Mit Fernglas den Mond beobachten

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back4ever

Neues Mitglied
Hi

Bin neu und habe hier einige Fotos entdeckt
wo mir wirklich die Kinnlade runtergefallen ist
Hut ab an die Uploader dieser tollen Bilder.

Unser Mond hat mich schon immer fasziniert
und ich wollte euch fragen ob man diesen
mit einem Fernglas (meiner Meinung nach handlicher als ein Teleskop)
detailierter betrachten kann als mit dem freien Auge.

Mein Budget ist nicht grad groß
es sollte so um die 100€ kosten
egal ob neu oder gebraucht.

Vielen Dank für eure Hilfe !
Mfg
 
Hi!

Am Mond siehst du mit dem Fernglas zwar ein wenig mehr als mit bloßem Auge, aber damit er Spaß macht, brauchst du viel mehr Vergrößerung. Da ist schon ein Spektiv, das so ca. bis 60x geht, unbefriedigend. Und für hohe Vergrößerungen brauchst du ein stabiles Stativ, was dein Budget auch wieder sprengt. Daher scheiden auch die allermeisten Teleskope (neu) aus - ein solides Stativ kostet alleine schon dreistellig.

Aber mit einem guten Fernglas siehst du abseits vom Mond schon einiges - ich verweise mal frech auf dieses Buch und meine in der Rezension verlinkte Webseite - da gibt's einiges an Tipps rund um das Fernglas und mögliche Ziele. Gerade, wenn du einen halbwegs dunklen Himmel hast (also raus aus der Stadt), geht überraschend viel.

Ach ja: Auch wenn es verlockend ist - Finger weg von Zoom-Ferngläsern. Die gibt es praktisch nicht in guter Qualität. Etwa ein 10x50 oder 12x70 Porrofernglas gibt's in ordentlicher Qualität etwa in deinem Budget und lässt sich noch einigermaßen freihand halten.

Und der wichtigste Tipp: http://www.astronomie.de/gad/ hat eine Liste mit Sternwarten. Deren Geräte zu nutzen (viele werden von Vereinen betrieben) ist günstiger und zeigt dir den Mond in deutlich besserer Qualität. Egal, ob du gleich Mitglied wirst oder nur eine Führung besuchst.

Beste Grüße,
Alex
 
Danke für die rasche Antwort!

Worauf sollte ich achten, also auf welche Werte
egal ob Fernglas oder Teleskop ?

Danke
 
Hi!
  • Stabilität
  • Öffnung
  • Einblickverhalten
  • Vergütung
Geh mal in der Rezension, die ich oben verlinkt habe, auf den Link zu meiner Webseite mit dem ganzen Buch online und da auf Ferngläser testen und pflegen / Die Auswahl des richtigen Fernglases, da habe ich das ganze für Ferngläser schon mal aufgeschrieben.

Wie geschrieben: Ein 10x50 oder 12x70 (Celestron Cometron) bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Zum Teleskop schreibe ich jetzt mal nichts - einerseits gibt's da schon jede Menge Threads (z.B. den hier mit weiteren Links), andererseits gibt's für 100 Euro (Neupreis) nicht wirklich was empfehlenswertes, wenn du Vergrößerung willst.

Und außerdem werden, sobald irgendwas empfohlen wird, erfahrungsgemäß die Herren von der Fraktion aufkreuzen, den 8"-Dobson als Allheilmittel anpreisen und ggf. über alles mögliche diskutieren, da habe ich keine Lust drauf. :smiley63:

Daher der beste Tipp:
  • Schau auf einer Sternwarte vorbei und mach dir ein eigenes Bild. Falls du im Raum Heilbronn bist: Die Heilbronner Sternwarte macht am Freitag einen öffentlichen Beobachtungsabend.
  • Besorg dir ein Einsteigerbuch (vom Kosmos-Verlag oder vom Oculum-Verlag, ruhig auch in der örtlichen Bücherei vorbeischauen, wenn Geld ein Problem ist)
  • Schau auf Webseiten wie http://www.clearskyblog.de/einstieg-in-das-hobby-astronomie/#einstiegsartikel vorbei
  • Schamlose Eigenwerbung: Astronomie.de macht auch einen Einsteigerkurs, den ich betreue, aber der würde auch schon dein halbes Budget auffressen.
Beste Grüße,
Alex
 
Hier meine 2 cents.

10fach ist am Mond klar zu wenig. Ein 100-Euro-Budget auch.

Würde mich auf dem Gebrauchtmarkt nach einem 20fach Fernglas umsehen. Und das Budget noch ein klein wenig aufstocken. Der Mond ist es wert!

Spontane Empfehlung: Pentax SP 20x60 WP, beim Preis/Leistungsverhältnis wohl schwer zu schlagen. Das Teil auf ein Monopod, oder etwas komfortabler, auf einen 2-Wege-Neiger auf Billigstativ. Dann macht der Mond schon mal richtig Spass!

Gruss,
Stephan
 
Hallo back4ever! (netter Name :cool:)

Meiner Meinung nach gibt es einige günstige Teleskope, worin der Mond schon sehr viel Spaß macht. Ist halt alles relativ und subjektiv ...

Nimmst du ein brauchbares 10x50 Fernglas, ist der Mond schon beeindruckend im Vergleich zum unbewaffneten Auge. Nimmst du danach einen einfachen Fraunhofer-Refraktor mit 60, 70, 80 oder 90 mm, kommt er noch mal deutlich besser daher. Vor allem kannst du damit viel höher vergrößern und erkennst natürlich viel mehr Details. Nach dem Anblick würdest du das Fernglas zur Mondbeobachtung wahrscheinlich liegen lassen ...

Nimmst du dann z.B. einen Newton 150/1200 als Dobson, lässt du o.g. Kleinrefraktoren liegen.

Das kannst du nahezu beliebig weiterführen.

Preislich liegt das alles noch im Bereich unter € 300,- und gebraucht nur ca. halb so hoch (o.g. Kleinrefraktoren z.T. unter € 100 und der Dobson unter € 200 - ohne weiteres Zubehör). Makel bei den billigen Geräten ist oft die wackelige Montierung, das trübt das Sehvergnügen etwas. Beim Dobson hast du das Problem eher nicht, musst aber ohne Zusatztechnik den Tubus von Hand etwas umständlich nachführen ("schubsen").

Ein weiterer wichtiger Punkt neben dem Preis und der Qualität ist aber - gerade als Anfänger - wie handlich es denn sein soll. Und da liegen zwischen erstgenanntem Fernglas und dem 150/1200 Dobson schon Welten. Das siehst du dir am besten erst mal irgendwo an.

Grüße
Michael
 
Hallo allerseits,

"Handlich und ca. €100"

Ein Dobson - echt jetzt???

Grüße, Coyote
 
Hi!

Achte bei den Mini-Dobsons auch auf die Okulare: Huygens haben ein sehr kleines Bildfeld, Kellner zeigen mehr, Plössl sind gut.

Die Vergrößerung errechnet sich aus Teleskopbrennweite geteilt durch Okularbrennweite.

Intercon bietet den Mini-Dobson gleich mit besseren Okularen an:
https://www.intercon-spacetec.de/te...6-deluxe-mit-super-ploessl-mc-9-u.-32-mm.html
Allerdings ohne Sucher. Der Aufpreis für einen Leuchtpunktsucher (ca. 30 Euro) lohnt sich, da du dann nicht nur den Mond leichter findest. Frag am besten nach einem Paketpreis.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo back4ever,

wir sind nun eigentlich durch einen ironischen Kommentar von "Coyote" beim Minidobson gelandet - wenn ich ihn richtig interpretiere. Er hatte vorab wohl meine Antwort missverstanden, bei der ich klar machen wollte, dass für dich auch die Handlichkeit ein Argument sein könnte. Du hast ja ursprünglich nach einem Fernglas gefragt ...

Ein Dobson hat natürlich eine ganz andere Größe, obwohl die nun angesprochenen Minidobson noch sehr kompakt sind (aber trotzdem noch viel größer als ein Fernglas!).

Dieser hier wäre für ein geringes Budget vielleicht gar nicht so schlecht: https://www.intercon-spacetec.de/te...e/1784-skywatcher-heritage130p-flextube-.html

Gebraucht sollte man den eigentlich für deutlich unter € 150,- bekommen. Beim Newton musst du nur u.U. mal den Spiegel justieren, ist aber auch kein Hexenwerk. Ansonsten bekommst du wie gesagt sicher auch einen z.B. 80 mm (Fraunhofer-)Refraktor gebraucht für unter € 100, aber vermutlich mit etwas wackliger Montierung.

Der bereits angesprochene 150/1200 Dobson schlägt diese Geräte natürlich alle, ist aber im Vergleich dazu schon ein ordentlicher Trümmer. Ansonsten bietet er allerdings das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie gesagt, ich rate dir dazu, dir die verschiedenen Möglichkeiten mal real anzusehen und - noch besser - auch mal durchzusehen.

Grüße
Michael
 
Vielen Dank für die zahlreichen Tipps
werde mir das nun mal in Ruhe alles angucken
und ggf. nochmal melden :)

mein altes Barlow muss ich auch noch loswerden^^
übrigens ich lebe in Wien.

Mfg
 
Ich weiß, dass der Drang zu kaufen sehr groß ist. Dennoch rate ich vor dem Geldausgeben dazu, ein Teleskoptreffen oder wenigstens einen astronomischen Verein / eine Sternwarte zu besuchen. Dort kann man erfahren, was ein Instrument bestimmter Größe zeigt. Man kann vor allem auch erfahren, wie schnell die Geräte unhandlich und unbequem zu benutzen werden, wenn die Apertur steigt. Weiter lernt man, dass man eine klapprige Montierung um jeden Preis vermeiden muss. Faustregel abseits vom Dobson In die Montierung sollte genau so viel Geld gesteckt werden wie in die Optik.
 
Hallo,

man sieht natürlich mit einem ordentlichen 10x Fernglas schon eine ganze Menge auf dem Mond. Aber bei 10x muss man am besten schon die Ellebogen irgendwo aufstützen um ruhig zu beobachten.
Ich hatte mal ein Olympus 12x50. Das zeigt auch am Mond schon eine ganze Menge, insbesondere wenn man die Ellebogen auf den Lehnen z.B. eines Gartenstuhls aufstützen kann. Ich kann dieses Glas sehr empfehlen, es ist für Astronomie klasse aber auch für Naturbeobachtung, da es ausserdem recht leicht ist für ein Glas mit diesen Leistungsdaten. Auf einem Stativ wird es ein richtig tolles Astroglas. Man findet es im Internet allerdings erst ab ca. 150€. Hier ein Link zur Beschreibung von Olympus:

Olympus 12x50 EPS1

Viele Grüße
Jürgen
 
hallo ,

übrigens kann man ohne Aufwand (Stativ )
erstklassig Mondformationen betrachten
mit bildstabilisierten Ferngläsern (z.B. Canon IS Serie )
selbst mit dem kleinsten 8x25 IS erstaumlich schön ,
habe es als ganz kleines leichtes Glas , neben dem Canon 15x50 IS was natürlich gigantisch schön schon Details zeigt , ein ganz ruhiges Bild was ansonsten ohne Stativ nicht möglich wäre
allerdings kostet das kleine IS schon über 200€...
Schöne Grüsse Hans
 
hay..


ich habe das kowa sv12x50 via stativ/magic-arm.. -damit kann man
gut den mond sehen, od. plejaden, h/chi & m42 uä.

als tipp einfacherer ferngläser, will ich eher ein gebrauchtes
empfehlen.. etwa das nikon 12x50ex.. od.das omegon 12x56..?
gibts in ebay gebraucht für rund 100eu.. viel kleiner sollte das FG nicht
ausfallen..
leider gibts in dem preisrahmen nicht viel adäquates zur
technik von heute..^^
by vixen viell.noch.. guckst halt mal rum.. aber noch billiger ist blöd..

beste grüße..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Servus,

Ich empfehle auch die bildstabilisierten Canon IS Ferngläser.
Es ist ein Genuss ohne Stativ zu beobachten.
Flexibel und frei aus jeder Position - das macht Spaß!
Ich würde meine beiden Canon 15x50 IS AW und 10x42L IS WP nicht mehr hergeben.
Beste Grüße Markus
 
Nachdem ich diesen Thread hier gelesen habe, kann ich die stabilisierten Canon Gläser nicht mehr uneingeschränkt empfehlen; vor allem nicht gebraucht:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...98/:-(_Probleme_mit_Canon_15x50_I#Post1108098

(Link bitte in den Browser kopieren, die Forums-SW zickt wieder mal)

Das geht ja bei einem Fernglas in der preislichen Königsklasse gar nicht, dass sich die Gummierung nach einigen Jahren, also außerhalb der Gewährleistung, auflöst und man als Kunde im Regen steht!

Ich hätte mir beinahe eines gekauft, aber so nicht.
Sehr schade bei der offensichtlich sehr guten Optik und Mechanik!

@Markus / astrogatt:
Wie alt seind Deine Canon FG?
 
Der Zugewinn an visueller Wahrnehmung, aber auch des entspannten Sehens ist beim zweiäugigen (binokularen) Sehen derart gesteigert, dass das einäugige Beobachten einer selbstauferlegten Behinderung und Komforteinschränkung gleichkommt. Es spricht ein seit Jahren überzeugter Bino- und Fernglasnutzer. Wer je auf zweiäugiges Beobachten umgestiegen ist, wird nicht mehr freiwillig auf mono zurückkehren.

Solange das Budget nicht für ein Kleinfernrohr (>60mm) mit Binoansatz reicht, ist ein (Gross-) Fernglas auf Stativ oder Monopod eine gute Alternative. Am Mond ist, um auch auf Dauer Beobachtungsfreude zu haben, eine Vergrösserung von 20x das Minimum. Von daher kann ich nur meine bereits zuvor abgegebene Geräteempfehlung wiederholen (Pentax SP 20x60 WP, siehe Beitrag #1265700 - 24/01/2017).

Gruss,
Stephan
 
Hallo Stephan,

Deine Pentax Empfehlung ist ja spektakulär günstig!
Auf Amazon.com durchweg 5 Sterne bis auf ein paar ..., die es freihändig einsetzen wollten und einer schrieb was von nicht klaren Linsen (ohne näher darauf einzugehen), aber Defekte gibt es überall mal.
 
Ja, Peter. Das Pentax SP 20x60 WP ist beim Preis/Leistungsverhältnis ganz klar eine Ansage. Gerade für Astro-Einsteiger, die erst mal preisbewusst einkaufen wollen, definitiv ein Kauftipp. Aber lieber nicht über die Bay, sondern persönlich beim Fachhändler oder (gebraucht) von Privat, um es vor dem Kauf auszuprobieren.

Von freihändiger Nutzung ist bei 20fach natürlich abzuraten. Das gilt gerade auch für den Mond, wo es um das Erkennen feinster Oberflächenstrukturen geht. Feste Auflage ist Pflicht. Das Teil gehört mindestens auf ein Monopod, besser auf ein Stativ. Dann wird Threadstarter back4ever erstaunt sein, wie viele Mondformationen er bei 20x schon erkennen und mit einer Mondkarte identifizieren kann. Bei völlig entspanntem binokularem Sehen.

Vielleicht klinkt sich ja noch ein Pentax SP 20x60 WP Nutzer in diese Diskussion ein und gibt noch ein paar Eindrücke ab.

Gruss,
Stephan
 
Das Pentax hat aber scheinbar ein sehr kleines Feld, wenn die Angaben bei z.B. Astroshop stimmen:

2.2° real und damit nur 44° scheinbares Feld ...

Grüße
Michael
 
2.2° reales Gesichtsfeld ist beim beabsichtigten Einsatzszenario nicht wirklich ein kaufhindernder Nachteil. Der Mond passt jederzeit locker ins Gesichtsfeld. Und wenn man sich durch die zahlreichen Nutzerberichte im Netz liet, dann ist im Pentax SP 20x60 WP auch Deep-Sky jederzeit ein Erlebnis.

Guckst Du z.B. hier Loving my new Pentax SP 20x60 WPs

Gruss,
Stephan
 
Hallo!

Warum soll sich der Threadstarter ein Fernglas für über 300,- Euro speziell zur Mondbeobachtung kaufen? Noch dazu, wenn ich für das gleiche Geld einen 6"Dobs oder einen brauchbaren 90er Refraktor bekomme!
Ich bin kein Freund des Nachschubsens und sehe die Vorteile der beidäugigen Beobachtung auch. Ein Fernglas ist aber schon wegen der fixen Vergrößerung sehr eingeschränkt.
Wenn es ein finanzielles Problem ist und deshalb "nur" ein Fernglas in Frage kommt, dann ist wohl auch die Empfehlung eines 8-10x40 oder 10-12x50 angebracht. Es gibt z.B. günstige und gute Modelle von Nikon, um mal halbwegs in seinem Preisrahmen zu bleiben.
Und man hat auch seine Freude, wenn der Mond Pause macht.
In meiner Jugend hatte ich ein 8x30. Schon dieses kleine Glas sorgte damals bei mir für ein Aha-Erlebnis, nicht nur am Mond! Die Jupitermonde, offene Sternhaufen und hellere Nebel wie M42 und M31 sowie einige Doppelsterne und erst die Milchstraße, waren eine Freude.

Sollte sich der Threadstarter mehr für den Mond als für Ferngläser interessieren ;-), sollte er sich doch besser gleich für ein Teleskop entscheiden. Ob gebraucht oder etwas länger sparen ist wurscht.

Mal so nebenbei:
Ich hatte irgendwann mal ein Buch in den Händen, in dem es Tipps gab, mittels Okularansatz die Vergrößerung eines Fernglases zu steigern.

Ist schon ne Weile her ?)

VG,
Michael
 
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