Mit dem 115er TMB und dem 127er ED auf Jupiter

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Astro-Mechanik

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Moin,
Gestern Abend war es mal kurz klar, das Seeing spielte auch ganz ordentlich mit. Auf Jupiter war das eine Band deutlich auf ganzer Länge unterteilt und strukturiert. Mehrere schwache Bänder waren zu erkennen, die Monde anhand unterschiedlicher Durchmesser zu unterscheiden. Der Planet zeitweise ohne Randwabern, das bei 16° Horizonthöhe. Der TMB 115/800 war mit dem 6mm Genuine (133) bestückt, der ED-Triplett mit dem 7mm Genuine (136). In beiden Refraktoren waren die selben Einzelheiten zu erkennen, die Schärfe auch absolut gleich. Von der Farbgebung der TMB etwas neutraler, geht aber in Richtung gelblich. Aber auf sehr hohem Niveau, ohne Vergleich fällt das nicht auf. Im ED keinerlei Farbrestfehler zu erkenne. Die Monde einen Tick ins grünliche, sehr, sehr wenig. Einzig beim Bewegen auf den Schärfepunkt zu, ein bläulicher bzw. gelblicher, leichter Farbsaum. Dieser verschwindet dann. Jupiter war im ED etwas heller, hier spielt die größere Öffnung eine Rolle.
Der 127ED-Triplett ist ein echter Duchgucker, der in diesem Vergleich dem doppelt so teuren TMB das Wasser reichen kann. Hier muss jeder selbst Entscheiden. Kann auch sein, ich habe ein sehr gutes Exemplar erwischt.
Weitere Objekte scheiterten an der Wolkendecke, werden jedoch nachgereicht.
Link zur Grafik: http://www.astronomieclub-volkach.homepage.t-online.de/tmbed.jpg
Nein, das bin ich nicht auf dem Bild.
 
Na der 127/950 ED-Triplett, der in China für diverse Händler gebaut wird. Ich dachte, dass das anhand meiner Vorgeschichte klar ist.
 
Hallo Stefan,

ich bin auf Deinen nächsten Bericht gespannt. Der kurze Vergleich am Jupiter in 16 Grad Horizonthöhe ist noch wenig aussagefähig. Interssant sind auch die genauen technischen Daten in der Gegenüberstellung: (nicht nur Preise) wie Gewicht, Länge, Auskühlzeit, Lichtsammelfläche etc.

Gruss und CS

Paul



 
Moin,
etwas aussagekräftig ist das für mich schon, ich habe ja schon etwas länger verglichen. Natürlich kommt das in den paar Zeilen nicht rüber. Andererseits ist für einige Leser der Test von vorneherein absurt, da ja ein TMB dabei ist. Aber weitere Vergleiche folgen, gerne kann bei uns mitbeobachtet werden.
Die Daten TMP 115/805, Triplett-ED 127/950.
 
Hallo Stefan

In beiden Refraktoren waren die selben Einzelheiten zu erkennen, die Schärfe auch absolut gleich.

Eigentlich müsste der 127mm doch ein etwas besseres Bild liefern, da er auch die größere Öffnung hat?
Ich konnte mal einen 130mm TMB mit einem 115mm TMB vergleichen, da war das jedenfalls so. Zwar keine Welten Unterschied, jedoch deutlich sichtbar.

Von der Farbgebung der TMB etwas neutraler, geht aber in Richtung gelblich. Aber auf sehr hohem Niveau, ohne Vergleich fällt das nicht auf.

Was hattet ihr den zum Vergleich?

Im ED keinerlei Farbrestfehler zu erkenne. Die Monde einen Tick ins grünliche, sehr, sehr wenig.

Wenn der 127 grünlich ist, kann man diesen auch nicht zum Vergleich heranziehen und Farbfehlerfrei ist er dann eigentlich auch nicht.

Der 127ED-Triplett ist ein echter Duchgucker, der in diesem Vergleich dem doppelt so teuren TMB das Wasser reichen kann.

Ich würde das mal für ein vorläufiges Statement ansehen. Ein Tiefstehender Jupiter ist nun gerade nicht das beste Prüftarget um zwei optische Qualitäten miteinander zu vergleichen.
Die nicht Temperaturkompensierte Fassung des 127 könnte sich im Winter ganz anders verhalten.
Auch hat der 127 keinen serienmäßigen Schiebetubus noch einen hochwertigen OAZ.

Kann auch sein, ich habe ein sehr gutes Exemplar erwischt.

Kann sein, sagt aber leider nichts über dessen Serienstreuung aus!
Mit dem 127 ED, mit dem ich am ITV beobachtet habe, war ein Blausaum zu sehen.
Solte dein 127 evtl. nachgerichtet worden sein, solltest du uns das faires halber nicht verschweigen. Einige Exemplare brachten ja erst nach der Optimierung auf der optischen Bank ihre volle Leistung. Und einige waren sogar unbrauchbar, oder hatten gravierende Fehler, wie Zonen.

Letztlich glaube ich schon, dass der 127 ein gutes Instrument sein "kann", da es ja in vielen Dingen gewisse Toleranzen und Grenzen gibt, auch beim Farbfehler.
Jedoch wäre für mich als Laie, ein dezentrierter Dreilinser mit einem evtl. Farbfehler keine Alternative zu einem noch mechanisch besseren TMB.

Gruß Uwe


 
Hallo Stefan

Andererseits ist für einige Leser der Test von vorneherein absurt, da ja ein TMB dabei ist.

Absurt sind solche Vergleiche nicht!

Absurd ist für mich nur, da ich schon einen 100/800 TMB mit einem 100/1000 APQ und einen 130/1200 TMB mit einem 130/1000 APQ vergleichen konnte, mit quasi der gleichen Quintessenz wie bei deinem Vergleich.
Vergleicht man nun die Preise eines 130mm APQ mit dem eines 127mm ED, dann wird es wirklich Absurd :biggrin:

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
Mit dem Farbfehler habe ich mich etwas falsch ausgedrückt. An den Monden und an Sternen ist sehr wohl ein leichter Fehler zu erkennen. Aber an Jupiter ist mir nichts aufgefallen. Von einer nachjustierung ist mir nichts bekann. Den orginal OAZ habe ich ja entsorgt, ein gutlaufender 3" Steeltrack ist verbaut. Mit einem FH möchte ich ja keine Sterne anschauen, aber mit diesem ED stört mich der Tick farbfehler absolut nicht. Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich das Ganze. Wir wollen hier nicht brutal ins Detail gehen, sondern Spass am Beobachten haben. Auch war er ja nur 16° hoch. Weiteres folgt ja noch. Ich selbst bin ja auch fast Purist, nicht umsonst habe ich auf das Zweite 180mm Objetiv meines SelbstbauAPO´s bestanden. Aber wenns deutlich billiger geht mit leichten Abstrichen, warum nicht?
 
Hallo

Uwe hat ja schon fast alles zu Stefans Bericht gesagt.
Ich möchte aber auch nochmal darauf hinweisen, dass bei den momentanen Bedingungen ein guter dreizölliger Apo ausreichen dürfte, um die durch Seeing, Dunst und Refraktion begrenzten Beobachtungsbedingungen bei Jupiter die möglichen sichtbaren Einzelheiten zu zeigen.
Insofern ist ein aussagefähiger Vergleich zwischen den genannten Instrumenten ausgerechnet an Jupiter ziemlicher Blödsinn. 130x Vergrößerung ist außerdem sicher auch noch nicht als Vergleichsvergrößerung an Planten aussagekräftig genug um sich so weit aus dem Fenster zu hängen:

Der 127ED-Triplett ist ein echter Duchgucker, der in diesem Vergleich dem doppelt so teuren TMB das Wasser reichen kann.

Da der Stefan ja so ein ausgefuchster Schnäpchenjäger ist, vieleicht doch noch ein Anmerkungen zum "Preisvergleich".

Mal grob ein bischen gerechnet:

1. Der TMB hat einen Feathertouchauszug, Preisaufschlag 500 Euro.
2. Adaption eines anderen Auszugs an den Meade 100Euro.
3. Der TMB hat einen genialen Schiebetubus, sagen 150 Euro.
4. Der TMB kommt mit professionellem Interferogramm, Preis mindestens 100 Euro.
5. Der TMB wir seit über 10 Jahren getestet und die Optiken sind immer hervorragend, Preis: unbezahlbar.

Also, der Meade 127 würde dann mit diesen Ausstattungsmerkmalen 2350 Euro kosten, der TMB 115 ist sicher für 2600 Euro neu zu bekommen. Dafür bekommt man ein garantiert gutes Instrument und muß nicht mit dem vielen Geld an einer Gurkenlotterie teilnehmen.


Viele Grüße, Jürgen

 
Schade, dass dieser Bericht in die Hose gegangen ist.

Es geht hier wahrscheinlich nur um folgendes, 1. gegen mich und 2. gegen alle Nicht-TMP´s.
 
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Moin,
auf ein Wort noch.
Jürgen war scheinbar bei dem Test dabei, komisch das wir ihn nicht bemerkt haben.
Ein Dreizöller hätte nie und nimmer bei diesen Bedingungen diese Einzelheiten gezeigt.
Punkte 1-5 haben überhaupt nichts mit dem Thema dieses Threads zu tun, es ging hier ums BEOBACHTEN.
Leute, lasst Euch nicht irre machen von diesen verknöcherten Puristen. Genau das wollte ich NICHT, das solche Diskussionen entstehen. Es gibt sehr wohl billigere Alternativen, ich denke, das wird auch manchen Astrofreund interessieren.

Noch ein allerletztes Wort: Da bei solchen Beiträgen meist gegen mich persönlich geht und nicht um das Thema, verabschiede ich mich von SCHWARZEN Forum.
 
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Hallo Stefan,

lasst Euch nicht irre machen von diesen verknöcherten Puristen.

dass Du im Austeilen von Grobheiten schon ziemlich klasse bist, hast Du hier ja nicht zum ersten Mal bewiesen, im Einstecken aber bist Du aber recht mimosenhaft.

Du wirst kein Forum finden in dem Du die Leute anpöbeln darfst, wie es Dir gerade gefällt, Du aber sofort beleidigt bist, wenn man Dir mal widerspricht.

Zur Sache:

Es gibt sehr wohl billigere Alternativen, ich denke, das wird auch manchen Astrofreund interessieren.

Ich bin eben auch schon ziemlich lange hier in den Astroforen unterwegs und habe schon viele Chinaröhren als die Superspitzenapos angeboten gesehen. Nicht selten stellte sich aber dann heraus, dass es doch wohl nur wenige gute Exemplare gab und viele Berichte zu euphorisch und manchmal auch von Händlerseite gelenkt und mit tollen Interferogrammen versehen waren.

Vielleicht wirst Du ja auch noch bei einem kritischen Test feststellen, dass Dein ED127 gar nicht so toll ist.
Ich hoffe Du wirst dann auch so ausführlich über Deinen Fehlkauf berichten. Nicht selten werden diese Exemplaren dann nämlich an andere Sternfreunde verkauft und natürlich wird dann nicht mehr über die festgestellten Mängel geredet, weder gegenüber dem Käufer noch hier im Forum.

Insofern sollte sich jeder überlegen, ob ein 127mm Apo zum Schnäpchenpreis auch wirklich sein Geld wert ist.
Ich für meinen Teil würde nicht 1500 Euro für eine Optik bezahlen, bei der ich selber herausfinden muß, ob ich eine Gurke erwischt habe oder nicht. Und wenn ich nach etlichen Beobachtungsnächten, sagen wir nach einem halben Jahr feststelle, so ganz super ist die Optik nicht, möchte ich wohl sehen wie das Gespräch beim Händler aussieht, ob man den umtauschen könne. Die Beweislast, das Dein Apo gar kein richtiger ist, wird nämlich dann Dir aufgebürdet. Dem erfahrenen Sternfreund wird es sicher beim Sterntest qualitativ gelingen eine Gurke zu erkennen, aber wird das auch dem Anfänger oder Neuling beim Apokauf gelingen?

Schnell können hier 1500 Euro in den Sand gesetzt werden. Und wie wird man dann so eine Gurke wieder los? Haut man vielleicht einen "Astrokollegen" übers Ohr und verkauft diesem dann wissentlich eine Gebrauchtgurke?

Ich würde dem Anfänger auf diesem Gebiet empfehlen für 1500 Euro lieber einen gebrauchten Tak FS 102, einen Vixen FL 102 oder einen TMB 105 zu kaufen. Rechnet der Anfänger noch 500 Euro für einen guten Auszug dazu, ist er schon bei 2000 Euro und ihm stehen auch Neugeräte von Tak oder TMB zu Verfügung.
Damit ist er viel eher auf der sicheren Seite und muß sich nicht ständig fragen, ob er wohl eine Gurke erwischt hat oder nicht.

Daher rührt auch meine Skepsis gegenüber solchen Beobachtungsberichten die mit dem allgemeinen Fazit schließen:"Hey Leute, der ED127 ist so super toll, da kann man nix falsch machen und wer ein Markengerät kauft schmeißt Geld aus dem Fenster und ist doof!" Ich glaube eher es ist für viele umgekehrt und da nutzt es auch nichts, dass Du vielleicht ein gutes Exemplar erwischt hast.

Es ist wie in allen Bereichen auf der Welt, hohe Qualität und gute Verarbeitung hat seinen Preis, die Ausnahmen davon sind seltener als man denkt.

Noch ein allerletztes Wort: Da bei solchen Beiträgen meist gegen mich persönlich geht und nicht um das Thema, verabschiede ich mich von SCHWARZEN Forum.

Wenn Du ein Forum suchst, in dem Dir alle immer nur zustimmen, wirst Du wohl mit Deinen "Kollegen" ein eigenes aufmachen müssen. Ansonsten sehen wir uns dann im blauen Forum... :biggrin: :cool:






 
Ich hoffe Du wirst dann auch so ausführlich über Deinen Fehlkauf berichten
Woher weist Du den das?
Wieso soll denn das ein Fehlkauf gewesen sein? hast Du bei mainem Gerät durchgeschaut?
:"Hey Leute, der ED127 ist so super toll, da kann man nix falsch machen und wer ein Markengerät kauft schmeißt Geld aus dem Fenster und ist doof!"
Das habe ich niemals geschrieben oder behauptet. Sehr wohl muss man bei diesen ED´s schauen, dass man ein gutes Exemplar erwischt.
 
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Hallo Stefan,

Woher weist Du den das?
Wieso soll denn das ein Fehlkauf gewesen sein? hast Du bei mainem Gerät durchgeschaut?

ich will mich ja nicht in Euren Privatkrieg einmischen, aber
wenn Du Jürgen richtig zitieren würdest, dann hättest Du die Antwort auf Deine Frage ;)

Vielleicht wirst Du ja auch noch bei einem kritischen Test feststellen, dass Dein ED127 gar nicht so toll ist.
Ich hoffe Du wirst dann auch so ausführlich über Deinen Fehlkauf berichten.


CS
Volker
 
Zitat von Stefan_S:
M
Ein Dreizöller hätte nie und nimmer bei diesen Bedingungen diese Einzelheiten gezeigt.

Das muss man differenzieren. Wer sehr scharfe und ausgeruhte Augen hat, sieht bei einer Vergrößerung, die dem Millimeterdurchmesser entspricht, alle Einzelheiten, die ein Gerät bieten kann. Das ist ja auch die alte Regel der Höchstvergrößerung, weil die Astronomen früher alle visuell gearbeitet haben und gute Augen hatten.
Wenn man nicht so geübt ist, benötigt man mehr Vergrößerung, um dieselben Details zu sehen.

Wir kennen die Luftruhe des Abends nicht, vielleicht war sie außergewöhnlich. Ich kenne Stefans Augen nicht, vielleicht sind sie sehr gut.

Es ist sehr wohl möglich, ein 13-cm-Gerät bei Vergrößerungen um 130x auszuschöpfen. Aber eben nicht für jeden.
 
Hallo Uwe,

Das muss man differenzieren. Wer sehr scharfe und ausgeruhte Augen hat, sieht bei einer Vergrößerung, die dem Millimeterdurchmesser entspricht, alle Einzelheiten, die ein Gerät bieten kann. Das ist ja auch die alte Regel der Höchstvergrößerung, weil die Astronomen früher alle visuell gearbeitet haben und gute Augen hatten.

Da bin ich noch etwas skeptisch und glaube auch, dass man da noch differenzieren muß. Nach meiner Erfahrung hängt diese Vergrößerungsfähigkeit eben auch von der Qualität der Optik ab. Bei einem hoch obstruierten Spiegelteleskop, oder bei kurzen FH Refraktoren habe ich auch schon erlebt, dass man nicht viel mehr herausholen kann als bei 1mm AP. Bei richtig guten Apos gilt aber nach meiner Erfahrung die ebenfalls sehr alte Regel der Höchstvergrößerung am Planeten von 1,5 bis maximal 2x Objektivdurchmesser. Ich bin auch kein Freund von leeren Übervergrößerungen, aber ein Faktor von 1,5x brachte doch bei meinen letzten Fernrohren immer noch ein Wahrnehmungsgewinn.

Ich glaube auch, dass die frühreren Astronomen sehr geübt waren in der visuellen Beobachtung, ob sie aber alle so gute Augen hatten und ob die damaligen Instrumente immer eine so gute optische Qualität hatten wie moderne Apos wage ich aber noch zu bezweifeln.

Mit welchen Apos hast Du denn diese Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße, Jürgen
 
Hi Jürgen und Uwe,

da muss ich Jürgen zustimmen. Ich bin zwar nur ein Gelegenheits Planetenbeobachter aber mit 1mm AP ist m.E. weit weniger zu sehen als mit 0,7mm oder gar 0,5mm AP (Gute Seeingverhältnisse vorrausgesetzt, Motornachführung).
Für das Auge ist ein größeres Planetenscheibchen halt viel angenehmer und das Beobachten läuft viel enstpannter ab. Und Details sind auf einem größeren Scheibchen einfacher zu erkennen.

Gruß

Lots
 
Zitat von JürgenH:
Bei richtig guten Apos gilt aber nach meiner Erfahrung die ebenfalls sehr alte Regel der Höchstvergrößerung am Planeten von 1,5 bis maximal 2x Objektivdurchmesser.
Viele Grüße, Jürgen

Ich habe gar keine intensiven Erfahrungen mit Apos. Aber: Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges beträgt etwa einer Bogenminute. Das sind keine ausgesucht guten Augen einer unter 1000, sondern gut geübte, junge, gesunde Augen. Sehr gute Augen lösen auch 30 Sekunden auf. Man muss das Detail, was ein Instrument zeigt, also auf etwa eine Minute Sehwinkel vergrößern.

Das Auflösungsvermögen eines perfekten Insrumentes nach Rayleigh ist 138" / D(in mm). Für ein 13-cm-Instrument ist das eine knappe Bogensekunde. Wenn man dies nur 60x (!) vergrößert, passt man es an die Auflösungsgrenze des Auges an, 120x ist schon 2x übervergrößert und trägt zur verbesserten Detailerkennung schwächerer Kontraste bei.

Für nicht so erfahrene Beobachter richtet man die Angaben besser auf 3 Bogenminuten Auflösung des Auges aus. Das schafft jedes einigermaßen gesunde Auge, auch bei wenig Schulung. Hier muss man schon auf 180x gehen, um eine Anpassung zu erreichen und noch etwas höher, um es bequem zu haben. Damit kommen wir zur jetzt allgemein üblichen Regel, 1,5-2x Durchmesser in Millimetern.

Ich selber beobachte lieber bei geringerer Vergrößerung und gebe mir dann Mühe, Einzelheiten zu erkennen. Die Farbsättigung ist höher, der Kontrast auch.

Eigene Erfahrungen sind nur bedingt übertragbar, denn wer weiß: Hat der Nachbar vieleicht besonders gute Augen? Zum Glück können wir diese Unterschiede durch Öfnnung ausgleichen.
 
Hallo Uwe,

...darf ich Deinen guten Kommentar noch ergänzen:

Ein guter bzw. langjähriger Beobachter hat sich ja schon viele Einzelheiten eingeprägt und kann diese somit auch besser je nach Seeing und körperlicher Verfassung erkennen.
Desweiteren haben doch viele Hobbyastronomen einen Bildschirm-Arbeitsplatz und selbst dieser Faktor ist nach einem anstengenden Arbeitstag und abends spechteln zu berücksichtigen....

Gruß AllBert
 
Hallo Uwe,

danke für Deine Ausführungen.

Alle Achtung! 30" Auflösung mit bloßem Auge schaffe ich bei weitem nicht, ich schaffe auch nicht 1 Bogenminute.
Wir reden jetzt aber nicht von Augenlaborbedingungen sondern vom Sternenhimmel? Und Du hast das praktisch schon geschafft? Kannst Du mir mal ein paar Doppelsterne zwischen 30 und 60" nennen, die Du schon mit bloßem Auge getrennt hast? Nur damit ich auch mal zu Hause üben kann... ;)

Meine Augen sind dann wohl zu ungeübt und zu alt, so dass ich weiterhin mehr Details bei 0,7mm AP erkenne als bei 1mm oder gar 2mm Ap.

Viele Grüße, Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lieber Jürgen,

es geht doch hier nicht um mich und dich persönlich, sondern umd die Auflösungskraft des menschlichen Auges ganz allgemein. Es geht auch nicht um Doppelsterne, sondern um Details an Planeten. Das man für Doppelsterne übervergrößert, haben auch die Altvorderen schon gesagt (z.B. Paul Ahnert).

Eine Bogenminute sehe ich in einem optischen Test. Freilich habe ich das nicht am Himmel probiert, dafür bin ich vielleicht auch etwas zu alt - ich komme nicht mehr ganz bis unendlich. Am Teleskop spielt die Akkomodationsfähigkeit jedoch keine Rolle, weil es eine Scharfeinstellung gibt.

Was ich gesagt habe ist, dass es durchaus Beobachter geben kann, die bei um die 150x einen 13cm Apo ausschöpfen. Das war meine Aussage. Ich habe nichts davon gesagt, dass ich das bin - ich habe gar keinen Apo. Aber ich habe es auch nicht aus der Luft gegriffen, sondern mit Tatsachen belegt.

 
Hallo Uwe,

ich bin ja Deiner Meinung, dass man versuchen sollte mit möglichst geringer Vergrößerung Planetendetails wahrzunehmen.
Aber bei 1mm AP ist meiner Meinung nach ein gutes Fernrohr am Planeten noch nicht ausgeschöpft.

Desweiteren ist deine Überschlagsrechnung ist ja auch richtig, aber das Raleighkriterium gilt für zwei ideale punktförmige Lichtquellen. Planetendetails sind aber oft schwachkontrastige Farbunterschiede, die damit nicht erfaßt werden.

Ich habe nichts davon gesagt, dass ich das bin - ich habe gar keinen Apo. Aber ich habe es auch nicht aus der Luft gegriffen, sondern mit Tatsachen belegt.

Na ja, Du hast es mit einer Theorie belegt, die aber meines Erachtens für Planetendetails nicht so recht greift. Unter Tatsachen verstehe ich, dass man Beobachtungen auch tatsächlich und nicht nur theoretisch gemacht hat.

Viele Grüße, Jürgen
 
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Hi Uwe und Jürgen,

das Thema was so spannend, da musste ich doch Gestern gleich mal ein Test machen. :) Objekt: Jupiter, Zeitpunkt: 22:15-22:30 MESZ, Seeing: gut, Teleskop: 4,5" TMB APO auf H-EQ5, Okulare: 7mm TMB/Planetary (115x, 1mm) und 5mm UWA Planetary (161x, 0,7mm).

Der GRF war sowohl im 7er als auch im 5er erkennbar. Aber bei 161x sah ich m.E. doch mehr an Jupiter als bei 115x. Jupiter größer, die Bänder wirkten breiter, Details in den Bändern und um den GRF kamen besser zur Geltung., u.s.w.

Also Hobbyastronomen, die mit AP=1mm das gleiche wie bei AP=0,7mm sehen (an Planeten)??? Ich glaub's einfach net!

Gruß

Lots
 
Hallo Lots,

danke für Deinen Beobachtungsbericht!

Hier war es gestern leider bewölkt. Ich konnte bei den beiden letzen Malen leider im TMB 115 sinnvoll nur bis 115x (7mm Genuin Ortho) beobachten. 134x (6mm) waren schon zuviel, da die Luftunruhe zu stark war.
In der letzten Saturnsaison habe ich aber oft mit 200x und häufiger auch mit 230x beobachtet. Bei der letzten Marsopposition auch regelmäßig mit 200x bis 230x. Manchmal habe ich auch etwas mit 268x experimentiert, das ist durchaus möglich bringt aber keine weiteren Details im TMB 115 zum Vorschein. Jupiter verträgt nach meiner Erfahrung sowieso nur etwas weniger Vergrößerung bis ca. max 0,6 AP, Mars und Saturn kann man auch mal mit 0,5AP versuchen. Eine AP von 0,7 AP ( bei mir eben 161x) kann ich aber ebenso wie Du am Planeten immer mit gewinnbringend einsetzen.
Das entspricht auch der Erfahrung meiner Astrofreunde, die ebenfalls in diesem Bereich vergrößern, einigen gehen allerdings auch noch weiter.

Ich will aber nicht grundsätzlich bezweifeln, dass Uwe eben auch recht hat damit, dass die Menschen unterschiedlich gute Augen haben und die Personen mit guten Augen (und Übung) zur maximalen Detailerkennung weniger Vergrößerung benötigen. Im meinem Bekanntenkreis gibt es diese aber nicht, oder sie strengen sich vielleicht auch zu wenig an.

Viele Grüße, Jürgen
 
Hi Jürgen,

toll das du bei Vergr. ab 200x im 4,5" TMB schon Erfahrungen hast. Momentan kann ich mit meinem 4mm Planatery bis (201x) gehen und das auch gewinnbringend einsetzen (Mond, Planeten (Saturn), Doppelsterne, helle PN's). Bin am überlegen ob eventuell ein 3,2mm Planetary (251x, 0,46mm AP) noch sinnvoll ist. Nach deinem Testen, eher nicht.

Gruß

Lots
 
Hallo,

Jürgens und Lots Erfahrungen zur optimalen Vergrößerung in Bezug zur Detailerkennbarkeit kann ich aus eigener Nutzung am 4,5“-Apo gut bestätigen.
Meine okularseitig vorhandene höchstmögliche Vergrößerung liegt bei 214-fach, bzw. damit AP 0,53. Allerdings setzte ich sie eher selten ein, meistens stellen mich Beobachtungen in den Bereichen um AP 0,7 mehr zufrieden.
Und zwar gar nichtmal aus Gründen wie mangelnde Bildhelligkeit etc. sondern viel mehr durch die durch Seeing-Effekte verursachten Einschränkungen in punkto Schärfe und Kontrastübertragung.

Und das wäre eventuell ja auch eine mögliche Erklärung des vermeintlichen Widerspruches von der von Uwe angeführten „Faustregel“ AP 1,0 der visuellen Profi-Astronomen aus vergangenen Zeiten und den hier versammelten Erfahrungen der Apo-Hobby-Gucker:
Die Profis dürften ja idR. auch mit größeren Öffnungen gearbeitet haben, was bedeutet, dass sie dann mit ihren AP 1,0 schon durchweg in den Vergrößerungsbereichen gelandet sind, wo das Seeing absolut der beherrschende, einschränkende Faktor wird.
Und das Seeing dürfte füher nicht anders als heute gewesen sein (wenn man von Sonderumständen wie aufgeheizte Gebäude etc. im Beobachtungsumfeld einmal absieht.)

Grüße,
Rainer

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Rainer,

...„Faustregel“ AP 1,0 der visuellen Profi-Astronomen aus vergangenen Zeiten...

ich denke eher, das früher (20 Jahre und mehr zurück) die Optiken einfach nicht so gut waren wie Heute und dann war natürlich bei 1mm AP Schluss.

Die hatten früher zwar einen 7m5 Himmel aber die Optikqualität dürfte grausam gewesen sein (keine Vergütung, Linsen und Spiegelfehler, etc.)

Gruß

Lots
 
Hallo Lots,

mag erschwerend hinzukommen, ist aber nicht mein Punkt den ich in die Diskussion geben wollte.
Ich rede vom Seeing und nicht von einem dunklen Himmel.
Und diese beiden Faktoren haben nichts miteinander zu tun.

Grüße,
Rainer
 
Hallo Lots und Rainer,

danke für Eure Erfahrungen, die bei uns dreien offensichtlich ähnlich ausfallen.

Lots:

Momentan kann ich mit meinem 4mm Planatery bis (201x) gehen und das auch gewinnbringend einsetzen (Mond, Planeten (Saturn), Doppelsterne, helle PN's). Bin am überlegen ob eventuell ein 3,2mm Planetary (251x, 0,46mm AP) noch sinnvoll ist. Nach deinem Testen, eher nicht.

Die TMB Planetary sind ja nicht mehr sooo teuer und zum experimentieren kann man 251x bei Doppelsternen, Mond und Planeten ja ruhig mal versuchen. Farbrein bleibt der TMB auch bei diesen Vergrößerungen. Mir ist das Bild dann aber eben häufig schon leicht zu weich und ich gehe dann doch wieder zurück mit der Vergrößerung. Ich bin benutze übrigens ein Nagler 3-6mm mit dem ich gut zufrieden bin, es zeigt auch im Vergleich mit dem 5 und 6mm Genuin Ortho keine Schwächen und man hat den Vorteil stufenlos die Vergößerung anpassen zu können von 134x bis 268x. Da das Nagler auch noch homofokal ist, kann man auch mit dem Zoomokular auf einen Mondkrater zufliegen... ;)

Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Stefan

Genau das wollte ich NICHT, das solche Diskussionen entstehen.

Nun, dann möchte ich dir einen Tipp geben.
Wenn es dir wirklich nur um die Beobachtung ging, dann solltest du auf solche Wertungen entweder verzichten, oder diese anders ausführen?

Der 127ED-Triplett ist ein echter Duchgucker, der in diesem Vergleich dem doppelt so teuren TMB das Wasser reichen kann.

Sonst kommt man schnell bei denn Äpfel und Birnen an und auch da sind bekanntlich die Geschmäcker verschieden.

Gruß Uwe
 
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