TiScho
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Hallo!
Ich will Euch mal kurz über eine wirklich tolle Mondbeobachtung von Mittwoch berichten:
Die Bedingungen waren scheinbar ideal, denn ein solch gestochen scharfes Bild von der Mondoberfläche hat mir mein 60/700 Refraktor von Aldi vorher noch nie geboten. den Kauf eines solchen Gerätes kann ich trotz des niedrigen Preises nicht empfehlen, da die Montierung unerträglich wackelt. Für die Mondbeobachtung mit 12,5mm Okular, also 56-facher Vergrößerung, tut er es jedoch durchaus. Höhere Vergrößerungen machen dann keinen Spaß mehr, da der Mond zu schnell aus dem Bild wandert und das Nachführen reines Glücksspiel ist.
Der acht Tage alte Mond stand also günstig und steil über meinem Balkon und hatte bei der Betrachtung mit bloßem Auge keinen Hof.
Ich konzentrierte meine Betrachtung mit 56-facher Vergr. auf den Terminatorbereich und begann im oberen Teil.
Die Mondalpen hatte ich zuvor schon häufig gesehen, in Terminatornähe boten sie jedoch einen wirklich schönen Anblick und ihre Schatten zeichneten sich klar auf dem hellen Untergrund ab. Erstmals konnte ich auch den scharfen Einschnitt des Alpentales erkennen, welcher sich wie eine Messerkerbe quer zum Alpenverlauf darstellte. Schon beeindruckend, wenn man sich vorstellt, daß diese Schlucht "nur" etwa 10 Km breit und trotzdem von meinem Balkon aus zu erkennen ist.
Die kleinsten erkennbaren Details in diesem Areal, die ich identifizieren konnte, waren Mons Pico und Pico K. Der "Virtual Moon Atlas", ein tolles Freeware Programm, gibt die Größe von Pico K übrigens mit 3x3Km an und nennt als Mindestanforderung einen 200mm Reflektor!
Die gegend um den großen Krater Archimedes mit dem südlich anschließenden Gebirge Montes Archimedes war ebenfalls sehr schön zu erkennen, ebenso Aristillus, Autolycus und Timocharis. Auch der kleine Krater Bancroft war zu sehen.
Noch wesentlich beeindruckender als die Alpen, stellten sich die Montes Apenninus dar. An ihrem nördlichen Ende, am Fuße des Mons Hadley landete am 26. Juli 1971 Apollo 15. Was für ein Anblick muß das gewesen sein! Die Astronautenstatue, welche die Mondfahrer dort hinterlassen haben, konnte ich leider nicht erkennen... :/
Der südlich der Apenninen gelegene Krater Eratosthenes lag direkt im Terminator. Dieser gigantische, 3500m(!) hohe Krater beeindruckte mit tollem Schattenwurf. Den flachen Stadius, südlich davon, konnte ich allerdings nicht erkennen.
Am südlichen "Ufer" des Mare Nubium konnte ich sogar die Rupes Recta und den kleinen Krater Birt identifizieren. Dieser kleine Krater ist nur 17x17 Km groß, aber 3400 m hoch, wenn man dem Virtual Moon Atlas Glauben schenkt...
Zum Schluß ließ ich meinen Blick noch über die zerklüftete Mondlandschaft im Süden schweifen. Besonders gefallen hat mir hier der Krater Clavius, aus dem sehr schön seine kleinen Geschwister Clavius C und D herauslugten.
Insgesamt habe ich bestimmt 2 Stunden damit verbracht, den Mond zu betrachten und freue mich schon auf die nächste klare Nacht!
Viele Grüße
Tim
Ich will Euch mal kurz über eine wirklich tolle Mondbeobachtung von Mittwoch berichten:
Die Bedingungen waren scheinbar ideal, denn ein solch gestochen scharfes Bild von der Mondoberfläche hat mir mein 60/700 Refraktor von Aldi vorher noch nie geboten. den Kauf eines solchen Gerätes kann ich trotz des niedrigen Preises nicht empfehlen, da die Montierung unerträglich wackelt. Für die Mondbeobachtung mit 12,5mm Okular, also 56-facher Vergrößerung, tut er es jedoch durchaus. Höhere Vergrößerungen machen dann keinen Spaß mehr, da der Mond zu schnell aus dem Bild wandert und das Nachführen reines Glücksspiel ist.
Der acht Tage alte Mond stand also günstig und steil über meinem Balkon und hatte bei der Betrachtung mit bloßem Auge keinen Hof.
Ich konzentrierte meine Betrachtung mit 56-facher Vergr. auf den Terminatorbereich und begann im oberen Teil.
Die Mondalpen hatte ich zuvor schon häufig gesehen, in Terminatornähe boten sie jedoch einen wirklich schönen Anblick und ihre Schatten zeichneten sich klar auf dem hellen Untergrund ab. Erstmals konnte ich auch den scharfen Einschnitt des Alpentales erkennen, welcher sich wie eine Messerkerbe quer zum Alpenverlauf darstellte. Schon beeindruckend, wenn man sich vorstellt, daß diese Schlucht "nur" etwa 10 Km breit und trotzdem von meinem Balkon aus zu erkennen ist.
Die kleinsten erkennbaren Details in diesem Areal, die ich identifizieren konnte, waren Mons Pico und Pico K. Der "Virtual Moon Atlas", ein tolles Freeware Programm, gibt die Größe von Pico K übrigens mit 3x3Km an und nennt als Mindestanforderung einen 200mm Reflektor!
Die gegend um den großen Krater Archimedes mit dem südlich anschließenden Gebirge Montes Archimedes war ebenfalls sehr schön zu erkennen, ebenso Aristillus, Autolycus und Timocharis. Auch der kleine Krater Bancroft war zu sehen.
Noch wesentlich beeindruckender als die Alpen, stellten sich die Montes Apenninus dar. An ihrem nördlichen Ende, am Fuße des Mons Hadley landete am 26. Juli 1971 Apollo 15. Was für ein Anblick muß das gewesen sein! Die Astronautenstatue, welche die Mondfahrer dort hinterlassen haben, konnte ich leider nicht erkennen... :/
Der südlich der Apenninen gelegene Krater Eratosthenes lag direkt im Terminator. Dieser gigantische, 3500m(!) hohe Krater beeindruckte mit tollem Schattenwurf. Den flachen Stadius, südlich davon, konnte ich allerdings nicht erkennen.
Am südlichen "Ufer" des Mare Nubium konnte ich sogar die Rupes Recta und den kleinen Krater Birt identifizieren. Dieser kleine Krater ist nur 17x17 Km groß, aber 3400 m hoch, wenn man dem Virtual Moon Atlas Glauben schenkt...
Zum Schluß ließ ich meinen Blick noch über die zerklüftete Mondlandschaft im Süden schweifen. Besonders gefallen hat mir hier der Krater Clavius, aus dem sehr schön seine kleinen Geschwister Clavius C und D herauslugten.
Insgesamt habe ich bestimmt 2 Stunden damit verbracht, den Mond zu betrachten und freue mich schon auf die nächste klare Nacht!
Viele Grüße
Tim