Mond mit kleiner Oeffnung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Martin

Aktives Mitglied
Hallo,

hier mal ein Mond aus einer kleinen Röhre (63mm/840mm). Das Seeing war ganz gut was aber bei dieser Öffnung keine sehr grosse Rolle spielt. Die Aufnahme ist ein ST10XME 2-Bild Mosaik. Es wurden jeweils 14 Bilder in Giotto addiert.

http://www.lieber-gott.de/bilder/fertig2k.jpg

viele Gruesse
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lieber Martin,

ich bin ja auch ein stiller Bewunderer Deiner (Eurer) astrofotografischen Künste, insbesondere der feinen, natürlich wirkenden Bearbeitung ohne sichtbare Artefakte.

Zugegebenermaßen bin ich da mit meinen Bildern vielfach etwas rücksichtsloser, vielleicht auch, weil ich noch aus älteren Zeiten der chemischen Schwarzweiß-Fotografie daran gewöhnt bin, das "Korn" als eine Art Grundsubstanz zu schätzen, ebenso wie das Grundrauschen von analogen Audioaufnahmen. Denn erst die Wahrnehmbarkeit dieser Grundsubstanzen sagt mir, dass die Aufnahme ein Maximum an Details bzw. Schärfe zu erkennen gibt.

Bei Deinem hinsichtlich der Grauwerte außergewöhnlich gut gelungenen Mondmosaik hatte ich spontan den Eindruck, dass da für das Auge noch mehr an "Präsenz" drinstecken müsste. Deshalb habe ich aus Neugier in dem nachfolgend gezeigten, kleinen Ausschnitt Deines Fotos mittels "Picture Publisher" eine moderate Schärfung angebracht. Zumindest an meinem 17"-Röhrenbildschirm kann ich noch keine Artefakte erkennen, habe aber den Eindruck eines beträchtlichehn Gewinns bezüglich der Wahrnehmbarkeit von feinen Oberflächenstrukturen.

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/fertig2k_as10.jpg

Vielleicht sieht das ja an einem TFT-Bildschirm bereits unangenehm aus?

Kannst Du bitte noch etwas zu Deiner Bildbearbeitung sagen. Insbesondere würde mich - wie offenbar auch Oliver - interessieren, ob und ggf. in welcher Weise Du hier den Vorteil der höheren Grauwerttiefe der Kamera genutzt hast.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

du hast recht man koennte das Bild noch mehr schaerefen. Allerdings sieht man in den dunklen Gebieten dann schon leichte Artefakte. Ich benutze uebrigens einen normalen 19" Monitor. Das ich bei dem Bild nicht selektiv (nur hellere Bereiche) schaerfen wollte habe ich es einfach so gelassen. Die 16bit der ST10XME haben den Vorteil das ich auf einem Bild sowohl die hellen als auch die dunkleren Bereiche abbilden kann. Ich muss das Bild nur entsprechend stretchen was ich meist mit der Tiefen/Lichter Funktion in PS mache. Addieren der 16bit FITS bilder mit Giotto und Schärfen + Mosaik in Fitswork kommt natuerlich vorher.

viele Gruesse
Martin
 
Hallo Martin,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, die Schärfungsartefakte stören immer zuerst in den flächigen Bildpartien, die ja auf dem Mond ihren besonderen Reiz haben. Ich bin da auch noch nicht bei einem zufriedenstellenden Schärfungskonzept angekommen.

Inzwischen glaube ich aber, auch mit 8 Bit Aufnahmedaten deutlich mehr "aus der Tiefe" herausholen zu können als zuvor. Offenbar werden nämlich die Stacks - zumindest in Registax 4 - im 16-Bit-Raum gebildet, und man kann dann in Fitswork die dunklen Bildpartien unter Beibehaltung einer feinen Grauabstufung anheben. So kommt man zu einigermaßen "realistischen" Lichtverhältnissen am Terminator. Hier vorab ein schnelles Beispiel, aufgenommen mit dem offenen FH 6" f/20 am 26. März.

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/mosaik_7401_hist60_s10_050s10.jpg

Leider habe ich seit einigen Tagen Datenprobleme mit meiner Video-Festplatte. Werde mir gleich eine neue HD kaufen und hoffe dann, weitere Bilder in höherer Auflösung "entwickeln" und posten zu können.

Dein Beispiel für die Möglichkeiten einer kleinen Optik finde ich jedenfalls sehr gelungen und anregend!

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

das ist richtig, die zwei Vorteile des Mittelns viele Frames ist einmal das Verbessern des Signal-Rauchschverhaeltnisses und die Verbesserung der Tiefe. Registax arbeitet aus dem Grund soweit ich weiss sogar intern mit 32Bit.
Der Vorteil von Eingangsmaterial mit moeglichst hoeher Tiefe ist halt, dass man nur die absolut besten Frames verwenden kann und trotzdem eine gute Tiefe fuer die Bearbeitung erhaelt, wenig Rauschen im Ausgangsmaterial vorrausgesetzt.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben