei liegende Stern läßt mich an die Erscheinungsform eines der bekanntesten Himmelsobjekte denken, und so schwenken wir weiter zu M51.
Mein Personal ist enttäuscht : „Was, das kleine WischiWaschi-Ding da ?“
Wir greifen wieder zum 10er, und ich doziere über den Lichtverlust – sinnlos, der Herr möchte vergrößern, bitte schön... Die Brücke zwischen NGC 5194 und der kleinen NGC 5195 (vielleicht kann er sich die ja mal merken ?) bleibt uns aufgrund meiner begrenzten Fähigkeiten natürlich verborgen, doch zumindest schaffe ich es, meinen Grünschnabel zu überzeugen, sich an dem Anblick am MA20er zu erfreuen, und das dauert dann eine Weile...
Wie immer bezaubert vom majestätischen Anblick von M51 packt mich das Galaxienjagdfieber und ich plädiere leidenschaftlich für die NGCs in den Jagdhunden, oder doch zumindest für einen Schwenk auf M106, doch der Herr befindet sich zu nahe an Ursa Major und möchte dort seine Tour vervollständigen...
Ich beuge mich, streitunlustig und im wahrsten Sinne des Wortes, denn für M101 muß ich mir schon ganz schön den Hals verrenken... Was übrig bleibt, ist wieder eine Enttäuschung meines Grünschnables.
Aus dem undeutlichen Gemaule entnehme ich Wortfetzen wie „wieder Wischi-Waschi“ und ähnliches, und alle meine Versuche, ihn über die Verteilung der Helligkeit jener Galaxie auf eine große Fläche aufzuklären stoßen auf taube Ohren...
Es folgt M97, zuerst in der Übersicht am MA20er zusammen mit M108, die im PL10er kurz auf ihre Kantenlage hin untersucht wird, dann zurück zum Eulennebel, und hier kommt die Barlow zum Einsatz... Nunja, mein Personal muß halt noch seine Erfarhrungen machen... Diesmal schaffe ich es, ihn wieder zum 10er ohne Barlow zu überreden, und siehe da : Ausrufe der Begeisterung. „Funzel, ich kann die Augen sehen ! Der Wahnsinn ! Das hätte ich nie gedacht, daß Du das schaffst !“ (Pöh !...)
Doch zwei Minuten später ist die ganze Aufregung wieder vorbei, scheints, der Gute hat einen Moment mit gutem Seeing erwischt oder die Einbildung hat weitergeholfen, doch ich halte wohlweißlich lieber meinen Schnabel...
Weiter geht’s zum bekannten Schwulenpärchen Ernie und Bert, ähm, ich meine natürlich M81 und M82...
Hier ist mein Personal kaum noch zu halten : „Booooaaaaaahhhh !“ (Mehr kommt nicht, der strahlende Anblick der beiden hat ihm wohl die Sprache verschlagen ! Nach einigen Minuten denkwürdigen Schweigens wage ich es, ihn darauf hinzuweisen, daß feine Strukturen in M82 wahrzunehmen sind, das Seeing hat sich tatsächlich bedeutend verbessert !)
Mein Personal legt eine Verschnaufpause ein und legt den Kopf in den Nacken, dabei erwischt der Glückspilz zwei Boliden, den einen nahe beta CVn und den anderen wenige Minuten später in der zerwühlten Frisur von Berenice. Ich höre noch den Ruf : „Funzel ! Hinterher !“, doch auf meine alten Tage bin ich wohl etwas langsam geworden...
Wir einigen uns auf einen Themenwechsel, Kugelsternhaufen sollen es sein, und ich entspanne meine Nackenmuskulatur mit M53. Wenigstens in der Nähe des von mir heiß ersehnten Virgohaufens.... schmacht...
Wieder kommt die Barlow zum Einsatz, doch selbst mit ihrer Hilfe gelingt es uns nicht, Einzelsterne zu erwischen, nur am Rand wird’s leicht kriselig...
Also weiter zum nächsten Auflösungsversuch in M3, ich plädiere für einen unwissenschaftlichen Genuß des Anblicks, doch mein Grünschnabel ist ein Heißsporn und möchte unbedingt „sportlich“ spechteln, "Auflösen !!!" grölt er, deswegen wieder die Barlow – diesmal wird’s was, der Kern liegt natürlich außerhalb meiner Möglichkeiten, doch am Rande blitzen und glitzen die Kronjuwelen...
Damit der junge Heißsporn Ruhe gibt, schwenken wir auf M13, und schon höre ich wieder die bekannten Begeisterungsrufe : „Booooaaaaaahhhh !“ Und wieder die darauf folgende Sprachlosigkeit, die ich, zugegeben !, sehr genieße... Bei einem Vergleich mit M92 können wir uns beide nicht entscheiden, welcher den schöneren Anblick bietet, beide sind hochkarätige Diamanten des Nordhimmels und laden zum langen Verweilen ein.
So wird es denn auch langsam zu spät für meinen Grünschnabel : „Ok, Funzel, einen noch, dann ist Schluß für heute !". Aufgrund des inzwischen wirklich guten Seeings und der netten Rundumsicht plädiere ich für ein dem Horizont nahes Objekt, und um meinem unbedarften Grünschnabel und meiner altgedienten Seele noch ein weiteres Highlight zu bieten, frage ich „ha chi ?“ – „Gesundheit, Funzel !“ kommt prompt die Antwort (wer hätte anderes erwartet ?), und mit einem langen Schwenk in den Nordwesten kläre ich ihn auf.
Ein letzter Begeisterungsruf, doch ich selbst bin weniger beeindruckt. Die Horizontnähe macht sich bemerkbar, außerdem stört die entfernte Siedlung mit Restlicht, und so bleiben die feineren Nadelstiche der vielzähligen Sterne außerhalb 10m verborgen. Schade, doch mein Personal ist begeistert und faselt irgendwas von „zwei Augen, nein, zwei Stahlkugeln, nein, ich hab’s, zwei Ti...“ Mir reicht’s und wir packen ein.
Um Nachsicht ob eines grünschnäbeligen Bedienpersonals und der chaotischen Himmelsroute bittet
mit orangeblauen Grüßen
Euer Funzel vom FPO
BB vom Sonntag den 04.05.2003
Dauer : von ca. 23:50 Uhr bis ca 2:40 Uhr
Teleskop : N 114/900 auf Skyview genannt „Funzel“
Okulare : MA WA 20, PL 10, Meade 2x Barlow kurzbauend
Seeing : Grenzgröße ca 5,5 (geschätzt), mittelgute Transparenz
Nach längerer (erzwungener) Abstinenz wollten Funzel und ich unsere Albireo-Aufnahme mit der gleichzeitigen Einweihung eines neugefundenen Spechtelplatzes feiern.
Der Platz ist noch gut erreichbar, 20 Minuten Autofahrt, und schon sind wir ca 30 km vom dicken Megaskybeamer Bremen entfernt und in der dunklen Provinz hinter Worpswede gelandet.
Auf unserem neuen Acker bieten sich Richtung Süden und Osten 4 km Siedlungsfreie Sicht, nur im Norden und Westen schimmern noch zwei ungefähr 2 bis 3 km entfernte verschlafene Bauernnester.
Perfekt, könnte man meinen, wenn der starke Wind nicht wäre...
Schon beim Aufbauen von Funzels Lastesel weht mir eine echte norddeutsche Brise ins Gesicht – na, das kann ja was werden, noch nicht mal ein Baum oder Strauch in Reichweite, von einem kuscheligen Waldrand ganz zu schweigen...
Sei’s drum, jetzt sind wir schonmal hier, der Himmel war in letzter Zeit auch nicht besonders, also Zähne zusammenbeißen, Funzel auf die Monti heben, festschnallen... und hinterherlaufen !
Der wollte doch tatsächlich abhauen !!!
Er redet sich raus, schiebt es auf den Wind, meinte, eine Böe hätte ihn umgestoßen und fortgetragen, doch ich glaube ihm kein Wort – der Memme ist es wohl zu windig... Und sowas will ein echtes norddeutsches Teleskop sein, pah !
Nach einer durchdiskutierten Abkühlphase, in der unser werter Herr Funzel unruhig von einem Stativbein aufs andere wippt, starten wir unsere Spechteltour im sich bald verabschiedenden Löwen.
Nach einem kurzen Blick auf die ungenehmigte blasse Versammlung von M95, M96 und M105 (hatten wir in letzter Zeit zur Genüge) schwenken wir rüber zu M65 und M66 – ja potzblitz !, na sowas, so hell hatten wir die noch nie ! M65 zeigt schön seinen ovalen Kern, M66 im PL10er sogar eine schwache Andeutung von ausgewaschenen Mini-Armen (ok, die Phantasie hilft weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> ...). Und darüber glimmt die schwache NGC, von der ich immer die Nummer vergesse, Moment, ich hab’s gleich... ähm, wo liegt noch mal mein Karko... HE!!! Was soll das ?
Funzel... nun drängel doch nicht... laß mich doch... – JAAA, ist ja gut, Du kannst weiterschreiben (stöhn)...
Ich geb dann mal die Tastatur an unseren werten Don Funzel weiter... :
NA ENDLICH ! Dem Gestammel meines Bedienpersonals konnte ich nicht weiter tatenlos zusehen !
Er meinte natürlich NGC 3628, schon oft habe ich ihm die Nummer derselben Galaxie vorgebetet, wenn er sie mal wieder nicht findet, weil sie im aufgehellten Himmel von Ritterhude total abgesoffen ist.
Er sollte halt mit mir öfter aufs Land fahren und nicht immer nur bequem vom Balkon spechteln, aber der Herr hört ja nicht auf mich ! Ebensowenig erhört er mein Betteln und Flehen, die gelungene Ansicht des Löwentriplets zum ausgieben Galaxienspaziergang in Virgo zu nutzen, nein, der Herr will ein paar Paradeobjekte abfahren, und da ich ihm seine unbedarfte Grünschnäbeligkeit am Himmel nachsehe und er dazu noch jammert, er habe diese Objekte schließlich noch nicht gesehen (armer Wicht !), machen wir uns auf den Weg in die Jagdhunde.
M94 zeigt sich schön rund mit heller Fläche, und ich muß unseren Grünschnabel erst bitten, das 20er gegen das 10er Plössl zu tauschen, damit er merkt, daß es sich um eine gar nicht ganz so runde Galaxie handelt.
M63 dagegen kann uns beide nicht so sehr überzeugen, doch der nahebei liegende Stern läßt mich an die Erscheinungsform eines der bekanntesten Himmelsobjekte denken, und so schwenken wir weiter zu M51.
Mein Personal ist enttäuscht : „Was, das kleine WischiWaschi-Ding da ?“
Wir greifen wieder zum 10er, und ich doziere über den Lichtverlust – sinnlos, der Herr möchte vergrößern, bitte schön... Die Brücke zwischen NGC 5194 und der kleinen NGC 5195 (vielleicht kann er sich die ja mal merken ?) bleibt uns aufgrund meiner begrenzten Fähigkeiten natürlich verborgen, doch zumindest schaffe ich es, meinen Grünschnabel zu überzeugen, sich an dem Anblick am MA20er zu erfreuen, und das dauert dann eine Weile...
Wie immer bezaubert vom majestätischen Anblick von M51 packt mich das Galaxienjagdfieber und ich plädiere leidenschaftlich für die NGCs in den Jagdhunden, oder doch zumindest für einen Schwenk auf M106, doch der Herr befindet sich zu nahe an Ursa Major und möchte dort seine Tour vervollständigen...
Ich beuge mich, streitunlustig und im wahrsten Sinne des Wortes, denn für M101 muß ich mir schon ganz schön den Hals verrenken... Was übrig bleibt, ist wieder eine Enttäuschung meines Grünschnables.
Aus dem undeutlichen Gemaule entnehme ich Wortfetzen wie „wieder Wischi-Waschi“ und ähnliches, und alle meine Versuche, ihn über die Verteilung der Helligkeit jener Galaxie auf eine große Fläche aufzuklären stoßen auf taube Ohren...
Es folgt M97, zuerst in der Übersicht am MA20er zusammen mit M108, die im PL10er kurz auf ihre Kantenlage hin untersucht wird, dann zurück zum Eulennebel, und hier kommt die Barlow zum Einsatz... Nunja, mein Personal muß halt noch seine Erfarhrungen machen... Diesmal schaffe ich es, ihn wieder zum 10er ohne Barlow zu überreden, und siehe da : Ausrufe der Begeisterung. „Funzel, ich kann die Augen sehen ! Der Wahnsinn ! Das hätte ich nie gedacht, daß Du das schaffst !“ (Pöh !...)
Doch zwei Minuten später ist die ganze Aufregung wieder vorbei, scheints, der Gute hat einen Moment mit gutem Seeing erwischt oder die Einbildung hat weitergeholfen, doch ich halte wohlweißlich lieber meinen Schnabel...
Weiter geht’s zum bekannten Schwulenpärchen Ernie und Bert, ähm, ich meine natürlich M81 und M82...
Hier ist mein Personal kaum noch zu halten : „Booooaaaaaahhhh !“ (Mehr kommt nicht, der strahlende Anblick der beiden hat ihm wohl die Sprache verschlagen ! Nach einigen Minuten denkwürdigen Schweigens wage ich es, ihn darauf hinzuweisen, daß feine Strukturen in M82 wahrzunehmen sind, das Seeing hat sich tatsächlich bedeutend verbessert !)
Mein Personal legt eine Verschnaufpause ein und legt den Kopf in den Nacken, dabei erwischt der Glückspilz zwei Boliden, den einen nahe beta CVn und den anderen wenige Minuten später in der zerwühlten Frisur von Berenice. Ich höre noch den Ruf : „Funzel ! Hinterher !“, doch auf meine alten Tage bin ich wohl etwas langsam geworden...
Wir einigen uns auf einen Themenwechsel, Kugelsternhaufen sollen es sein, und ich entspanne meine Nackenmuskulatur mit M53. Wenigstens in der Nähe des von mir heiß ersehnten Virgohaufens.... schmacht...
Wieder kommt die Barlow zum Einsatz, doch selbst mit ihrer Hilfe gelingt es uns nicht, Einzelsterne zu erwischen, nur am Rand wird’s leicht kriselig...
Also weiter zum nächsten Auflösungsversuch in M3, ich plädiere für einen unwissenschaftlichen Genuß des Anblicks, doch mein Grünschnabel ist ein Heißsporn und möchte unbedingt „sportlich“ spechteln, "Auflösen !!!" grölt er, deswegen wieder die Barlow – diesmal wird’s was, der Kern liegt natürlich außerhalb meiner Möglichkeiten, doch am Rande blitzen und glitzen die Kronjuwelen...
Damit der junge Heißsporn Ruhe gibt, schwenken wir auf M13, und schon höre ich wieder die bekannten Begeisterungsrufe : „Booooaaaaaahhhh !“ Und wieder die darauf folgende Sprachlosigkeit, die ich, zugegeben !, sehr genieße... Bei einem Vergleich mit M92 können wir uns beide nicht entscheiden, welcher den schöneren Anblick bietet, beide sind hochkarätige Diamanten des Nordhimmels und laden zum langen Verweilen ein.
So wird es denn auch langsam zu spät für meinen Grünschnabel : „Ok, Funzel, einen noch, dann ist Schluß für heute !". Aufgrund des inzwischen wirklich guten Seeings und der netten Rundumsicht plädiere ich für ein dem Horizont nahes Objekt, und um meinem unbedarften Grünschnabel und meiner altgedienten Seele noch ein weiteres Highlight zu bieten, frage ich „ha chi ?“ – „Gesundheit, Funzel !“ kommt prompt die Antwort (wer hätte anderes erwartet ?), und mit einem langen Schwenk in den Nordwesten kläre ich ihn auf.
Ein letzter Begeisterungsruf, doch ich selbst bin weniger beeindruckt. Die Horizontnähe macht sich bemerkbar, außerdem stört die entfernte Siedlung mit Restlicht, und so bleiben die feineren Nadelstiche der vielzähligen Sterne außerhalb 10m verborgen. Schade, doch mein Personal ist begeistert und faselt irgendwas von „zwei Augen, nein, zwei Stahlkugeln, nein, ich hab’s, zwei Ti...“ Mir reicht’s und wir packen ein.
Um Nachsicht ob eines grünschnäbeligen Bedienpersonals und der chaotischen Himmelsroute bittet
mit orangeblauen Grüßen
Euer Funzel vom FPO