Mit welchen Öffnungen beobachtet Ihr?

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mrsstarshine

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Hallo Sternengucker!


Mich würde interessieren, mit welchen Teleskopöffnungen Ihr beobachtet und welche Erfahrungen Ihr dabei insbesondere in Bezug auf Vergrößerung gemacht habt.

Ich beschäftige mich seit gut zweieinhalb Jahren mit Astronomie und werde mir in diesem Sommer endlich auch ein Teleskop kaufen.
Aus verschiedenen Gründen soll es ein Newton-Reflektor mit einer Öffnung von 150mm oder 200mm mit parallaktischer oder Dobson-Montierung werden. Die gängige Literatur zum Thema habe ich gelesen und die Themen in den Foren verfolgt. Das einzige, was ich noch nie getan habe, ist -paradoxerweise- durch ein Teleskop zu schauen, da es in meiner Umgebung keine Beobachtungsgruppen gibt und ich auch niemanden kenne, der ein Teleskop besitzt. Um mich für die richtige Öffnung und die passenden Okulare zu entscheiden, fehlen mir aber noch ein paar Informationen.

Daher habe ich folgende Fragen:

Ich wohne in Stadtnähe (Bergisches Land) und werde auch weitestgehend unter Vorstadthimmel beobachten.
Ich habe einmal gehört, dass unter derartigen Bedingungen ein Vergrößern ohnehin nur bis zu einer bestimmten Zahl (leider habe ich die vergessen) möglich bzw. sinnvoll sei.

Was sind Eure Erfahrungen? Mit welchen Öffnungen vergrößert Ihr bei welchem Himmel bis wohin?

(Die Frage, ob eine größere Öffnung Nachteile bei Lichtverschmutzung und schlechtem Seeing bringt, ist an anderer Stelle schon diskutiert worden.)

Und:

Bei Ausnutzung der max. Vergrößerung (Öffnung x 2) muss doch auch die Austrittspupille winzig sein, bei der max. Vergrößerung nur noch 0,5mm!
Kann man da denn überhaupt noch was erkennen?
Und vor allem: kann man das noch sinnvoll nachführen, wenn man keine elektronische Nachführung hat?



Liebe Grüße,
Sabine
 
Hallo Sabine,
bei mir ist von 2" bis 18" einiges vertreten.
In Ausnahmenächten geht D x 2, eher D x 1,5 und meistens gibt das Seeing nicht mehr als D x 1 vernünftig her.
Bei DS-Beobachtung ist bei mir meist bei 1mm AP Ende, bis 0,7 kann man noch sinnvoll nutzen aber nur an helleren Objekten wie Mond und Planeten.
Mit der Nachführung am Dobson hab ich keine Probleme bei höheren Vergrößerungen, ist alles eine Frage der Ausführung der Mechanik.

Wenn Du eine Weile (mit-)beobachtet hast, wirst Du feststellen, daß das Thema Hochvergrößerung eigentlich nur einen rel. geringen Anteil hat.

Zu Kontakten: schreib doch mal den Felix an (User Felix42), der ist auch in Wuppertal daheim.
 
Hi Sabine,

wenn Optik, Justage und das Seeing stimmen kannst du mit deinem Teleskop etwa bis 300x gehen. Das wird aber wahrscheinlich nur 1-2x pro Jahr sein. Bei durchschnittlichem Seeing wirst du zwsichen 200x-240x hängen bleiebn (30% der Nächte). Oft lässt aber das Seeing sogar noch weniger zu.
Hochvergrößerunge vertragen nicht alle Objekte. Zu nennen wären: Kugelsternhaufen (M3, M13), kleine, lichtstarke Planetarische Nebel (M57, NGC6826), Saturn, Mars und der Mond natürlich.

Es gilt aber der Satz: So hoch vergrößern wie es das Objekte + Seeing zulassen, denn du siehst bei 250x einfach mehr als bei 150x!

Gruß
Lots
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sabine,

oh weh, leider hast Du da wohl einige Infos durcheinander geworfen. Das stellt wahrscheinlich den Sinn Deiner Fragestellung ganz in Frage.

Daher...
Maximale Vergrößerung:
Wird begrenzt durch zwei Dinge, nämlich 1. Optikdurchmesser und 2. Luftunruhe. Eine sauber arbeitende Optik erreicht im Bereich Optikdurchmesser in Millimetern mal 1,3 eine Abbildung, die den meisten Beobachtern mit normal entwickeltem Sehvermögen das Maximum an Detail mit gutem Kontrast zeigt. Objekte deren Details harte Kontraste haben (Mondberge mit fast schwarz/weiss Übergängen) vertragen es auch bis zum Doppelten des Durchmessers vergrößert zu werden, es kommt dann aber kein Detail mehr hinzu.
Die Luftunruhe begrenzt dann wieder die Tagesform des Teleskops. Wenn die Luftunruhe am Standort und wetterbedingt bei 100x schon das Bild unscharf, wabernd und verzerrt aussehen lässt, dann ist die Vergrößerungsobergrenze auch dadurch bestimmt. Die Luftunruhe ist stark wetterabhängig aber auch durch den Standort bestimmt. In der Sommerhitze aufgewärmte Hausdächer produzieren sie ebenso wie im Winter die Abgasfahne der Heizung oder ein geöffnetes Fenster.
Deshalb mag man annehmen, dass man aus der Stadt heraus selten über 200x vergrößern kann.

Himmelsqualität meint eher Störlicht. Es gibt direktes Störlicht, das stört durch Blendung, wenn es nicht gerade direkt ins Teleskop scheint. Indirekt aber hellt das in den Himmel gestrahlte Licht der Umgebung den Himmel auf, der Himmelshintergrund wird grau oder auch mal gelbrot bei viel Natriumdampf-Beleuchtung.
Durch die Wahrnehmungsart unseres Auges (logarithmisch) können schwache Objekte in hellem Hintergrund "absaufen". Dagegen hilft Abdunkeln des Hintergrunds. Einerseits durch die Wahl einer höheren Vergrößerung, andererseits bei bestimmten Objekten durch die Wahl eines (Nebel-)Filters, der das Licht des Objekts passieren lässt, das des Himmelshintergrundes aber stark dämpft. Dies funktioniert nur bei Emissionsnebeln und zwar sind das die, die auf Fotografien in knallbunten Farben zu sehen sind. Meist rot oder grün.

Wie Du siehst kann je nach Objekt die Stadtnähe zu mehr oder zu weniger Vergrößerung zwingen. Zunächst ein Widerspruch, aber bei Betrachtung der AP dann doch keiner. Schwache Nebel werden mit mittlerer bis großer AP beobachtet, sonst sind sie im Bild zu dunkel. Nur wenige sind so hell, dass man sie auch mit kleiner oder sehr kleiner AP beobachtet. Die sind dann so hell, dass sie sich praktisch immer gegen den Himmelshintergrund durchsetzen, zumindest bei entsprechender Vergrößerung. Planeten und Mond hingegen sind helle Objekte und daher will man hier möglichst hoch vergrößern. Auch deshalb, weil die Objekte sonst blenden, was die Detailerkennbarkeit erschwert. Daher wird oft auch ein Graufilter eingesetzt, wenn man nicht den oben genannten Vergrößerungsbereich für die Optik erreichen kan. Jupiter und Mars sind hier Kandidaten, während Saturn blasser ist (größere Sonnenentfernung) und mit seinem milderen Licht nicht so sehr blendet. Das ist aber relativ.

Nachführung:
Das kommt natürlich drauf an. Meine Erfahrung ist, dass eine Nachführung mit biegsamen Wellen eher schwieriger ist, als die Nachführung eins Dobsons mit blossen Händen. Der Dobson sollte natürlich gut laufen, was also Bastel-Ansatz ist. Man kann die Gleit-Polster austauschen, um den Lauf zu verbessern. Man braucht nur wenig Übung, um 300x mit einem Dobson auch mit einem Kleinen Okulargesichtsfeld zu schaffen 50° ist schon praktisch. 30° bei 300x beginnt sportlich zu werden. Somit aber ist der 8" Dobson eigentlich weitgehend auszureizen ohne auf einen Antrieb zu setzen.

Zu den Beobachtergruppen: Mir fällt da zu Wuppertal die Beobachtergruppe ein, die am Tölleturm Sonnenbeobachtung anbot, sodann gibt es in Remscheid eine Sternwarte und auch sonst kenne ich tatsächlich noch ein paar Sternfreunde aus Wuppertal. Ein paar fuhren (fahren) auch noch zur Volkssternwarte nach Ennepetal.

Tja,und jetzt noch meine Persönliche Einschätzung: Wenn es vom Gewicht her machbar ist, setze ruhig auf den 8" Dobson. Diese 200/1200 sind solide Einsteigerlösungen und bieten eine große Vielseitigkeit an. Man kann ein Leben lang mit dem Gerät auskommen, vielleicht betreibt man dazu aber noch etwas Tuning.
Dies gilt aber nur, wenn dann auch noch genügend Geld für Okulare übrig bleibt. Meiner Meinung nach sollte man noch 150 weitere Euro für Okulare und ähnliches Zubehör einplanen.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sabine. Gruß nach Dabbelju-Upper-Valley, da bin ich alle 3 Wochen zwecks Pen&Paper Rollenspiel ;)

Selbst komme ich aus Dülmen, falls dir das was sagt.

Ich habe mit einem 10"-Lichteimer angefangen, also 254mm bei 1200mm Brennweite. Meine Ziele lagen von Anfang an schon in der Fotografie, und auch wenn ich anfangs etwas erschlagen von der schieren Größe des Geräts war, so habe ich den Kauf bis jetzt nicht einmal bereut.

Allerdings muss man dazu sagen, dass Wuppertal ja schon eine nette kleine Lichtglocke bildet, und der 10" Newton auf der EQ-6 schon ein schöner Brocken zum Transportieren ist. Wenn du also lieber ein Stück aus der Stadt heraus fahren möchtest, würde sich eine etwas kleinere Optik anbieten, oder eine andere Bauform (Schmidt-Cassegrain), was allerdings wieder den Preis hochtreibt.
 
Hallo Stefan,

ein SC ist nicht wesentlich kleiner, bedenkt man die Montierung, und bei modernen Goto-Systemen ist auch der Aufbau nicht leichter (Gewicht des Teleskops mit Gabel).
Dazu dann die Einschränkungen des SC, die gerade bei den Beobachtungen Einschränkungen einbringen, für die man ja aus der Stadt 'raus will.

Clear Skies
Sven
 
Naja, die Baulänge bei gleicher Brennweite ist schon um einiges kleiner, Der SC von meinem Kollegen hat mehr Brennweite als mein Eimer, ist aber viel kürzer. er hatte kein Problem im Auto, meins passte bei seinem Passat Kombi so gerade in den Kofferraum ;)
 
Hallo Sabine,

Wohne in Heiligenhaus, also bei Dir vor der Haustür. Bin nur mal gerade für ein Jahr außer Landes :erschreck:. Aber aus Wuppertal und Umgebung kommen eine paar Astro-Freunde regelmäßig zur Essener Walter-Hohmann-Sternwarte. Das ist von Wuppertal aus recht gut zu erreichen (30min Fahrt über Velbert / Essen-Werden). Komm doch einfach mal vorbei. Außerhalb der Ferien jeden Mittwoch und Freitag abend. Sonntags Mittags ebenfalls. Näheres gibt es auf der Homepage.

Meine Erfahrung: Stadtlicht stört arg bei großer AP. AP 6-7 am helleren Stadtrand geht nicht gut. Da ist der Hintergund zu hell. Dann eher AP 5 und kleiner.

CS
Dirk
 
Hallo Sabine!

Zitat von mrsstarshine:
Mich würde interessieren, mit welchen Teleskopöffnungen Ihr beobachtet und welche Erfahrungen Ihr dabei insbesondere in Bezug auf Vergrößerung gemacht habt.

Bei sehr gutem Seeing geht 2xÖffnung/mm recht gut, mein 90-mm-MC verträgt am Doppelstern auch mehr. Meist bleibe ich aber etwas unter dem maximalen Wert.

Bei Galaxien ist selbst 1xÖffung/mm oft noch etwas zu hoch.

Das einzige, was ich noch nie getan habe, ist -paradoxerweise- durch ein Teleskop zu schauen, da es in meiner Umgebung keine Beobachtungsgruppen gibt und ich auch niemanden kenne, der ein Teleskop besitzt.

Komisch: Remscheid und Solingen sind doch nicht so weit von Wuppertal entfernt und haben bekannte Sternwarten.

Ich wohne in Stadtnähe (Bergisches Land) und werde auch weitestgehend unter Vorstadthimmel beobachten.
Ich habe einmal gehört, dass unter derartigen Bedingungen ein Vergrößern ohnehin nur bis zu einer bestimmten Zahl (leider habe ich die vergessen) möglich bzw. sinnvoll sei.

Eher sind Beobachtungen erst ab einer bestimmten Vergrößerung sinnvoll. Als Faustregel ist öfter zu lesen, daß die AP nicht größer sein sollte als die Grenzgröße. Ansonsten stört die Lichtverschmutzung. Die maximale Vergrößerung wird dann durch Teleskopöffnung und -qualität, Seeing und Nachführung bestimmt.

Bei Ausnutzung der max. Vergrößerung (Öffnung x 2) muss doch auch die Austrittspupille winzig sein, bei der max. Vergrößerung nur noch 0,5mm!
Kann man da denn überhaupt noch was erkennen?


Ja, sogar mehr, als einem lieb ist (Zellreste in der Tränenflüssigkeit). Ansonsten können Mond und Planeten unter guten Bedingungen sehr viel Spaß machen.

Und vor allem: kann man das noch sinnvoll nachführen, wenn man keine elektronische Nachführung hat?

Wenn die Montierung ordentlich ist, schon.


Liebe Grüße ins Bergische sendet

fquadrat
 
Hi,
ich habe ein 80/600 ED Refraktor und gehe bei guten Bedingungen bis 4mm Okular, meistens ist aber bei 8mm Ende.
Am liebsten beobachte ich mit einem 21mm Okular.

Ich habe für meine Geräte:

50mm
21mm
8mm
4mm

Dazu noch eine 2x, 3x und 5x Barlow (bzw. Extender)

Dadurch habe ich m.E. schon visuell eine gute Abdeckung möglicher Vergrößerungen je nach Objekt.

Jedoch liebäugle ich zurzeit noch mit einem 11-13mm Okular.

Wie gesagt, das alles an einem 80/600 ED Gerät.
(nur bei 8mm an 3x balrow fängt der farbfehler an mit stören, z.B. an der Venus)

LG und Gruß aus SH
Ernie
 
Hallo!

Danke für Eure Ausführungen; Ihr habt mir schon sehr geholfen!

Liebäugle immer mehr mit einem 8''Newton. Da ich keine Fotografie betreiben möchte, wäre mir ein eher langbrennweitiges Teleskop lieber, da es dabei -laut der von mir gelesenen Literatur- zu weniger Farbfehlern kommt.
Beim Durchsehen der derzeitigen "Angebote" habe ich leider festgestellt, dass die meisten ein Gewicht auf die Waage bringen, das ich alleine nicht in und aus dem Wagen bekomme... Die einzelnen Teile sollten nicht mehr als 15kg wiegen. Eine parallaktische Montierung scheidet da aus, weil sie bei einem 8''-Gerät schon allein oft über 20kg wiegt. Ein Dobson wäre da schon besser: der bringt es inkl. Tubus so auf 25kg. Wenn Tubus und Rockerbox auseinanderzunehmen wären, wäre das noch gerade so machbar. Länger als 1m dürfte auch der Tubus nicht sein, soll ja auch noch in einen kleinen VW-Polo passen...

Mein derzeitiger Favorit:
Skywatcher Skyliner 8'' FlexTube Dobson
Kennt den einer von Euch?
Oder kennt jemand ein ähnliches Teleskop, dass "zu mir passen" würde?

@ Sven + Stefan: Ich hätte auch nichts gegen ein SC, wäre da nicht der Preis: Insgesamt möchte ich nicht viel mehr als EUR 500-600 ausgeben (Teleskop, Montierung und Okulare zusammen).

@Sven Dirk und fQuadrat: Habe mich durchaus schon mal bei den Sternwarten umgesehen; leider sind aber meine Arbeitszeiten nur sehr selten mit den Terminen kompatibel. (Und wenn doch, dann regnet's... versuche es seit Dezember!)
Werde wohl ein Einzelkämpfer bleiben ;)

@Ralf: Danke für den Hinweis aus Felix42, werde ihn mal anmailen.


CS, Sabine

 
Hallo Sabine,

Ich weis ja nicht was Du für Arbeitszeiten hast, aber in den letzten beiden Jahren bin ich häufig ab 23Uhr draußen gewesen. Auch ruhig mal bis um drei in der Früh. Wenn ich in 2011 aus Afrika zurück bin und Du Deinen Lichteimer hast, sag Bescheid. Habe auch nicht immer Lust alleine zu schauen. Außerdem macht es Spaß verschiedene Ausrüstungen nebeneinander zu testen. Kann man nur bei lernen. Das ist es auch, was mir an der Sternwarte am meisten Freude macht. Gemeinsam die Natur bestaunen,

Gruß ins schwitzende Deutschland. Afrika ist kühler :)
Dirk
 
Hallo Sabine,

das Problem bei einer parallaktischen Montierung dürfte der Preis sein, ein passend montierter 200-mm-Newton kostet nicht wenig.

Liebäugle immer mehr mit einem 8''Newton. Da ich keine Fotografie betreiben möchte, wäre mir ein eher langbrennweitiges Teleskop lieber, da es dabei -laut der von mir gelesenen Literatur- zu weniger Farbfehlern kommt.
Farbfehler bei Newton würde mich wundern ...

Die einzelnen Teile sollten nicht mehr als 15kg wiegen.
Eine HEQ5 hat als schwerstes Teil den Kopf mit etwa 7,5 kg. Die Gegengewichte sollten pro Stück nicht mehr als 6 bis 7 kg wiegen. Somit wäre das schwerste Teil der etwa 9 kg schwere Teleskoptubus. Leider ist die HEQ5 nicht merklich unter 500 Euro zu kriegen, dafür dann aber mit 2-Achsen-Steuerung und Polsucher. Eine Celestron ADM könnte auch gehen, ist "roh" ab 290 Euro erhältlich und hat einen knapp 6 kg schweren Kopf. Allerdings brauchst Du dann noch ein zweites Gegengewicht.

Okulare sind bei den meisten 8"-Tuben wohl nicht dabei, aber teuer sind die Händlerangebote in der Bucht nicht.

Ein interessantes Komplettangebot umfaßt z.B. für knapp 600 Euro einen GSO 200/1000 auf Celestron ADM. Mit untersetztem Crayford, Hauptspiegellüfter, Verlängerungshülse, 8x50-Sucher und ein 25-mm-Plössl. Es wäre selbst für mich noch eine Überlegung wert. Weitere Okulare würdest Du allerdings hinzukaufen müssen, sind aber durchaus finanziell erträglich.

@Sven Dirk und fQuadrat: Habe mich durchaus schon mal bei den Sternwarten umgesehen; leider sind aber meine Arbeitszeiten nur sehr selten mit den Terminen kompatibel. (Und wenn doch, dann regnet's... versuche es seit Dezember!)
Werde wohl ein Einzelkämpfer bleiben ;)
Einfach mal nach einer "Extravorstellung" fragen.

Klare Nächte wünscht

fquadrat
 
Hallo Sabine,

ein Newton mit f/6 ist visuell am vielseitigsten, größer als 8" dann aber schlecht transportabel. 8" f/6 ist eine sehr schöne größe, bei 10" wird man eher auf f/5 gehen - und muss entsprechende Okulare einplanen.

Was Termine angeht: Man kann das Hobby ohnehin nur spontan beschreiben. Betrachte mal die Trefferquote des 3-Tage-Wetterberichts. Und dann bedenke, dass für den Wetterberichte Nächte "sternenklar" heißen, die Sternfreunde eher als unbrauchbar sehen könnten.

Ich glaube ein 200/1200 Dobson it für Dein Budget die einzig richtige Wahl, da zum Teleskopreis von ca. 350 Euro noch Zubehör hinzukommt. Man ist froh, für 200 Euro Okulare aussuchen zu können, um dann vielleicht noch 2 Stück "Kleinzeug" anschaffen zu können. Ein Justierokular oder einen Justierlaser oder einen Leuchtpunktsucher, sowas in der Art.
Zu den Okularen zum 200/1200 Dobson gibt es auf meiner Homepage einen eigenen Artikel.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sabine,

ich kann mich der Empfehlung zum 8"f6 nur anschließen, ich habe selber einen Dobson der gleichen Größe und würde sagen daß man mehr Leistung und Vielseitigkeit für diesen Preis nicht bekommt. Ich würde an Deiner Stelle mal im Biete Forum nach einem gebrauchten die Augen aufhalten oder im Sucheforem einen suchen - wenn es einer werden soll. So kannst Du ca. hundert Euro sparen und für Okulare und Zubehör einkalkulieren. Gerade bei den Okularen ist es ratsam nicht auf die billigsten zurück zu greifen, die Unterschiede sind nicht klein. Das Übersichtsokular belastet die Kasse am meisten, bei den kürzeren Brennweiten kommt man etwas billiger davon. Trotzdem wirst Du Dich wundern wie schnell die Kohle futsch ist... Das schöne am Newton ist daß man in Stück für Stück verbessern kann und so im Laufe der Zeit aus einem Serienteleskop eine recht durchdachte Röhre wird.


Mal als grobe Orientierung: ich beobachte aus Barmen, ich wohne ein gutes Stück unterhalb vom Toelleturm (Sven, mit oe bitte, da muß ich als Barmer drauf pochen, der Turm wurde von http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig-Ernst_Toelle gestiftet! ), so richtig dunkel isses da nie, die Himmelsqualität, naja, Du kennst ja unser bescheuertes Wuppertaler Sauwetter... Trotzdem kann man ungefähr den ganzen Karkoschka abarbeiten, nur Nebel mit geringer Flächenhelligkeit sind schwierig bis unmöglich oder nur mit Filtern zu sehen. Hellere neblige Objekte wie Galaxien oder planetarische Nebel zeigen dagegen schon eine Menge Details, Kugelsternhaufen findet man auch alle und kann viele (teilweise) auflösen. Mond und Planeten lohnen sich mit einem 8" Newton immer, man muß halt möglichst ruhige Luft haben um hoch vergrößern zu können.

Es geht auch aus der Stadt oder Stadtnähe einiges, transpaortabel ist so ein Dobson aber auch, Die Rockerbox in den Kofferraun, den Tubus auf die Rückbank sollte beim Polo passen.

Viele Grüße ans andere Ende des Tals

Felix
 
Hallo Felix,

na gut, da ihr Barmer den Franzosen widerstehen konntet und teils zur fünften Jahreszeit noch widersteht, sei Euch das mal gegönnt, den Mann mit OE zu schreiben. Aber verflixt, ihr sagt doch "ö" zu dem Ding - wäre es dann nicht das westfälische Dehnungs-E, wenn ihr denn schon westfälisch geblieben seid?

Viele Grüße
Sven

PS: Hallo Sabine, was schreib ich denn jetzt hier noch on-topic? Naja, vielleicht dass ich auch schon gesehen habe, wie ein 12" f/5 Dobson in einem Polo-Fox mit allerlei umgeklappten Sitzmöglichkeiten verschwand. Der dann allerdings längs, nicht mehr quer. Der 8" passt aber auch quer.
 
Hallo!


@Dirk:
Wäre schön, wenn wir mal zusammen beobachten könnten! Wenn Du wieder aus Afrika zurück bist, kannst Du Dich ja mal bei mir melden!


@fquadrat:
da es dabei -laut der von mir gelesenen Literatur- zu weniger Farbfehlern kommt.
Es sollte natürlich "Bildfehler" heißen, war schon spät gestern...


@fquadrat, Sven und Felix:
Ich bin fquadrat sehr dankbar, dass er/sie mir nochmal die Gewichte der parallaktischen Montierung zusammengezählt hat! Mir war nicht klar, dass man die Montierung noch einmal "in sich" auseinandernehmen kann! Das eröffnet natürlich völlig neue Perspektiven. Wahrscheinlich fließt bei einer parallaktischen Montierung relativ gesehen zwar mehr Geld in die Montierung als bei einem Dobson, aber ich brauche auch eine praktikable Lösung. Entscheiden werde ich mich ohnehin erst, wenn ich mal irgendwo die Montierungen live erlebt habe. (Ich hoffe bald, habe in einer Woche Ferien und kann mich hoffentlich mal bei den Sternwarten umsehen).
Beim 8''-Newton soll es aber bleiben. Im preislichen "Härtefall" werde ich lieber für die Grundausstattung etwas mehr ausgeben und mir das Zubehör nach und nach zulegen.

@Sven:
Danke für Deinen Hinweis auf Deine tolle Website http://www.svenwienstein.de :applaus:
Da steht eine Menge, was mich interessiert, super!


@Felix:
Schön, dass Du "von selbst" hierher gefunden hast! Hätte Dich als Wuppertaler -pardon Barmer- sonst noch einmal gesondert angeschrieben.
Habe einen netten Beobachtungsplatz mit ca. 270°-Fastrundumblick an der Grenze zu Solingen gefunden, der offenbar relativ wenig von der sonst üblichen Lichtglocke hier abbekommt. Konnte ihn leider noch nicht richtig testen (Wetter, Du weißt, wovon ich rede...)
Wenn Du auch einen 200/1200-Newton hast, mit welchen Okularen arbeitest Du da? Und welche Filter kommen bei Dir zum Einsatz?


Und übrigens: Dass das Geld schneller weg ist als man denkt, habe ich bei meinem Fernglaskauf gemerkt: es wurde letztendlich fast doppelt soviel wie geplant, weil ich die vom Geschäft empfohlene FG-Montierung so grauenvoll fand, dass eine viel bessere hermusste (mit der ich jetzt aber sehr glücklich bin, es hat sich gelohnt!!!)


CS, Sabine
 
Hallo Sabine,

Wie Du schreibst ist bei dir die rein visuelle Beobachtung im Fokus. Da ist der 8" / f6 das Richtige.

Ich selbst bin mit Refraktor und einer parallaktischen Montierung unterwegs. Die Montierung hat als schwerstes Teil 15kg, zzgl 2 x 5kg Gegengewichte. Dann noch 10kg Optik, 7kg Stativ + Batterie + Okulare + Sternkarte, Lampe, ggf. Astrostuhl... Zum Transport muß der Kofferraum + die Autorückbank herhalten.

SchleppMichTot

Das ist schon eine Schlepperei. Vor allem die Montierung auf den Stativkopf zu setzen erfordert Hebelarm und Kraftaufwand. Vor allem wenn ich mal wieder einen Gang zum Auto sparen will und die Montierung + Gewichte in einem Stück rumwuchte. Noch besser wird es wenn ich das ganze zusammengesetzte Gelumpe in einem Stück mal eben versetzen will. Eines Tages wird es mir mein Rücken sicherlich heimzahlen.

Bei einem 8" Dobson kommst Du ohne Schwitzen ins Feld. Dein Konto wird dir den Dobson danken. Mit dem 8" hast Du sicher über Jahre Spaß.

Bei mir wird über kurz oder lang auch mal ein Dobson in der Garage landen. Für den Refraktorblick und die parallaktische Bequemlichkeit mußt Du dann bei mir durchschauen :D

CS
Dirk
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sabine!

Zitat von mrsstarshine:
@fquadrat:
da es dabei -laut der von mir gelesenen Literatur- zu weniger Farbfehlern kommt.
Es sollte natürlich "Bildfehler" heißen, war schon spät gestern...
Dann stimmt es natürlich.


Ich bin fquadrat sehr dankbar, dass er/sie
... er ...
mir nochmal die Gewichte der parallaktischen Montierung zusammengezählt hat! Mir war nicht klar, dass man die Montierung noch einmal "in sich" auseinandernehmen kann! Das eröffnet natürlich völlig neue Perspektiven.
Mit parallaktischen Gabelmontierungen ginge das auch nur beschränkt, aber deutsche Montierungen lassen sich fast immer in Kopf, Stativ und Gegengewicht(e) trennen, wobei meist die Gegengewichtsstange abschraubbar ausgeführt ist.

Wahrscheinlich fließt bei einer parallaktischen Montierung relativ gesehen zwar mehr Geld in die Montierung als bei einem Dobson
Das ist sogar ziemlich sicher.

Entscheiden werde ich mich ohnehin erst, wenn ich mal irgendwo die Montierungen live erlebt habe.
Nach Möglichkeit auch mal selber ein Objekt einstellen. Auf Anfrage könnte das gehen. Am besten denkst Du selbst daran, nötigenfalls umzuschlagen.

Im preislichen "Härtefall" werde ich lieber für die Grundausstattung etwas mehr ausgeben und mir das Zubehör nach und nach zulegen.
Sehr vernünftig! Zuerst Teleskop mit Montierung und dem allernötigsten Zubehör anschaffen. Ist ein 25-mm-Okular dabei, reichen ein 10er und ein 5er, eventuell noch ein 3er oder 3,2er. Unter Plössl würde ich qualitativ nicht gehen.

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo Sabine,

der Himmel über unserem Garten, welchen ich meistens zum Spechteln nutze, hat so ca. 4,5 - 5 mag Grenzhelligkeit.

Die vielen (älteren) Häuser machen das Beobachten mit hohen Vergrößerungen schon schwer - im Winter wegen der Heizungen und im Sommer wegen der nachglühenden Dächer. Da kann die Grenze beim Vergrößern schonmal bei 125x liegen. Da reichen dann schon 4" Öffnung am Planeten aus. Es kann aber ruhige Sekunden geben, in denen geht mehr und wenn ich mehr Öffnung als meine 4.5" hätte, dann würden auch Galaxien mit 100x gehen.

Für die paar Nächte, wo auch aus unserem Garten ein ruhiger Himmel zu sehen ist, muss ich mich mit den maximal 170x meines 4" Maksutovs begnügen.

CS,
Stefan
 
Hallo Sternenfreunde,

danke Euch nochmal für Eure Antworten! Und:

ICH HABE JETZT ENDLICH AUCH EIN TELESKOP!!!

Nachdem die Möglichkeiten, erstmal bei Anderen zu testen aus diversen Gründen wieder in weite Ferne gerückt waren, habe ich mir ein Herz genommen und dieses Prachtstück hier erstanden, das mir auch fquadrat empfohlen hat:

GSO Newton 200/1000
Insgesamt ist es allerdings dann doch etwas teurer geworden, als geplant...

Die Entscheidung ist nach erstem Eindruck (und natürlich trotz des ersten Fluchens über der "Bastelanleitung!") genau die richtige gewesen: einen Dobson hätte ich nich allein in den Wagen bekommen und ein Teleskop mit noch größerer Brennweite paßt nicht auf die Rückbank des Autos (hab' gemessen); würde es auch nicht allein auf die Montierung bekommen. Der 200/100er ist für mich gerade noch ander Grenze des Händelbaren..

Über meinen ersten Anfängrfrust schreibe ich ein neues Thema, in der Hoffnung wieder soviel kompetente Hilfe zu bekommen!

CS,
Sabine
 
Hallo Sabine!

Zitat von mrsstarshine:
ICH HABE JETZT ENDLICH AUCH EIN TELESKOP!!!
Herzliche Glückwünsche!

dieses Prachtstück hier erstanden, das mir auch fquadrat empfohlen hat:

GSO Newton 200/1000
Richtig, an das Instrument hatte ich gedacht, aber keine direkte URL als Empfehlung gegeben.

Insgesamt ist es allerdings dann doch etwas teurer geworden, als geplant...
Du wirst vermutlich noch mehr Geld ausgeben wollen, z.B. für Motorisierung und Polsucher. War bei meiner EQ5 auch so. ;-)

Über meinen ersten Anfängrfrust schreibe ich ein neues Thema, in der Hoffnung wieder soviel kompetente Hilfe zu bekommen!
Darfst Du gerne machen. Bis dahin:

Viel Spaß mit Deinem neuen Teleskop!

fquadrat
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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