Mond, Monde und Mondschatten

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas aro
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aro

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Hallo zusammen,

gestern war es den ganzen Tag über sehr klar und ich hoffte auf einen schönen Beobachtungsabend. Deep Sky war wegen des Mondes leider kein Thema aber der Mond selbst bot auch einen tollen Anblick.

Teleskop: Martini 10" Dobson
Okulare: Skywatcher Planetary 5mm
Ort: heim. Terrasse, Region D'dorf
Zeit: 09.03.2014, 2100-2145 MEZ

Zunächst blieb mein Blick an der geraden Wand hängen und ich nahm mir die Zeit, diese schöne Formation und ihre Umgebung zu skizzieren (Ansicht punktgespiegelt):

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/medium/34563.jpg

Besonders eindrucksvoll fand ich hier den Kontrast zwischen den hellen Hügeln und Bergen und deren schwarzen Schatten. Da die Durchsicht sehr gut und das Seeing hier in der Stadt zumindest passabel war, machte ich mich auf die Suche nach der Cathena Davy.
In ruhigen Momenten konnte ich die drei größten Krater der Kette ausmachen.

Nun aber ein Schwenk auf Jupiter, auf dem es heute reichlich zu sehen gab: Neben dem GRF konnte ich zwei Mondschatten und einen Mond erkennen. Dies waren die Schatten von Ganymed und Io sowie Io selbst, der vor dem Planeten durchging. Io war allerdings nur schwach auszumachen.
Beeindruckend fand ich hier Ganymed selbst, bei dem man durch seinen Schattenwurf auf dem Planeten einen besseren, plastischeren Eindruck seiner Bahn bekommen konnte. Ohne Schatten sind die Monde ja immer nur auf einer Perlenschnur aufgereiht, jetzt jedoch wurde das ganze dreidimensional.

Fazit:
Auch ohne Deep Sky ein toller, kurzer Beobachtungsabend.

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo Achim,
auch mich hatte am gestrigen Abend u.a. die gerade Wand fasziniert, ebenso das Spiel von Licht und Schatten. Den Schatten der Wand habe ich aber in Richtung Nordwest deutlich breiter verlaufend wahrgenommen.

Beobachtet habe ich mit C8 und &2 Schiefspiegler.

Gruß
Sven
 
Hallo Sven,

bzgl. des Schattens will ich nicht ausschließen, dass ich ungenau hingesehen habe. ;)
Allerdings habe ich auch festgestellt, dass sich der Schattenwurf SEHR schnell ändert.

Wann genau hast Du denn beobachtet?

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo Achim,
Gegen 19:30 habe ich mit der Beobachtung des südlichen Mondes begonnen und mich nordwärts vorgearbeitet, immer mit einem Blick auch auf den kleinen Stern, auf den sich die Mondschattenseite zubewegte.

Als ich dann meine Aufmerksamkeit auf die "Wand" richtete und fasziniert und intensiv die Schattenfälle beobachtete, war der Stern plötzlich verschwunden. Es muss so gegen 20:15 Uhr gewesen sein.

Jedenfalls hatte ich bislang diese "Aufweitung" des Schattens um mehr als 10% noch nicht wahr genommen und war deshalb auch etwas in dessen Bann geraten. Eine Abbildung die das so zeigt, habe ich auch noch nicht gesehen (gerade nochmal in "den Mond beobachten" geschaut). Abbildungen die ich kenne zeigen den Schatten so, wie Du ihn darstellst.

Der Rükl (Karte 54, gerade nachgeschaut) zeigt in der Tat die Verbreiterung der Rupes recta ausgehend von Birt D über etwa ein Fünftel der Wandlänge.

Leider zeichne ich nicht und habe nur die Erinnerung an das Gesehene, bin mir aber sicher das es so war. Ich habe mit meinem Schiefen und dem C8 beobachtet und beide zeigten die Schattenverläufe gleich (der Schief etwas härter).

Deine Zeichnung hast Du etwa eine Stunde später erstellt, das kann für solche Effekte schon deutlicher Unterschied sein.

Vielleicht meldet sich noch ein Beobachter dazu.

Jedenfalls hat mich Deine Skizze dazu bewegt, mich noch einmal etwas genauer mit der Region um Birt und besonders Rupes Recta zu beschäftigen.

Gruss
Sven

 
Hallo Sven,

ich denke Du meinst Thebit D am Ende der Rupes Recta, nicht Birt D.
Da habe ich diese Verbreiterung nicht gesehen. Seltsamerweise eher, dass der Schatten da schmaler war als in der Mitte.
Es mag sein, dass "Deine" Verbreiterung des Schattens dadurch hervorgerufen wird, dass das nördliche Fünftel der Rupes Recta sehr gerade ist und leicht Richtung Westen "geknickt" ist. Abhängig von der Libration und Uhrzeit mag das schon einen Einfluss haben.
Ich habe übrigens einmal einen Blick in die LAC charts (chart 95) geworfen und konnte es da NICHT erkennen.

Also liegt es vermutlich an der exakten Beobachtungszeit, die uns das unterschiedlich hat wahrnehmen lassen.

Aber kann auch sein, dass diese ganzen Überlegungen recht akademisch sind und es letztlich auch sehr von der Optik, dem Seeing und dem Empfinden des Beobachters abhängt. Auf jeden Fall interessant!

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo Achim,

auch ich war Sonntag Abend draussen (und Montag - danke für Euer Thread dazu, auch sehr interessant!), mit einem 110mm Schief und einem 140mm Mak.

Als Ich Deine schöne Zeichnung sah, dachte ich sofort: "Das war so nicht, der Schatten war an einem Ende aufgeweitet!". Ich habe also wohl zur Sven'schen Zeit beobachtet. Kann seine Wahrnehmung voll bestätigen.

Auch nach vieljähriger, intensiver Mondbeobachtung würde ich sagen, dass er nie 2mal gleich ist. Dies untermauert dieser Thread wieder einmal in schöner Weise.

CS, Christopher

PS zur Teleskoptechnik: der Schief ist absolut unempfindlich gegen thermische Effekte. Sogar von 20 Grad Zimmertemperatur auf Minusgrade draussen hat er nie irgendeine Auskühlzeit verlangt. Interessant, dass sogar Dein 3-Zoll Dobson mehr Zeit braucht! Vielleicht ist der Tubus um den Hauptspiegel geschlossen? Mein Schief hat eine ringförmige Öffnung um den Hauptspiegel; die Bemessung dieses offenen Rings ist entscheidend für die thermische Unempfindlichkeit, las ich irgendwo.

 
Hallo Zusammen

Auch Ich war vorher so 40min beobachten, Jupiter und Mond, Dob 12,5", Okulare 17mm, 8mm 5mm Hyperion, Filter Gelb

Zu erst Jupiter, da das Seeing sehr gut war, der GRF am Rand vom Jupiter war mit 8mm und dem Gelbfilter schon etwas zu erkennen,
was mir da gefiel war im 17mm Hyperion die Monde vom Jupiter Europa Io Kalisto in einer Reihe, 1 bis 2 Std früher und Ich hätte mehr davon gehabt.

Beim Mond Gelb Filter um die Blendung zu reduzieren, erst einen gemütlichen Spaziergang 17mm 8mm 5mm Hyperion,
da mir auch die lange Wang aufgefallen ist mit dem entlang laufenden Schattenwurf und einem Leuchtendem Punkt über der Langen Wand,
es reizt schon das wieder zu beobachten um genaueres zu notieren, abfallend höhe verlauf der langen Wand.


Manfred
 
Hallo Mondfans,
habe gerade den Fred entdeckt und kann die Beobachtungen von
Sven und Christopher bestätigen. Ich war auch erst irritiert weil
ich das Gebiet zu dieser Zeit noch nie beobachtet hatte.
Die Aufweitung des Schattens war aber überdeutlich und gar nicht
zu übersehen. Beobachtet hatte ich mit einem 8" Dobson und Binoansatz.

CS

Christian
 
Hallo Mondbeobachter,
Danke für die Bestätigung meiner Beobachtung und nochmals Danke für die Skizze.

Als Aufgabenstellung nehme ich mit:
- Zeitpunktermittlung der Bedeckung des zweiten Sterns an dem Abend, da um diese Zeit die Beobachtung erfolgte,
- Ermittlung der selenographischen Colongitude der Sonne (die wohl etwas mehr als 0 Grad (1. Viertel) betrug
- Eintrag als todo für zukünftige Beobachtung bei dieser Länge des Terminators

Der Mond bleibt spannend, auch noch nach 38 Jahren astron. Beobachtung.

Achim, auch bei Deiner Skizze bin ich mir sicher, dass der dargestellte Schattenverlauf zu Deiner Beobachtungszeit passt.

Der Effekt zu "unserer" Zeit war derart auffällig, er wäre Dir bei der Sorgfalt deiner Skizzierung sicher aufgefallen.

Herzliche Grüsse aus der Eifel
von
Sven
 
Hallo zusammen,

ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Aufweitung bei mir nicht da war. Ich denke, die wäre mir aufgefallen. Aber letztlich hängt aber auch mein Seelenfrieden nicht daran, ob oder ob nicht.

Sonst müsste ich fotografieren anstatt zu zeichnen. ;)

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo zusammen,

ich habe mich einmal durch meine lunare Literatur gewühlt und bin auch auf etwas gestoßen:

Auf Seite 156 im Moonhopper sind zwei Skizzen abgebildet, die Rupes Recta zu zwei Zeitpunkten zeigen und da kann man schon sehen, dass es im Süden der Wand zur Aufweitung des Schattens kommt.

Im Times Atlas of the Moon (Karten basieren auf den LAC Charts) ist der südliche Teil der Wand etwas breiter. Außerdem ist unmittelbar westlich dieses Teils eine zungenförmige Ausbuchtung der 1800er-Höhenlinie zu sehen, die eventuell auch für die Form des Schattens verantworlich sein könnte, weil der Schatten da nicht auf eine ebene Fläche fällt.

In meinem Rükl (Ausgabe von 1990, Dausien) konnte ich dies allerdings nicht erkennen. Ebensowenig zeigt das Foto im Kosmos Mondführer den breiteren Schatten im südlichen Teil der Wand. Und auch im Reise-Atlas Mond von Oculum kann ich das nicht sehen.

Dieses Phänomen scheint in der Tat stark von Libration und Colongitudo abzuhängen.

Auf jeden Fall eine spannende Sache. :)

Beste Grüße,

Achim

 
Liebe Lunatic´s,

hier mein bescheidener I-phone-shot dazu.

Gruss von Anette
 

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