Modifizierte Bahtinov-Maske für LCA-Messung

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Eine Anregung für die Bastler und Tüftler unter uns:

Bahtinov-Masken sind ja im Grunde genommen sehr niedrig auflösende Spektrometer. Sie bestehen aus drei Zonen - eine Hälfte der Apertur ist mit einem vertikalen Strichgitter bestückt, bei den anderen beiden Vierteln sind die Gitter ein paar Grad nach rechts und links geneigt.

Wenn man jetzt das vertikale Gitter ganz weglässt und die obere Hälfte mit dem linksgeneigten, die untere mit dem rechtsgeneigten Gitter füllt, erhält man im VIS zwei "Spektren", die gegeneinander geneigt sind (wie die ausgefahrenen Flügel eines X-Wing-Fighters =)

Um damit den Fokus zu finden, schaut man sich einen hellen Stern mit dem Teleskop und modifizierter Maske an und schnallt einen (beliebigen) Schmalband-Filter dazwischen. Aus den Bahtinov-Strichen werden dann je nach Bandbreite des Filters Ellipsen mit einem Achsverhältnis von 1:2 oder mehr. Wenn man im Fokus ist, bilden die vier Ellipsen der ersten Beugungsordnung ein Rechteck. Je weiter man aus dem Fokus fährt, desto trapeziger wird das Ganze.

Schon visuell habe ich das Gefühl, damit besser scharfstellen zu können als mit der bekannten Maske. Fotografisch ist es ein Traum: es kommen in der Bildverarbeitung 4 ROI's (regions of interest) um die Scheibchen der ersten Beugungsordnung und von deren Schwerpunkten wird der Abstand bestimmt. Wenn die langen und die kurzen Seiten des Vierecks untereinander gleichlang sind - Voila!

Um die LCA seiner Instrumente selbst zu messen, braucht es jetzt noch eine Glühbirne in 1 km Entfernung und ein paar über das interessante Spektrum verteilte Schmalbandfilter. Die Glühbirne kann man auch abblenden, wenn sie näher dran ist oder das eigene Gerät zu gut auflöst... =)

Und dann braucht man noch einen Okularauszug mit Nonius - oder man misst die Auszugsweite wie der Herr Rohr mit dem Messschieber.

Ein Nachteil: Die Gitterperiode der Masken muss relativ klein sein (je nach Öffnung 2-8 mm), damit man die Ellipsen schön aufgelöst sieht. Ich habe mir eine Maske erstellt, ausgedruckt, mit 'nem Cutter-Messer ausgeschnitten und auf Pappe geklebt - funktioniert wunderbar, bei überschaubarem Zeitaufwand. Der Anblick lohnt die Mühen!

PS: Höhere Beugungsordnungen lassen sich minimieren, wenn das Tastverhältnis der Maske (Verhältnis von Stegbreite zu Gitterperiode) 1:1 beträgt.
 
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