Mondkrater von oben und Seite 12.10.2014

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Starhead37

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Hallo,

ich war heute früh beim Warten auf Jupiter auch wieder bisschen auf dem Mond "spazieren". Nachdem Jupiter sich morgens auf einmal hinterm Nebel versteckte erwiesen sich die Mondbilder als willkommene Bearbeitungsabwechslung. Ganz witzig finde ich die Ansichten ganz am Mondrand, weil man da direkt die Kraterränder (von der Seite gesehen) "überstehen" sieht. :biggrin:
Setup wie letztes Mal: Meade ACF 16", Astronomik R, ASI120MM fokal.

Für eine größere Ansicht bitte rechte Maustaste auf Bild klicken -> "Grafik anzeigen"!

Theophilus:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-Theophilus-Drizzle15_034709_g3_b3_ap971a.jpg

Anaxagoras/Goldschmidt:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-Anaxagoras-Goldschmidt-Drizzle15_034121_g3_b3_ap378a.jpg

Hercules/Atlas:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-Hercules-Atlas-Drizzle15_032932_g3_b3_ap595a.jpg

Moretus und Mondrand mit tollen Bergen:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-Moretus-Drizzle15_033552_g3_b3_ap756a.jpg

Taruntius mit "Mond-X" oben rechts:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-Taruntius-Drizzle15_032227_g3_b3_ap285a.jpg


Viele Grüße,
Oliver

 
Hallo Oliver,

niemand sagt was? - Besonders mit dem Theophilus demonstrierst Du hier jedenfalls auf eindrucksvolle Weise, dass es sich auch hierzulande gelegentlich lohnen kann, einen 16-Zöller in Gang zu setzen. Der Gewinn an Detailzeichnung ist gegenüber meinen besten Ergebnissen mit 10" atemberaubend, und es gibt hier glücklicherweise wie auch schon bei Deinen vorausgegangenen Aufnahmen keine Mehrfachkonturen. Hättest Du vielleicht mal eine kleine Video-Kostprobe vom Seeing, falls es nicht zu viel Arbeit macht? Ich vermute mal, dass Du bei f/10 auch Belichtungszeiten um 1 ms hattest?

Gratulation und Gruß, Jan
 
Hallo Oliver

schöne, eindrucksvolle Mondbilder! Danke fürs Zeigen.

Klar, 16" sind eben 16", das sieht man..., aber dennoch ausgesprochen gut geschärft und bearbeitet.



Viele Grüße,
Christian
 
Danke Jan und Christian,

Jan: hier ein Ausschnitt der ersten 500 Frames. Ich musste es relativ schwach komprimieren, damit es nicht verwaschen aussieht. Es sieht jetzt wie das Original aus.
https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mond20141012-compressed-034709.avi

Belichtungszeit hatte ich knapp 1/100 Sekunde. Kürzere Zeiten bringen nahezu keinen Schärfevorteil mehr, sondern nur mehr Rauschen. Die Qualität der Bilder hat mich selbst verwundert, weil ich das Seeing nicht so gut einschätzte.
Die "Mehrfachkonturen"? Meinst Du die beugungsbedingten Überschwinger an sehr kontrastreichen Kraterrändern? Die sind nach wie vor vorhanden, aber die sind - optisch bedingt - nunmal da. Bei entsprechender Bearbeitung fallen sie einem aber weniger stark auf. Insgesamt versuche ich am Mond ein Überbelichten zu verhindern. Bei der Aufnahme und später bei der Bearbeitung. Dadurch kann ich die volle Dynamik aus dem Bild in 8bit/RGB darstellen, ohne etwas zu verlieren. Die Bilder sehen zwar kontrastreicher aus, wenn man Kraterränder überbelichtet, aber der Informationsgehalt sinkt dann tatsächlich je ungünstiger man belichtet oder bearbeitet.

@Christian: ja, die 16". Das klingt erstmal irgendwie prollig, aber anders kommt man an höhere Auflösung leider nicht ran. )-: Damit macht sogar Mond irgendwie Spaß, der Effekt hat sich am C8 nie so recht eingestellt! (-: Der Intes MK-91 würde mit der ASI120MM auch perfekt zusammenarbeiten, aber der liegt sicher verstaut im Gästezimmer. (-:

Was mich ja reizen würde wäre ein Mondmosaik in dieser Auflösung, aber die einzelnen Bildausschnitte sind so irre klein, dass es ewig dauern würde!

Viele Grüße,
Oliver
 
Moin Oliver!

Unnötig zu sagen, dass ich mich der Meinung meiner Vorredner anschließe :smiley47:

Worauf ich eigentlich eingehen wollte:
Zitat von Starhead37:
Was mich ja reizen würde wäre ein Mondmosaik in dieser Auflösung, aber die einzelnen Bildausschnitte sind so irre klein, dass es ewig dauern würde!
Ich hatte am 9.1.2003 mal ein Mosaik vom Halbmond angefertigt. Das waren "nur" 42 AVIs mit der Philips ToUcam 740K am C8 bei f/10. Mein guter Kumpel Gerd hat mir einige Zeit später ein schönes Poster (40 x 60 cm) davon angefertigt.

Hier mal das Mosaik mit einem hervorgehobenen Einzelbild:
Link zur Grafik: http://www.frank-specht.de/astronomy/images/moon/2003/20030109-moon-excerpt.jpg

Bei der Auflösung, die du hier anbietest, benötigst du höchstens die doppelte Anzahl an Einzelbildern :smiley64:

Aber dafür könntest du mit einem Meter-Poster punkten :Trost:
 
Hallo Oliver,

vielen Dank für den Videoausschnitt! Interessant zu sehen, wie langsam sich hier Phasen mit unterschiedlicher Detailauflösung abwechseln, und insgesamt ganz erstaunlich, welche Bildqualität Du am Ende aus diesem Videomaterial herausholen konntest.

Zitat von Starhead37:
Belichtungszeit hatte ich knapp 1/100 Sekunde. Kürzere Zeiten bringen nahezu keinen Schärfevorteil mehr, sondern nur mehr Rauschen.
Die Belichtungszeit erscheint mir bei dem relativ "langsamen" Seeing auch kurz genug. Bei meiner letzten Aufnahme von Theophilus war das Seeing sehr viel unruhiger, da schien mir die gewählte Belichtungszeit von 1,5 ms schon eher hilfreich. Vermutlich hast Du mit relativ geringem Gain arbeiten und auf diese Weise das Rauschen auf niedrigem Niveau halten können.

Zitat von Starhead37:
Die "Mehrfachkonturen"? Meinst Du die beugungsbedingten Überschwinger an sehr kontrastreichen Kraterrändern? Die sind nach wie vor vorhanden, aber die sind - optisch bedingt - nunmal da.
Nein, ich meine tatsächlich die Mehrfachüberlagerung von Bildern aufgrund von Unebenheiten in der einfallenden Wellenfront. Darüber hatte ich u.a. hier schon mal etwas ausführlicher berichtet. Von solchen "Geisterbildern" sind ja größere Teleskope in besonderer Weise betroffen, und deshalb können wir uns freuen, dass Du in dieser Hinsicht bei Deinen aktuellen Aufnahmen recht glückliche Bedingungen vorgefunden hast.

Gruß, Jan
 
Vielen Dank Jens, Frank und Jan.

@Frank: Dein Riesenmosaik ist von 2003 (!). Ich find das ja immer wieder cool, wenn Du zeigst was damals schon mit Webcam ging. Ich habe selbst lange Zeit eine Philips 740k benutzt und weiß, dass es nicht immer ganz einfach war damit ordentliche bilder zu bringen. Das ist schon eien Leistung. Von den 42 Einzelaufnahmen nicht zu reden. Ich hab da ein bisschen angst, dass ich nach zwei drei Videos zu weit fahre und mir dann hinterher ein Stück vom Mond fehlt! (-:

@Jan: ganz genau, den Gain hatte ich nahe Null. Das gibt recht ordentliches Rohmaterial und kommt den Stackingprogrammen vielleicht auch etwas zugute. (?) Dennoch funktioniert das Drizzlen besser, je mehr Bilder man nutzt, und so habe ich mich für eine Bildmenge von 800 aus 3000 entschieden (nach bisschen Rumprobieren).
Mit den Mehrfachkonturen, ich weiß was Du dann meinst. Das hatte ich oft mit einer Barlow im Einsatz, bzw. das ganze Bild hat ohne eine Zwischenoptik deutlich weniger Falschlicht, zumindest gibt mir das Material diesen Eindruck, ohne das wirklich messen zu können. Es hat jetzt an zwei verschiedenen Abenden geklappt, mal gucken wie sich das in den kommenden Monaten hält, es wird ja auch wieder kälter, mehr Heizungen werden eingeschaltet usw. (-:
Ich habe die Bilder mit und ohne Drizzlen verarbeitet und dabei festgestellt, dass anscheinend das Drizzlen einen deutlichen Auflösungsgewinn bringt. D.h. ein weiteres Plus zu dem fokalmäßig sehr guten Bildeindruck.

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo Oliver,

Ich bin total begeistert von Deinen Aufnahmen.
Besonders Theophilus, einfach klasse die feinen Details.

Gruß,
Holger
 
Zitat von Starhead37:
Ich habe die Bilder mit und ohne Drizzlen verarbeitet und dabei festgestellt, dass anscheinend das Drizzlen einen deutlichen Auflösungsgewinn bringt.
Hallo Oliver,

der Auflösungsgewinn ergibt sich hier nach meinem Verständnis auf der Wiedergabeseite. Was nämlich vielfach nicht beachtet wird, ist das begrenzte Auflösungsvermögen der Bildschirmwiedergabe aufgrund der Pixelstruktur der Bildschirmmatrix. Manche Astrofotografen glauben immer noch, dass ein für die Bildschirmwiedergabe geeigneter Abbildungsmaßstab prinzipiell mittels optischer Nachvergrößerung (Barlow bzw. Okularprojektion) bereits während der Aufnahme sichergestellt werden muss, selbst wenn sie sich damit im Oversampling-Bereich der Kamera bewegen.

Als besonderes Merkmal der Detailauflösung in Deiner Theophilus-Aufnahme betrachte ich die zweifelsfreie Abbildung von feinen Schichtstrukturen an einigen steilwandigen Objekten. Das deutet für mich auf eine Auflösung Deiner Kamera an der Grenze des theoretischen Auflösungsvermögens der Optik hin. Falls diese Strukturen ohne Drizzeln am Bildschirm nicht klar erkennbar sein sollten, dann kann das jedenfalls nicht an einer Fehlanpassung (Undersampling) der Kamera gelegen haben.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke Holger! (-:

@Jan: "Was nämlich vielfach nicht beachtet wird, ist das begrenzte Auflösungsvermögen der Bildschirmwiedergabe aufgrund der Pixelstruktur der Bildschirmmatrix". Hm. also Fakt ist Folgendes: wenn ich ein 1:1 Summenbild generiere, und es anschließend auf 1,5x vergrößere, dann hieße das ja, dass ich die gleichen Details nach anschließendem Schärfen herauskriegen müsste, wie bei dem 1,5x gedrizzlelten Bild, weil mir ja dann die Bildschirmmatrix nicht mehr im Weg steht. Das ist aber nicht der Fall (glaube ich - aus Faulheit gerade nicht nachgetestet). Wenn man sich anschaut was beim Drizzlen passiert, dann wird klar, dass es im Prinzip so funktioniert wie die Sache beim Autoguider mit der Mikropixelgenauigkeit beim Nachführen. Daher glaube ich, dass durch die Art der Überlagerung die Details in das 1,5x gedrizzlelte Bild gelangen. Das hat dann nichts mit der Bildschirmauflösung zu tun. Der Bildschirm gibt mir an, wie scharf aus einem bestimmten Betrachtungsabstand das Bild überhaupt werden kann. Wenn ich den Abstand richtig wähle, dann erhalte ich ein optimales Verhältnis zwischen Augenauflösung und Bildschirmauflösung. Mit anderen Worten: das ist immer gleich, weil ich nicht jeden Tag einen anderen Monitor nutze. (-:
Ich habe also nur die Möglichkeit, das Detail, das ich betrachten möchte, am Bildschirm zu vergrößern. Mit normalem Vergrößern erhalte ich keinen Detailgewinn gegenüber dem 1:1 Bild. Erst ein gedrizzleltes Bild liefert hier den Gewinn zwischen den "neu hinzugefügten Zeilen" beim gedrizzlelten Bild. Viel tiefer will ich da garnicht unbedingt reindenken und mich lieber auf die Praxis konzentrieren. (-: Es ist aber schwer erwünscht, dass sich hier weitere Gedanken verbeiten dürfen! (-:

Viele Grüße,
Oliver
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Oliver
@Christian: ja, die 16". Das klingt erstmal irgendwie prollig, aber anders kommt man an höhere Auflösung leider nicht ran. )-: Damit macht sogar Mond irgendwie Spaß, der Effekt hat sich am C8 nie so recht eingestellt! (-: Der Intes MK-91 würde mit der ASI120MM auch perfekt zusammenarbeiten, aber der liegt sicher verstaut im Gästezimmer. (-:
Ich habe leider nur ein C8. :( Habe aber dennoch Spaß, damit was zu machen. :) So ein 16-Zöller für die Fotografie ist schon ein Traum, also meinen Glückwunsch, dass du so ein Gerät verwenden kannst. Auch das MK-91 ist ein Traum.


Zum Thema: Muss das Seeing perfekt sein, um sehr gute Detailauflösung zu erreichen, hier ein Zitat aus dem Tutorial von P.Wellmann. Fazit: Zum Erreichen der theoretischen Auflösung ist neben einer guten, hervorragend kollimierten Optik auch gutes Seeing erforderlich. Früher waren wir der Meinung, das Seeing müsse perfekt sein. Neuere Beobachtungen zeigen erstaunlicher Weise aber, dass selbst bei keinesfalls perfekten Bedingungen sogar mit einer 30cm Optik beste Auflösung erreicht werden kann.

Da zeigst du hier ja, dass das auch für 40cm Öffnung durchaus zutrifft. Eventuell auch begründet durch das Drizzeln. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Drizzeln am Jupiter gemacht. So konnte ich recht viele Details mit ziemlich niedriger Brennweite darstellen. Schön, dass es diese Technik gibt.


Viele Grüße,
Christian
 
Zitat von Starhead37:
Mit normalem Vergrößern erhalte ich keinen Detailgewinn gegenüber dem 1:1 Bild. Erst ein gedrizzleltes Bild liefert hier den Gewinn ... Es ist aber schwer erwünscht, dass sich hier weitere Gedanken verbeiten dürfen!
Hallo Oliver,

zu dieser Frage zeige ich auf meiner Website eine kleine Bild-Dokumentation. Dort sind dem Original einer Saturnaufnahme im Maßstab 1:1 mehrere daraus mittels simpler interpolierender Nachvergrößerung, also nicht (!) mit Drizzeln gewonnene Bilder im doppelten Maßstab gegenübergestellt.

Aufgrund dieser Gegenüberstellung scheint mir klar, dass die in den nachvergrößerten Darstellungen sichtbaren Details im Originalmaßstab vom Bildschirmraster "geschluckt", bzw. zur Unkenntlichkeit überdeckt werden. Wenn Du nämlich das Originalbild ebenso groß sehen willst wie die nachvergrößerten Darstellungen, dann musst Du den Sichtabstand zum Bildschirm, bei mir sind das typischerweise 60 cm, auf die Hälfte verringern, nämlich - in diesem Falle - auf 30 cm. Bei diesem geringen Abstand wird der Anblick bereits in einem solchen Ausmaß vom Bildschirmraster dominiert, dass feinere Bildstrukturen völlig in den Hintrgrund gedrängt werden.

Das Drizzeln bietet gegenüber dem einfachen Nachvergrößern die Möglichkeit des subpixelgenauen Stackens, dessen Wirkung in gewissen Fällen als vorteilhaft angesehen werden mag. Ich benutze das Drizzeln aus Bequemlichkeit, aber auch nur dann, wenn die Qualität des Videomaterials die Wiedergabe von Bilddetails an der Beugungsgrenze des Teleskops wirklich zulässt.

Gruß, Jan
 
Hallo Oliver,
ich drücke mich nur kurz und bündig aus -- absolut klasse
Resultate. Mein Favourit ist ebenfalls Theophilus. Die zentralen Bergrücken kommen in der abnehmenden Phase besonders schön und sehr deteilreich.
Gruß Wolf Manfred
 
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