Mofi mit Testbericht (TS20*80 Triplet)

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Dirksel

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Hallo,
heute Morgen habe ich endlich mal wieder gespechtelt (ich war wegen Umzug& Studiumanfang ein halbes Jahr auf Entzug); Anlass war natürlich die Mofi. Da ich gerade von Wolfi Ransburg ein neues Großfernglas (TS 20*80 Triplet) geliefert bekommen habe, ist dies zugleich ein Testbericht.

Beobachtungsort: Gießen/ Fenster
Seeing: Anfangs nur wolkenlöcher, aber als die Mofi spektakulär wurde, absolut klarer Himmel.
Das Seeing wurde natürlich durch das “Fenster-spechteln” nicht gerade verbessert, aber
irgendwann war auch meine Bude ausgekühlt:-((
Ausstattung:Auge, Fernglas (s.o.)

Mittwoch Abend habe ich das 20*80 Triplet mit einem Fleck auf der rechten Seite (Wolfis Beschreibung, der Fleck war in Wirklichkeit nur mit Mühe zu erkennen (Danke, Wolfi, dass ich trotz kaum sichtbarer Mängel so einen Preisvorteil bekommen habe) Am Freitag kam der ersehnte Mann in schicker brauner Bekleidung (Ups) mit rechlich Verpackungsmaterial und auch dem Fernglas. Zunächst einmal der Schock, wenn das Fernglas genauso häßlich aussehen sollte, wie die mitgelieferte Transportkiste, wäre die Mofi halb so schön gewesen. Aus der Kiste kam jedoch ein gut verarbeitetes, schönes Fernglas hervor, das gut in der Hand liegt, lediglich der Stativadapter war leicht dreckig, was man Nachts nicht sehen kann. Dabei lag auch noch ein Reinigungstuch, das allerdings nicht gerade so hochwertig aussah (es war mehr Fussel, als ein fusselfreies Tuch). Der erste Kontrollblick am Tag, lies dann aber doch gutes erhoffen. Am selben Tag habe ich mir noch in Giessen ein gutes Fotostativ besorgt, in der Hoffnung, dass es gut zum Fernglas passen würde; es war supertransportabel, aber trotzdem machte es dafür einen überraschend stabilen Eindruck.
Samstag: den ganzen Tag Sonne, aber der Wetterbericht lies ja nicht gerade alzuviel gutes verhoffen, eine Wolkenfront sollte zur falschen Zeit heraneilen. Drum machte ich erst mal meine Hausaufgaben. Um Mitternacht gab es nur sehr wenige Wolkenlücken. Also habe ich mich alle paar Minuten von den Hausaufgaben gelößt, um nach dem Wetter zu schauen, dadurch habe ich den Plan aufgegeben, von einer Wiese aus zu beobachten und habe das Fenster aufgerissen. Als der Mond bereits etwas verfinstert wurde, waren die Wolken auf einmal verschwunden und es wurde eine ziemlich klare Nacht. Nun kam also die Bewährungsprobe für das Fernglas:
zunächst habe ich einige wirkürlichen Sterne angeschaut, diese erschienen fast schon punktförmig, sogar bis zum Rand hin, also alles perfekt? Nein, als ich dann den Mond ins Visier genommen habe, wurde mir solangsam klar, dass das Nachführen mit diesem Fotostativ zur Qual wurde, außerdem war der Stativadapter des Fernglases nicht gerade das gelbe vom Ei, so wird das Fernglasdurch eine Stange gehalten, die mit einer Schraube (mit einem plastikendstück) festgedrückt wird. Daher ließ sich dass Fernglas ständig in einer Richtung drehen, nun gut, durch die Drehung verliert man den Mond nicht gerade aus dem Blickfeld, aber ich empfand es einfach nur als lästig. Das Scharfstellenging zwar auch relativ leicht, aber dies hat Zweifel darauf gelenkt, dass die Fokussierung schlecht gefettet wurde. Es wurden sogar Erinnerungen wach, die mich an meine alte EQ2 (die mittlerweile den Geist aufgegeben hat und einen großen Nachfolger gefunden hat), bei der ich Chinesenfett verteufelt hatte. Das Fotostativ war weiterhin nur schwer nachführbar, nur ich möchte dieses andererseits auch behalten, da es sehr stabil und supertransportabel war. Nur möchte ich ungern meine Teleskopmontierung dafür verwenden, da ich nicht motorisiert bin. (was wäre euer Rat?)
Zurück zur Mofi, inzwischen war der Mond ordentlich errötet (war wohl Lampenfieber, wenn sooo viele Leute ihn anstarren) und ich war einerseits begeistert endlich wieder mal ordentlich spechteln zu können, andererseits hat mich dass Bild im neuen Fernglas begeistert. Nun den weiteren Verlauf brauche ich wohl kaum beschreiben, den kennt hier jeder. Außerdem war es eigentlich ein unbeschreiblich schönes Event. Mofis sind halt zur Routine geworden, dennoch war dieses Ereignis für mich sehr schön, zudem wurde es durch ein gutes neues Fernglas abgerundet.

Fazit zum Fernglastest: Das Fernglas bietet eine gute Abbildung, mit guter Randschärfe, Farbwiedergabe. Mich störte lediglich der Stativadapter und die superhässliche Transportkiste. Sicherlich ist ein Leica, Zeiss, o.ä. Besser, aber das Preisleistungsverhältnis ist unschlagbar, vor allem, weil ich es für lächerliche 150€ bekommen habe.
Ich möchte das Fernglas jedenfalls nicht mehr hergeben.

Geblieben ist: eine schöne Erinnerung, eine handvoll Fotos, eine leichte Erkältung, da meine Heizung meine Bude erstmal wieder einheizen musste.

Tod den Wolken,
Dirksel.
 
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