Andreas_Scheid
Aktives Mitglied
Hallo,
habe heute meinen Nachbarn mit dem Astronomievirus angesteckt.
Datum: 31.März 2009
Zeit: 20:30 bis 23:00 Uhr
Ort: Taunus, zu Hause im Garten
Wetter: Klar, windstill
Seeing: Gut
Grenzgröße: ~5m (Mond, 2 Tage vor 1. Viertel)
Gerät: Newton 8" f/5, parallaktisch
Vor einigen Wochen hatte mein Nachbar ein paar Fragen bezüglich technischer Daten eines astronomischen Teleskops. Er ist Lehrer und behandelte in seinem Unterricht gerade im Fach Physik das Thema Optik. Ich konnte ihm einiges helfen und er fragte, ob er mal durch mein Teleskop durchschauen darf. Klar, darf er. Heute war gutes Wetter in Sicht, also lud ich ihn in meinen Garten ein für eine kurze Einführung in die Astronomie.
Kaum hatte ich aufgebaut, rief mich Benny an, weil er sich auch mit ein paar Sternfreunden auf dem Feld treffen wollte. Schade- da wäre ich auch gerne mit gekommen. Aber der Beobachtungsabend mit dem Nachbarn hat auch viel Spaß gemacht:
Als es noch nicht ganz dunkel war und erst einige wenige Sterne zu sehen waren, hielten wir erst einmal auf den Mond. Der Mann war begeistert angesichts der Details, die er zuvor noch nie so gesehen hatte. Jedenfalls noch nicht im Original. Wir probierten verschiedene Vergrößerungen aus und auch ich war begeistert von dem guten Seeing heute Abend. Selbst mit dem 2,5er LV-Oku war das Bild noch scharf zu kriegen, und das benutze ich wirklich sehr, sehr selten.
Danach waren wir trotz Filter doch einigermaßen geblendet und ich nutzte die Zeit, ihm die Ausrüstung, sowie die Funktionsweise und Vorteile einer parallaktischen Montierung mit motorischer Nachführung zu erklären. Auch die Nachteile verschwieg ich nicht. Die Justage mit dem Laser stieß auch auf großes Interesse.
Danach nutzte ich die Gelegenheit noch mal einen Blick auf M42 zu werfen, bevor er hinter dem Nachbarhaus unter ging, wir waren eben nur im Garten hinter meinem Haus mit den üblichen Unwägbarkeiten. M42 war nicht gerade umwerfend aber doch sehr gut zu erkennen. Etwas mehr brachte noch der UHC-Filter, aber mein beobachtungsunerfahrener Mitbeobachter war durch den Filter eher irritiert, da er die Sterne nicht mehr so gut sehen konnte.
Danach machten wir einen Spaziergang über den Himmel und ich erklärte ihm die gut erkennbaren Sternbilder um uns herum mit einigen bekannteren Sternnamen, die mir ohne nachzuschlagen einfielen. Es machte Spaß, wie mein Nachbar richtig mitging.
Auf der Westseite schwenkte ich dann noch kurz auf die Sternhaufen im Fuhrmann, um danach das Teleskop nach Osten umzulegen. Damit hatte er einen der Nachteile einer parallaktischen Montierung zum bestaunen.
Jetzt kam aber das Highlight des Abends, nämlich Saturn. Mein Mitbeobachter war von den Socken. So deutlich hatte er das nicht erwartet. Das Seeing war allerdings wirklich gut. Als er sich wieder beruhigt hatte, erklärte ich ihn noch die gut sichtbaren Monde links und rechts vom Planeten und die Cassiniteilung, die trotz des flachen Winkels sehr schön zu sehen war. Wir probierten einige verschiedene Vergrößerungen aus bis 200-fach. Mehr brachte nichts mehr.
Zum Schluss wollte doch noch mal eine Galaxie zeigen. Bei M82/83 stieß das Teleskop leider in dieser Stellung am Stativ an :mauer: und noch mal umschlagen wollte ich nicht mehr. Also zu M65/66 im Leo, heute wegen des Mondes leider nur als Duett zu sehen und auch relativ schwach. Mein Nachbar konnte sie immerhin auch noch erkennen. Wirklich beeindruckt war er aber, als ich ihm erzählte, wie weit diese Dinger entfernt sind im Vergleich mit Saturn oder der Sonne.
Die Zeit verging wie im Fluge und auch wenn die Bedingungen nicht optimal waren, habe ich doch den Bazillus Astronomie weitergegeben. Mein Nachbar erinnerte sich an ein ungenutztes Teleskop seines Bruders, das jetzt schnellstmöglich zu ihm nach Hause geholt werden muss und beim nächsten Mal bringt er ein Paar interessierte Schüler mit. Soweit mein erster Beitrag zum Jahr der Astronomie.
Gruß und klaren Himmel
Andreas
habe heute meinen Nachbarn mit dem Astronomievirus angesteckt.
Datum: 31.März 2009
Zeit: 20:30 bis 23:00 Uhr
Ort: Taunus, zu Hause im Garten
Wetter: Klar, windstill
Seeing: Gut
Grenzgröße: ~5m (Mond, 2 Tage vor 1. Viertel)
Gerät: Newton 8" f/5, parallaktisch
Vor einigen Wochen hatte mein Nachbar ein paar Fragen bezüglich technischer Daten eines astronomischen Teleskops. Er ist Lehrer und behandelte in seinem Unterricht gerade im Fach Physik das Thema Optik. Ich konnte ihm einiges helfen und er fragte, ob er mal durch mein Teleskop durchschauen darf. Klar, darf er. Heute war gutes Wetter in Sicht, also lud ich ihn in meinen Garten ein für eine kurze Einführung in die Astronomie.
Kaum hatte ich aufgebaut, rief mich Benny an, weil er sich auch mit ein paar Sternfreunden auf dem Feld treffen wollte. Schade- da wäre ich auch gerne mit gekommen. Aber der Beobachtungsabend mit dem Nachbarn hat auch viel Spaß gemacht:
Als es noch nicht ganz dunkel war und erst einige wenige Sterne zu sehen waren, hielten wir erst einmal auf den Mond. Der Mann war begeistert angesichts der Details, die er zuvor noch nie so gesehen hatte. Jedenfalls noch nicht im Original. Wir probierten verschiedene Vergrößerungen aus und auch ich war begeistert von dem guten Seeing heute Abend. Selbst mit dem 2,5er LV-Oku war das Bild noch scharf zu kriegen, und das benutze ich wirklich sehr, sehr selten.
Danach waren wir trotz Filter doch einigermaßen geblendet und ich nutzte die Zeit, ihm die Ausrüstung, sowie die Funktionsweise und Vorteile einer parallaktischen Montierung mit motorischer Nachführung zu erklären. Auch die Nachteile verschwieg ich nicht. Die Justage mit dem Laser stieß auch auf großes Interesse.
Danach nutzte ich die Gelegenheit noch mal einen Blick auf M42 zu werfen, bevor er hinter dem Nachbarhaus unter ging, wir waren eben nur im Garten hinter meinem Haus mit den üblichen Unwägbarkeiten. M42 war nicht gerade umwerfend aber doch sehr gut zu erkennen. Etwas mehr brachte noch der UHC-Filter, aber mein beobachtungsunerfahrener Mitbeobachter war durch den Filter eher irritiert, da er die Sterne nicht mehr so gut sehen konnte.
Danach machten wir einen Spaziergang über den Himmel und ich erklärte ihm die gut erkennbaren Sternbilder um uns herum mit einigen bekannteren Sternnamen, die mir ohne nachzuschlagen einfielen. Es machte Spaß, wie mein Nachbar richtig mitging.
Auf der Westseite schwenkte ich dann noch kurz auf die Sternhaufen im Fuhrmann, um danach das Teleskop nach Osten umzulegen. Damit hatte er einen der Nachteile einer parallaktischen Montierung zum bestaunen.
Jetzt kam aber das Highlight des Abends, nämlich Saturn. Mein Mitbeobachter war von den Socken. So deutlich hatte er das nicht erwartet. Das Seeing war allerdings wirklich gut. Als er sich wieder beruhigt hatte, erklärte ich ihn noch die gut sichtbaren Monde links und rechts vom Planeten und die Cassiniteilung, die trotz des flachen Winkels sehr schön zu sehen war. Wir probierten einige verschiedene Vergrößerungen aus bis 200-fach. Mehr brachte nichts mehr.
Zum Schluss wollte doch noch mal eine Galaxie zeigen. Bei M82/83 stieß das Teleskop leider in dieser Stellung am Stativ an :mauer: und noch mal umschlagen wollte ich nicht mehr. Also zu M65/66 im Leo, heute wegen des Mondes leider nur als Duett zu sehen und auch relativ schwach. Mein Nachbar konnte sie immerhin auch noch erkennen. Wirklich beeindruckt war er aber, als ich ihm erzählte, wie weit diese Dinger entfernt sind im Vergleich mit Saturn oder der Sonne.
Die Zeit verging wie im Fluge und auch wenn die Bedingungen nicht optimal waren, habe ich doch den Bazillus Astronomie weitergegeben. Mein Nachbar erinnerte sich an ein ungenutztes Teleskop seines Bruders, das jetzt schnellstmöglich zu ihm nach Hause geholt werden muss und beim nächsten Mal bringt er ein Paar interessierte Schüler mit. Soweit mein erster Beitrag zum Jahr der Astronomie.
Gruß und klaren Himmel
Andreas