Mondpanorama - Celestron C8-N

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

LukaszLu

Mitglied
Hallo, gestatten Sie mir, mich vorzustellen, indem ich Ihnen dieses Bild vorstelle, das mit einem Celestron C8-N und einer ZWO ASI183-Kamera (+ 2xBarlow) aufgenommen wurde. Falls sich jemand fragt, wie der von Polen aus beobachtete Mond aus der Nähe von Krakau aussieht - so sieht er aus :)

LUNAR-PANORAMA-1,5x55-80-85.jpg
 
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Das Bild besteht aus zwei Rahmen. Die Kamera liefert ein Bild mit einer Auflösung von 5496x3672. Ich verwende Stacking mit der Option Drizzle 1.5x, und dann verkleinere und schärfe ich, bis ich einen Zustand erhalte, in dem beim Betrachten des Fotos nicht der Eindruck entsteht, dass die Details größer sind, als die tatsächliche Auflösung zulässt. Dabei wurde das zunächst auf 150 % vergrößerte Bild zunächst auf 55 %, dann auf 80 % verkleinert – trotzdem waren die Details noch nicht so scharf, dass sie an die Auflösungsgrenze des Monitors reichten. Erst eine weitere Reduzierung auf 85 % ergab einen akzeptablen Effekt.

Und wo ist der fehlende Teil des Mondes geblieben? Tja - es war kalt, ungemütlich und es war schon ziemlich spät :-)
 
Hallo Lukas,
der Hammer hängt im Forum bei 3840px. Das ist der Master!?
Willkommen im Forum. Die original Auflösung ist sehr beeindruckend, danke für die Verlinkung.
VG Frank
 
Hallo Frank, danke für den herzlichen Empfang! 3840 px ist immer noch viel besser als 1600, die bei Cloudynights verwendet werden, aber nachdem ich ASI 178 auf ASI 183 geändert habe, ist es ein bisschen niedrig :-)
 
Hallo Peter, stimmt, es ist ein alter Newton, den ich als vorübergehendes Spielzeug gekauft habe, während ich auf der Suche nach einem größeren Instrument war. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich zwar um eine sehr günstige (und aufgrund des primitiven Okularauszugs nicht ganz komfortable) Lösung handelt, man damit aber recht gute Fotos machen kann! Ein solches Teleskop ist für wirklich symbolisches Geld zu haben, und selbst im Bereich der Planeten- oder Mondfotografie kann es mit wesentlich teureren SCT-Teleskopen mithalten. Ich habe vorher Meade LX200 ACF 8'' verwendet - Gerät um ein Vielfaches teurer, was aber von der Auflösung her nicht eindeutig besser war, weil es nicht sein konnte, was sich direkt aus dem Durchmesser und den Gesetzen der Physik ergibt :)
 

Anhänge

  • IMG_20221116_003747.jpg
    IMG_20221116_003747.jpg
    130,9 KB · Aufrufe: 193
  • IMG_20221116_003542_1.jpg
    IMG_20221116_003542_1.jpg
    133,4 KB · Aufrufe: 159
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Lukasz,
Danke für dir Info und meine Anerkennung zu deinem Vorstellungsbild!
Ich hatte mich im ersten Moment etwas erschrocken: C8 mit Barlow und dann den halben Mond! Ich dachte halt an das klassische SCT C8...

Ja, die Qualität der Optik ist von entscheidender Bedeutung.

Viele Grüße,
Peter
 
Nun, beim Fotografieren und Stacking scheint mir Qualität der Optik in den Hintergrund zu treten - und der Durchmesser scheint von entscheidender Bedeutung zu sein. ACF-Optik ist ein ganz anderes Regal als das übliche Celestron, aber gleich in Sachen Auflösung, die Bilder waren vergleichbar. ACF gab eine etwas weichere Zeichnung, meiner Meinung nach war es etwas empfindlicher für Farbe, Textur - solche Eindruckselemente, die nicht für jeden eine besondere Bedeutung haben müssen. Die Detailqualität unterscheidet sich jedoch nicht von der billigen, beliebten Newton.

Natürlich breitet dieser gewöhnliche Celestron seine Flügel nur bei wirklich gutem Seeing aus - hier zum Beispiel einige Fotos, die bei außergewöhnlich guten Bedingungen aufgenommen wurden:

MARE-IMBRIUM-2022-10-17-(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg

TYCHO-2022-10-17--A--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg

ARISTARCHUS-2022-10-17--B--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg

COPERNICUS-2022-10-17--A--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
 

Anhänge

  • RUPES-RECTA-2022-10-17--A--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    RUPES-RECTA-2022-10-17--A--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    154,9 KB · Aufrufe: 217
  • SCHILLER-2022-10-17-(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    SCHILLER-2022-10-17-(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    130,4 KB · Aufrufe: 182
  • SINUS-IRIDUM-2022-10-17--1--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    SINUS-IRIDUM-2022-10-17--1--(d1.5x58)-Celestron-C8-N 800.jpg
    101,9 KB · Aufrufe: 199
Hallo Lukasz,

vielen Dank für die tollen Aufnahmen, sie sind richtig gut. Das spornt mich an endlich einzukaufen.

Gruß nach Polen!
Dziękuję

Michael
 
Nun, beim Fotografieren und Stacking scheint mir Qualität der Optik in den Hintergrund zu treten - und der Durchmesser scheint von entscheidender Bedeutung zu sein.
Naja, die Qualität hat schon einen hohen Stellenwert, genauso wie die Größe der Optik. Wenn es anders wäre, könnte man ja auch bei schlechtem Seeing und unscharf gestellt brillante Bilder aufnehmen, wenn nur die Öffnung groß genug ist.

Was dein C8-N zu leisten vermag, zeigen deine Beispiele jedenfalls eindrucksvoll! :y:
 
Ich meine, dass die Qualität der Optik bei Fotos viel weniger wichtig ist als bei visuellen Beobachtungen, wo wir nur unser eigenes Auge haben und an die Grenzen des Seeing stoßen. Letzteres führt dazu, dass größere Durchmesser nicht unbedingt die Detailqualität verbessern. In einer solchen Situation kann die Qualität der Optik einen sehr großen und sichtbaren Unterschied machen.

Durch Stacking von 1000 oder 5000 Bildern können Sie diese beiden Einschränkungen umgehen, und die Vergrößerung des Durchmessers führt zu einer konstanten Verbesserung der Detailqualität. Zwischen dem gewöhnlichsten Orion-Teleskop und dem verfeinerten, qualitätszertifizierten Orion UK Reflektor wird es einfach nur geringe oder keine Unterschiede in der Fotosqualität geben, während sie bei visueller Betrachtung deutlich variieren kann.
 
Und ich dachte immer, um das Auflösungsvermögen einer Optik nutzen zu können, muß sie von guter Qualität sein und sehr gute atmosphärische Bedingungen herrschen. Und um mehr Auflösung zu erhalten, die Optik zusätzlich zu den erst genannten Bedingungen eine größere Öffnung haben... Aber vielleicht irre ich mich auch und Stakking kann Details sichtbar machen, die in den Einzelbildern gar nicht vorhanden sind.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo,

ein schwieriges Thema. Ich wollte mehr Auflösung und bin von 8" auf 12" hochgegangen. Das hat auch etwas bewirkt, aber seeingbedingt eher selten.

Bei mir vor Ort (Garten, Vorort einer größeren Stadt) beschränken die Bedingungen am meisten die möglichen Details.
Mein GSO 12" Spiegel zeigt beim Sterntest intra und extrafokal leicht unterschiedliche Scheibchen.
Die genaue Qualität kann ich danach aber nicht beurteilen und vermessen lassen lohnt sich nicht.

Mein Problemkrater Plato ist ja oben auch zu sehen. An den vielen kleinen Kratern im Inneren beiße ich mir schon seit Jahren die Zähne aus.
Manchmal zweifel ich schon an meiner Optik aber dann gehe ich beim Avi die Frames einzeln durch und entdecke hin und wieder plötzlich richtig scharfe Einzelbilder.
Da tauchen auf einmal kleinste Krater wie aus dem Nichts auf um dann im nächsten Frames wieder durch die unruhige Luft verwaschen zu werden.

Also scheint bei mir selbst bei recht gutem Seeing dies dann immer noch der limitiernde Faktor zu sein.
Ich habe da auch schon versucht manuell aus über 3000 Frames die besten zu selektieren, aber ohne Erfolg !
Selbst die besten Frames sind nicht durchgehend gut. Da sind Schwankungen im einzelnen Bild, die dann beim Stacken feinste Details verwaschen können.
Stacks von max. 40% bis runter auf 10 % Verwundungsrate brachten auch keine wesentliche Verbesserung.
Irgendwann ist die Anzahl dann auch so gering, dass keine wirkliche Nachbearbeitung mehr möglich ist und das Bild verrauscht.

Entscheidend ist die pure Anzahl guter Frames im Stack, und die für feinere Details in erster Linie vom Seeing abhängig.
Bei mir hat es zum Ausreizen des Auflösungsvermögens beim 12" F5 Dobson bei Plato noch nicht gereicht.
Aber ich bleibe dran, die eine Nacht wird noch kommen !!!

Gruß,
Holger
 
Hallo,
mir gefällt besonders die schöne Farbgebung der Fotos, speziell das mit Aristarch:y:
Die Qualität der Optik ist schon auch für die Videofilmerei mit Lucky Imaging wichtig, der Unterschied zu visuell ist der Kontrast. Den kann ich visuell nicht hochregeln, am Foto aber schon. Für das Auflösungsvermögen spielt die Qualität der Optik, das Seeing, die Wahl der die Justage und die Öffnung eine wichtige Rolle auch beim Filmen von Mond und Planeten.
Beim Beobachten auch der Kontrast, da sind die SCs im Nachteil.
CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin kein Theoretiker und kann dieses Phänomen nicht erklären, aber wie Sie leicht erraten können, verfolge ich sorgfältig, was andere tun, und vergleiche bereitwillig jedes Detail, das von meinen Kollegen mit Teleskopen mit demselben Durchmesser wie meinem erhalten wurde. Meine Schlussfolgerungen sind ziemlich fest - was Sie auf dem Bild sehen, hängt direkt von den 8'' ab. Sie können sich eine Vorstellung davon machen, wie jeder durch die 8'' fotografierte Krater aussehen könnte, indem Sie mehrere Bilder vergleichen. Die in den kleinsten sichtbaren Details gemessene maximale Auflösung ist immer gleich, egal ob sie mit einem gewöhnlichen Serienteleskop oder einer Ausstattung mit individuell angefertigter und vermessener Optik hergestellt wurde. Hier gibt es einfach keine Wunder - Größenregeln :)

Natürlich wäre es toll, wenn wir diese Grenze qualitativ überwinden könnten, zB mit einem 8'' sehr gute Qualität gleich einem durchschnittlichen 10''-Teleskop zu bekommen - viel schwerer, umständlicher zu tragen und kühl. Aber so ein Phänomen ist mir noch nicht begegnet :)

Obwohl ich ehrlich gesagt ein ziemlich rätselhaftes Phänomen erwähnen muss. Als ich meine eigenen Fotos, die unter gleichen Bedingungen aufgenommen wurden, mit einem 8'' Meade LX200ACF und einem Celestron C9.25' verglichen habe, konnte ich mit dem 9,25'' nicht mehr herausholen als mit dem 8''. Ich weiß nicht, was es verursacht hat, aber ich glaube nicht, dass es an der optischen Qualität lag. Das C9.25 hatte auch eine großartige Optik, und bei visuellen Beobachtungen lieferte es ein viel besseres Bild als das 8'' ACF ...
 
Zuletzt bearbeitet:
LukaszLu, schauen sie auf die Homepage von Ottice Zen. Dort erklärt Romano Zen sehr schön wo das Problem der SCTs liegt, allerdings nur auf Italienisch.
CS Mike
 
Beeindruckende, tolle Aufnahmen! Ein Genuss, sie in voller Auflösung anzusehen!

CS
Bernd
 
Und ich dachte immer, um das Auflösungsvermögen einer Optik nutzen zu können, muß sie von guter Qualität sein und sehr gute atmosphärische Bedingungen herrschen. Und um mehr Auflösung zu erhalten, die Optik zusätzlich zu den erst genannten Bedingungen eine größere Öffnung haben... Aber vielleicht irre ich mich auch und Stakking kann Details sichtbar machen, die in den Einzelbildern gar nicht vorhanden sind.

Viele Grüße
Peter
Ein schlechter Strehl vermindert erstmal nur die Kontrastübertragung, aber nicht die Auflösung zB von Doppelsternen am Rayleighkriterium.
Fotografisch kann man den verlorenen Kontrast in der Nachbearbeitung zurück holen, insofern die Information selbst, und sei sie noch so schwach, da ist. Visuell geht das nicht, wenn der Kontrast unter die Wahrnehmungsschwelle vom Auge rutscht, wars das.
Insofern, ja, was Mond oder Planeten betrifft, bei einer dürftigen Optik kannst du durch stacking und Nachbearbeitung Details rausholen, die du visuell nicht sehen konntest, bei einer hervorragenden Optik eher unwahrscheinlich, da diese genug Kontrast abliefert um visuell das selbe zu sehen.
Ein schlechter Strehl durch eine Mischung verschiedener Fehler verstärkt ertmal "nur" den ersten Beugungsring auf Kosten des zentralen Beugungsscheibchens. Obstruktion macht im Prinzip das selbe.
Strehl 0,8 entspricht von der Lichtverteilung ca Strehl 1 mit 32% Obstruktion.
->EER Encircled Energy Ratio
Was fotografisch aber wiederum viel kritischer ist als visuell ist Fokus, Verkippung, Verspannung, Halteklemmen, Hineinragender OAZ und Farblängsfehler.

P.S.: Gilt nicht für asymmetrische Fehler wie Asti, Zentrierkoma, Justage... das ist immer Mist

LG
Olli
 
Hallo Olli,

vielen Dank für die genaue Erklärung!

Das bedeutet, dass eine leichte Unterkorrektur zum Beispiel die Abbildung nicht signifikant verschlechtert?

Viele Grüße,
Peter
 
Wie du selbst schon sagst, "leicht" und "signifikant" sind zwei paar Schuhe.
Klar verschlechtern Fehler immer die Abbildung.
Was visuell inakzeptabel ist, kann fotografisch uU mit mehr Nacharbeit korrigiert werden.
SA wirkt bis zu einem gewissen Grad bissl wie ein Weichzeichner.

LG
Olli
 
Moin,

oh, ein Osterei! Passend zu den kommenden Feiertagen.
Diese Ansicht ist für mich gewöhnungsdürftig. Ob die tatsächlichen Farben auf dem Mond so sind? Sie gehen auf meinem Bildschirm ins blaue und fast rosa?
Dennoch sind die Aufnahmen hervorragend! Eine großartige Schärfe und Klarheit! Solche Fotos sieht man nicht oft. Bei dieser Aufnahme hat der "Goldene Henkel" seinen Namen verdient. Ich bin begeistert.

Gruß Manfred
 
Hallo Manfred,
danke für deinen Kommentar. "Was ist die wahre Farbe des Mondes" ist ein gutes Thema für Diskussionen am Weihnachtstisch, aber auch Gegenstand endloser Reflexionen, Analysen und Versuche meinerseits. Das Bild von der Kamera kommt fast monochromatisch, schwarz und weiß. Was kommt als nächstes? Ist die „echte“ sandgelbe Farbe, die wir mit bloßem Auge und im Okular des Teleskops beobachten? Oder sind die "echten" coolen Grüns, die wir auf den Bildern gesehen haben, die von den Apollo-Crews aus dem Orbit aufgenommen wurden? Oder vielleicht olivgrünes, warmes Grün, das auf den Bildern der japanischen Sonde Kaguya zu sehen ist? Vielleicht ist diese einfarbige, silbergraue Farbe die wahrhaftigste? Immerhin haben wir es auf Fotos gesehen, die von den Apollo-Astronauten an ihrem Landeplatz aufgenommen wurden, wo sie vor einer Kulisse aus sanften, silbrigen Mondformationen posierten ...

Meine Meinung zu diesem Thema ändert sich ehrlich gesagt hin und wieder, ich suche immer noch nach Antworten - aber das ist der Spaß an der Arbeit mit Mondbildern. Viele Leute denken, dass dies ein totes, ausgebeutetes Thema ist, zu dem es nichts Neues zu sagen gibt. Nichts könnte falscher sein... :-)
 
Ein Weißabgleich auf der Oberfläche des Monde zur Eichung der Farben wäre tatsächlich hilfreich. Gibt es da Erfahrungen?

Viele Grüße
Peter
 
Um ehrlich zu sein, verwende ich nur die Methode „mit dem Auge“ und entscheide willkürlich, was sich in einem bestimmten Moment „natürlich“ anfühlt. Die Frage ist, wo der Weißpunkt zu suchen ist, da er durch den Einfluss der Atmosphäre zu längeren Wellenlängen verschoben wird. Sollten wir diesen Einfluss berücksichtigen und akzeptieren, dass das tiefer über dem Horizont aufgenommene Foto „objektiv“ eine andere Farbe hat, oder sollten wir immer nach der „wahren Farbe des Mondes“ suchen – befreit vom Einfluss der Atmosphäre. Es ist wirklich eine Frage des Geschmacks und eine völlig willkürliche Methodik, die in der Astronomie üblich ist. Schauen Sie sich nur das Beispiel der Bilder des Webb-Teleskops an ...
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben