Mit Herkules kurz vorm Meridian

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Anette_Aslan

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Liebes Sternenvolk,
ich werd´ jetzt hier doch mal wieder Fotos hochladen, weil ja dieser Thread Fotos und Zeichnungen mit Beobachtungsbericht zulässt:

"Beschreibungen von Beobachtungen. Keine Fotos/Zeichnungen ohne Beobachtungsbericht". Also, diesen liefere ich ja.

Unter diesem mächtigen Hochdruckgebiet, dass weite Teile Europas gegenwärtig enorme Hitzetage beschert und uns hier im Osten Österreichs trocken- heiße Luft kontinentalen Ursprungs zuführt, zeigte sich der Himmel gegen 23h so transparent wie schon lange nicht mehr. Meist ziehen bei diesen unsicheren und labil geschichteten Wetterlagen ja doch immer wieder Wolkenfelder durch oder die Winde rappeln an der Optik. Aber gestern war eine Traumnacht, windstill, 18 Grad, keine Mücken (wo sind die denn)?
Da Herkules kurz vorm Meridian stand nutzte ich die Gelegenheit mal wieder fotografisch was einzufangen. Mit meinem neuen 8" Fotonewton nicht so einfach, weil der OAZ immer gedreht werden muss, um Einguck zu erhalten, ist schon blöd, dann verrutscht oft die Justage, aber mit einiger Geduld bekommt man es hin. Was die Kamera da dann gemacht hat, konnte ich nicht mehr kontrollieren und hoffte aufs Beste! Es gelang mir mit one shot Aufnahmen einiges einzufangen. Deshalb gehe ich mit diesen Fotos auch hier nicht unter die Rubrik: Astrofotografie, was soll ich da unter den Profis mitmischen? Ich gebe hier so einigermaßen den visuellen Eindruck wieder, mit völlig unbearbeiteten und ungeguideten Fotos.

Durch einen 8" Teleskop lässt sich aber auch zufriedenstellend gut beobachten, ich hatte M27 gestern so glasklar drin, wie schon lange nicht mehr. Wenn sich auch die Milchstraße nicht sehen lies, wegen der von Jahr zu Jahr schlimmer werdenden Lichtverschmutzung in unserem Ort, war ich mit diesem 4mg Himmel trotzdem nicht undankbar. Wer ein leidenschaftlicher Sterndelgucker ist, nimmt unter gegebenen Umständen eben alles hin. (kein Führerschein). Da meine goto - Montierung auf die Westseite des Miridians geeicht war, konnte ich die Objekte auf der Ostseite nicht besuchen, ohne eine völlig neue Eichung vorzunehmen. Ich wollte noch gern den Virgohaufen ins Visier nehmen, aber da schlug das Teleskop immer daneben, also blieb ich auf der Westseite, dort war alles gut eingestellt und ich konnte die Objekte gut zentriert anfahren.

M92 prächtig und am Rande gut aufgelöst, wie eben M13 auch, man sah deutlich die Sternenketten. M11 bis ins Zentrum aufgelöst. M57 kontrastreich mit gut angegrenzten Ring, den hatte ich neulich mal recht diffus drin, das war dann eine helle Freude, ich zweifelte schon an der Optik. die Ja nun jedes mal kollimiert werden muss.
Die WhirlpoolGalaxie konnte ich kaum erkennen, weil die genau über Nachbars Garten stand und diese eine Lichergartenparty bis tief in die Morgenstunden hatten. Unglaublich, was unterschiedliche Himmelsrichgungen an einer einzigen Lokation schon ausmachen! Galaxien sind unter solchen Umständen nur im tiefsten Winter möglich, wenn alles früh zu Bett geht und allenfalls der Marder um die Ecke schleicht.

Das Sommerdreieck zieht langsam aus dem Osten hoch, ein so romantisch schöner Anblick, wenn der Schwan über die Wipfel meiner über 30m hohen Tanne zieht, die Frösche quaken, die Nachbarn gackern und man hier und dort jemanden in seinen Pool um Mitternacht klatschen hört.
Mit Sternenpower vollgetankt grüsst Anette
 

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Hallo Anette,

bei meinen sporadischen "Astroforenspaziergängen" bin ich heute auf Deinen netten Beobachtungsbericht hier gestoßen und es ist ja schon eine Zeitlang her,
dass Du das gepostet hast. Trotzdem im Nachhinein und viel zu spät, ich finde es immer wieder schön wie Du Deine nächtlichen Sterndlschaugerlebnisse in die Forumszeilen reinbringst. Die schönen Bilder von dem was Du beobachtet hast und hier im Angang mit dazu zeigst, passen unbandig gut zu dem was Du
geschrieben und in dieser lauen Sommernacht genossen hast.

Viele Grüße Fritz
 
Danke für Dein nettes Feedback Fritz,
ach im Moment vermisse ich das Sterndlschauen schon arg, die Nächte werden doch spät dunkel und bevor es soweit ist, haut es mich vor Müdigkeit wegen dieser irren Hitze schon um. Hier im Osten Österreichs haben wir ja den absoluten Hitzehotspot, da atmet das kontinentale Steppenklima schon rein, die trotzdem angenehm temperierten Nächte brauche ich dann zum Schlafen. Ich mag den Sommer nicht wirklich. Diese Tagesschwankungen der Temperatur von manchmal 37 runter auf 16 fahren einem ins Hirn, wenn man aus anderen Breiten stammt.
Freue mich schon auf meine nächste Tour ....
LG von Anette
 
Hallo Anette

Der Sternenhimmel ist die freude im Herzen, wenn man seltener sein Teleskop zum beobachten raus nehmen tut, manchmal ist es auch sehr schön nur so den Himmel zu beobachten.
Die Luftschichten werden immer staubiger, immer mehr Licht Verschmutzung traurig, alles überall verhauen.

Und doch immer wieder raus und schauen, alles was grht zu beobachten.

Manfred
 
Hallo Anette
Auch gerade Deinen Beobachtungsbericht entdeckt. Schön geschrieben und die Fotos finde ich sehr gut, da sie die Objekte genauso zeigen (grössenmässig) wie ich sie auch durch mein 8" Hofheim sehe.
Merci für Deine Arbeit.
Gruss Thomas
 
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