Mit einem 24-Zöller zwei Nächte in den Alpen (Teil 1: erster Weihnachtsfeiertag)

Lucifugus

Aktives Mitglied
Servus beinand,

mein Freund René hat mich am Abend des ersten Weihnachtfeiertags daheim abgeholt und wir sind zusammen in die Lechtaler Alpen gefahren. Ich selber bin nach einer OP noch auf Krücken unterwegs, weshalb ich meinen "Dino" daheim ließ.

Die erste Nacht war herrlich. Nach langer Fahrt durch Nebelbänke hinauf auf 1300 Meter und dort klarer Himmel. So soll's sein! Solange Jupiter auf uns runterstrahlte, zeigte das SQM-L 21m2 an, später wurden es 21m4. Für den Schnee, der jedes Licht reflektierte, war das o.k. Mit -8°C war es nicht allzu kalt, 60% Luftfeuchtigkeit waren auch annehmbar.

Nach Sirius (mit etwas Mühe getrennt, das Seeing war nicht optimal) ging es weiter im Großen Hund.

Messier 41 – Offener Sternhaufen

M 41 war schön und flächig mit dem bloßen Auge sichtbar. In der Mitte ist ein gelborange strahlender Stern und rundherum ein Gewusel sondergleichen. Einfach nur hübsch.


Hahn 1 – Asterismus

Zwischen M 41 und Sirius ist „meine“ Fahne, die geschwenkt wird. Ein kleines Sternmuster, das die Aufsuchshilfe für das nächste Deep Sky-Objekt ist. Der Fahnenstiel aus seinen doppelten Sternen war hübsch, da das Gelb des nördlichsten Sternenpaares schön zu sehen ist. Der oberste Stern des Musters in Verlängerung der Stange (HD 48923, 6m9) ist tief gelb im Teleskop.


NGC 2283 – Galaxie

Diese schöne Balkenspirale ist das Objekt, auf das „die Fahne“ hinzeigt. Man muss an der oberen Kante der Fahne nach Osten gehen und findet dort das kleine Schmuckstück NGC 2283. Man schaut direkt von oben auf die Balkenspirale, die nur 30 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Mit ihren nur 35.000 Lichtjahren Durchmesser ist sie aber recht klein, eine Zwerggalaxie (Typ SBcd). 12m2 klingt zwar hell, aber die Galaxie ist recht flächig (3,6 × 2,7 Bogenminuten), was eine Flächenhelligkeit von 14m5/arcmin^2 ergibt. Zu sehen war für mich im Übersichtsokular ein Hauch von Aufhellung, was sich bei 163× zu einem länglichen Nebelfleck verdichtete. Das ist der Balken der Spirale. Von einem großen „S“ war nichts zu sehen.


Tombaugh 1 – Offener Sternhaufen

Ich habe ja am Dino einen Leuchtpunktsucher, Renès Diva ist mit einem kleinen Sucherrefraktor bestückt. Diesmal muss ich zugeben, dass das Sucherteleskop hilfreich ist (meist stelle ich alles direkt per Leuchtpunkt ein). Im Sucher sieht man, von M 41 ausgehend, gleich die beiden Sterne, in deren direkten Verlängerung Tombaugh 1 liegt.

Tombaugh 1 ist ein echtes Schmuckstück. Am 27.2.2022 habe ich mit meinem 8-Zoll-RC von meinem Beobachtungshüpgel aus notiert gehabt: Bei 43x ist der Haufen noch nicht zu erkennen. Drei Vordergrundsterne fallen auf und bilden ein sehr langgestrecktes Dreieck: TYC 5971-2419-1 mit 10m4, TYC 5971-2638-1 mit 11m5 und TYC 5971-1045-1 mit 11m4. Bei 81x treten mehr Sterne hervor, darunter wenige Vordergrundsterne mit 11m8 bis 12m5. Bei längerem Betrachten blitzen dann auch dir ersten Haufensterne auf. Bei 203x sind bei längerem Betrachten immer mehr Sterne zu erkennen. Direkt sind es über 10, indirekt mindestens doppelt so viele, über 20 Sterne, die immer wieder aufblitzen oder indirekt sogar gut gehalten werden können. Die hellsten sind bei ca. 13m7, aber bis knapp jenseits von 14m sind es auch laut Wikisky sehr viele Einzelsterne. Diese sind aber so locker verteilt, dass es im Übersichtsokular nicht für einen Nebelfleck ausreicht. Die auf Fotos erkennbaren dunklen Kanäle/Schläuche sind visuell hier nicht erkennbar, zu unstet sind dafür die Sterne zu sehen.“

Im 24-Zöller ist dieser Sternhaufen ein Schmuckstück. Der Anblick ist mit dem von schönen Messier-Haufen (insbesondere Messier 38) zu vergleichen. In der Mitte ist ein hellerer Stern, TYC 5971-2683-1 mit 11m1, der herausstrahlt. Um diesen herum sind viele kleine Sternansammlungen, die an Blütenblätter erinnern, wobei der zentrale Stern den Stempel symbolisiert. Der Haufen zerfällt also in verschiedene, kleine Sterngrüppchen, so wie ich es von M 38 kenne, in dem auch in der Mitte ein hellerer Stern steht. Bei 163× ist der Anblick im Okular ideal. Ich habe bei 60 Sternen aufgehört zu zählen. Zwei sehr helle Sterne, HD 52486 (7m3) und HD 52485 (6m7), zweien direkt auf den Haufen (und sind eben schon im Sucher gut zu sehen). Der südliche der beiden (HD 52486) ist intensiv gelb, ein schöner Anblick neben dem tollen Haufen.

Tombaugh 1 ist 2,2 (plusminus 0,5) kpc = 7200 Lichtjahre von uns entfernt. In einer Studie aus dem Jahr 2004– Piatti et al. 2004, online unter https://www.aanda.org/articles/aa/pdf/2004/27/aa0036-04.pdf – wurden 1351 Mitgliedssterne photometriert(!). Mit 1,3 Milliarden Jahren ist er schon etwas betagt, aber immer noch sehr sternreich. Das Alter kann man an den vielen Sterngruppen (er ist etwas zerzaust) und viele gleich helle Sterne erkennen. Das Knie im HRD liegt bei V = 13,8 mag, ist also im 22-Zöller bequem zu sehen, während man im 8-Zöller vor allem die Sterne des Riesenastes sieht (bis ca. 12 mag, der zentrale, helle Stern dürfte also ein Vordergrundstern sein) und das Knie gerade noch bei gutem Himmel erreicht. Hier das CMD aus Piatti et al. (2004):

Tombaugh_1_CMD.jpg


René hat Tombaugh 1 skizziert. Ich habe etwas geschummelt und den Eindruck, den ich im Kopf hatte mit einem Foto (das ich 2022 gemacht hatte) verglichen und so den visuellen Eindruck festgehalten, ohne die Sternpositionen alle selber genau zu notieren bzw. zu skizzieren. Im Teleskop habe ich deutlich mehr Sterne gesehen. Um den Haufen wirklich zu zeichnen, bräuchte man mal viel Zeit und Muße. Es lohnt sich aber. Hier meine improvisierte Skizze:

Tombaugh_1_2025_12_26.jpg

Es waren deutlich mehr Sterne zu sehen, als hier skizziert. Es wuselte nur so und die Sterngruppen waren schön abgegrenzt und durch schwache Sterne verdichtet. Unglaublich schön in großer Optik.


Tombaugh 2 – Offener Sternhaufen

Ist man bei Tombaugh 1, muss man einfach noch etwas weiter nach Osten zu Tombaugh 2. Im 8-Zöller hatte ich am 3.3.2022 von meinem Hügel aus bei 81× einen Hauch von Nebel und 3 Vordergrundsterne sehen können. Das war’s dann. Im 24-Zöller aber sieht man einen auffallend hellen, gemottelten, runden Wattebausch. Aus dem Grau blitzen immer wieder Sterne hervor. Ich habe 9 bis 10 gesehen. Da es immer wieder wo anders blitzt, ist es schwierig, sie ortsfest zu machen. Drei davon heben sich dauerhaft ab (sind knapp heller als 13 mag, was im 24-Zöller natürlich auffällig ist), sind aber Vordergrundsterne. Diese drei hatte ich auch im 8-Zöller gesehen, jetzt kommen aber weitere Puderzuckersterne dazu. Das Seeing erlaubte 302× Vergrößerung (7mm-Okular, AP = 2,0mm). Durch das Zeichnen verliert man immer wieder die Adaption. Zudem ist das Beobachten für mich dich noch etwas anstrengend, weshalb ich dann mit der Skizze Schluss gemacht hatte. Sonst hätte man noch etwas hineinvergrößern und schwächere Sterne mitnehmen können. Da die hellsten Mitgliedssterne bei 14 mag beginnen, braucht man große Optiken, um hier visuell auf seine Kosten zu kommen.

Tombaugh 2 ist eh sehr spannend. Frinchaboy et al. (2007) – https://arxiv.org/pdf/0809.2559 – berichteten von zwei unterschiedlichen Sternpopulationen in diesem Haufen, wobei eine davon Teil eines Sternstroms (Mon/GASS) bzw. der von der Milchstraße geschluckten Canis-major-Zwerggalaxie sein könnten. Villanova et al (2010) – https://www.aanda.org/articles/aa/pdf/2010/01/aa13258-09.pdf – haben unabhängig davon nochmal Tombaugh 2 untersucht und widersprechen der früheren Studie. Doch nur eine Sternenpopulation und damit ein normaler Offener Haufen und keine Verschmelzung zweier Objekte?

Tombaugh 2 ist 15 kpc vom galaktischen Zentrum entfernt und steht 700 pc unterhalb der Scheibe der Milchstraße. Daraus könnte man die Entfernung zu uns berechnen (habe keine direkte Angabe gefunden). Wir sind 25.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt, Tombaugh 2 vom Zentrum 49.000 Lichtjahre. Mit dem galaktischen Positionswinkel komme ich da auf ca. 30.000 Lichtjahre Abstand zur Sonne. Das liegt genau auf dem äußeren Arm der Milchstraße (bzw. unterhalb der Scheibe an der Position des äußeren Arms). Der pure Wahnsinn! 30.000 Lichtjahre (wir haben noch einen so weit entfernten Haufen beobachtet, der aber viel schwieriger ist – dazu weiter unten).

Der wirklich helle, gemottelte Nebelfleck zeigt den Sternenreichtum des Haufens. Ein lohnendes Objekt mit großer Öffnung. Bei besserem, dunklerem Himmel (Namibia?) muss er auch im 24-Zöller funkeln, denn zwischen 14 und 17 mag hat er bereits sehr viele Mitgliedssterne, aber richtig zur Sache geht’s erst ab 17 bis 18 mag! Hier meine Zeichnung:


Tombaugh_2_2025_12_26.jpg



Ruprecht 11 – Offener Sternhaufen

Noch weiter östlich liegt der kleine, leicht kenntliche Haufen Ruprecht 11. Der Haufen ist schon im 8-Zöller gut erkennbar und sieht da aus, als bestünde er aus zwei getrennten Sternverdichtungen. Im 24-Zöller sieht man zwischen den beiden Verdichtungen weitere, schwächere Sterne. 25 Sterne habe ich insgesamt gezählt (bei 163×). Ich finde ihn richtig hübsch. Ein sternarmer, kleiner Haufen, der aber in der Umgebung deutlich auffällt, der aber eben nicht durch extremen Sternreichtum glänzt, sondern mehr durch das Muster der helleren Sterne. Eine Zeichnung habe ich nicht gemacht (ich werde ihn sicher wieder besuchen).

Carraro et al. (2016) – The complex stellar populations in the background of open clusters in the third Galactic quadrant. MNRAS 455, 4031–4045 doi:10.1093/mnras/stv2663 haben Ruprecht 11 neben anderen Haufen untersucht. Sie kommen auf ein Alter von 1,5 Milliarden Jahre (plusminus 500 Millionen Jahren) und eine Entfernung von 6100 Lichtjahren. Er ist ziemlich sternreich, was man auf den ersten Blick nicht erkennt, aber dafür müsste man runter bis auf 18 oder 19 mag kommen. Ruprecht 11 liegt also noch auf unserem kleinen Ärmchen, der Orion-Spur (Abzweigér vom Sagittarius-Arm).


Ruprecht 10 – Offener Sternhaufen

Von Ruprecht 11 aus nach Norden und man stößt auf Ruprecht 10. Dieser Haufen ist auch schon in kleinen Optiken erkennbar und fällt auch auf, wenn man zufällig auf ihn trifft. Wie Ruprecht 11 nicht sehr sternreich, aber eine deutliche Verdichtung von relativ hellen Sternen ist zu sehen. Jetzt habe ich eine schnelle (faule) Skizze gemacht, die sicher nicht alles Sterne enthält, die ich live gesehen habe:

Ruprecht_11_2025_12_27.jpg

Ich muss die Skizze mal ausgedruckt mitnehmen und in diese dann weitere Sterne eintragen („Stacking beim visuellen Beobachten“).

Carraro et al. (2013) – Five old open clusters more in the outer Galactic disc. MNRAS 428, 502–517 doi:10.1093/mnras/sts038 haben Ruprecht 10 neben anderen Haufen untersucht. Sie kommen auf ein Alter von 1,1 Milliarden Jahre und eine Entfernung von 9500 Lichtjahren. Er ist auch ziemlich sternreich, was man auf den ersten Blick nicht erkennt, aber dafür müsste man runter bis auf 20 mag kommen. Die hellsten Sterne fangen bei 11 mag an.

Im Okular sieht man viele, gleich helle Sterne (um 11 mag) und dazu weitere, schwächere im Hintergrund, wie man es bei den Daten erwarten würde. 9500 Lichtjahre ist recht weit weg, weshalb man eben wieder nur die Spitze des Eisbergs sieht. Er ist also zwischen unserem lokalen Ärmchen und dem Perseusarm, näher an letzterem gelegen. Mit den Hintergrundinfos im Kopf sind die Objekte gleich noch spannender.


Auner 1 – Offener Sternhaufen

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Auner 1 hatte ich noch nie besucht und eigentlich ist mir dieser Haufen erst durch die Vorbereitung auf die Beobachtungsnacht aufgefallen. Auf den SDSS-Fotos sieht er sehr deutlich aus, nah an einem hellen Stern, leicht zu finden, in der Form sehr langgezogen. Also warum nicht den noch mitnehmen? Als wir meinten, ihn erreicht zu haben, hat die EQ-Plattform ihren Dienst beendet (also wir hätte sie zurückfahren müssen und neu starten). Die Luft war aber bei uns raus, da die Haufen davor dich Konzentration benötigten. Später, daheim, habe ich Hintergrundinfos nachgelesen und war dann fasziniert. Es ist ein visuell sehr schwieriges Objekt, weshalb wir in der Folgenacht dann nochmal ran mussten). Bericht dazu kommt natürlich noch (und es war ein absolutes Highlight für mich).



Jetzt war eine längere Pause angesagt. Das Zeichnen bei -8° ist nicht immer spaßig, aber es ging. Es war recht trocken. Die Deckblätter der Sternatlanten waren dicht zugefroren, die Spiegel und die Okulare waren aber trocken und auch die Frontscheibe des Autos war frei von Bereifung. Es hatte zu Beginn der Nacht kurz feuchter gefroren, wurde dann aber trocken.

Jupiter zeigte zwischendurch einen Hof, leichteste Zirren zogen durch, gingen aber auch wieder weg.
Jetzt war Ende der Pause und René legte los (hatte auch eine Rest-To-Do-Liste).


Leo I – Galaxie

Der Himmel war nicht perfekt, nur 21m3, aber Leo I war zu erkennen. Eine große, sehr schwache Aufhellung. Ich habe Leo I heuer im Frühjahr bei einem 21m8-Himmel in meinem Dino sehen können. Kein Vergleich! Aber ja, man konnte auch in dieser Nacht Leo I sehen (wenn man weiß, wo die Zwerggalaxie ist und sich von Regulus nicht blenden lässt).


Frosty Leo = IRAS 09371+1212 – Protoplanetarischer Nebel

Dieser protoplanetarische Nebel ist erstaunlich hell. Bei 302× (7mm-Okular, AP = 2,0 mm) sah ich einen hellen, bläulichen Nebel, der den Zentralstern überstrahlte. Es sah also aus, wie ein länglicher, bläulicher Stern. Dazu war noch ein kleiner Halo zu sehen, also eine schwächere Nebelpartie, die das Oval etwas verlängerte. Mehr an Vergrößerung ließ das Seeing leider nicht zu. Die bipolare Struktur (dunkel in der Mitte) war leider nicht zu sehen. Muss also bei besserem Seeing unbedingt nochmal besucht werden. Für mich war’s eh etwas schwierig, weil ich für die Objekte im Löwen auf ein Podest musste.


EGB 6 – Planetarischer Nebel

René versuchte sich noch an EGB 6, hat ihn aber nicht dingfest machen können. Ich habe mich von der Sternhaufensession erholt (nicht geistig, sondern rein physisch, vom Stehen) und blieb währenddessen einfach gemütlich auf meinem Stuhl hocken.


Danach nochmal etwas Pause. Jetzt waren alle To-Do-Listen abgearbeitet. Warum nicht mal in die Hydra schauen? Im interstellarum Deep Sky Atlas war eine kleine Arp-Galaxiengruppe eingetragen – nichts wie hin!


Arp 245 = NGC 2992 + NGC 2993 – interagierende Galaxien (LEDA 90942 war nicht zu erkennen)



Ein wirkliches cooles Objekt! NGC 2992 ist 12m2 hell, eine Spiralgalaxie von der Seite, und sie stößt mit NGC 2993, einer Spiralgalaxie in Aufsicht mit 12m6, zusammen. Das passiert „gerade“ in 95 Millionen Lichtjahren Entfernung, wir schauen also in die Vergangenheit. Beide Galaxien sind sofort und leicht zu sehen. NGC 2992 ist sehr lang, wobei sie einen asymmetrisch gelegenen, hellsten Bereich hat. Sie ist erstaunlich lang und wird an einem Ende des langen Strichs wieder minimal heller. Sieht seltsam aus. NGC 2993 ist einfach nur ein breit ellipsoider Nebelfleck. Den Gezeitenarm („Antenne“) bzw. weit rausreichenden, feinen Spiralarm war nicht zu erkennen. Dass beide Flecke in einem einheitlichen, gemeinsamen Nebelfleck sitzen, war auch nicht zu erkennen. Es waren zwei sehr nah beinander liegende Galaxien, wobei an NGC 2992 erkennbar ist, dass da etwas nicht ganz normal ist.
Beobachtet bei 163× und 235×, wenn ich mich recht erinnere. Ein hübsches Objekt, ideal für größere Teleskope.


Wir konnten auffallend viele Sternschnuppen sehen, darunter auch ein paar hellere. Einige sind wohl Ursiden gewesen (Radiant Ursa major).Es war zwar noch dunkel, das SQM-L zeigte mittlerweile 21m4 (Jupiter war weg, die Milchstraße auch, wir schauten nach Osten zum Frühjahrshimmel, der Virgo-Haufen lag direkt vor uns). Aber wir mussten ja auch noch heimfahren, kalt war es zudem und der Abbau des Teleskops nebst verzurren im Divamobil brauchen ihre Zeit, dann die Nebelsuppe bei der Heimfahrt… Langer Rede kurzer Sinn: wir haben unsere Beobachtungssession beendet. Es war eine wunderbare Nacht. Wenige Objekte, die dafür sehr intensiv. Einfach nur herrlich. So kann man die Nacht des ersten Weihnachtsfeiertags nicht besser verbringen.

Die Heimfahrt war sehr mühsam. René war sehr müde, der Nebel war noch dichter als beim Aufbruch. Um 8 Uhr waren wir dann daheim im Bett bzw. René auf dem Sofa. Was für eine Nacht! Und ohne Renés Aufopferung des weiten Fahrens und mich Kutschierens wäre ich gar nicht rausgekommen. Die Nacht darauf war nicht minder phantastisch. Davon mehr im 2. Teil des Berichts.

Liebe Grüße,
Christoph
 
Servus Stefan und Micha,

danke für die Blumen :-). Freut mich, dass euch der Bericht gefällt. Ich werde lange an die beiden Nächte zurückdenken.

Liebe Grüße,
Christoph
 
Hallo Christoph,

auch von mir ein Danke für den schönen Bericht - und allerbeste Wünsche für das neue Jahr.

An Tombaugh 1 und 2 habe ich mir unter Vorstadthimmel im 7-Zöller die Zähne ausgebissen. Diese Haufen brauchen offenbar besseren Himmel. War mir eigentlich auch klar, aber ich versuche gerne das scheinbar - oft tatsächlich - Unmögliche. Mit umso größerem Interesse habe ich Deinen Bericht gelesen. Gerade ein erfolgloser aber intensiver Versuch etwas zu erreichen schafft eine merkwürdige Verbundenheit mit dem Ziel des Begehrens.

In letzter Zeit grübele ich gelegentlich darüber, was mich an der aktuellen EAA-Welle (Seestar etc.) eigentlich in tieferem Sinne befremdet - die Zumutungen der durchgescrollten Diaschaus auf den winzigen Smartphone-Bildschirmen die einem unter die Nase gehalten werden mal beiseite. Vielleicht befremdet gerade die Verheißung jener Technik, dass sie das Begehren prompt, ohne erhebliches eigenes Zutun und somit ohne Erinnerung an eigenem Tun befriedigt.

Beste Grüße
Christopher
 
Servus Christopher, ich habe im Parallelbericht schon auf To 1 und 2 reagiert ;-).
EAA kann wirklich spannend sein. Christian Busch macht das mit seinen großen Dobsons als Ergänzung zum rein Visuellen.

Liebe GRüße,
Christoph
 
Lieber Christoph,
wenn geübte Beobachter das aufbauend auf visuelle Erfahrung machen ist es gewiß etwas Anderes.
Wobei: ich könnte eigentlich gar nicht genau definieren, was EAA ist. Wie würdest Du es beschreiben?
Beste Grüße
Christopher
 
Lieber Christopher,

ich würde es wie folgt beschreiben: Live Stacking ohne weitere Bildnachbearbeitung. Also Teleskop aufbauen, z.B. visuell beobachten (schadet nie!), dann Okular durch entweder "elektronisches Okular" tauschen (ist ein Okular zum "live" Reinschauen, das aber Licht sammelt und ein entsprechendes Ergebnis erzeugt) oder eben das Stacking zum Zuschauen auf dem Tablet/PC/Handy ausführen lassen. Man kann jedenfalls live zuschauen, wie sich immer mehr Information erkennen lässt.

Es gibt natürlich fließende Übergänge zur normalen Fotografie. Man kann ja die Einzelframes speichern und zudem nachträglich bearbeiten. Die Smarties arbeiten ja so.

Manche nutzen ein Nachtsichtgerät, um das Signal zu verstärken, andere ein elektronisches Okular, um mehr Licht einzusammeln. Für mich wäre aber EAA definierend, dass es live abläuft. Also Licht sammeln, daraus aber sofort ein Ergebnis erstellen (Live Stacking auf Neudeutsch).

Liebe Grüße,
Christoph
 
Lieber Christopher,

ich würde es wie folgt beschreiben: Live Stacking ohne weitere Bildnachbearbeitung. Also Teleskop aufbauen, z.B. visuell beobachten (schadet nie!), dann Okular durch entweder "elektronisches Okular" tauschen (ist ein Okular zum "live" Reinschauen, das aber Licht sammelt und ein entsprechendes Ergebnis erzeugt) oder eben das Stacking zum Zuschauen auf dem Tablet/PC/Handy ausführen lassen. Man kann jedenfalls live zuschauen, wie sich immer mehr Information erkennen lässt.

Es gibt natürlich fließende Übergänge zur normalen Fotografie. Man kann ja die Einzelframes speichern und zudem nachträglich bearbeiten. Die Smarties arbeiten ja so.

Manche nutzen ein Nachtsichtgerät, um das Signal zu verstärken, andere ein elektronisches Okular, um mehr Licht einzusammeln. Für mich wäre aber EAA definierend, dass es live abläuft. Also Licht sammeln, daraus aber sofort ein Ergebnis erstellen (Live Stacking auf Neudeutsch).

Liebe Grüße,
Christoph
Ist defintiv gar nicht so einfach Unterscheidung, seh das auch so wie du Christoph live Aufnahme oder livestacking ohne es zu bearbeiten. allerdings die smart Teleskope machen ja eine Bild Bearbeitung automatisch soweit ich weis, hab aktuell keins. Oder anderes Beispiel, ich hab mal eine Allsky gebaut die nachführt um tiefere aufnahmen zu generieren (Projekt nie vollendet) und dan noch in die Software eingestellt (das war mein Bruder der hat ne eigen All Sky Software geschrieben geschrieben ist technischer Informatiker). Das die Software ne Bildbearbeitung was Kontrast Helligkeit so Kleinigkeiten angeht immer aufs Bild anwendet. hab dan glaub zwischen 60ek und 10min allsky aufnahmen gemacht.
 
Servus "Kusifu",

ja, die Abgrenzung ist natürlich fließend (wie eben bei den Smarties mit eingebauter Kontrastverstärkung etc.). Aber man hockt als Nutzer nicht später am PC, sondern schaut nur live zu, wie das Bild entsteht.

Liebe Grüße,
Christoph
 
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