Hi!
Kleine Anmerkung zum Dobson: Die Planetenbeobachtung ist wohl die einzige visuelle Anwendung, bei der eine parallaktische Montierung sinnvoll ist, da hier viel im Bereich der Hochvergrößerung gearbeitet wird und man sich besser auf die Details konzentrieren kann, wenn die Nachführung automatisch abläuft. Allerdings nimmt ein parallaktisches Teleskop nicht wirklich weniger Platz weg als ein Dobson, dafür sieht es aufgebaut besser aus.
Goto ist bei Planeten dagegen wirklich Blödsinn
Das angesprochene C8 ist nicht schlecht - schön kompakt und lange Brennweite, dadurch erreichst Du schnell eine hohe Vergrößerung und hast auch bei günstigen Okularen noch einen angenehmen Augenabstand (schon mit einem 5mm-Okular bist Du beim C8 bei der rechnerischen Maximalvergrößerung von 400x).
Nachteil des C8: Der geschlossene Tubus verlängert die Auskühlzeit (aber Du kannst das Teleskop vor der Beobachtung ja schon mal "vorkühlen", indem Du es auf den Balkon, in den Keller oder in die Garage stellst, falls da Außentemperatur herrscht) und der Kontrast ist etwas schlechter als beim Newton. Außerdem erreichst Du keine besonders großen Gesichtsfelder, ich schätze mal etwa ein Grad (beim C14 mit 4m Brennweite ist der Mond gesichtsfeldfüllend im 40mm-Okular bei 100x). Das ist bei Planeten egal, ausgedehnte Nebel und Sternhaufen sind dagegen knifflig. Vergiss M31 (die ist was fürs Fernglas, nicht fürs Teleskop), aber M42 geht schon eher. Es gibt auch genügend kompakte Objekte am Himmel.
Ideal wäre ein langer, farbreiner Refraktor, da kein Fangspiegel im Strahlengang ist, der den Kontrast mindert - nur wird das unbezahlbar und unmontierbar...
Ein Celestron C8 ASGT liegt bei rund 1500 Euro zuzüglich Okularen und Filtern (wenn Du ernsthaft Planeten beobachten willst, lohnt sich ein Graufilter gegen Blendung und später ein Farbfiltersatz für Planetendetails - wobei noch ein paar Jahre vergehen, bis die wieder gut zusehen sind).
Für das Budget sinnvoll und noch besser transportabel wäre vielleicht ein C6 (150/1500mm, aktuell ca. 680 Euro Listenpreis) mit Vixen GP2-Montierung für 370 Euro Listenpreis (ohne Motoren), dann fehlt nur noch ein Stativ, ein paar Okulare und Filter. Du führst dabei in einer Achse nach, die Motoren lassen sich später jederzeit nachrüsten. Die Preise sind übrigens teilweise VHB, z.B. bei Fernrohrland gibt's die bessere GPD2-Montierung ein gutes Stück günstiger als den Listenpreis. Handeln ist immer einen Versuch wert. Vorteil vom C6: Mit 1500mm Brennweite geht der Mond gut auf den Chip einer DSLR (das Mondbild ist etwa 1,5 cm groß - als Richtwert gilt, Sonne und Mond sind pro Meter Brennweite ca. 1 cm groß); mit Barlow und Webcam wird dann auch die Planetenfotografie interessant. Deep-Sky-Fotografie mit der großen Brennweite ist dagegen keine gute Idee, aber du kannst eine DSLR mit Teleobjektiv huckepack draufsetzen.
In der Celestron-Preisliste hab ich grad das C6 auch mit ASGT-Montierung gefunden für ca. 1325 Euro (mit Stativ und Montierung), also in einer ähnlichen Preisklasse wie die unmotorisierte Vixen mit Stativ. Wieviel die ASGT trägt, wenn Du mal expandieren willst, weiß ich aber nicht. Statt einer größeren Optik wäre als spätere Ergänzung aber eher ein Richfielder in der Art eines ED80/600 sinnvoll, damit Du auch was für große Gesichtsfelder und niedrige Vergrößerungen hast. Der Schritt von 6 auf 8 Zoll ist zwar deutlich spürbar, aber wenn Du dich langfristig für Deep-Sky vergrößern willst, wäre ein kompakter 10"-Reisedobson eine sinnvollere Ergänzung als ein weiteres Teleskop für die parallaktische Montierung. Geräte über 8" parallaktisch solide zu montieren, geht nämlich auch schon wieder ganz schön ins Geld, und für Deep-Sky lohnt sich die Nachführung nur bei Fotografie oder Öffentlichkeitsarbeit (Sternführungen) wirklich.
So, und zum Abschluss noch die Standardwarnung: So viel geben die Planeten auch nicht her, und für die Details ist vor allem Beobachtungserfahrung nötig. Mars ist auch bei 14" ein kleiner, orangefarbener Ball mit Flecken... Warst Du schon mal auf einer Sternwarte? Falls nicht, unbedingt hingehen und die Geräte da mal austesten, dann siehst Du, was Du von einer größeren Optik erwarten kannst. Mond ist immer toll, aber Jupiter, Saturn und Mars sind schon etwas mehr Herausforderung, wenn's um Details geht. Venus zeigt außer der Phase nicht viel; falls Du sie im UV fotografieren willst, brauchst Du wahrscheinlich einen reinen Reflektor, im Linsenteleskop wird zuviel UV geblockt. Wie die Glaselemente der Schmidtplatte vom C6/C8 oder die Linsen einer Barlow wirken, weiß ich nicht - aber wahrscheinlich blocken sie das UV auch sehr effektiv... Merkur, Neptun und Uranus sind eher Objekte zum abhaken, dass man sie auch mal gesehen hat.
Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter, anstatt zu verwirren...
Gruß,
Alex