TiScho
Aktives Mitglied
Hallo Mondfreunde!
Der Übersichtlichkeit halber, eröffne ich hiermit einen Thread, in welchem ich meine zukünftigen, visuellen Mondbeobachtungen schriftlich festhalte.
Jeder ist herzlich eingeladen, hier seine eigenen Berichte abzulegen und somit einen Thread zu schaffen, in dem alle Mondinteressierten Inspiration und Anregung für eigene Beobachtungen finden können.
Heute beginne ich mit der Beobachtung vom gestrigen Samstag, den 16.02.08.
Der Mond war ca. 9 Tage alt, der Himmel sehr klar und die Luft recht trocken. Leider leichte Luftunruhe, vermutlich durch aufsteigende Stadtwärme bei Minusgraden, so daß oft ein leichtes Wabern zu sehen war.
Beobachtet habe ich mit einem Vixen 102/1000 Refraktor und TS Planetary Okularen 9mm(111x) und 5mm(200x).
Mein erster Blick fällt mitten in das Mare Imbrium. Die Basaltfluten des Regenmeeres wirkten in der tiefstehenden Sonne absolut glatt und so kamen die vereinzelten Krater besonders gut zur Geltung. Le Verrier und Helicon ragten ziemlich einsam aus der glatten Tiefebene, während weiter nordwestlich die kleinen Gebirgszüge der Montes Recti und Teneriffe hervorstachen. Die Teneriffaberge hatten annähernd die Form eines Hühnerfußes.
Am nordwestlichen Ende des Mare Imbrium zeigte sich mir die schönste Formation dieses neunten Mondtages. Hier lief das glatte Regenmeer in seichten Wellen in den Sinus Iridum aus und verschwand dabei langsam im Schatten des Terminators.
Den Eingang zum Sinus bildeten im Nordosten das Promontorium Laplace und im Südwesten das Prom. Heraclides. Der kleine, 9x9 Km große Krater Laplace A liegt etwa auf halber Strecke zwischen diesen beiden Kaps und markiert den Eingang in diese großartige, 236 Km durchmessende Bucht.
In diesem Bereich beginnen auch die sanften Wellen, welche in den Sinus laufen, für die ich jedoch weder im Rükl noch im VMA eine Bezeichnung finde.
Das Kap Laplace warf einen schätzungsweise 80-90 Kilometer langen Schatten in westliche Richtung und tauchte somit einige schroffe Felsen(unbenannt) in schauriges Zwielicht.
Nordwestlich des Prom. Laplace zog sich das rauhe Gebirge weiter, über die Krater Maupertuis und Bianchini zu dem absoluten Highlight (im Wortsinne): Die Montes Jura, welche den Abschluß des Sinus Iridum bilden, lagen zwar im tiefschwarzen Schatten, ihre Gipfel jedoch wurden von der Sonne grell beleuchtet und bildeten so den berühmten "goldenen Henkel". Ich kann nur jedem raten, sich diesen Anblick heute abend noch einmal zu gönnen, eigentlich müßte das Schauspiel dann noch immer zu sehen sein.
Ich will nicht alle Einzelheiten beschreiben, aber ein weiterer Höhepunkt des gestrigen Abends waren die Karpaten.
Als südliche Grenze des M. Imbriums waren gestern wirklich viele Einzelheiten zu erkennen. Natürlich die relativ großen Krater Gay Lussac und Tobias Meyer (nein, kein Zeitgenosse, sondern ein deutscher Astronom des 18. Jahrhunderts), aber auch einige kleinere.
Südlich davon wieder einmal einer der schönsten Krater überhaupt, Copernicus, in den man gestern wirklich gut hineinschauen konnte, um in seiner Mitte einige Felsformationen zu erkennen. Sein westlicher Rand warf einen schönen Schatten in Richtung Mare Insularum, welches einen wesentlich rauheren Eindruck machte, als das M. Imbrium.
Südwestlich davon, unterbrochen durch die beiden beeindruckenden Einschläge von Reinhold und Lansberg, das Mare Cognitum mit den Landestellen von Apollo 12 und ca. 100Km östlich davon Apollo 14, direkt am Nordrand von Fra Mauro.
Weiter südlich, am westlichen Rand des Mare Nubium, fiel mir gestern besonders der große Krater Bullialdus, mit seiner Randhöhe von 3500m und einem Durchmesser von 36x36 Km auf. Schön waren auch seine kleinen Brüder A+B zu sehen, sowie der Krater König. Sogar Kies, welcher sonst aufgrund seiner geringen Höhe (380m) oft verschwindet, war in der tiefen Sonne gut zu erkennen.
Weiter südwestlich wurde es zunehmend zerklüfteter und gebirgiger. Mir fielen hier noch die Rimae Hippalus auf, welche offenbar nachträglich noch einige schwere Einschläge zu verkraften hatten (Hippalus B, Agatharchides).
Am Schluß betrachtete ich noch einige Zeit die Gebirge und Riesenkrater im Süden, welche zu beschreiben mir hier aber die Muße fehlt.
Auf bald und viel Spaß beim Beobachten
Tim
Der Übersichtlichkeit halber, eröffne ich hiermit einen Thread, in welchem ich meine zukünftigen, visuellen Mondbeobachtungen schriftlich festhalte.
Jeder ist herzlich eingeladen, hier seine eigenen Berichte abzulegen und somit einen Thread zu schaffen, in dem alle Mondinteressierten Inspiration und Anregung für eigene Beobachtungen finden können.
Heute beginne ich mit der Beobachtung vom gestrigen Samstag, den 16.02.08.
Der Mond war ca. 9 Tage alt, der Himmel sehr klar und die Luft recht trocken. Leider leichte Luftunruhe, vermutlich durch aufsteigende Stadtwärme bei Minusgraden, so daß oft ein leichtes Wabern zu sehen war.
Beobachtet habe ich mit einem Vixen 102/1000 Refraktor und TS Planetary Okularen 9mm(111x) und 5mm(200x).
Mein erster Blick fällt mitten in das Mare Imbrium. Die Basaltfluten des Regenmeeres wirkten in der tiefstehenden Sonne absolut glatt und so kamen die vereinzelten Krater besonders gut zur Geltung. Le Verrier und Helicon ragten ziemlich einsam aus der glatten Tiefebene, während weiter nordwestlich die kleinen Gebirgszüge der Montes Recti und Teneriffe hervorstachen. Die Teneriffaberge hatten annähernd die Form eines Hühnerfußes.
Am nordwestlichen Ende des Mare Imbrium zeigte sich mir die schönste Formation dieses neunten Mondtages. Hier lief das glatte Regenmeer in seichten Wellen in den Sinus Iridum aus und verschwand dabei langsam im Schatten des Terminators.
Den Eingang zum Sinus bildeten im Nordosten das Promontorium Laplace und im Südwesten das Prom. Heraclides. Der kleine, 9x9 Km große Krater Laplace A liegt etwa auf halber Strecke zwischen diesen beiden Kaps und markiert den Eingang in diese großartige, 236 Km durchmessende Bucht.
In diesem Bereich beginnen auch die sanften Wellen, welche in den Sinus laufen, für die ich jedoch weder im Rükl noch im VMA eine Bezeichnung finde.
Das Kap Laplace warf einen schätzungsweise 80-90 Kilometer langen Schatten in westliche Richtung und tauchte somit einige schroffe Felsen(unbenannt) in schauriges Zwielicht.
Nordwestlich des Prom. Laplace zog sich das rauhe Gebirge weiter, über die Krater Maupertuis und Bianchini zu dem absoluten Highlight (im Wortsinne): Die Montes Jura, welche den Abschluß des Sinus Iridum bilden, lagen zwar im tiefschwarzen Schatten, ihre Gipfel jedoch wurden von der Sonne grell beleuchtet und bildeten so den berühmten "goldenen Henkel". Ich kann nur jedem raten, sich diesen Anblick heute abend noch einmal zu gönnen, eigentlich müßte das Schauspiel dann noch immer zu sehen sein.
Ich will nicht alle Einzelheiten beschreiben, aber ein weiterer Höhepunkt des gestrigen Abends waren die Karpaten.
Als südliche Grenze des M. Imbriums waren gestern wirklich viele Einzelheiten zu erkennen. Natürlich die relativ großen Krater Gay Lussac und Tobias Meyer (nein, kein Zeitgenosse, sondern ein deutscher Astronom des 18. Jahrhunderts), aber auch einige kleinere.
Südlich davon wieder einmal einer der schönsten Krater überhaupt, Copernicus, in den man gestern wirklich gut hineinschauen konnte, um in seiner Mitte einige Felsformationen zu erkennen. Sein westlicher Rand warf einen schönen Schatten in Richtung Mare Insularum, welches einen wesentlich rauheren Eindruck machte, als das M. Imbrium.
Südwestlich davon, unterbrochen durch die beiden beeindruckenden Einschläge von Reinhold und Lansberg, das Mare Cognitum mit den Landestellen von Apollo 12 und ca. 100Km östlich davon Apollo 14, direkt am Nordrand von Fra Mauro.
Weiter südlich, am westlichen Rand des Mare Nubium, fiel mir gestern besonders der große Krater Bullialdus, mit seiner Randhöhe von 3500m und einem Durchmesser von 36x36 Km auf. Schön waren auch seine kleinen Brüder A+B zu sehen, sowie der Krater König. Sogar Kies, welcher sonst aufgrund seiner geringen Höhe (380m) oft verschwindet, war in der tiefen Sonne gut zu erkennen.
Weiter südwestlich wurde es zunehmend zerklüfteter und gebirgiger. Mir fielen hier noch die Rimae Hippalus auf, welche offenbar nachträglich noch einige schwere Einschläge zu verkraften hatten (Hippalus B, Agatharchides).
Am Schluß betrachtete ich noch einige Zeit die Gebirge und Riesenkrater im Süden, welche zu beschreiben mir hier aber die Muße fehlt.
Auf bald und viel Spaß beim Beobachten
Tim