Mond 05.09.2007 (Kopernikus)

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oliver_p

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Hallo !

Seit Freitag Nacht versuchte ich, den lecker hoch stehenden Mond aufzunehmen oder wenigstens mal wieder zu beobachten. Leider gab es bis heute morgen nur Wolken und Regen :krank:
Heute morgen um 4:30 gab es dann endlich ein voellig klaren Himmel mit grandioser Transparenz und scheinbar gutem Seeing. Nach Aufbau, Auskuehlen des C9 (so weit denn moeglich) und Kollimation pruefen zeigte sich visuell ein beeindruckender Mond. Die Kamera zeigt mit 3x Barlow ein durchaus brauchbares Bild - das Seeing ist ok. Rein zufaellig streift Kopernikus durch's Bild. Kopernikus - hm, schon oft aufgenommen... Nagut, den Koenig der Krater doch nochmal zum warm werden:

Link zur Grafik: http://www.astro-imaging.de/astro/images/copernicus_2007.09.05.jpg

Danach kommt dann leider wieder, was kommen musste. Wolken laufen zuegig von Nordwesten ein :teufelgrr: Zwischen den Wolken noch schnell Pitatus und Hesiodus mehr schlecht als recht abgelichtet (ich hatte es heute u.a. auf den CC Krater Hesiodus A abgesehen), und schon ist der Himmel komplett zu :o
Schade, es gab heute so schoene Fotoziele: Rupes Recta zeigte sich beeindruckend, oben hell, unten dunkel im Schatten. Drygalsky stand dank Libration gut sichtbar am Suedrand. Fra Mauro, Stadius... Demnaechst :/

Wolkige Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

sehr schön, vor allem die kleinen Hügel am Kraterboden.

Meinen Glückwunsch übrigens noch zu den sehr mutigen und fundierten Beiträgen im CN-Forum gegen den überschwenglichen Grundtenor, Stichwort Yuri-Ganymed :confused: . Zum Schluss hat man doch einen gewissen Stimmungsumschwung gespürt.

Beste Grüße
Torsten

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Oliver,

fein, fein und nochmals fein!

Wenigstens einer der das Glück hatte. Ich habe vor zwei Tagen auch wieder aufgebaut, das hat länger als sonst gedauert, den kl. MN aufgesattelt und, als ich die Cam am OAZ verrödelt habe, war´s wieder dicht.......urplötzlich :teufelgrr:
Dabei sah es vorab richtig gut aus. Die Wolkenbänke standen weit ab am Horizont......die müssen mich gerochen haben :) .....denn mein Stiefel den ich seit 7-Wochen rechts tragen muss (Achrillis) verhindert eine mehrtägliche Hygiene und man kann den Stiefel auch Stinkestiefel nennen :schwitz:

VG
Volker
 
Hallo Torsten,

vielen Dank :cool:
Tja, zum Thema Ganymed APOD und dem CN Thread wollte ich mich erst zurueckhalten, konnte es aber doch nicht lassen, mich zu aeussern. Obwohl am Ende viele fundierte Meinungen kamen, glaubt doch der eine oder andere wohl leider immer noch an das Wunder der aufgeblasenen Pixel. Ich glaube nicht, dass die Autoren der Bilder (deren Merkur beziehe ich auch mal mit ein) hier bewusst taeuschen wollten, aber eine gehoerige Blauaeugigkeit muessen sie sich schon unterstellen lassen :/

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Volker,

vielen Dank!

Sehr schade, dass es bei Dir nicht geklappt hat. Die Wolken rasten hier auch innerhalb weniger Minuten ueber mich. Erstaunlich, dass das Seeing trotz der hohen Geschwindigkeiten in der Atmosphaere so gut war. Hoffentlich bist du den Klotz am bein bald wieder los, das Handhaben des Teleskopgeraffels ist damit bestimmt kein Kinderspiel.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,
tolle Aufnahme, sehr gut bearbeitet! Das Multipoint-Alignment tut wohl ein Übriges dazu. Im Februar hatte ich mich ebenfalls (eher beiläufig) auf Kopernikus gestürzt, bei allerdings mäßigem Seeing. Dennoch kein Vergleich zu Deinem Bild.

Gruß Ralf
 
Hallo Ralf,

vielen Dank! Bei der Bearbeitung bin ich noch nicht 100% schluessig, hier und da lugt je nach Monitor noch etwas Rauschen hervor. Das automatische MAP lief bei der Aufnahme absolut (ungewohnt) problemlos, da so gut wie keine grossen Bewegungen durch Seeing oder Wind im Video sind. Wenn das doch immer so waere :/

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

Schöne Aufnahmen!
Dazu noch drei Fragen:

1. Wieso Rotfilter, und gerade diesen?
2.Ich vermute mal, dass du das Rauschen mit Neatimage in den Griff bekommen willst. Wie sieht dann ein Bild ohne diese Rauschunterdrückung aus?

3.Mit welcher Gain -und Belichtungseinstellung der DMK musst du bei diesen Aufnahmen arbeiten?

Ich hoffe das sind keine Geheimnisse!

Danke erstmal

Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Harald,

danke :cool:
Noe, zu den Details kann ich nichts verraten :/
Im Ernst: Gain war soweit ich mich entsinne bei der Kopernikusaufnahme bei ~670, in der aufkommenden Hektik habe ich leider nichts dokumentiert. Helligkeit/Blacklevel ist immer ganz links, Gamma auch. Ich vermute, die DMK arbeitet dann mehr oder weniger linear.
Rauschen reduziere ich momentan mit dem PS Filter "Stoerungen entfernen" auf einer neuen Ebene, die dann anteilig ueberblendet wird (Tip von Alan Friedman, klappt gut). Ich habe hier erstmal etwas experimentiert und mit einem Gradientenfilter die Bereiche mit hohen Pixeldifferenzen zu den Nachbarn selektiert und das Entrauschen dann auf der inversen Selektion (= nur flaechige Bereiche ohne hohen lokalen Kontrast) ausgefuehrt. Soo viel war aber nicht zu entrauschen, ich lade heute Abend mal ein Bild vor dem Schritt hoch.

Ich versuche immer, das moeglichst beste Wellenlaengenband fuer eine Aufnahme zu verwenden, um den besten Kompromiss zwischen Seeingeinfluessen und Aufloesung zu finden (siehe u.a. hier). Die Astronomik RGB Filter haben eine integrierte IR+UV Blockung und eine ziemlich gute Transmission, sodass ein relatives schmales Band definiert ist und das Seeing verschiedene Wellenlangenbereiche nicht zu arg vermatschen kann. Beim Seeing der Aufnahme war mehr als Rot nicht sinnvoll. Obwohl ich es nicht probieren konnte glaube ich nicht, dass es im Gruenen etwas gebracht haette.
Auf der anderen Seite kosten die Filter doch merklich an Licht. Ganz ohne Filter, nur mit UV/IR-Cut oder auch einem roten Longpass in's nahe IR hinein (23A oder aehnlich) sind kuerzere Belichtungszeiten und/oder weniger Gain moeglich. Ob dies am Ende doch Vorteile hat moechte ich gerne mal testen, bin aber leider noch nie dazu gekommen.

Beste Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Torsten,

vielen Dank! Schade, dass es bei Dir nicht mit dem Himmel geklappt hat. Jo, hier ist es auch lausig kalt geworden. Die Kollegen haben heute schon Spekulatius aufgetischt ;)

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

sehr schöne Bilder, danke für's Zeigen!

Zitat von oliver_p:
Rauschen reduziere ich momentan mit dem PS Filter "Stoerungen entfernen" auf einer neuen Ebene, die dann anteilig ueberblendet wird (Tip von Alan Friedman, klappt gut). Ich habe hier erstmal etwas experimentiert und mit einem Gradientenfilter die Bereiche mit hohen Pixeldifferenzen zu den Nachbarn selektiert und das Entrauschen dann auf der inversen Selektion (= nur flaechige Bereiche ohne hohen lokalen Kontrast) ausgefuehrt.

Hochinteressant, den Filter setze ich schon länger bei meinen Sonnenbildern ein, aber ohne nachträgliche Überblendungen o.ä. - und erst recht ohne selektive Anwendung. Bin schon auf mehr gespannt!

Aber jetzt geht's erst mal ab nach Ligurien :cool:, allerdings ohne Astro-Ausrüstung :( ...

Beste Grüße+cs,
Dietmar
 
Hallo Oliver,

Danke für deine interessanten Ausführungen. Vielleicht werde ich mich mit dem Mond nächstes Jahr etwas intensiver auseinandersetzen und da kann ich deine Tipps zur EBV sicher gebrauchen. Für den Uni möchte ich meinen Rotfilter RG 645 + UV/IR Cut mal einsetzen, weil ich dieses Teleskop auf Rot getrimmt habe. Da ist dies nur logisch, selbst wenn man ein paar Zehntel Bogensekunden verliert.

Ich war jetzt mal wieder auf Rolf Arcan seiner Seite. Er hat Videos reingestellt. Beeindruckend was er schon als Rohmaterial bekommt. Nun weiß man nur nicht, ob dies mit 40 oder 60cm gemacht worden sind. Allerdings so überraschend sind die Videos auch nicht, denn wenn ich diese mal auf meine Protuben übertrage, brauche ich die selben hohen Qualitätsmaßstäbe, um gute Endergebnisse zu bekommen. Sonst wirken die Bilder im Endeffekt stark gequält.

Nichts desto trotz, kommen auch hier (CCD Fotografie) mal wieder die Öffnungsvorteile größerer guter Optiken zum Tragen - m.a.W. nichts geht über Öffnung, außer man hat noch mehr!

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Harald,

wie besprochen hier die Zwischenbilder der Bearbeitung:

Aus Registax, nur gestackt und Wavelets (30,1,1...)

Aus PS: Histogramm, USM, keine Rasuchminimierung

Die Unterschiede zur fertigen Version sind wie gesagt eher marginal.

In der Tat, mehr Optik schadet fuer unsere Zwecke nie. Am wichtigsten finde ich jedoch nach wie vor das Seeing. Kommt nach einer einfachen Basisbearbeitung nichts heraus, nutzt das aufwaendigste Gefummel nichts. Die Einfluesse der EBV sind letztlich nicht sooo entscheidend, wenn die Basis nicht passt.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

Sehr interessant - Danke für die Bilder. Da brauchtest du wirklich nicht mehr viel an den vorhandenen Ergebnissen "rumzuschrauben".
Klar, dass das Seeing einigermaßen stimmen muss. Aus diesem Grund habe ich mit dem 9 Zöller bisher noch kein vorzeigbares Ergebnis (außer vielleicht Krater Cassini) erhalten.
Besser werden die Ergebnisse (in Hinsicht Glätte), wenn eben Gain nicht bemüht werden muss. Bei unseren Maßstäben, dem Seeing und den Öffnungen ist das leider aber selten der Fall.

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Oliver,

sehr beeindruckend, Deine Nahaufnahmen. Bin jedesmal erstaunt über die Qualität Deines C9, die gewiss nicht zuletzt auch Deiner geschickten Handhabung des Geräts und der EBV zu verdanken ist.

Sehr interessant finde ich auch Deine Zwischenergebnisse aus der Kopernikus-Bearbeitung. Hatte mir schon aufgrund des deutlich erkennbaren Waschbrettmusters gedacht, dass da Wavelets im Spiel waren. Sicher passt die gewählte Wavelet-Wellenlänge gerade optimal zur Hervorhebung der Klippen am Kraterboden. Aber - ehrlich gesagt - kommt Deine Bearbeitung von Pitatus und Hesiodus meinem Geschmack viel näher als die von Kopernikus, eben weil dort für mich keine Wavelet-Artefakte erkennbar sind. Hast Du denn dort keine Wavelets angewendet?

Hast Du den Kopernikus auch mal ohne Wavelets probiert? Ich denke, dass das Ausgangsmaterial gut genug sein müsste, um die kleinen Spitzberge auch ohne Wavelets herauszuholen. Das Ergebnis einer Alternativbearbeitung von Kopernikus wäre für das Forum bestimmt zum Vergleich sehr attraktiv ...

Gruß, Jan


 
Hallo Jan,

vielen Dank! Bez. des C9: Mit der Optik selbst bin ich wirklich zufrieden, ich schaetze, ich hatte noch nie ein Seeing, um die Optik auch mal wirklich 100% auszureizen. bei besseren Bedingungen kann die Aufnahme in kuerzerer Wellenlaenge als hier die Aufloesung nochmal spuerbar steigern. Ein echtes Problem ist jedoch die thermische Anpassung des SC. Da ich keinen permamnten Aufbau habe, ist das Geraet wie auch hier bei Aufnahmen nie 100% an die Temperatur angepasst und dementspr. die Kollimation auch nie 100%ig am Stern pruefbar. Aufnahmen in der ersten Haelfte der Nacht gehen noch, da ich abends aufbauen kann. Aufstehen, aufbauen und loslegen ist immer das grosse Problem. Mein Lymax "Schnorchelluefter" hilft etwas, reduziert das Problem aber letztlich nur.

Sehr interessant, dass Du die Waschbrettmuster (fuer mich eher Baggerspuren ;) ) ansprichst, da ein anderer Mondfreund die gleichen Strukturen bemerkte und verglich. Die Aufnahmen von Wes Higgins z.B.(siehe hier ) zeigen die gleichen Strukturen. Das muss natuerlich nicht heissen, dass diese Strukturen real sind, aber ich persoenlich glaube eher an eine entspr. Sichtbarkeit bei bestimmten Sonnenstaenden und nicht an Waveletartefakte. Ich frage mal, ob ich das Vergleichsbild verwenden darf und lade es dann mal hoch. Ich kann gerne nachher auch mal eine Version ohne Wavelets probieren. Mal schauen, was rauskommt.
Wesentlich eher als die Baggerspuren halte ich allerdings die parallelen helleren Linien in den Kraterrandschatten fuer Artefakte.

Das Pitatus Bild ist fast identisch zum Kopernikus verarbeitet, die Waveletintensitaet war hier einene Hauch geringer (28 statt 30).

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Ja, Oliver, ich glaube, Du hast Recht, und die Strukturen sind echt, schau mal hier!

Wäre ja mal interessant zu erfahren, wie diese periodischen Oberflächenmuster zustandegekommen sind, scheinen jedenfalls keine Wavelet-Artefakte zu sein.

Gruß, Jan
 
Oder noch groesser hier. Das schoene an Kopernikus ist eben sein relativ junges Alter von etwas weniger als einer Miliarde Jahren :biggrin:, sodass die Strukturen des Einschlags noch gut erhalten sind. Die fraglichen Strukturen sollten ausgeworfenes durch den Impakt geschmolzenes Gestein sein.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo,

ok, hier eine schnelle Bearbeitung ohne Wavelets. In Registax 10x Multipointregistrierung, 500 Frames pro Punkt gestackt. Dann eine USM und eine Hochpassschaerfung, Histogramm grob justiert. Die Registrierungsprobleme zwischen den Registrierunsgbereichen habe ich mal nicht repariert.

Link zur Grafik: http://www.astro-imaging.de/astro/tmp/copern1vdub_reproc_500_stack_usm_hp.jpg

Ueberblenden und Blinken mit der Waveletversion zeigt absolut die gleichen Strukturen in beiden Bearbeitungen.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

sehr freundlich von Dir, dass Du Dir noch die Mühe gemacht hast mit der waveletfreien Bearbeitung, nachdem eigentlich durch die Orbit-Fotos schon klar war, dass das Waschbrettmuster echt sein muss. Dank Dir auch für das noch viel eindrucksvollere Foto von "vor Ort".

Deine beiden Bilder finde ich gleichermaßen hervorragend. Die etwas höhere Schärfung beim ersten erscheint mir durchaus vertretbar.

Bin überhaupt sehr erstaunt über die Bildqualität gegenüber meinen Ergebnissen, obgleich natürlich 9.25" gegenüber 6" schon einen Klassenunterschied bedeutet. Aber ich komme selbst unter Anwendung eines im Verhältnis 2/3 verkleinerten Abbildungsmaßstabs nicht annähernd auf eine vergleichbare Bildqualität. Da schlägt dann offenbar doch die "Brillianz" der Optik durch, die ja mit der vierten Potenz des Durchmessers ansteigt.

Auch wenn Du gelegentlich mit der Auskühlzeit Deines SC nicht so ganz zufrieden bist, die videografische Qualität des Instruments - d.h. bei Kurzzeitbelichtung - ist anscheinend schon sehr eng am theoretischen Limit.

Nochmal zum Waschbrettmuster: Es sieht mir doch gar nicht so aus, als sei das die Struktur des aus Kopernikus selbst herausgeschleuderten Materials. Ich stelle mir eher vor, dass da längst nach dem Aus- bzw. Einbruch von Kopernikus eine riesige Geröll-Lawine in der erkennbaren Richtung über das Gelände gegangen ist. Aber warum dann diese gleichmäßigen Furchenabstände? Na ja - darüber gibt es bestimmt schon qualifizierte Vorstellungen bei den Experten. Man muss nur die entsprechende Literatur ausfindig machen ...

Gruß, Jan
 
Hallo Oliver,

Deine Bilder und ebenso auch die Bildbearbeitung sind ganz super.Meine Hochachtung.Wie lange hast du dazu gebraucht,diese Bildbearbeitung so hin zu bekommen?.
Wirklich klasse.

Gruß Bernd
 
Hallo Jan,

hm, noe, so steil sind die auesseren Waelle der Krater, insbesonder von Copernicus nicht. Besonders empfehle ich, wenn Englisch kein Problem ist, zu dem Thema "The Modern Moon" von Dr. Charles A. "Chuck" Wood, u.a. Autor des LPOD. Chuck geht in seinem sehr persoenlichen Buch insbesondere auf die Entstehung von Einchlagkratern und den langen Irrglauben ein, die Krater seien vulkanischen Ursprungs, der sich bis heute hier und da noch hartnaeckig haelt.
Der Kranzwall um Kopernikus geht geschaetzt zu einem Viertel bis zur Haelfte seiner Hoehe auf hochgedruecktes Gestein hervor, das in der zweiten Phase eines Hochgeschwindigkeitseinschlags (Modification Stage) nach dem eigentlichen Einchlag wieder hochdrueckt (Rebound), das ganze ca. 1/100s nach dem eigentlichen Impakt. Die restliche Hoehe darueber besteht aus Ejektamaterial, das in der ersten Phase (Excavation Stage) herausgeschluedert wird. Da der getroffene Boden durch die Energie des Einschlags, der immerhin mit ca. 20km/s erfolgt, unmittelbar aufschmilzt, ergibt sich wohl eine solche Wellenstruktur parallel zur Auswurfrichtung. Die Orientierung der Strukturen ergibt sich u.a. aus der Beschaffenheit des getroffenen Bereichs (verschiedene Dichten, Spannungen etc. im Impaktbereich).
Abrutschende Geroellpartien und ganze Terassen zeigen sich i.d.R. nur am innen Kraterrand, wie auch bei Kopernikus gut zu beobachten.

Mondsuechtige Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Bernd,

vielen Dank !
Dank Registax4 geht die Bearbeitung relativ zuegig. Einmal das Video analysieren, um das beste Referenzframe zu finden, automatisch 10 Registrierungspunkte verarbeiten lassen und schaerfen, nochmals 1 bis zwei Punkte manuell registrieren, um Bereiche zu ersetzten, in denen Registax die Bereiche nicht sauber zusammensetzt. Histogramm anpassen, nachschaerfen, Rauschen reduzieren. Mit allen "Spielphasen" sollte alles in 4-5 Stunden erledigt sein. Kein Vergleich zu "frueher", wo ich in Registax3 mehrere Punkte manuell registriert und zusammengesetzt habe :biggrin:

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

Die Registrierungsprobleme zwischen den Registrierunsgbereichen habe ich mal nicht repariert.

Und genau solche Stackingartefakte zeigten sich an einigen Bildern bei mir. Da ich diese Art der Aufnahmen erst seit März betreibe und noch einiges an der Bildbearbeitung üben muss, hatte ich nie richtig Erfolg bei der Beseitigung dieser unschönen Bildfehler.

Kannst Du mir bitte erklären wie Du die Sache angehst, um dies zu reparieren.......um eben eine lohnenswerte Einstellung zu retten!

VG
Volker
 
Hallo Volker,

jo, die Dinger koennen nerven :teufelgrr: Registx4 schafft es hier und da nicht, die einzelnen Registrierungsbereiche beim Multipointalignment sauber gegeneinander zu ueberblenden, auch ein Featherwert von 5 oder mehr hilft nicht. Bei 10 Registrierungspunkten habe ich meist um die 2-3 solcher Stellen im Bild.
Ich besser die Stellen in Photoshop aus, jedes andere ebenenbasierte Grafikprogramm tut's auch: Einen solchen Bereich in Registax nochmal als Einpunktregistrierung mit exakt den gleichen Parametern wie bei der Mehrpunktregistrierung verarbeiten. Dies Ergebnis in PS o.ä. auf eine neue Ebene ueber das auszubessernde Bild legen und exakt dazu registrieren. Die "Schadstelle" selektieren, die Selektionskanten mit "Feather/weiche Auswahlkante" aufweichen, dann nur diesen Bereich des Reparaturlayers mit "Ebenenmaske hinzufuegen/Auswahl einblenden" verwenden. Das ganze fuer alle Schadstellen wiederholen. Laestig, aber immer noch wesentlich schneller als die alte manuelle Mehfachregistrierung.

Beste Gruesse & CS,
Oliver

 
Moin Oliver,

danke für deine Erklärung. Dann muss ich, sollte denn das Wetter zur nächsten Sitzung i.O. sein, diese Ratschläge in die Tat umsetzen und mich in PS bemühen.

Bis jetzt habe ich versucht dies in RS4 anzugehen. Ich habe 512er Boxen (meistens zwei bei meiner DMK31) am Anfang gesetzt und 126er nachfolgend. Bei einigen Einstellungen klappte es und die Verstümmelungen waren entweder komplett weg oder, sie kam erst bei einer übertriebenen Schärfung o. USM zum Vorschein.

Danke für die Erklärungen und alsbald klaren Himmel.....mit Mond :help:

VG
Volker
 
Hallo Oliver,

jetzt muss ich doch nochmal Dein Knowhow anzapfen: Hast Du mit dem Pixelabstand von 5,6 µm der DMK eine Belichtungszeit von 1/15 s bei f/30 als ein generelles Optimum in Erfahrung gebracht? Im Hinblick auf das Einfrieren der Luftbewegung und die doppelte Aufnahmefrequenz würde ich auf der Basis meiner bisherigen Kenntnisse nämlich eher zu 1/30 s bei f/20 neigen, abgesehen davon, dass mein FH bereits im Primärfokus f/20 bietet.

Gruß, Jan
 
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