kurtpuhm
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Hallo!
Am Montag vormittag kam das ersehnte Paket endlich an, sein Inhalt: Ein gebrauchtes, aber offensichtlich nicht gerade oft verwendetes Miyauchi 15x60. Für mich ist das Teil als absolut neuwertig einzustufen, nochmals danke Jochen.
Wenn man ein neues Teleskop oder Fernglas bekommt, ist ja in der Regel erst mal Schlechtwetter angesagt, aber gestern durfte ich eine erfreuliche Ausnahme erleben. Es war am Abend völlig wolkenlos und auch die Temperatur war aufgrund des Fönsturms vom Sonntag für Jänner noch annehmbar. Also schnell raus auf die Terrasse für ein "First Light". Trotz einer störenden Straßenlaterne wurde sofort auf die Plejaden gehalten und - ich war überwältigt, das Siebengestirn scheint wie geschaffen für die gut 3° Gesichtsfeld des Miyauchi.
Leider hatte ich am späteren Abend noch einen Termin, aber ich musste einfach mehr sehen. Also schnell rein ins Auto und ab zu einem dunklem Platz außerhalb meiner 1100 Seelen-Gemeinde. Man kann es kaum glauben, aber der Unterschied der Himmelshelligkeit im Vergleich zum Ortsgebiet ist am ca. 1,5km entfernten Platz enorm. Hier stört kein Streulicht und auch die in meiner Dachsternwarte deutlich merkbare Überbeleuchtung unseres kleinen Unfallkrankenhauses ist hier kaum wahrnehmbar.
Rauf aufs Stativ und wieder auf die Plejaden – jetzt versteh ich wirklich warum dieses Glas „Pleiades 60“ heißt – ich sehe ein glitzerndes Schmuckkästchen übervoll mit feinsten Juwelen. Als nächstes der Schwenk zum Orion – M42 in seiner ganzen Pracht, ich hätte nie geglaubt dass mit einem derart kleinen Glas der Nebel so klar rauskommt. Das Bild erinnerte mich stark an den Blick durch meinen 4“-APO bei 20-fach in der Dachsternwarte.
Was gibt’s da noch in der Nähe? Ach ja, M41 u. M35 – auch diese beiden OH´s sind willige „Miyauchi-Opfer“. Da die Zeit drängte, nur noch ein schneller Blick auf die bereits etwas tiefer stehende Andromedagalaxie. Was ich hier sehen konnte füllt in seiner Längsausdehnung fast das gesamte Gesichtsfeld und hebt sich kontrastreich vom dunklen Hintergrund ab – wie schön wird das erst im Spätherbst, wenn die Galaxie dann im Zenit steht. Dank des 45° Einblicks dürfte das recht spannungsfrei von statten gehen. Dafür sollte der als Handgriff montierte 3x12(!) Sucher doch lieber Griff bleiben. Es ist trotzdem irgendwie schade, dass dieses wunderbare Glas vielleicht gar nicht mehr gebaut wird. Man kann nur hoffen, dass es mit Miyauchi wieder weiter geht.
In der Vorwoche hatte ich ein gebrauchtes Fujinon 10x70 zum Testen und ich muss sagen, das „Kleine“ gefällt mir insgesamt ein wenig besser, wobei der Hauptgrund sicher der 45° Einblick ist. Ein solch ausgestattetes Fuji würde aber wohl nicht nur ich bevorzugen.
Eines ist mir bei diesem kurzen Beobachtungstrip wieder einmal klar vor Augen geführt worden: wie wichtig doch ein dunkler Himmel für unser Hobby ist und das man dadurch fehlende Öffnung bis zu einem gewissen Grad ausgleichen kann. Seit dem Bau meines Schiebefensters im Dachboden, vor mittlerweile gut 8 Jahren, bin ich ja nur mehr selten richtig „raus“ gefahren und das, obwohl ich mitten in den Bergen wohne – Oh Schande!!! Aber man wird halt faul und selbst der Gang zur fix aufgestellten Montierung im Dachboden wird ab und wann schon zu beschwerlich :/ Ich werde demnächst wohl doch wieder mal den APO einpacken müssen.
CS
Kurt
Am Montag vormittag kam das ersehnte Paket endlich an, sein Inhalt: Ein gebrauchtes, aber offensichtlich nicht gerade oft verwendetes Miyauchi 15x60. Für mich ist das Teil als absolut neuwertig einzustufen, nochmals danke Jochen.
Wenn man ein neues Teleskop oder Fernglas bekommt, ist ja in der Regel erst mal Schlechtwetter angesagt, aber gestern durfte ich eine erfreuliche Ausnahme erleben. Es war am Abend völlig wolkenlos und auch die Temperatur war aufgrund des Fönsturms vom Sonntag für Jänner noch annehmbar. Also schnell raus auf die Terrasse für ein "First Light". Trotz einer störenden Straßenlaterne wurde sofort auf die Plejaden gehalten und - ich war überwältigt, das Siebengestirn scheint wie geschaffen für die gut 3° Gesichtsfeld des Miyauchi.
Leider hatte ich am späteren Abend noch einen Termin, aber ich musste einfach mehr sehen. Also schnell rein ins Auto und ab zu einem dunklem Platz außerhalb meiner 1100 Seelen-Gemeinde. Man kann es kaum glauben, aber der Unterschied der Himmelshelligkeit im Vergleich zum Ortsgebiet ist am ca. 1,5km entfernten Platz enorm. Hier stört kein Streulicht und auch die in meiner Dachsternwarte deutlich merkbare Überbeleuchtung unseres kleinen Unfallkrankenhauses ist hier kaum wahrnehmbar.
Rauf aufs Stativ und wieder auf die Plejaden – jetzt versteh ich wirklich warum dieses Glas „Pleiades 60“ heißt – ich sehe ein glitzerndes Schmuckkästchen übervoll mit feinsten Juwelen. Als nächstes der Schwenk zum Orion – M42 in seiner ganzen Pracht, ich hätte nie geglaubt dass mit einem derart kleinen Glas der Nebel so klar rauskommt. Das Bild erinnerte mich stark an den Blick durch meinen 4“-APO bei 20-fach in der Dachsternwarte.
Was gibt’s da noch in der Nähe? Ach ja, M41 u. M35 – auch diese beiden OH´s sind willige „Miyauchi-Opfer“. Da die Zeit drängte, nur noch ein schneller Blick auf die bereits etwas tiefer stehende Andromedagalaxie. Was ich hier sehen konnte füllt in seiner Längsausdehnung fast das gesamte Gesichtsfeld und hebt sich kontrastreich vom dunklen Hintergrund ab – wie schön wird das erst im Spätherbst, wenn die Galaxie dann im Zenit steht. Dank des 45° Einblicks dürfte das recht spannungsfrei von statten gehen. Dafür sollte der als Handgriff montierte 3x12(!) Sucher doch lieber Griff bleiben. Es ist trotzdem irgendwie schade, dass dieses wunderbare Glas vielleicht gar nicht mehr gebaut wird. Man kann nur hoffen, dass es mit Miyauchi wieder weiter geht.
In der Vorwoche hatte ich ein gebrauchtes Fujinon 10x70 zum Testen und ich muss sagen, das „Kleine“ gefällt mir insgesamt ein wenig besser, wobei der Hauptgrund sicher der 45° Einblick ist. Ein solch ausgestattetes Fuji würde aber wohl nicht nur ich bevorzugen.
Eines ist mir bei diesem kurzen Beobachtungstrip wieder einmal klar vor Augen geführt worden: wie wichtig doch ein dunkler Himmel für unser Hobby ist und das man dadurch fehlende Öffnung bis zu einem gewissen Grad ausgleichen kann. Seit dem Bau meines Schiebefensters im Dachboden, vor mittlerweile gut 8 Jahren, bin ich ja nur mehr selten richtig „raus“ gefahren und das, obwohl ich mitten in den Bergen wohne – Oh Schande!!! Aber man wird halt faul und selbst der Gang zur fix aufgestellten Montierung im Dachboden wird ab und wann schon zu beschwerlich :/ Ich werde demnächst wohl doch wieder mal den APO einpacken müssen.
CS
Kurt