Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtbar?

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aths

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Ich schreibe gerade den neusten Beobachtungsbericht und schlage jetzt die Krater-Durchmesser der identifizierten Krater nach. Eindeutig habe ich einen Krater gesehen, der lt. Rükl nur 3 km Durchmesser hat. Das im 4-Zöller bei 131x. Ist das überhaupt möglich?

Andere Krater, mit 30 km Durchmesser, sah ich einwandfrei als Krater mit richtig rundem Krater-Rand. Ebenfalls bei 131x. Das erscheint mir irgendwie "zu gut".
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Hallo Arne,

schau mal auf dieser Seite "Was kann man auf dem Mond mit Teleskopen erkennen".

Die dortige Tabelle gibt Dir einen Überblick, was mit verschiedenen Teleskopen möglich sein sollte.

Damit liegst Du mit dem 3km Krater eigentlich unter der Sichtbarkeit.

Leider kann ich hier nicht mit Beobachtungserfahrung glänzen, vielleicht hast Du ja besonders gute Bedingungen gehabt?

@All
Weiss evtl. jemand, ob die Tabellendaten stimmen, oder ob es ähnliche Quellen im Internet gibt? Mich würde vor allem das praktische Auflösungsvermögen vom VLT und VLT mit Interferometrie interessieren. (Wegen Landegestell, Ihr wisst schon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

Viele Grüsse
Jens
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Gehen wir von folgender Überlegung aus - der scheinbare Durchmesser des Mondes am Himmel beträgt im Mittel 30'. Das Auflösungsvermögen guter Augen beträgt etwa 3'. Jedoch erreichen selbst große Krater wie Clavius oder Ptolemaeus nur scheinbare Ausdehnungen, die maximal diesen Wert annehmen. Vorweg - ich will es nicht ausschließen, das ein geübter Beobachter mit sehr guten Augen, nahe der Erdnähe des Mondes, und zusätzlich noch bei günstiger Beleuchtung, es vermag, große Krater als kleine undefinierbare Punkte auf der Mondoberfläche zu erahnen, aber diese nun definitiv als Krater zu entlarven, ist wohl nicht möglich. Die Mare-Gebiete sind wesentlich ausgedehnter, und somit das einzige wirklich evidente Detail, der Mondoberfläche, wie sie mit bloßem Auge wahrgenommen wird.

Quelle: http://www.serifone.de/
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Hi Stefan,

Arne meinte nicht mit blossem Auge sondern visuell (im Teleskop).
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Setzt man das Rayleight-Kriterium an, wäre bei ca. 2,3 km Schluss. Einige Krater mit 30 km Durchmesser habe ich als richtige schöne Krater gesehen. Ich kann kaum glauben, einen 3-km-Krater nicht nur als Punkt, sondern eben auch noch als Krater identifiziert zu haben. Werde das erst mal akzeptieren für den Bericht, aber auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit weitere Tests machen, bis wieviel km ein Krater als Krater sichtbar ist.
 
Rayleight-Kriterium ohne Aussage

Das Rayleight-Kriterium sagt nur etwas aus über die Auflösung zweier punktförmiger Lichtquellen. Es macht keinerlei Aussagen über die Erkennbarkeit von flächigen Strukturen z.B. auf Planeten und auf dem Mond.
Die Cassiniteilung im Saturnring ist z.B. 0,66" bis 0,73" breit, bei Schrägsicht auf das Ringsystem viel weniger. Da versagt das Raleighkriterium total, genauer gesagt, das Beispiel zeigt, dass man das R.K. nicht anwenden darf.
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Hallo aths,

JA.

ich habe mit 4" ebenfalls den Test gemacht und kann 3km große Krater als solche erkennen.

Liebe Grüße,

enzo
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Na da bin ich ja beruhigt, keiner Täuschung aufgesessen zu sein. Bis 3 km runter, so nah kann man rankommen... irre, finde ich.
 
Hallo zusammen,

gut möglich, dass ein so kleiner Krater visuell sichtbar ist, auch wenn der Krater kleiner sein sollte, als das rechnerische Auflösungsvermögen der verwendeten Optik. Am Mond muss nämlich der Sonnenstand berücksichtigt werden, durch den der Schattenwurf um ein mehrfaches größer sein kann, als das Kraterchen selbst. Vielleicht sollte die Beobachtung noch einmal bei einer etwas anderen Mondphase wiederholt werden; es würde mich nicht wundern, wenn dann nichts mehr zu sehen ist.

Grüße,

astroklaus
 
Re: Mondkrater mit 3 km Durchmesser visuell sichtb

Mich würde vor allem das praktische Auflösungsvermögenvom VLT und VLT mit Interferometrie interessieren.

Hier gibt es eine Mond-Aufnahme vom VLT mit adaptiver Optik:

http://www.eso.org/outreach/press-rel/pr-2002/phot-19-02.html

Laut ESO-Text liegt das Auflösungsvermögen bei 0.07", entsprechend ~130m auf der Mondoberfläche - also keine Chance, den Lander zu erkennen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Aus der Stadt heraus war mein Rekord mit einem Maksutov- Newton MN 76 ( 7 Zoll) unter einem mag4-Himmel und der Rhein-Main üblichen Dunstglocke zwei der kleinen Krater in Plato zu sehen. Die Vergrösserung war 525fach. Die Kraterchen sind < 3km. An der Alpentalrille ab ich mir aber die Zähne ausgebissen.
Berthold vom WIDATO
member of ALBi REO
www.widato.de
 
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