Mond bei Uranus

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Anette_Aslan

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Liebes Sternenvolk,

heute Morgen so gegen 01:30h habe ich freudigst Uranus entdeckt!

Es war nicht geplant, der gerade im Südosten hochsteigende, schön kupferfarbende Halbmond mit seinem mächtigen Kopernikuskrater am Terminator sollte mein Ziel sein, da sehe ich doch im Gesichtsfeld des 32ger Okulars am 4 Zöller Mak so ca. 3.4 Grad südlich vom Mond einen auffallend hellen Stern, gefangen in seinem gleisenden Licht.
Da der Mond in den Fischen steht und unterhalb des Pegasusquadrates, erinnerte ich mich an letztes Jahr und die Probleme die ich hatte, Uranus zwischen all den Sternen zu finden, weil er sich ja nicht wirklich größer macht, fuhr ich damals etliche Male über ihn hinweg und erntete nichts als Frust. Mit Müh und Not fand ich ihn dann.

Aber gestern war das ein freudiger Zufallstreffer! In des Mondenschimmer Umreis war er das einzige Objekt, das noch Leuchtkraft hatte und standhielt.

Es hat mal wieder so richtig Spaß gemacht, mit einem kleinen Teleskop und einer miniparallaktischen Montierung dem Mond hinterherzujagen. Das Einstellen der Montierung auf Polaris ohne Polsucher macht auch Spaß, um so mehr, wenn dann das Nachführen nur in der Rektaszensionsachse so perfekt klappt. Wendig und schnell hat man den Maksutov zur Hand und ich kann mit ihm zwischen all den gegenwärtigen Baustellenlöchern hüpfen.
Der Mond machte sich im 20mm Planetary Okular wie gemalt. Gestochen scharf in höchstem Kontrast, selbst noch im 6mm bei 216x war der Spaziergang entlang des Terminators ein Hochgenuss.

Der 1200m hohe Zentralberg im fast 4000m tiefen und im Durchmesser 93Km breiten Kopernikus hob sich deutlich hervor und die 2400erter Gipfel der Karpaten bestachen im rotgoldenen Glanz. Die zahlreichen Täler und Rillen rings um Kopernikus waren glasklar sichtbar.

Ich schau nicht so oft auf den Mond, aber wenn Kopernikus seinen Auftritt hat muss ich ihm huldigen.

Gruss von Anette

 
Hallo Anette,

wenn dein Copernicus direkt am Terminator stand, dann kann's eigentlich nicht der Krater Copernicus gewesen sein. Wir haben doch erst Dreiviertelmond.
 
Hallo Anette,
Hast Du vielleicht Aristillus mit Kopernikus verwechselt? Auch Aristillus ist
Ein imposanter Krater mit beeindruckendem Zentralgebirge.

Gruß
Sven
 
Hui,

das ist gut möglich, denn ich war leicht irritiert, weil ich im Mondführer noch nachgeblättert habe und der geht ja nur bis zum 14.ten Tag und dann wieder rückwärts. Also muss man genau umgekehrt zählen. Demnach war es der 19.te Tag, 5 Tage nach Vollmond, dies entspricht dann der Abbildung des 9.ten Tages im Mondführer und da nimmt Kopernikus terminatornahe genau den Platz ein, den ich auch so gesehen habe, mit eben diesem gewaltig großen Krater. Wenn ich mir nun Aristillus anschaue....hm...ich muss sagen, ich bin nun völlig verwirrt....und meine irgendwo im Hinterstübchen aber immer noch, es war wohl doch Kopernikus. Denn Aristillus wirkt mir nicht so gewaltig wie der gestrige eben....

die hätten den Mondführer nicht bei Vollmond aufhören lassen sollen, das irritiert immens. Aber eine interessante Herausforderung für den nächsten 19.ten Tag.

Gruss von Anette
 
Anette,
im Mondführer ist auf Seite 135 eine "Umrechnung" angegeben. Für den fünften Tag nach Vollmond wäre die richtige entsprechende Seite die 54/55 - der fünfte Tag, nicht der neunte.
Da siehst du deinen "Kopernikus" der richtig Theophilus heißt.
Dass er für dich an der "richtigen Stelle" saß liegt vermutlich daran, dass du das Foto im Buch beim Blick durch den MAK genauso gesehen hast. Nur: die Abbildung zeigt Norden oben/ Osten links - du hast mit Sicherheit vergessen, dass die Abbildung im MAK aufrecht, aber seitenverkehrt ist. Der Blick an den Himmel hätte dir gezeigt, dass der "helle Bauch" auf der anderen Seite ist :cool:
Macht ja nix. Theophilus ist auch grandios. Nur die Person, von der der Name stammt, war es nicht.

Gruß
Thorsten
 
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Habe mir mal die Mondphase für den 28.7. um 1:30 angeschaut. Der Krater Aristillus im Mare Imbrium kann's nicht gewesen sein, weil der sehr weit abseits des Terminators stand.

Theophilus passt aber sehr gut. Der lag ganz nahe am Terminator und ist ein großer, eindrucksvoller Krater. Mit Copernicus verwechseln kann man ihn "eigentlich" nicht, denn Theophilus ist mit dem ebenso großen Cyrillus "verwachsen". Und Catharina nicht zu vergessen. Sieht sehr hübsch aus, das Dreigespann!

Thomas
 
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Zitat von 47Tau:
Theophilus ist auch grandios. Nur die Person, von der der Name stammt, war es nicht.
Ja, zusammen mit seinem Nachfolger war das ein religiöser Eiferer mit viel, viel Blut an den Händen - damals im koptischen Ägypten. Bei den Kopten gilt er als Heiliger.

Thomas (dem bei den heutigen Zuständen in Ägypten mulmig zu Gemüte ist)
 
Vielen lieben Dank für all die Hinweise, ich habe wahrhaftig dazugelernt, vor allem habe ich die Umrechnungstabelle noch gar nicht richtig wahrgenommen, tz..tz....das ist ja nun doch praktisch.
Und in der Tat, das Bild im Mak ist wieder anders....also nun ist alles geklärt. Theophilus scheint es dann gewesen zu sein, den ich so schattig und tief noch nie zuvor bemerkt habe.

Tja, hab mich komplett verlaufen auf´m Mond! Und man könnte die Krater mal langsam umbenennen, mit Strassennamen tut man´s ja auch auf Erden, oder? Gibt´s da auch Frauenkrater eigentlich?

Gruss von Anette
 
Hallo Zusammen,

direkt unterhalb von Theophilus befindet sich noch ein LadyKrater

- Catharina

ob´s noch mehr gibt ... da müsste man mal recherchieren.

PS: Wenn ich den Mond beobachte, fragt mich meine Frau immer: hast Du schon wieder ein Date mit Catharina?

Gruß
Sven
 
@ nach Frauen benannten Mondkratern:

Gerade schrieb ich noch von den koptischen Eiferern Theophilus und Cyrillus - und der dritte Krater im Bunde ist nach der christlichen Märtyrerin Catharina von Alexandria benannt.

Als "ausgleichende Gerechtigkeit" ist aber auch ein Mondkrater nach der spätantiken Mathematikerin, Astronomin und Philosophin (Wikipedia) Hypatia von Alexandrien benannt, die als "Heidin" von aufgehetzten Christen umgebracht wurde (siehe Cyrillus).
 
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Zitat von BadMoonRising:
ob´s noch mehr gibt ... da müsste man mal recherchieren.
Fleißaufgabe:

Blagg (Mary Adela Blagg, Astronomin)
Bok (Priscilla Fairfield Bok, Astronomin)
Bruce (Catherine Wolfe Bruce, Philanthropin)
C. Herschel (Caroline Herschel, Astronomin)
Cannon (Annie Jump Cannon, Astronomin)
Catharina (Heilige Katharina von Alexandrien)
Chawla (Kalpana Chawla, Astronautin)
Clerke (Agnes Mary Clerke, Astronomin)
Cori (Gerty Theresa Radnitz Cori, Medizin-Nobelpreis)
Fleming (Williamina Fleming, Astronomin)
Kovalevskaya, (Sofia V. Kovalevskaya, Mathematikerin)
Leavitt (Henrietta Swan Leavitt, Astronomin)
Lindsay (Margaret Lindsay Huggins, Astronomin)
Lovelace (Ada Lovelace, Mathematikerin)
Maury (Antonia C. Maury, Astronomin)
McAuliffe (Christa McAuliffe, Lehrerin / Astronautin)
Maunder (Annie Scott Dill Maunder, Astronomin)
Meitner (Lise Meitner, Physikerin)
Mitchell (Maria Mitchell, Astronomin)
Nöther (Emmy Noether, Mathematikerin)
Proctor (Mary Proctor, Astronomin)
Resnik (Judith Resnik, Astronautin)
Sklodowska (Marie (Madame Curie) Sklodowska)
Somerville (Mary Somerville, Astronomin)
Tereschkowa (W.W. Tereschkowa, Kosmonautin)

25 Krater, dazu noch viele Krater mit Frauenvornamen.

Thomas


 
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Außerdem noch:

Sheepshanks (Anne Sheepshanks, Stifterin)

wie konnte sie mir entgehen. Also 26 Krater.

Thomas
 
Na das ist ja mal was! Aber was solls? Frau Luna ist eh weiblich, mit ein paar theophilen Pocken übersäht wird sie´s nicht gleich ausm Orbit hauen.

Gruss von Anette
 
Sapperlot! Die Hypatia vergessen! Hier die ultimative Liste,
27 Krater.

Blagg (Mary Adela Blagg, Astronomin)
Bok (Priscilla Fairfield Bok, Astronomin)
Bruce (Catherine Wolfe Bruce, Philanthropin)
C. Herschel (Caroline Herschel, Astronomin)
Cannon (Annie Jump Cannon, Astronomin)
Catharina (Heilige Katharina von Alexandrien)
Chawla (Kalpana Chawla, Astronautin)
Clerke (Agnes Mary Clerke, Astronomin)
Cori (Gerty Theresa Radnitz Cori, Medizin-Nobelpreis)
Fleming (Williamina Fleming, Astronomin)
Hypatia (Mathematikerin, Astronomin und Philosophin)
Kovalevskaya, (Sofia V. Kovalevskaya, Mathematikerin)
Leavitt (Henrietta Swan Leavitt, Astronomin)
Lindsay (Margaret Lindsay Huggins, Astronomin)
Lovelace (Ada Lovelace, Mathematikerin)
Maury (Antonia C. Maury, Astronomin)
McAuliffe (Christa McAuliffe, Lehrerin / Astronautin)
Maunder (Annie Scott Dill Maunder, Astronomin)
Meitner (Lise Meitner, Physikerin)
Mitchell (Maria Mitchell, Astronomin)
Nöther (Emmy Noether, Mathematikerin)
Proctor (Mary Proctor, Astronomin)
Resnik (Judith Resnik, Astronautin)
Sheepshanks (Anne Sheepshanks, Stifterin)
Sklodowska (Marie (Madame Curie) Sklodowska)
Somerville (Mary Somerville, Astronomin)
Tereschkowa (W.W. Tereschkowa, Kosmonautin)

Thomas
 
Betr.: Weibliche Mondkrater

(1) Drei von den aufgelisteten Damen (Cannon, Fleming u. Maury) waren übrigens Hilfskräfte von Harvard Professor Edward Pickering und sie haben einen nicht unwesentlichen Anteil an der historischen Entwicklung der berüchtigten OBAFGKM... Klassifizierung der Sternspektren!

Dazu gibt es einen lesenswerten Artikel im August-Heft von Sky & Telescope, aber auch eine kurze Darstellung bei wikipedia

Amüsant sind insbesondere die alten Photos dazu:

Pickering's Harem

Harvard "computers"

Pickering and his Staff

Observatory Girls with Mrs. Draper

Analysis of Stellar Spectra

Henrietta Leavitt and five other women assistants

Und das Beste zum Schluss: Observatory Staff in "paper doll" pose

(2) Der Mondkrater Maury ist anscheinend doppelt vergeben, außer der erwähnten Astronomin Antonia Maury auch noch an ihren Cousin, den Ozeanographen Mathew F. Maury

The lunar crater Maury and a number of smaller ejecta craters are co-named for Antonia Maury. They were originally named for her cousin, Commander Matthew Fontaine Maury, United States Navy and are, perhaps, the only lunar features shared by two cousins.

(3) Außer den bereits genannten größeren Kratern gibt es noch etliche Kleinstkrater mit weiblichen Vornamen, die allerdings keinerlei Bezug zu bestimmten Personen haben:

Delia, Priscilla, Susan -> Catena Davy

Diana und Grace -> Mons Esam

Des weiteren: Donna, Edith, Ina, Karima, Kathleen, Lara, Linda, Mary, Melissa, Monira, Soraya, Stella und Vera.

Typischerweise haben die nur einen Durchmesser von 1 bis 2 km, manchmal auch 5 km. Die Bezeichnungen waren wohl zunächst nur inoffizielle Nicknamen bei der NASA, die dann später so in die IAU-Nomenklatur übernommen wurden.



 
Hier ist noch ein Kuriosum bei Wikipedia

List of people with craters of the Moon named after them

Da sind zwei weibliche Namen dabei, die nirgendwo auf den offiziellen Listen der IAU erscheinen:

Elizabeth Fry

Ina Balin

Elizabeth Fry ziert zwar die britische £5 Note, aber den Mondkrater mit ihrem Namen hat ihr wohl ein übereifriger Fan in die Wikipedia-Liste geschummelt.

Und zu Ina Balin: es gibt zwar einen 3 km großen Kleinkrater mit dem Vornamen Ina, aber ohne konkreten Personenbezug, genau so wenig wie andere KLeinkrater mit den generischen Vornamen Delia, Diana, Donna, Edith, Grace, Karima, Kathleen, Lara, Linda, Mary, Melissa, Monira, Priscilla, Soraya, Stella, Susan und Vera einen konkreten Personenbezug haben.

Die Bezeichnung Ina wurde 1979 ohne konkreten Personenbezug als 'Latin female name' von der IAU offiziell angenommen. Das hatte aber wohl nichts mit der damals noch lebenden Schauspielerin Ina Balin zu tun, auch wenn einige von ihren Fans das vielleicht so interpretieren mögen.

Die IAU Nomenclature insbesondere beim Mond ist jedoch alles andere als kristallklar und keineswegs über jeden Zweifel erhaben. Die naheliegende Vermutung, dass Mondkrater erst nach dem Tod der zu ehrenden Persönlichkeiten benannt werden können, ist jedenfalls nachweislich falsch: die Namensgebung der Krater Armstrong, Aldrin und Collins wurde bereits 1970, also binnen eines Jahres nach der ersten Mondlandung im Eilverfahren durchgewunken. Von Braun hat eine solche Ehrung nicht mehr erlebt, die kam erst 17 Jahre nach seinem Tod.

Wenn die Amerikaner zur Mondlandung damals Frauenteams geschickt hätten, gäbe es mit Sicherheit mehr weibliche Krater auf dem Mond. Jetzt müssen wir warten, bis die Chinesinnen dort landen ...





 
Drei von den aufgelisteten Damen (Cannon, Fleming u. Maury) waren übrigens Hilfskräfte von Harvard Professor Edward Pickering ...
Oops, tatsächlich waren es sogar vier prominente Damen, allesamt verewigt mit einem eigenen Krater auf dem Mond, ich vergaß

Henrietta Swan Leavitt

Leavitt discovered the relation between the luminosity and the period of Cepheid variable stars. Though she received little recognition in her lifetime, it was her discovery that first allowed astronomers to measure the distance between the Earth and faraway galaxies. After Leavitt's death, Edwin Hubble used the luminosity-period relation for Cepheids to determine that the universe is expanding (see Hubble's law).

 
Liebe Leute, das sind ja mal Informationen! Habt tausendfachen Dank!. Die Bilder mit den Damen kenn ich aus einem Buch, die Maria Mitchell war eine fleissige Kometenjägerin und hatte Schülerinnen. Was ich amüsant finde ist, dass wenn sich ein Mann inmitten von Frauen befindet, gleich amüsant von Harem gesprochen wird, aber lustig wird´s da bestimmt zugegangen sein.

Gruss von Anette
 
Wahrscheinlich muss ich Ada Lovelace aus der Liste streichen. Die Zuschreibung ihres Namens ist zwar in der deutschen Wikipedia Liste der Mondkrater enthalten sonst finde ich sie aber nicht. Der Krater scheint nur nach William Randolph Lovelace II benannt zu sein.

Kleine Trivia am Rande: Der nach Madame Curie benannte Krater Sklodowska ist der größte nach einer Frau benannte Krater. Durchmesser 127km. Er liegt allerdings auf der erdabgewandten Seite, soll aber unter günstigen Bedingungen (Mondphase, Libration) beobachtbar sein (müsste allerdings perspektivisch arg verzerrt sein). Hat den schon mal jemand beobachtet??

Und noch mehr Trivia. Die Hälfte der "Frauenkrater" liegen auf der "dark side of the moon". Hier die diesseitigen Krater in absteigender Reihenfolge des Durchmessers:

Catharina (104km)
Cannon (56km)
Proctor (52km)
Hypatia (40km)
Lindsay (32km)
Mitchell (30km)
Sheepshanks (25km)
Maury (17km)
Somerville (15km)
C. Herschel (13km)
Bruce (6km)
Clerke (6km)
Blagg (5km)

Zwei der vier Kolleginnen von Pickering (Leavitt und Fleming) wurden auf die dunkle Seite verbannt...

Thomas
 
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