Mond mit freiem Auge am 20.Dez.2005

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WolfgangVollmann

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Heute Morgen versuchte ich wieder mit freiem Auge Einzelheiten auf dem Mond zu erkennen. Ich finde das am leichtesten in der Morgendämmerung und kurz nach Sonnenaufgang: das Monddetail ist nicht mehr überstrahlt wie in der Nacht und ich sehe schärfer da die Augenpupille etwas "abgeblendet" ist. Ausserdem war der Mond zwischen 7h30 und 8h00 MEZ bequemer zu sehen und stand nicht mehr so hoch am Himmel.

Von Andres Valencia vom Observatorio Arval gibt es eine sehr schöne Übersichtsmondkarte, die zum Vergleich mit den beobachteten Einzelheiten geeignet ist: http://www.oarval.org/MoonMapen.htm

Hier in Stichworten einige Details die ich heute Morgen mit freiem Auge identifizieren konnte:
* besonders einfach waren natürlich wieder die grossen Mondmeere zu erkennen: Mare Imbrium (2), Oceanus Procellarum (14), Mare Serenitatis (6) und Mare Tranquillitatis (7).
* einige kleinere Meere waren ebenfalls als dunkle Flecken erkennbar: Mare Humorum (12) war gut sichtbar, aber auch Mare Nubium (11) war als dunkler Fleck zu sehen
* rechts unterhalb des hellen Bogens der Apenninen (26) konnte ich den dunklen Fleck des Mare Vaporum (5) eindeutig sehen -- noch bevor ich eine Karte zu Rate gezogen hatte!
* von den Kratern war wieder Kopernikus (74) als heller Fleck leicht sichtbar, ebenso Kepler (72) auch als heller Fleck. Aristarch (73) konnte ich aber nicht erkennen
* dafür war Krater Tycho (60) eindeutig als hellerer Fleck am hellen Bergland im Mondsüden auffallend zu erkennen

Die Beobachtung machte ich bei gelegentlichem Blick nach Westen während des Frühstücks -- ich bin gespannt welche Einzelheiten sonst noch auf dem Mond erkennbar sind! Was seht ihr?

Viele Grüsse
Wolfgang

Mondkarte von Andres Valencia

Link zur Grafik: http://www.oarval.org/MoonMap.jpg
 
Hallo Wolfgang,

schön, dass noch jemand ohne Instrumente zum Mond blickt. In der Zeit vor Vollmond habe ich mich nämlich auch, wenn es das Wetter es denn zuließ, an Mondstrukturen mit freiem Auge versucht. Das Gesehene habe ich in ein paar Worten notiert und werde ich auch hier veröffentlichen.

Aristarchus konnte ich auch nicht erwischen, dafür bin ich endlich einem hellen Fleck auf den Grund gegangen. Kurz erwähnt habe ich die Sichtung in diesen zwei Threads:

- Re: Di 13.12.: Mond bei Plejaden! (vom 13. Dezember)

- Re: Besondere Nacht - höchster Vollmond! (vom 15. Dezember)

Vom Mare Frigoris sehe ich immer am auffälligsten den breiteren Teil nordwestlich von Plato.

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

lese ich das richtig dass Dein heller Fleck _bei_ Tycho und nicht Tycho
selbst ist?

Mir ist es heute morgen so vorgekommen als wär das der Krater bzw.
seine helle Umgebung selbst. Da muss ich morgen früh nochmal nachsehen!

Viele Grüsse
Wolfgang

PS: bald ist die "Lunatic Society" in Gründung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />
 
Hallo Wolfgang,

genau das wollte ich damit ausdrücken. Wenn man es mal genau betrachtet, befindet sich Tycho unterhalb vom Rand des Mare Nubium. Diese überaus helle Region befindet sich allerdings in der Verlängerung der Südostspitze vom selben Meer. Vom Rand von Tycho wäre der Fleck anhand deiner geposteten Grafik genau in nordöstlicher Richtung in einer Entfernung von über 2 Tychodurchmessern zu finden.

Gruß - Nico

P.S. Wie kommst du so plötzlich zur "Lunatic Society"?
 
Hallo Nico,

Du meinst also den hellen Fleck gerade südlich des Kraters Walter (59)
auf der Karte? Wenn Du Dir die schönen Phasenbilder
von Antonio Cidadao anschaust siehst Du wie gross und hell der "Hof"
von Tycho ist: http://www.astrosurf.com/cidadao/qc_lunation.jpg
Ich glaube nicht dass der besonders helle Fleck den Du beschreibst
mit freiem Auge vom Tycho-Hof zu trennen ist; im Fernglas geht das
sicher.

Viele Grüsse
Wolfgang

PS: Antonio hat eine wunderbare Mondseite gemacht:
http://www.astrosurf.com/cidadao/moon_obs.htm
und ich bin (wieder einmal) ganz "mondnarrisch", deshalb das
Wortspiel mit "Lunatic".....
 
Hallo Wolfgang,

ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Tychos heller Strahlenkranz scheinbar doch nicht alles überbelichtet. Bei 10x50 erscheint die Region auch noch ziemlich ausgeprägt, erst beim Hineinzoomen mit Teleskop verliert die helle Quelle an Kraft und schrumpft auf ein kleines Gebiet zusammen, welches sich nach meiner Meinung in Deslandres befindet.

Hoffentlich klart es bald wieder auf. Ich bin schon ganz narrisch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS
Gruß - Nico
 
Heute morgen (23.Dez.2005) beobachtete ich von 6h45 bis 7h45 MEZ wieder den Mond mit freiem Auge und Fernglas 8x30. Die Sicht war etwas gestört durch dünne Wolken, aber gelegentlich schaute der Mond durch grössere Lücken und war dann gut zu sehen -- auch eine Art "Frühstücksfernsehen"!

Besonders interessant war der Eindruck der Mondphase: mit freiem Auge war die Lichtgrenze praktisch genau gerade zu sehen, der Mond erschien also gerade halb beleuchtet. Diesen Eindruck hatte ich auch bei mehrfachem Hinsehen. Erst in der hellen Dämmerung und bei Sonnenaufgang kam mir der Mond ganz wenig mehr als halb beleuchtet vor; das war aber sehr zart und kaum wahrnehmbar. Mit dem Fernglas 8x30 dagegen war es ganz eindeutig: der Mond ist mehr als halb beleuchtet. Das bestätigt auch die Rechnung: um 7h00 MEZ war er noch zu 56 Prozent beleuchtet; der genaue Termin des Letzten Viertels ist erst heute abend (23.Dez.2005, 20h37 MEZ).

Mit freiem Auge waren wieder einige Einzelheiten am Mond sichtbar: neben dem hellen Fleck des Hofs des Kraters Kopernikus (74) war an der Lichtgrenze auch noch ein Stück des hellen Bogens der Apenninen (26) zu erkennen. An weiteren dunklen Maria waren Mare Imbrium (2), Oceanus Procellarum (14), Mare Humorum (12), Mare Nubium (11) und sogar ein Stück des Mare Frigoris (1) zu erkennen: Sinus Roris (15). Ich bemühte mich auch den dunklen Fleck des Kraters Grimaldi (70) und die hellen Flecken um die Krater Kepler (72) und Aristarch (73) zu sehen; das war mit freiem Auge aber nicht möglich.

Mir gelang auch ein Foto:
Link zur Grafik: http://home.pages.at/vollmann/bilder/2005/mond_2005_12_23_0748MEZ_pict0022.jpg
Mond am 23.Dez.2005, 7h48 MEZ. Digitalkamera Minolta Z-2 auf Stativ, Kleinbild-Äquivalentbrennweite 380mm.

Interessant fand ich die Beleuchtung der Randgebirge des Mare Imbrium (Regenmeer): die Apenninen (unten) und die Alpen (oben) bildeten zwei "Hörner" in den schon unbeleuchteten Teil des Mondes. Das war im 8x30 sehr schön zu sehen; das Bild mit der Digitalkamera mit grösster Zoombrennweite zeigt nahezu so viele Einzelheiten. Mit freiem Auge war von diesen "Goldenen Hörnern" kaum etwas zu sehen: ich vermutete eine kleine Unregelmässigkeit am Terminator (der Lichtgrenze), war aber nicht sicher etwas von den Apenninen zu sehen.

Clear skies,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

der helle Fleck ist wieder da. Falls du heute Zeit hast, schau doch nochmal Richtung Mond. Gestern war an der Stelle mit freiem Auge noch nichts wahrzunehmen, doch als vor ein paar Minuten zu ihm hinaufsah, war er wieder da. An der südöstlichen Spitze vom Wolkenmeer. Es kann einfach nicht Tycho sein.

Versuch es zuerst mit bloßen Auge und dann nimm ein Fernglas dazu.

CS
Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

Du hast natürlich recht: der helle Fleck ist nicht Tycho sondern
ein Fleck beim Krater Walter bzw. Deslandres. Mit freiem Auge
ist das für mich nicht so gut unterscheidbar, da ist mir das
Detail einfach zu klein: ich sehe da beim Mare Nubium einfach einen
undefinierbaren hellen Fleck. Aber im Fernglas 8x30 ist es ganz
eindeutig: das ist nicht Tycho sondern "Cassinis heller Fleck"
im Deslandres, wie ihn z.B. diese Webseite nennt:
http://www.astrosurf.com/lunascan/tycho-ttm.htm

Danke für den Hinweis!

Viele Grüsse
Wolfgang

PS: auch auf den Mondaufnahmen von Alex Pikhard aus den letzten Tagen
ist der Fleck gut sichtbar: 10.Jan. und 11.Jan.2006
 
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