Mit kleinem Gerät in den Bergen

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uranometria

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Hallo zusammen,

zwischen die großen Dobsons mische ich mal wieder was Kleines. Genauer einen 80mm-Refraktor. Dieser, in kurzer Bauform, wurde auf eine Bergtour mitgenommen. Am 13.06. war es dann so weit, dass im Bereich Vorarlberg/Kleinwalsertal gutes Wetter herrschte. Der erste Blick um 23.30 Uhr zeigte mir eine Unzahl von Sternen - es war schon recht dunkel und der Mond kam noch nicht um die Ecke.
Trotz müder Knochen - die Wanderung vom Tage steckte noch darinnen - ging ich mit dem kleinen Rucksack nach draußen.
Bis auf das Licht am Fenster ganz echt gut.

Erstmal ohne Teleskop orientieren hieß es da. Diese vielen Sterne sind klasse, aber fast hätte ich den Herkules in dem Gewusel nicht gefunden.

Das Scope ist aufgebaut und nun habe ich ein paar Objekte angefahren. Die Ausstattung war simpel - das 80/400 mit Zenitspiegel auf einem Fotostativ, dazu zwei SuperPlössl 32/25mm, ein 19mm PanO und ein 8mm Planetary, sowie ein UHC-Filter.
Das 19mm ist das Aufsuchokular mit 3°GF, was prima zu einem Leuchtpunktsucher passt. Mit dem 8mm wurde auf 50x vergrößert und die Plössls decken die großen AP ab.

Es begann mit der M109, welche als TEstobjekt herhalten musste - prima, die 10m GX konnte ich sehen.

Objekt: M51/NGC5195
Herrlich im 8mm Okular die beiden Galaxien. Die M51 mit gemotteltem Halo und einem deutlichen Kern. Die NGC5195 als gleichmäßiges, merklich kleineres Objekt daneben gelegen.

Da der Schlangenträger komplett zu sehen war, folgt nun eine Kugelsternauflistung der dort gesehenen und im Karkoschka verzeichneten Kugelsternhaufen.

Objekt: M10
Die Position anhand des Karkoschka und zwei Sternen im Leuchtpunktsucher angepeilt. Durch das Schwenken des Fernrohrs den M10 mit dem 19mm gefunden. Mit dem 8mm den runden KS am Rand aufgelöst – ein schönes Bild.

Die Kugelsternhaufen M12, M9, NGC6356 (zusammen mit M9 im GF - klasse), M107 und M14, welche alle im Oph liegen, folgten.

Da der Skorpion gerade über den Berg schaute hier noch 2 Ks aus dem Sco

Objekt: M4
Der KS geht gerade über den Bäumen des Bergsattels auf – ein kleiner Teil ist noch hinter den Bäumen. Ein gigantischer Anblick bei 50x – wie ein Mondaufgang mit einem KS …

Objekt: M80
Ein kleiner und heller Kern mit einem schwachen Halo. Auch im 8mm nicht eindeutig angelöst. Der ist mit 5' aber recht klein, so dass ich ihn in einem Sucher 8*50 vermutlich mühsamer als KS identifiziert hätte.

Das waren jetzt einige KS in kurzer Zeit, wie ich finde.

Übrigens macht sich im Osten der helle Schein des Halbmondes bemerkbar und trübt langsam den Blick auf die vorher recht klare und mit dunklen Strukturen durchsetzte Milchstraße.

Daher noch ein kleiner Schwenk zu alten Bekannten.

Objekt: NGC7000 / IC5067
Im 32mm SP (4°GF, AP 6,4) zusammen mit dem Astronomik-UHC am Besten gesehen. Der dunkle Bereich im Golf von Mex und der Übergang an dieser Stelle zum Nebel waren faszinierend. Auch der Pelikannebel konnte schwach erkannt werden – er schaut direkt in den Golf. Aber der Pelikannebel ist recht schwach - kein Vergleich mit dem NGC7000

Objekt: NGC6992
Hier hat sich das 25mm (AP5) mit dem UHC am Besten gemacht – es brachte den dunkleren Himmel und dadurch eine bessere Struktur beim Nebel. Schön ist der Knick und das dickere, unregelmäßig strukturierte Ende im Nebel zu erkennen - dazwischen will ich dunklere Streifen im Nebel erkannt haben.

Aber der Mond fängt an den Himmel 'gewöhnlich' zu machen.
Die Nebel hätte ich übrigens zuerst machen sollen, als der Himmel noch besser war ...
Jetzt kam zum Mond noch meine Müdigkeit hinzu - für ca. 1,5 Stunden hatten mich die Sterne nochmals motiviert und die Bettschwere weggeweht.

Es hat sich für mich gelohnt die kleine Linse mitzunehmen, auch wenn ich die KS nicht in hoher Vergrößerung betrachten konnte, geben diese mit einem großen GF auch ein ganz gutes Bild ab.
Und er (die Linse) muss nochmal mit nach Tirol - ziemlich weit nach oben. Da muss das Wetter nur noch mitmachen ...

CS,
Stefan
 
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Hallo Stefan,

danke für den hochgradig spannenden Bericht :super: Traumhaft muss es gewesen sein und in so einer Umgebung sind 80mm tausendmal besser als gar nix :)

Neben dem "üblichen" Wunsch mit Teleskop in die Alpen zu fahren fände ich es auch genialst nach einer Wnadertour sich nachts mit dem mitgenommenen Teleskop niederzulassen *schwärm* :/

Viele Grüße Benny
 
Hi Stefan,

schöner bericht, der zeigt das auch mit (nur) 80mm einiges zu machen ist.

Erstmal ohne Teleskop orientieren hieß es da. Diese vielen Sterne sind klasse, aber fast hätte ich den Herkules in dem Gewusel nicht gefunden.

Das kenne ich von La Palma, 6m8+ Himmel!

Gruß
Lots
 
Ja, das ist durchaus auch mit kleiner Optik ein faszinierendes Vergnügen. Ich hab dafür ein eigenes Wanderfernrohr. Ein 45ed mit 1 bis 2 Olympusokularen.

Den habe ich an ein Wanderstockstativ adaptiert und schleppe so ein reines Astrogewicht von nur 1 (einem!) Kilo durch die Berge. Das geht auch neben Schlafsack, Matte Kocher und Zelt.

Mit dem kleinen Refraktor konnte ich bei 7 mag Himmel Ngc 7000 ebenfalls schön sehen, den Pelikan allerdings nicht. M31 geht bis übers erste Dunkelband hinaus.

Kugelsternhaufen auflösen geht allerdings nicht, aber die Virgogalaxien von Messier sieht man alle!

Gratuliere zum tollen Bericht.

lg, michl fasan
 
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