Mond und Venus im 10x50 Fernglas

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selenograph

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Hallo Sternfreunde,

als ich heute morgen 6.45 Uhr aus dem Fenster schaute, lachte mir der Mond von einem tiefblauen Himmel entgegen. Sofort griff ich von der Mondsucht erwischt zu meinem Zeiss Jenoptem 10x50W. Was ich dann sah war einfach phantastisch. Der Terminator teilte die Regenbogenbucht, wobei der westliche Teil des Juragebirges beleuchtet bis zum Kap Laplace weit in die Nachtseite des Mondes reichte. Ich hatte den "Goldenen Henkel" noch nie so beim abnehmenden Mond gesehen. Durch die starke östliche Libration war Grimaldi mit seinem dunklen lavaüberfluteten Becken besonders gut zu beobachten, da er deutlich weiter vom Mondrand entfernt war. Weiterhin fiel mir auf, dass der südöstliche Teil des Mondes besonders hell strahlte. In der Nähe des Kraters Byrgius (den ich natürlich im Fernglas nicht sah) war ein besonders heller Fleck. Als ich mich nach einiger Zeit satt gesehen hatte schaute ich zur Venus und konnte meinen Augen kaum glauben. Eine eindeutig sichtbare, wunderschöne Venussichel. Ich wußte zwar, das die Venus z. Z. recht groß ist, aber diesen Anblick in einem Fernglas hätte ich nicht erwartet.
Nach dieser Beobachtung bestens gelaunt, ging ich zum Frühstück.
 
Hallo Ralf,

das ist eine interessante Beobachtung!

Wir haben schon vor einiger Zeit diskutiert wie wohl die Juraberge
(der "Goldene Henkel" bei zunehmendem Mond) wohl bei abnehmendem
Mond aussehen? Wars wirklich ein Henkel oder eher "Hörner"?

Also in einem Monat hab ich ja wieder eine Chance beim Frühstück!

Viele Grüsse
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

der Anblick erinnerte beim abnehmenden Mond wirklich eher einem "Horn" oder einem "Steg in die Dunkelheit" als einem "Henkel". Wahrscheinlich liegt es daran, dass der westliche Teil des Juragebirges nicht so stark gebogen erscheint, wie der östliche Teil bei zunehmendem Mond. Aber die Beobachtung ist auf jedem Fall sehr interessant. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich mir das ganze im Teleskop betrachten. Kap Laplace umgeben von der Dunkelheit ist bestimmt ein prachtvoller Anblick.
 
Hallo Ralf,

motiviert von Deinem schönen Beobachtungsbericht, habe ich heute morgen gegen 7:30 zum Fernglas (Leica Trinovid 10x50 BN) gegriffen. Die cremeweiße Sichel der Venus war ohne Stativ sehr gut zu beobachten! Der Mond hat sich ja mittlerweile an den Tag-/Abendhimmel abgesetzt.

Vor längerer Zeit habe ich gelesen, es gäbe Menschen, die ohne optische Hilfsmittel, d.h. mit bloßem Auge die Venussichel sehen können. Ist das möglich, bzw. kennt eventuell jemand eine Quellenangabe dazu?

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe,

ja solche Berichte gibt es immer wieder. Ende Dezember 2005 wurde
auf der amastro Gruppe darüber diskutiert und einige Beobachter
konnten das bestätigen: siehe http://groups.yahoo.com/group/amastro/

Mir ist es mit freiem Auge nicht gelungen die Venussichel zu
erkennen. Bei einem Beobachtungsversuch am 8.Jan.2006 benötigte ich
ein kleines "Fernrohr" mit 1,7-facher Vergrösserung:
http://www.waa.at/bericht/2006/01/20060110wvo16.html

Viele Grüsse
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

herzlichen Dank für den Pointer zur amastro Yahoo!-Gruppe und vor allem zu Deinen Beobachtungsberichten!

Ich finde es sehr interessant, wie Du Dich der Venussichel schrittweise, ausgehend von bloßen Auge und dann mit einem 50 mm Objektiv plus Okular (1,7x Vergrößerung) "genähert" hast.

Vor einiger Zeit - während einer Abendsichtbarkeit der Venus - hatte einmal ein Bekannter von mir behauptet, er könne die Sichelgestalt der Venus mit bloßem Auge erkennen. Mir war das damals nicht gelungen, aber bei nächster Gelegenheit werde ich es nochmal versuchen.

Viele Grüße
Uwe
 
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