Mond- und Planeten, Telementor oder Vergleichbares

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incal

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Hallo Leute

Ich wollte mir jetzt mal ein Teleskop zulegen um den Mond und Planeten anzuschauen. Also nicht unbedingt Deepsky/Galaxien/Nebel etc..

So wie ich herausgefunden habe, sollte ich da eher was mit längerer Brennweite haben und mit Linsen, also Refraktoren, statt mit Spiegeln, also keine Dobsons etc.

Da bin ich also auf diesen alten Telementor gestossen, der betreffend Qualität in Abbildung und Fertigung überall gelobt wird. Ich hab auch schon zwei Telematoren mit motorisierter Halterung und Stativ gefunden (ohne Sucher, der sie erst zum Telemator machen würde:), die kosten aber ca. 1100/1200 Euros.

So viel Geld könnte ich natürlich schon ausgeben. Aber vor allem möchte ich mich davor noch informieren, was es denn sonst so gibt, was mit einem Telementor vergleichbar ist bez. Abbildungsqualität.

Mit Abbildungsqualität meine ich: so wenig chromatische Aberration wie möglich, möglichst gute Farbwiedergabe und exzellente Schärfe. Und alles andere, was ich noch nicht kenne, aber dazu gehört..

Ich nehme den Telementor jetzt also mal als Referenz, da ich so viel positives über ihn gelesen habe und weil er ja gerade für den Schulunterricht eingesetzt wurde und sich für Neulinge auch noch heute eignen müsste.


Was kennt ihr so, was den Telementor bez. seine Abbildungsqualität trifft oder übertrifft und in etwa diese 'Klasse' fällt?
 
Hallo und willkommen im Forum!

Ein Telementor/Telemator ist doch ein Fraunhofer-Linsenteleskop 63/840mm. Das sind Sammler-Stücke, die es vom Preis/Leistung nicht mehr mit den am Markt erhältlichen Fernrohren aufnehmen können. Es sei denn, man möchte sich auf die etwas kleine - aber durchaus brauchbare - Öffnung beschränken, dann sind das natürlich feine Geräte.

Das, was Du herausgefunden hast, ist so nicht richtig. Generell musst Du dich auf keinen Teleskop-Typ (Spiegel oder Linse) einschränken! Das ist ja gerade das Gute, das Du da heutzutage eine große Auswahl hast. Es wäre unklug, sich da nur auf Linsen-Teleskope einzuschränken, es sei denn man möchte - aus welchen Gründen auch immer - unbedingt eines haben. Spiegel- und Katadioptrische-Systeme sind genauso in der Lange, beste Beobachtungen am Mond zu liefern.

Spontan fällt mir das 127/1500mm Maksutov Teleskop ein, das sich hervorragend für diesen Zweck eignet. Auch jedes gute Newton-Spiegelteleskop, zum Beispiel 150/1200mm, bringt eine sehr gute Leistung am Mond und auch an den Planeten, die die des Telementors bei weitem übertrifft. Wenn es unbedingt eine absolut farbreine Linse sein soll, dann wird es hinsichtlich des Preises schon wieder eng!

Ich kann Dir das Buch "Der Moonhopper" empfehlen. Dort findest Du neben vielen Tipps zur Mondbeobachtung auch eine gute Zusammenfassung der einzelnen heute erhältlichen Teleskoptypen sowie deren Eignung für die Mondbeobachtung mit einer tabellarischen Übersicht der Vor- und Nachteile jeden Typs. Der Tenor liegt aber darauf, dass sie im Grunde alle irgendwie geeignet sind.


CS,
Chris
 
Hey Chris

Vielen Dank für die Antwort. Damit kann ich schonmal was anfangen.

Denn Telemator lass ich mal bei wem er gerade ist.

Celestron ond Skywatch habe ich auf den ersten Blick gerade gefunden, ich werde mich mal nach diesen Marken und Modellen etwas erkundigen.

Da habe ich noch eine Seite gefunden, die mir nützlich erscheint: http://binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_saturn.htm

Mit der Farbreinheit meint man eigentlich APOs, die noch teurer als die achromaten sind, oder.
 
Wie bist du denn auf den Telementor gekommen? :)

  • Welche Ansprüche stellst Du an Dein Teleskop?
  • Soll es leicht und gut transportable sein?
  • Möchtest du lieber eines was kurz ist, oder kann das Rohr auch etwas länger sein?
  • Wie viel Platz hast Du für Deine Beobachtungen?
  • Musst Du dazu raus fahren?
  • Wieviel Geld kannst du dafür ausgeben?
  • Findest Du einen Teleskop-Typ besonders toll?

CS,
Chris
 
Hallo,

wenn du wirklich Mond und Planeten mit einem Linsenteleskop beobachten willst, ist ein farbreiner Apochromat (oder zumindest ein ED-Apo) pflicht, da sonst der Farbfehler die feinen Details stört.

Daher kann ich auch deine Ablehnung eines Spiegelteleskops nicht ganz verstehen, da diese keinerlei Farbfehler aufweisen und dazu deutlich günstiger als Linsenteleskope sind.

Ein Dobson mit 250 mm Öffnung für 600,- € wird dir am Planeten wesentlich mehr zeigen als der Zeiss mit 63 mm Öffnung, der dazu doppelt so teuer ist. Von den Deep-Sky-Unterschieden wollen wir dabei noch garnicht mal reden.

Celestron und Skywatcher sind Hersteller von den typischen Standardteleskopen im unteren und mittleren Preissegment, ebenso wie GSO und Meade. Natürlich haben die genannten Vier auch ein höherwertiges Programm, aber das nur nebenbei.

Viele Grüße

Carsten
 
Hi

Zitat von incal:
Mit der Farbreinheit meint man eigentlich APOs, die noch teurer als die achromaten sind, oder.

Genau. Das liegt primär daran, dass 'Bessere' Glassorten verwendet werden, teils auch mehr als nur 2 Linsen dasObjektiv bilden, dass bei dem Anspruch ans Glas auch noch der "Rest" aufgewertet wird - also bessere Fassungen, soliderer Tubus, ordentlicher Okularauszug.

Pauschal kann man noch zur Abbildungsqualität in der Richtung sagen, dass es möglichst langsame Öffnungsverhältnisse sein sollten - also lieber f/8 oder gar f/15 anstatt für Fotografen attraktivere f/5 oder f/6.
Aber es muss nicht unbedingt ein Refraktor sein.
Newtons sind zwangsweise Farbrein. Da sollte man allerdings darauf achten, dass der Fangspiegel möglichst klein ausfällt.
Ähnliches gilt für Maksutovs - die bilden zwar nicht absolut farbrein ab, aber dennoch sehr gut (wobei mir das wirklich nur auffällt, wenn ich Mondaufnahmen anfertige und dann die Farbsättigung hochziehe). Auch hier hat man Vorteile, wenn die Abschattung durch den idr. aufgedampften Fangspiegel möglichst gering ist. Ferner bekommt man vergleichsweise große Öffnungen noch auf bezahlbaren und transportablen Montierungen unter.
Reine Reflektoren und Refraktoren sind da durch den längeren Hebel empfindlicher.

edit:
Oder so wie von Carsten vorgeschlagen ein Dobson - also ein Newton in einer Art Holzkiste als Montierung. Was einem Montierungsmäßig angenehm ist, sollte man auch unbedingt ausprobieren.

cs
Jürgen
 
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Ich bin über den Artikel zur Astrofotographie auf Traumflieger.de dazu gekommen. http://www.traumflieger.de/workshop/photoworkshops/astro/mond/astroworkshop_mond.php

Den Artikel habe ich einfach aus Neugier aufgerufen, wie so vieles anderes auch. Es ist also nicht so, dass ich jetzt unbedingt Astrofotographie betreiben will.

Dann habe ich mich über den Telementor etwas schlau gemacht und wie gesagt eigentlich nichts schlechtes über ihn gelesen.

Vielleicht muss ich dazu noch sagen, dass ich mir vor etwa einem Jahr oder mehr ein neues Danubia-Dörr (Delta 20 meinte ich) gekauft hatte. Es bot sich die Gelegenheit und der Aktions-Preis war so tief, dass ich nichts zu riskieren hatte. Es kam dann wie erwartet, dass ich den Mond einmal durch das Ding anschaute, nicht zufrieden war und es dann sogleich wieder online verhökerte.

Also da ich ja schon beinahe bereit war, für einen Telemator 1200 springen zu lassen, könnte ich etwa diese Summe in etwas zeitgemässeres fliessen lassen. Aber mehr dann auch nicht. Ein 150/1200mm Refraktor von Skywatch kostet da ja 'nur' knapp 700 Euro zum Vergleich. Und ich denke, der wird allemal besser als der Telementor sein.

Das Teil werd ich schon irgendwie transportieren müssen, aber einen Wagen hab ich jetzt nicht. Würde mit einem Wagen eines Bekannten fahren oder so.

Einen Teleskoptyp bevorzuge ich so nicht, mir wäre wichtiger, dass der Aufbau stabil ist und die Planeten möglichst gut abgebildet werden. Aber das wollen ja alle :)
Einen elektronischen Sternenfinder brauch ich jetzt nicht. Eine Nachführung wäre vielleicht nicht schlecht aber Priorität hat das für mich jetzt nicht (vielleicht bereue ich ja bald, das so gesagt zu haben lol). Das Justieren wäre ja eine Frage der Uebung, das traue ich mir zu - ist also auch kein wichtiger Punkt. Das mehrstündige Herabkühlen eines Teleskopes wäre mir schon unbequemer.

Wie bringt man so ein kühles Ding eigentlich wieder am besten auf Zimmertemperatur, so dass die Erwärmung möglichst spurlos an der Optik vorbeigeht? Das ist doch auch ein Problem, oder.

Zu Hause hab ich kaum Platz, nur einen sehr, sehr kleinen Balkon.





 
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Zitat von incal:
Ein 150/1200mm Refraktor von Skywatch kostet da ja 'nur' knapp 700 Euro zum Vergleich. Und ich denke, der wird allemal besser als der Telementor sein.

[...]

Einen Teleskoptyp bevorzuge ich so nicht, mir wäre wichtiger, dass der Aufbau stabil ist und die Planeten möglichst gut abgebildet werden.

Hallo,

das ist leider ein Widerspruch in sich. Der 150/1200mm Refraktor von Skywatcher ist kein Teleskop für die Planetenbeobachtung und auch kein Apochromat. Der Farbfehler wird dir recht schnell den Beobachtungsspaß verderben. Auch die viel beworbenen Filter gegen den Farbfehler nützen da nicht wirklich etwas.

Abgesehen davon ist der Refraktor so groß und schwer, dass er, um vernünftig montiert zu sein, schon die EQ-6 erfordert. Diese kostet neu nochmals um die 1000,- €.

Viele Grüße

Carsten
 
Wie bringt man so ein kühles Ding eigentlich wieder am besten auf Zimmertemperatur, so dass die Erwärmung möglichst spurlos an der Optik vorbeigeht? Das ist doch auch ein Problem, oder.

Hallo incal,

Teleskope halten es ohne Probleme aus, von der warmen Wohnung raus in die Kälte gestellt zu werden. Umgekehrt gilt das genauso. Durch die Temperaturanpassung geht nichts kaputt. Nur wird die warme und feuchte Luft in der Wohnung dafür sorgen, das die kalte Optik schnell beschlägt. Das verdunstet allerdings wieder.
 
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Ich beobachte vom Balkon und ein 150/1200mm-Refraktor wäre mir persönlich da viel zu groß! Meinen 100/1000mm finde ich schon beeindruckend in der Größe. Das sollte man bei Teleskopen nicht unterschätzen. Ich plädiere für den Anfang lieber klein, aber dafür fein.



Würdest du denn auch vom Balkon aus beobachten wollen? Ist der nach Süden raus?



CS,
Chris
 
Ich kann Dir das Buch "Der Moonhopper" empfehlen. Dort findest Du neben vielen Tipps zur Mondbeobachtung auch eine gute Zusammenfassung der einzelnen heute erhältlichen Teleskoptypen sowie deren Eignung für die Mondbeobachtung mit einer tabellarischen Übersicht der Vor- und Nachteile jeden Typs. Der Tenor liegt aber darauf, dass sie im Grunde alle irgendwie geeignet sind.

Ok Chris, ich werde mal schauen, dass ich mir das Buch besorgen kann.




Daher kann ich auch deine Ablehnung eines Spiegelteleskops nicht ganz verstehen, da diese keinerlei Farbfehler aufweisen und dazu deutlich günstiger als Linsenteleskope sind.

Ja, das stimmt schon, ich war da etwas skeptisch. Hatte irgendwas gelesen oder falsch verstanden. Aber jetzt werde ich mal nach den Spiegelteleskopen Ausschau halten.



Newtons sind zwangsweise Farbrein. Da sollte man allerdings darauf achten, dass der Fangspiegel möglichst klein ausfällt.

Danke, das merk ich mir. Habe das so nirgendwo gelesen.



Würdest du denn auch vom Balkon aus beobachten wollen? Ist der nach Süden raus?

Nein, der ist voll nach Norden. Aber mit dem Danubia konnte ich den Mond trotzdem mal vom Balkon aus sehen.. Aber sonst geht er die meiste Zeit schon eher hinten durch, wo ich ihn nicht sehe.




Die Dobsons scheinen mir noch gut transportierbar. Vielleicht mach ich gleich selber so ein Teil mit Rockbox XD.


Hisaak, ich dachte eben, das Kondenswasser könnte Flecken hinterlassen.




Ähnliches gilt für Maksutovs - die bilden zwar nicht absolut farbrein ab, aber dennoch sehr gut (wobei mir das wirklich nur auffällt, wenn ich Mondaufnahmen anfertige und dann die Farbsättigung hochziehe)


Was für eine Kamera hast du da an welchem Teleskop für die Fotographie montiert?


Danke nochmals für eure Antworten!
 
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Die Dobsons scheinen mir noch gut transportierbar.

Wenn sie nicht zu groß sind. Von Skywatcher gibt es einen 130/650 mit einschiebbarem Tubus. Der ist billig, klein, leicht und vor allem schnell am Start. Für Planeten nicht optimal, aber ein reeller Kompromiss.

Hisaak, ich dachte eben, das Kondenswasser könnte Flecken hinterlassen

Nur wenn man es abwischt.

Gruß
Martin
 
Zitat von incal:
Aber jetzt werde ich mal nach den Spiegelteleskopen Ausschau halten.

Und falls dir keines gefällt, schau dir mal den Individual Refraktor 102/1100mm an bzw. durch (trotz 12" Dobson mein bevorzugtes Beobachtungsgerät für Mond und Planeten).
Der Farbfehler ist minimal und er läßt sich auch noch auf einer ADM montieren. Den Restfarbfehler - falls er überhaupt auffällt - bekommt man mit einem Baader Kontrast Booster Filter in den Griff.
 
Ja, Möglichkeiten gibt es Viele! Nimm Dir aber ruhig Zeit. Kauf Dir von mir aus den Fernrohrführerschein in 4 Schritten oder lese dir in Ruhe die gängigen Internetseiten für Einsteiger durch. Auf jeden Fall gibt es eine Menge zu lernen. Ich würde nicht sofort etwas kaufen.


CS,
Chris
 
Und falls dir keines gefällt, schau dir mal den Individual Refraktor 102/1100mm an bzw. durch (trotz 12" Dobson mein bevorzugtes Beobachtungsgerät für Mond und Planeten).

Hab das Teil mal auf Teleskop-Express angeschaut, Danke für den Hinweis.

Die beiden Bücher hab ich schon mal bestellt!

Wofür steht eigentlich das CS bei den beiden Chris?

Wenn sie nicht zu groß sind. Von Skywatcher gibt es einen 130/650 mit einschiebbarem Tubus. Der ist billig, klein, leicht und vor allem schnell am Start. Für Planeten nicht optimal, aber ein reeller Kompromiss.

Ach, ich denke, wenn ich schon was kaufe, dann gleich etwas, womit auch die erfahreneren Leute zufrieden sind. Also wenn du sagst, für Planeten sei der nicht optimal, dann lass ich mal schön die Finger davon. ;)

Uebrigens, ich habe noch die Bauteile für das Baumarktteleskop von Astromedia. Also nur die Linsen und die Halterung, die Rohrteile muss ich noch irgendwo kaufen. Hat einer schon mal durch so ein Ding mit Astromedialinsen durchgeschaut?


Danke und Grüsse!
 
CS steht für Clear Skies (klare Himmel).
 
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Ach das Baumarktteleskop von Astromedia! Ist ja süß! Das ist ein Achromat mit 40mm Durchmesser. Da kann man am Mond schon ne richtige Entdeckungsreise machen. Es soll Leute geben, die mit so einem kleinen Fernrohr ihr ganzen Leben beobachten, also probieren geht über studieren!


Ansonsten würde ich Dir wirklich empfehlen, Dir einen Überblick zu schaffen, was es überhaupt alles für Teleskope gibt, welche Vor- und Nachteile diese haben, wie diese Montiert werden, welche Vor- und Nachteile diese Montierungs-Typen haben. Dann kannst du viel besser entscheiden, was denn ungefähr das richtige Teleskop für dich sein mag. Wenn du noch die Möglichkeit hast, in deiner Nähe Hobby-Astronomen mal über die Schulter zu schauen, wäre das eine super Ergänzung, denn dadurch kannst du direkt Teleskope vergleichen und bekommst so einen prima Eindruck davon.


Mein erstes Teleskop war ein TAL 150/1200mm Newton (das Kaufhausteleskop 60/700mm zähle ich mal nicht mit), den ich mir nach langem überlegen gekauft hatte. Der ist ein bisschen schwer gewesen, aber ich konnte damit leben. Heute bevorzuge ich aber Teleskope, bei denen ich hinten durchschauen kann, z.B. Linsenteleskope. Dies kann sich aber wieder ändern. Beobachtungsumstände, Lebensumstände ändern sich ja auch immer mal.


Sehr empfehlen kann ich auch den Astroführer von Klaus Lindner, Eine Anleitung zur Beobachtung von Himmelserscheinungen den gibt es zum Beispiel bei Amazon gebraucht für recht wenig Geld! Das war mein erster Astroführer, der an Aktualität nur wenig eingebüßt hat, mein Lieblingsastrobuch! ;) Da ist auch ein Bild vom Telementor drin! :) Meiner Meinung nach gibt es heute nichts viel Besseres als erste Anleitung.



CS,
Chris
 
Hallo incal,
der Telementor und der Telemator stellen Geraete dar, wie sie in derart hoher Qualitaet heute in dieser Groessenordnung nicht mehr gebaut werden. Es handelt sich bei dem verwendeten Objektiv C 63/840 zwar nur um einen einfachen verkitteten Achromaten (kein Fraunhofer-Typ, bei FH-Objektiven sind die Innenradien der beiden Linsen aufgespalten, um die achsnahe Koma zu korrigieren), der jedoch nach den Fertigungsstandards fuer wissenschaftliche Instrumente gefertigt wurde, d.h. mit sehr kleinen Toleranzen. Ebenso unuebertroffen ist die mechanische Ausfuehrung der Geraete, die auch zu Messzwecken im Rahmen des Schulunterrichts dienen sollten. Ich habe die Moeglichkeit, mit den unterschiedlichsten Geraeten zu beobachten, doch ist das von mir fuer private Beobachtungen meistbenutzte Teleskop (abgesehen vom Feldstecher) ein Telementor. Auch wenn fuer den gleichen Preis ein wesentlich groesseres Geraet erhältlich waere, wuerde ich stets dem Telementor den Vorzug geben, da es hinsichtlich optischer und mechanischer Qualitaet sowie Tranportabilitaet meiner Einschaetzung nach in seiner Groessenordnung unübertroffen ist. Sicher muesste ein Teleskop mit groesserer Oeffnung theoretisch ein hoeheres Aufloesungsvermoegen haben, doch werden Aufloesungsvermoegen, Bilddefinition und Kontrastleistung gerade bei billigen Teleskopen oft von der Qualitaet der verwendeten optischen Elemente limitiert. Insbesondere fuer Mond-und Planetenbeobachtung ist ein kleines aber perfektes Fernrohr einem groesseren Teleskop von maessiger Qualitaet daher meiner Einschaetzung nach vorzuziehen. Leider hat Zeiss die Herstellung des Telementors schon vor vielen Jahren eingestellt, solltest Du jedoch die Moeglichkeit haben, ein gebrauchtes Exemplar zu einem ertraeglichen Preis erwerben zu koennen, wuerde ich ernsthaft erwaegen, zuzugreifen.
CS Willi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo "incal"

Das Telementor ist zu einer Zeit entstanden, als der Himmel dunkler, das Geld und Material knapper - und trotzdem der qualitative Anspruch allgemein noch höher war. ;)
Daher die für heutige Verhältnisse kleine Öffnung von 2,5" = 63mm.
Das Komplett-Fernrohr kostete ungefähr 1 bis 4 Monats-Gehälter der DDR! (Telementor-2 ca. 1400 MDM, Telemator ca. 3000 MDM in 1989/1990).

Heute könnte ich dieses Fernrohr als Neuanschaffung nicht mehr definitiv empfehlen, würde aber auf jeden Fall vom Verkauf abraten!
Wenn man es einmal hat, sind die Möglichkeiten (gemessen an der Öffnung) - beachtlich, aber genau das ist das Problem: Sowohl Lichtsammlung als auch Auflösung sind klar begrenzt.
Epsilon-Lyra wird z.B. klar getrennt (das schafft übrigens auch noch das C50/540-Objektiv ganz knapp!), aber am Planeten ist mir die Öffnung einfach zu klein.
Hier kommt es auch auf die Erfahrung und Seh-Schärfe des Beobachters an!
Michael alias "NONSENS" hat mit den kleinen Zeiss-Objektiven ganz erstaunliche Detail-Beobachtungen gemacht, das gelingt mir nicht ansatzweise...

Auch war ich sehr erstaunt, daß der Telementor-2 in Sachen Farbreinheit meinen Vixen 102M (f/10) recht klar schlägt, aber der 4-Zöller ist für mich immer noch das leistungsstärkere Gerät.

Wenn man das ehemalige Preisniveau ansetzt (die Monatsgehälter), dann gibt es heute für ca.2000 bis 3000 Euro einige fantastische Apochromaten in 4 Zoll - kompakt und lichtstark sowie völlig farbrein.
Dazu würde ich dann z.B. raten.
Nach wie vor empfinde ich einen guten(!) 4-Zoll Refraktor als "DAS Fernrohr" für Jedermann: noch kompakt/bezahlbar, aber schon genügend Leistung. Davon ausgehend kann später nach
Beobachtungs-Spezialisierung/wachsender Erfahrung (und Kontostand :/ ) in alle Richtungen weiter investiert werden - OHNE den 4-Zöller wegzugeben.

Ironischerweise merkt der Sterngucker dann viel später, daß ein größeres Fernrohr deutlich mehr Aufwand bedeutet (Platz, Zeit, Aufbau, Empfindlichkeit gegen Luftunruhe) - und kramt das kleinere wieder öfter hervor...
Mit etwas Geduld und durch jahrelange Übung machen diese Beobachtungen dann genausoviel Spaß wie am großen Gerät.
Hier muß und darf jeder Sterngucker seinen ganz persönlichen Weg zum Wunschgerät finden (egal ob Linse oder Spiegel)!

Also:
Ein Telementor als Erstgerät?: ich weiß nicht recht.. (außer für Optik-/Mechanik-Freaks und Sammler.
als kleineres Zweitgerät?: Gern, wenn das Geld nicht schmerzt und die Erwartungen nicht unrealisitsch sind.


viele Grüße, Jan.
 
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