Mondmosaik mit Goldenem Henkel, 100 Megapixel

sushidelic

Mitglied
Hallo,
in der gestrigen Nacht waren die Bedingungen echt nicht schlecht, herausgekommen ist ein 100 Megapixel Mondmosaik aus zwei Kacheln oben / unten.

Hier als kleine Voransicht:

mond_goldener_henkel_1600px.jpg


Und hier zum Download:

Fullres 15MB

C14EHD, Vieworks VP29 MC, 610nm Longpass - Filter, Autostakkert, Astra Image, ICE, Photoshop. Je 440 von 2200 Aufnahmen verwendet.

LG Michael
 

Peter Jax

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Hallo Michael,
absolute Spitze!! Ich ziehe meinen Hut. Selbst im Plato sieht man einzelne Krater. Für mich ist das ein Referenzbild.

Eine Frage zu den Werkzeugen: Was Kannst Du zu der Videokamera Vieworks VP29 MC sagen ? Welches Equipment braucht man dafür für die Aufzeichnung, Bildrate, Auflösung?? Wieso kommst Du bei 10000*10000 Bildpunkten mit 2 "Kacheln" aus?

Ich habe es gestern auch probiert (TEC140, Barlow 2x, Canon6D, 2 Hälften mit je ca. 110 Einzelbilder, PIPP,Autostakkert). Natürlich war das Ergebnis nicht annähernd so detailreich, allein wegen der fehlenden Pixel-Auflösung. Außerdem ist die Auflösung des Teleskops geringer, das Seeing ohne Farbfilter schlechter und die Bilderrate nicht annähernd so hoch.

Gruß
Peter
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

klasse die Auflösung und die Größe. Ich habe immer nur ein Problem mit solchen Megamosaiken: Mein 100 Megapixel-Monitor passt nicht in die Garage geschweige denn ins Haus. Jetzt steht er an der Garagenwand und ich muß es mir im Kalten anschauen :(

Gruß

Heiko
 

sushidelic

Mitglied
Hallo und danke für die Antworten!

Ich bin bei dem Ergebnis jetzt auch recht froh, dass ich bei meinem C14 wohl keine Gurke erwischt habe. Im Westen sieht der Mond bei genauerem Hinsehen noch recht wild aus, auch am südlichen Zipfel. Das ist leider wohl bei der Bearbeitung mit Autostakkert passiert, ich habe testweise mal einen Crop des Rohmateriales vom Westrand separat gestackt, und das Ergebnis war deutlich besser. Liegt wohl am Stabilisieren, oder der AP Size / Menge... Die Riesenlappen stacken nur so ewig, da mache ich mich vermutlich nicht mehr dran.

@Peter - Die Vieworks ist eine Vollformat mono Industriekamera (6576x4384px, 5,5µm) mit Peltierkühlung (bis auf -10°C, das ist der offizielle "Tiefpunkt", mit Hack bekomme ich sie auch noch tiefer. Ob ich dann aber was kaputtmache, weiß ich nicht, deswegen -10 und gut). Drin sitzt ein Kodak/OnSemi KAF29050 CCD, angesteuert wird die Kamera über CameraLink. Das ist ein Industrieprotokoll, dafür benötigt man eine PCIe Framegrabber Karte + PC, ich verwende eine Active Silicon Phoenix. Dann muss man die Karte allerdings noch komplett konfigurieren, d. h. alle Kameradaten in der Capture Software angeben um ein Bild zu sehen. Die Kameraparameter (Gain, Exposure, Binning etc.) kann man über ein kleines Utility des Herstellers einstellen, das sich Configurator nennt. Normalerweise geht der Hersteller davon aus, dass man mit dem SDK seine eigene Anbindung programmiert, aber ich habe sie mit einer "Testsoftware" von Active Silicon am Laufen. Nicht komfortabel, aber es funktioniert, hat mich knapp eine Woche testen gekostet, bis ich das erste mal ein Bild hatte (!). Ich kann bei meinen 24GB hier ca. 200 Frames mit 3 FPS ins RAM spielen und dann händisch auf der SSD abspeichern. Meistens als 8bit monochrom TIF, kann aber auch als 12bit RAW, aber das ist wirklich "RAW", das kann ich momentan nur mit ImageJ in irgendwas Lesbares konvertieren, und das ist mir meistens zu mühsam.
Muss wohl nicht erwähnen, dass die Cam mit keiner einzigen Astro-Software oder Ascom zusammenarbeitet, leider. Mit einem Schwarzgurt in Anwendungsentwicklung würde man das mit dem SDK locker hinbekommen, den habe ich aber leider nicht.

Auf die 10K komme ich, da ich das Rohmaterial mit 2x Resample gestackt habe, und dann die Kachelbreite wieder auf 10000px runterskaliert habe. Das schien mir der beste Kompromiss für die Nachbearbeitung / Schärfung in Astra Image.

@Heiko - Dann musst Du dir das Bild als Tapete ausdrucken und ins warme Wohnzimmer hängen :)

LG Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

DocHighCo

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Hallo Michael,

wenn du Dir so viel Mühe mit der Aufnahme machst, dann kann ich auch ruhig mein Wohnzimmer für das volle Bild neu tapezieren - kein Problem. Was ist der Vorteil dieser sicher nicht ganz günstigen Industriekamera ohne Astroanwendungssupport? Oder ist die irgendwo vom Laster gefallen?

Gruß

Heiko
 

Peter Jax

Mitglied
Hallo Michael,
Soft-und Hardware modifizieren, gehört leider nicht zu meinen Fähigkeiten. Abgesehen von der Zeit.... wieviel Geld hast Du bei der Kamera plus notwendiger PC-Schnittstelle ausgegeben ??
Zur Einordnung Deines Bildes würde mich noch interessieren, wieviele Bilder pro Sekunde Du aufgenommen hast. Aus dem 1. Beitrag habe ich gelernt, dass Du 20% von 2200 gestackt hast.
Nochmal mein höchster Respekt für das Ergebnis!!

Übrigens, ich habe mir - vor einem Jahr - aus LROC Daten des Mondes mal ein größeres Bild-Mosaik (8806*8839) gebastelt,
(https://www.lroc.asu.edu/ )
das in etwa Deiner Bildauflösung entspricht und siehe da, man kann fast die gleichen Details sehen. Der einzige Unterschied liegt in sehr kleinen Artifakten um sehr kleine Krater, die wohl aus Schärfungsalgorithmen stammen.
Gruß
Peter
 

Peter Jax

Mitglied
Hallo Michael,
auf die Schnelle weiß ich nicht, wie ich das gesamte LROC Bild zeigen kann, aber hier ein Teilausschnitt, der Deinem Bildausschnitt der Apenninen in etwa entspricht, um zu zeigen, was ich oben gemeint habe.
Gruß
PeterMond LROC1.jpg
 

sushidelic

Mitglied
Hallo,

"vom Laster gefallen" trifft es ganz gut, ich habe sie mir recht günstig auf Ebay geschossen. Hatte sie mir eigentlich für die Fluoreszenzmikroskopie besorgt, aber am Teleskop klappt es ja auch. Ich habe drei dieser Kameras, eine "normale" VA, eine VP mit Peltierkühlung und eine VN mit Pixelshift. Vorteil gegenüber modernen Astrokameras gibt es keine, für alle drei zusammen mit der Karte + Zoll habe ich etwa de Neupreis einer ASI 1600MM pro gezahlt, das ist dann schon ein Vorteil der anderen Art.

Da ich die Auslesung mit 4 Taps nicht zum Laufen bekomme, bin ich auf 2 Taps limitiert, da liefert die Kamera 3.5 FPS, also die 200 Bilder pro Einzelsequenz bis das Ram voll ist in etwa einer Minute. Dann nochmal etwa dieselbe Zeit, um die Frames auf der SSD zu Speichern. Während des Spiecherns kann ich nicht weiter Aufnehmen. So bin ich für die 2200 Bilder etwa eine halbe Stunde beschäftigt.

IMG_20200107_160319.jpgIMG_20200107_160337.jpgIMG_20200107_160400.jpg

LG Michael
 

sushidelic

Mitglied
Hallo Peter,

danke für den Vergleich! Ich habe das Bild am Ende noch leicht entrauscht, da bleiben gerne noch Artefakte an Kraterrändern "hängen", das sieht man dann leider besonders deutlich, wenn man auf die Idee kommt, nach dem Denoise nochmal zu schärfen. Aber da sieht man, dass doch kaum falsches Detail durch die Dekonvolution hinzugefügt wird und alles doch recht akkurat ist, danke!

LG Michael
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Michael,

es ist eine Augenweide, dutzende rimae, Rupes Recta, catenae, die "craterlets" in Plato, ...
Wie kann man so etwas schaffen?

LG,
Jiri
 
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