Mono aufgeben? eure Meinung

NanteAstrophotography_274

Aktives Mitglied
Grüße,

Ein kleines "problem" welches sich bei mir nun auftut:

Ich habe nun lange Zeit mit Mono fotografiert. (IMX571M)

Da nun das Filterrad laut Touptek gameover ist und das Board hin ist überlege ich immer öfter wieder auf OSC umzusteigen.

Die einfachen gründe?

- Direktes Farbbild in einer Nacht
- Klare Nächte "sinnvoller" nutzen


Nachteile:

- Kein richtiges Luminanz, S, H und O

- Weniger "empfindlich"

Ich bin da in so einem Konflikt ob das nun wirklich Sinn macht, letztendlich hab ich dieses Jahr noch kein einziges Bild fertigbekommen aus dem einfachen grund da man bei Mono ja jeden Filter seperat belichten muss, bei OSC logischerweise nicht.

würdet ihr die weniger empfindlichkeit in Kauf nehmen und wieder zu OSC wechseln oder nicht?

CS Vincent
 
Hallo Vincent,

ich würde an deiner Stelle bei Mono bleiben. Das man mit einer OSC schneller mit einer Aufnahme fertig ist, ist ein Trugschluss. Du belichtest mit einer Mono zwar nacheinander RGB, dafür aber mit höherer Effizienz. Ein fünfstündiges RGB mit einer Mono ist sicher mindestens einem fünfstündigen OSC ebenbürtig, bestimmt sogar noch etwas tiefer und höher in der Auflösung.

MIt einer OSC musst du auf ein "echtes" Luminanz verzichten und hast deutliche Einschränkungen bei der Fotografie mit Schmalbandfiltern.
Ein neues Filterrad ist ja nicht so teuer und die Filter hast du ja schon.

CS Dietmar
 
Hallo Vincent

Hatte mal eine Mono Kombi, aber nie ein Bild damit gemacht.
Seit ich die Zwo2600MC Duo und 2600MC Air habe bin ich voll zufrieden damit.
Eine kleine Mono ist nur am Heliostar76er

Grüße Dirk
 
Hallo Vincent,

ist eine Frage des Anspruchs, wie Du besser weißt als ich. Mir ist Mono technisch zu aufwändig, bei Aufnahme und Bearbeitung. Mir reicht die Qualität meiner OSC Bilder, die Farbkameras werden ja immer besser und bei meinem Bortle 6 Himmel werde ich eh keine Preise gewinnen, da ist der Himmel der Endgegner, nicht die Kamera.

ABER: Wenn ich schon ein Remote Setup in Spanien oder noch weiter weg betreiben würde, was mir aus mehreren Gründen nicht in den Sinn käme, würde ich auch bei Mono bleiben.

CS Olaf
 
Hallo Vincent,
Du bist nicht allein, mit der Überlegung, künftig auf OSC zu setzen.
Auch bei uns in der Sternwarte ist ein Trend, weg von aufwändiger LRGB Fotografie - hin zur etwas einfacheren Fotografie mit OSC, deutlich zu erkennen.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand:
Unzuverlässigeres Wetter, sich verschlechternde Bedingungen bezüglich Lichtverschmutzung, sowie Gesamtaufwand werden hauptsächlich genannt, und natürlich die Entwicklung der Kameratechnik. Die aktuellen OSCs sind mittlerweile oft sehr gut, der Abstand zu Mono + Filter ist definitiv kleiner geworden.

Aber eins ist und bleibt klar:
Wer das Beste aus seinem Set und Standort herausholen möchte, setzt weiterhin auf Mono mit Filtern.
Die besten Ergebnisse werden im Vergleich nach wie vor mit Monokameras und einem Arsenal von Farb- und Schmalbandfiltern erzielt.

Und ich schätze, dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Grüße

Dietmar
 
Hallo,

ich sehe das ähnlich wie Astromax807: rotiere mehrfach die Nacht durch die Filter durch, dann hast du nachher auch von allen Wellenlängen genug Einzelaufnahmen. (*)

Ich habe für eine Aufnahme von vor ein paar Nächten mal nachgerechnet: Für 6*60s L (mit 2*Dithern) und dann je 120s r,g und b, also 12 Minuten effektive Belichtungszeit hat ein Durchgang 12'50s benötigt. Von den 50 Sekunden Overhead sind 2*11s=22s fürs Dithern, das müsste man bei OSC-Aufnahmen ja auch machen. Bleiben also ca. 28s Verlust für die 4 Filterwechsel inklusive Nachfokussieren gemäß vorher bestimmter Offsets. Das wird aber durch die bessere Effizienz der Lrgb Aufnahmen mehr als ausgeglichen.

Insbesondere, wenn man Schmalbandaufnahmen machen möchte, verliert man mit Dual-Narrowband-Filtern an einer OSC doch enorm viel Signal. Ha/Oiii geht ja noch, aber spätestens für Sii ist das nur ein Notbehelf der enorm viel von dem meist eh schon schwachen Signal abblockt.

Der einzige Grund, warum ich zu Hause im eigenen Garten manchmal doch noch mit meiner OSC-Kamera fotografiere sind Nächte, die so kurz sind, dass ich nicht mehr genug Einzelaufnahmen pro Filter bekomme, so dass die Stacking-Verfahren Satellitenspuren nicht mehr vernünftig raus rechnen können (ich bemühe mich, mindestens 30 Aufnahmen pro Kanal zu bekommen, weniger als 20 sollten es wirklich nicht werden).

Für den mobilen Einsatz oder im Urlaub sehe ich ein, dass man da ein möglichst einfaches Setup haben möchte. Da ergibt eine OSC dann wieder Sinn. (Ich selber nehme da wenn überhaupt nur mein Seestar S50 mit. :whistle:)


CS, Lutz

(* Wenn ich bei Galaxien Lrgb+Ha fotografiere, rotiere ich Ha normalerweise nicht mit durch, sondern mache die Lrgb-Aufnahmen im dunklen Teil der Nacht und Ha bei Dämmerung und ggf. Mondlicht.)
 
Moin,

ich bin vor etwas über einem Jahr von Color (533 und 571) auf Mono (585 und 571) umgestiegen.
Ich kann mir nicht vorstellen wieder komplett zurück zu wechseln.
Ich habe mir hier im Forum eine Canon 6Da gekauft um mich mit Vollformatkameras auszuprobieren da mir die gekühlten aktuell zu teuer sind.
Wenn es eine gekühlte wird, wird es zu 99% eine Mono.

Ich lasse auch mehrmals pro Nacht LRGB durchlaufen. Ha mache ich meist separat.
Kommt am Ende aber aufs Objekt an.
Grade bei SHO würde ich nie mehr zurück gehen wollen. Das ist mMn der größte Pluspunkt.

Ich erhalte in einer Nacht also auch ein fertiges Bild welches vermutlich sogar besser ist als das einer Farbkamera.

Ich würde dir ehr raten ein Filterrad zu kaufen.
Vielleicht sogar gebraucht.
Bei zB einem ZWO kann man das ohne bedenken tun.

So investierst du erstmal nur kleines Geld und kannst es nochmal ausprobieren.
Wenn dich Mono so sehr stört kannst du dann wenigstens ein ganzes Set verkaufen ;)

Grüße
Brian
 
Hi,

ich habe ja beides parallel in Benutzung. Den Newton mit einer Mono und den kleinen Refraktor mit einer OSC. Ich empfinde den Aufwand nicht wirklich viel größer, bei der Mono. Ich glaube der Eindruck entsteht manchmal, da man mit der Mono häufiger noch zusätzlich Schmalbanddaten aufnimmt und hinzufügt, eben weil man es kann. Mache ich nur reine LRGB Aufnahmen ist der Unterschied im Gesamtworkflow vielleicht 10-15 min gegenüber einer OSC. Also nicht der Rede wert.
Und im Ergebnis sind die Auflösung und die Tiefe einfach besser.
Schmalband mit einer OSC kann man machen, und ich mache es selbst auch, dann allerdings nur mit Duonarrowbandfiltern. OIII ist aber immer noch recht empfindlich gegenüber Lichtverschmutzung und Mondlicht, weshalb ich ja immer probagiere OIII nicht bei starken Mondeinfluss aufzunehmen. D.h. bei Mond ist auch der Duonarrowband nur ein Kompromiss. Es ist also wieder eine Frage des Anspruchs. Die Vorteile in der Flexibiltät und im Ergebnis liegen nun mal bei der Mono.
Dass der Abstand zwischen Mono und OSC geringer geworden ist, glaube ich hingegen überhaupt nicht. Beide Kameraarten haben sich ja weiterentwickelt.

Ich überlege jedenfalls in regelmäßigen Abständen die OSC gegen eine weitere Mono einzutauschen, aber nie-, nie-, niemals umgekehrt. Lediglich die Kosten halten mich davon ab. Aber das spielt bei dir ja keine Rolle, weil schon vorhanden.
 
Hi,

ich bin vom "Mono und nichts anderes" Befürworter zum "es kommt drauf an" Typ geworden. Es ist nichts neues, dass die Aufnahmebedingungen wesentlich mehr zum Endergebnis beitragen als das verwendete Setup. Ich habe mit OSC Kamera in Namibia Bilder gemacht, die zu meinen absoluten Lieblingsbildern gehören. Auch beim dicken 24" Teleskop auf Kreta, welches wir remote nutzen, haben wir in den letzten 10 Jahren ausschließlich OSCs benutzt, begründet damit, dass ein Filterrad im Primärfokus sehr stören würde.
Zuletzt habe ich aber wieder eine Mono Kamera gekauft, weil ich optimale Ergebnisse z.Bsp. mit OIII Filtern haben möchte. Dieses Duonarrowband Zeugs ist einfach ein Kompromiss und nicht ideal.
Für mich habe ich nun grob den Fahrplan: Bei mobiler Ausrüstung OSC (auch wegen Anfälligkeit des Imagetrains bei häufigem Transport) und bei standortfesten Setups Mono.

CS Frank
 
Hallo Vincent,
ich würde über den Wechsel zu einer OSC nachdenken,
nicht als Rückschritt, sondern als sinnvolle Anpassung an die Bedingungen,
unter denen wir heute meist fotografieren.

Warum mich eine OSC in der Praxis überzeugt:
Ich nutze selbst sowohl Mono als auch OSC.
Dabei fällt mir persönlich auf,
dass mit der OSC meine Motivation und der Spaß deutlich höher ist.
Das führt ganz konkret dazu, dass ich auch kurze Wolkenlücken konsequent nutze.

Mehrmaliges Durchrotieren der Filter mache ich mit meinem Mono Setup nicht
weil durch das ständige neu fokussieren, Platesolven und Guiding settlement
für mich zu viel Zeit verloren geht.
(Da kann man zwar argumentieren, dass man bei Temperatur unstabilen Systemen
sowieso öfter Fokussiert werden muss, das trifft aber auf meine beiden Newtons nicht zu)

Auch in der Bildbearbeitung ist der Frust meines Erachtens bei einer OSC deutlich geringer.
Bei meinen Mono-Daten habe ich häufig erlebt,
dass unterschiedliche Aufnahmebedingungen zwischen den einzelnen Farbkanälen zu Problemen führen.
Die Farbbalance wirkt unharmonisch, Sterne sind nicht exakt deckungsgleich und Gradienten
lassen sich deutlich schwerer korrigieren.
Dazu kommen Effekte wie Farbverschiebungen in den Ecken oder
unsauberes Farbverhalten an hellen Sternen.
Mit einer OSC treten diese Schwierigkeiten wesentlich seltener auf,
da alle Farbinformationen gleichzeitig unter identischen Bedingungen aufgenommen werden.

Moderne OSC-Kameras haben zudem technisch stark aufgeholt.
Sensoren wie IMX571 oder IMX533 bieten sehr niedrigen Read Noise,
hohe Quanteneffizienz und eine solide Farbwiedergabe.
Der Abstand zur Mono-Technik ist noch vorhanden,
aber deutlich kleiner geworden.

Auch Dual- oder Tri-Narrowband-Filter funktionieren inzwischen erstaunlich gut (auch wenn Frank da anderer Meinung ist ;) ).
Kombinationen wie Hα/OIII liefern für viele Objekte bereits sehr überzeugende Ergebnisse.

Zum Punkt „geringere Empfindlichkeit“:
Ja, das ist physikalisch korrekt.
In der Praxis relativiert sich dieser Nachteil jedoch häufig durch Faktoren wie Seeing,
Transparenz, Lichtverschmutzung oder Guiding.
Diese limitieren die Bildqualität oft stärker als die reine Sensoreffizienz.

Unterm Strich:
Wenn du maximale Qualität, Tiefe und Flexibilität bei Schmalband willst, führt kein Weg an Mono vorbei.
Wenn du hingegen konstante Ergebnisse, weniger Frust und eine bessere Ausnutzung deiner Nächte suchst,
ist eine OSC eine sehr überzeugende Lösung.

Grüße und CS
Karsten
 
Hey!

Damit du noch eine vierzigste Meinung bekommst sag ich auch noch was dazu.

Ich selbst fotografiere mit einer IMX571C Kamera. ICH bin mit meinen Ergebnissen vollkommen zufrieden. Könnte ich mit einer Monokamera bessere Ergebnisse erhalten? Vielleicht! Für mich ist der ausschlaggebende Punkt, dass ich bisher kaum Unterschiede in Bildern erkennen konnte die mit GLEICHER Optik und GLEICHEN Bedingungen aufgenommen wurden. Jedes Bild wird ein bisschen anders bearbeitet und naja, das Ergebnis ist somit auch immer ein wenig anders. Ja, bei den Farbkameras muss man das Rauschen ein bisschen besser bändigen, aber sonst? Ich sehe fast keinen Unterschied. Wie ein Sternfreund weiter oben schrieb, könnte es mit den Schmalbanddaten evlt. bessere Ergebnisse geben. Aber seitdem ich Dual Narrowband 3nm HA und OIII und 5nm OIII und SII nutze, bin ich für meinen Teil bestens bedient. Auch bei Planetenfotografie, setze ich nur noch auf Farbkameras. Das einzige wo ich wirklich Mono verwende ist Guiding und Sonne. Vielleicht würde ich anders darüber denken wenn ich einen festen Standort hätte, aber schon alleine der massive Anschaffungspreis der ganzen Filter ist mir persönlich einfach zu teuer und ich finde, dass das Preis / Leistungsverhältnis hier nicht so ganz gegeben ist.

Versuch doch mal Bilder zu vergleichen die mit gleicher Optik und einmal Mono und Farbe aufgenommen wurden. Natürlich spielt die Integrationszeit auch immer eine große Rolle.

VG
Tom
 
Hallo,

bei nicht so hochwertiger Optik, bei mir alte M42 Objektive, erhalte ich mit Mono-Kamera und RGB Filtern eine bessere Sternabbildung.
Die engeren Bandbreiten lassen sich besser / genauer fokussieren. Ich habe da das Gefühl, dass die Fokuslage bei dem Altglas je nach Wellenlängenbereich leicht unterschiedlich ist.

Ich habe ja beides, Asi662mc und Asi462mm und schraube die Filter noch manuell auf. Also Objektiv abnehmen, Filter umschrauben, wieder aufsetzen.
Ca. 5 Min. kostet mich das aber die bessere Sternabbildung ist es mir wert.

Gruß,
Holger
 
Hallo, danke für die verschiedenen Meinungen. Ich selber habe ja persönlich mit „high end“ Sensoren angefangen. Sprich Imx 571 Color und Mono. Den Unterschied sieht man ja auch bei Daniel Nimmervoll im Video und ich muss ehrlich sagen das mich schon immer der unterschied zwischen Mono und Farb gar nicht so krass geschockt hat. Wenn man ehrlich ist ist der Unterschied eher minimal, das Rauschen wirkt feiner sonst merkt man nicht wirklich riesige Unterschiede.

Ich denke, schon alleine wegen der Fehleranfälligkeit werde ich auf OSC wechseln.

daher meine Frage, wäre es sinnvoll Mono und OSC in Zukunft zu kombinieren?

Sprich mit der OSC fotografieren und ggf Luminanz und Halpha wenn es das Objekt her gibt mit Mono? Bzw wenn es zeitlich passen würde.


CS Vincent
 
Hallo

Die Mehrheit bevorzugt die billige Lösung 😁

Du benötigst auch bei OSC ein Filterrad um zwischen dualband , Triband, UVIR, den anderen Dualband hin und her zu wechseln.
Die Filter hast du aber auch noch nicht.

Wenn ich schon LRGB HSO Filterrsatz habe was mehr wie 2000€ gekostet hat spar ich nicht 400€ am Filterrad, die sind mit den dann nötigen neuen Filtern schnell wieder weg... die schraubst du dann von Hand rein?

Gruß Frank
 
Hallo

Die Mehrheit bevorzugt die billige Lösung 😁

Du benötigst auch bei OSC ein Filterrad um zwischen dualband , Triband, UVIR, den anderen Dualband hin und her zu wechseln.
Die Filter hast du aber auch noch nicht.

Wenn ich schon LRGB HSO Filterrsatz habe was mehr wie 2000€ gekostet hat spar ich nicht 400€ am Filterrad, die sind mit den dann nötigen neuen Filtern schnell wieder weg... die schraubst du dann von Hand rein?

Gruß Frank
Sorry aber das Filterrrad kostet 150-200€. Wenn du nur RGB fotografierst, dann reicht auch eine Filterschublade ~ ca 50€. Dann hast du RGB und vielleicht Schmalband mit Ha und Oiii. Das kann man durchaus von Hand wechseln oder aber mit einem günstigen Filterrad. Ich hab eines von Touptek. 200€ und die zwei Schmalbandfilter. Kostenpunkt mit Filter 800€. Bzw deutlich weniger, da ich gebraucht gekauft habe.
Jetzt rechnest du mir mal bitte aus was dir Filter für LRGB SHO kosten? Genau, deutlich mehr.

Aber jedem das seine 🙂
 
...

daher meine Frage, wäre es sinnvoll Mono und OSC in Zukunft zu kombinieren?

Sprich mit der OSC fotografieren und ggf Luminanz und Halpha wenn es das Objekt her gibt mit Mono? Bzw wenn es zeitlich passen würde.
Die Idee hatte ich auch mal, als ich mir zusätzlich zur OSC noch die Mono-Version von der gleichen Kamera geholt habe.
Habe ich in der Praxis nie gemacht, denn es ist mehr Aufwand, zwischendurch auch noch die ganze Kamera zu wechseln. Wenn ich eh die Mono-Kamera verwende, kann ich da auch gleich die L,r,g und b Filter mit durchlaufen lassen (ich habe eine 7fach-Filterrad).
Und insbesondere bei Spiegelteleskopen hat man dann auch gleich noch das Problem, ob der Rotationswinkel der beiden Kameras tatsächlich exakt zusammen passt, sonst sehen die kombinierten Spikes wieder seltsam aus.

CS, Lutz
 
Sorry aber das Filterrrad kostet 150-200€. Wenn du nur RGB fotografierst, dann reicht auch eine Filterschublade ~ ca 50€. Dann hast du RGB und vielleicht Schmalband mit Ha und Oiii. Das kann man durchaus von Hand wechseln oder aber mit einem günstigen Filterrad. Ich hab eines von Touptek. 200€ und die zwei Schmalbandfilter. Kostenpunkt mit Filter 800€. Bzw deutlich weniger, da ich gebraucht gekauft habe.
Jetzt rechnest du mir mal bitte aus was dir Filter für LRGB SHO kosten? Genau, deutlich mehr.
Das Touptek AFW kostet 350€ aktuell bei TS.

Ich habe noch keine SHO für nen guten 3nm Satz zahlste um die 900€.

Du benötigst auch bei OSC ein Filterrad um zwischen dualband , Triband, UVIR, den anderen Dualband hin und her zu wechseln.
Die Filter hast du aber auch noch nicht.

ein Filterrad bei osc? Da reicht ne Filterschublade. Die hab ich noch.

UV IR Cut sind die meisten OSCa ja ohnehin.

Also nur filterschublade und duonarrowband.
 
ein Filterrad bei osc? Da reicht ne Filterschublade. Die hab ich noch.

Das ist richtig.

Aber ein 5x2-Filterrad ist schon schöner.

Ich hatte am Anfang auch gedacht, eine Filterschublade reicht.
Aber da hast du jedes Mal neue Staubdonuts auf den Filtern.

Während mit dem Filterrad der komplette Imaging-Train dauerhaft montiert und weitgehend geschlossen bleibt,
kann ich problemlos über mehrere Monate hinweg mit dem selben Satz Flats arbeiten.

Grüße und CS
Karsten
 
UV IR Cut sind die meisten OSCa ja ohnehin.

Das ist auch richtig,

Aber wenn du den Imaging-Train dauerhaft zusammengebaut lassen möchtest,
würde ich dir empfehlen, trotz des integrierten UV/IR-Glases der Kamera einen separaten UV/IR-Cut-Filter zu verwenden.

Der Vorteil ist, dass dein Backfokus immer konstant bleibt,
auch dann, wenn du beispielsweise einen Duo-Narrowband-Filter einsetzt.

Grüße und CS
Karsten
 
Gut, ihr habt mich überredet bei Mono zu bleiben..

Das Touptek AFW kostet direkt im Store ca 180€.

Eventuell bekomme ich von Toupten auch noch etwas Rabatt.

CS Vincent
 
Moin zusammen,
habe gerade deinen Beitrag und die Antworten mit großem Interesse gelesen – und muss sagen, dass mich deine finale Entscheidung für Mono doch etwas überrascht hat. Denn die Antwort hattest du eigentlich schon selbst gegeben: "...letztendlich hab ich dieses Jahr noch kein einziges Bild fertigbekommen..." – das ist doch ein ziemlich deutliches Signal.

Nachvollziehbar ist es trotzdem. Wenn man die Kosten für ein neues Filterrad ohnehin einkalkulieren muss und die grundsätzliche Überlegenheit von Mono bei der Bildqualität kennt, ist der Gedanke "dann bleib ich dabei" menschlich absolut verständlich.
Aber: Du willst am Ende Farbbilder machen, bestaunen und vielleicht mit anderen teilen. Wenn das derzeit nicht klappt, lohnt es sich vielleicht wirklich, nochmal ehrlich zu hinterfragen, ob Mono für deine aktuelle Situation der richtige Weg ist.

Ich finde das Thema auch deshalb so interessant, weil ich selbst gerade auf der anderen Seite stehe: Ich habe ein OSC-Setup und überlege schon länger, ob ein Wechsel zu Mono sinnvoll wäre. Mono ist bei den Bilddetails überlegen – das steht außer Frage und darüber muss man nicht diskutieren. Aber man muss auch ehrlich mit sich selbst sein: Habe ich genug klare Nächte im Jahr, um mit Mono wirklich Bilder fertigzubekommen? Ich muss mir eingestehen, dass das bei mir nicht der Fall ist . Ehrlicherweise stelle ich es mir auch sehr nervig vor, für jeden Filter "extra" Flats machen zu müssen – und unter anderem deswegen werde ich vorerst bei OSC bleiben. Ich würde mir (Stand jetzt) vermutlich nur Frust kaufen.

Was mich dabei nachdenklich stimmt: Ich habe von einigen Astro-Kollegen gehört, dass sie nach dem Umstieg auf Mono die Freude am Hobby ein Stück weit verloren haben – sei es durch technische Schwierigkeiten, aufwendigere Bildbearbeitung oder schlicht den Frust, kaum fertige Bilder zu sehen.

Für was du dich auch entscheidest – behalte dir die Freude am Hobby. Am Ende ist das das Wichtigste.

Clear skies!
Micha
 
Denn die Antwort hattest du eigentlich schon selbst gegeben: "...letztendlich hab ich dieses Jahr noch kein einziges Bild fertigbekommen..." – das ist doch ein ziemlich deutliches Signal.
Ich denke das kommt überwiegend daher das ich den 12" F4 Newton noch am einrichten bin und es letztendlich irgendwo aus Frust gesagt habe da nun wieder etwas vorm Firstlight im Weg steht. Der Newton an sich läuft ja jetzt bloß ist jetzt das Filterrad wieder defekt .-.

CS Vincent
 
Der Abstand zur Mono-Technik ist noch vorhanden,
aber deutlich kleiner geworden.
Hi Karsten,

wie kommst Du darauf bzw. woran machst Du das fest? In der Regel gibt es doch von den Chips Farb- und Monovarianten. D.h. was sich an besserem Rasuchverhalten getan hat, hat sich genauso bei den Mono Kameras getan. Und mir wäre jetzt keine Consumer OSC bekannt, die da durch technologischen Vorsprung irgendwie heraussticht.

Ich glaube vielmehr, dass die Farbkameras ein Niveau haben, das wirklich gute Bilder erlaubt, aber deswegen hat sich am Abstand zu Mono nichts verändert. Der der Hauptunterschied ist nun mal die Bayermatrix und der damit verbundende Auflösungsnachteil und die Lichtausbeute.
 
Das ist richtig.

Aber ein 5x2-Filterrad ist schon schöner.

Ich hatte am Anfang auch gedacht, eine Filterschublade reicht.
Aber da hast du jedes Mal neue Staubdonuts auf den Filtern.

Während mit dem Filterrad der komplette Imaging-Train dauerhaft montiert und weitgehend geschlossen bleibt,
kann ich problemlos über mehrere Monate hinweg mit dem selben Satz Flats arbeiten.

Grüße und CS
Karsten


Hallo, gegen die Donuts hilft ein kleiner Blasebalg. Ein Filterrad trägt mir zu sehr auf im Imagetrain. Hab ich ausprobiert und für überflüssig und sogar für negativ befunden. Bei Automatisierung kommt man nicht drum herum, aber ich mache fast alles manuell, auch die Fokussierung, und komme mit Filterschubladen super klar. Ich nutze aber auch nur Duo Narrowband und UV/IR Cut. Wie immer, es gibt alle möglichen Philosophien in diesem Hobby. ;)

CS Olaf
 
Moin Vincent
Ich denke das kommt überwiegend daher das ich den 12" F4 Newton noch am einrichten bin und es letztendlich irgendwo aus Frust gesagt habe da nun wieder etwas vorm Firstlight im Weg steht. Der Newton an sich läuft ja jetzt bloß ist jetzt das Filterrad wieder defekt .-.

CS Vincent
Ah, das erklärt natürlich einiges – danke für die Klarstellung! Ein 12" f/4 Newton einzurichten ist kein Pappenstiel, und wenn dann noch das Filterrad den Geist aufgibt kurz vorm Firstlight, ist Frust mehr als verständlich.
Dann drücke ich dir die Daumen, dass das Filterrad-Problem schnell gelöst ist und das Firstlight endlich klappt – mit einem 12" Newton wartet da sicher etwas Beeindruckendes auf dich!

Hi Karsten,

wie kommst Du darauf bzw. woran machst Du das fest? In der Regel gibt es doch von den Chips Farb- und Monovarianten. D.h. was sich an besserem Rasuchverhalten getan hat, hat sich genauso bei den Mono Kameras getan. Und mir wäre jetzt keine Consumer OSC bekannt, die da durch technologischen Vorsprung irgendwie heraussticht.

Ich glaube vielmehr, dass die Farbkameras ein Niveau haben, das wirklich gute Bilder erlaubt, aber deswegen hat sich am Abstand zu Mono nichts verändert. Der der Hauptunterschied ist nun mal die Bayermatrix und der damit verbundende Auflösungsnachteil und die Lichtausbeute.

Da stimme ich zu – der Abstand zwischen OSC und Mono hat sich technisch gesehen nicht wirklich verändert, und ich glaube, da wird oft etwas durcheinandergebracht.
Wenn Sony oder ein anderer Hersteller einen neuen, besseren Sensor entwickelt, erscheint er typischerweise sowohl als Farb- als auch als Mono-Variante. Der technologische Fortschritt hebt also beide Seiten gleichermaßen an – der grundsätzliche Abstand bleibt konstant.
Die physikalischen Nachteile der Bayer-Matrix sind nun mal unveranderlich: Beim Debayering geht Auflösung verloren, weil die fehlenden Farbinformationen interpoliert werden müssen. Und bei Schmalband-Fotografie ist der Nachteil besonders deutlich spürbar – ein Hα-Filter lässt nur rotes Licht durch, auf das bei einer OSC-Kamera nur die roten Pixel der Bayer-Matrix reagieren, also grob 25% aller Pixel. Eine Mono-Kamera nutzt für dasselbe Signal 100% der Pixel. Das ist kein marginaler Unterschied, der sich durch bessere Sensortechnologie wegoptimieren lässt.

Was sich meiner Meinung nach verändert hat – und das ist wahrscheinlich das, was Karsten meint, auch wenn es technisch ungenau formuliert ist – ist nicht der absolute Abstand, sondern die praktische Relevanz dieses Abstands. OSC-Kameras sind heute gut genug, dass der verbleibende Qualitätsunterschied für viele Anwendungsfälle und Nutzerprofile nicht mehr der entscheidende Faktor ist. Wer 15–20 klare Nächte im Jahr hat, wetterabhängig beobachtet und trotzdem fertige Bilder sehen möchte, fährt mit OSC + guten Schmalband-Filtern heute sehr gut.

Aber das ist eine andere Aussage als "der Abstand ist kleiner geworden" – und da hat der Thread-Ersteller meines Erachtens vollkommen Recht, das zu präzisieren.

CS
 
Hi Vincent,
ich hätte Dir einen praktischen Vorschlag: das Filterrad ist bei einem Mono-Setup in der Regel mit das günstigste Teil. Kauf Dir ein neues (oder ein gebrauchtes hier aus dem Forum), denn den Rest hast Du ja schon. Wenn Du dann noch Kohle übrig hast, kaufe Dir eine gebrauchte OSC. Die werden doch hier im Forum häufig angeboten. Und dann vergleiche selbst...

Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir läuft: die OSC wird eher selten verwendet, so richtig warm werde ich mit dem Teil nicht. Ich finde, mit LRGB kriege ich bei gleicher Summe an Belichtungszeit eine bessere Auflösung. Aber hart beweisen kann ich das nicht, da ich nie das gleiche Ziel mit zwei Kameras ablichte.

Hinzu kommt, dass ich viel mit Schmalband unterwegs bin, und da ist der Vorsprung eindeutig...

VG Wolfgang
 
wie kommst Du darauf bzw. woran machst Du das fest?

Hi Thomas,

dein Punkt ist technisch absolut korrekt,
die grundlegenden Unterschiede durch die Bayer-Matrix
(Auflösung, Effizienz pro Kanal) sind nach wie vor da, und natürlich profitieren
Mono- und Farbvarianten gleichermaßen von Fortschritten bei Read Noise, QE usw.

Was ich meine, ist weniger ein „technologischer Vorsprung“ der OSC,
sondern eher eine Verschiebung der praktischen Relevanz dieses Unterschieds.

Der entscheidende Punkt ist für mich: In der Praxis sind wir sehr oft nicht mehr sensorlimitiert,
sondern himmelslimitiert. Seeing, Transparenz, Lichtverschmutzung,
Guiding und auch die verfügbare Gesamtbelichtungszeit setzen häufig die eigentliche Grenze.
Und genau hier nähern sich Mono und OSC in der realen Anwendung stärker an.

Früher war der Sensor selbst oft der Flaschenhals (hohes Read Noise, geringe QE).
Da konnte Mono seinen Vorteil klar ausspielen.
Mit modernen Sensoren wie IMX571/533 sind wir aber in einem Bereich angekommen, wo:

* das Ausleserauschen extrem niedrig ist,
* die QE hoch genug ist, dass man schnell im sky-limited regime ist,
* und kurze Subframes effizient nutzbar sind.

Das führt dazu, dass der theoretische Vorteil von Mono seltener voll ausgespielt werden kann,
weil die Aufnahmebedingungen ihn begrenzen.
Da ist der Abstand deutlich kleiner geworden.

Ich würde es deshalb besser so formulieren:
Der Abstand in der reinen Sensortechnik ist gleich geblieben.
Der Abstand in der praktisch erreichbaren Bildqualität unter realen Bedingungen ist kleiner geworden.

Unter typischen mitteleuropäischen Bedingungen relativiert sich der Mono Vorteil deutlich.

Viele Grüße
Karsten
 
Hallo, gegen die Donuts hilft ein kleiner Blasebalg.

Hallo Olaf,

Am Ende ist das stark eine Frage der eigenen Herangehensweise.
Dein Setup ist dafür ein gutes Beispiel, wenn man mit wenigen Filtern arbeitet und viel manuell macht,
ist eine Filterschublade völlig legitim und auch angenehm schlank im Aufbau.

Mein Ansatz kommt eher aus der Richtung „möglichst wenig anfassen“, weil ich versuche,
das System über längere Zeit stabil durchlaufen zu lassen.
Da spielt das Filterrad für mich seine Stärke aus,
vor allem was Reproduzierbarkeit und Flats angeht.
Aber das ist eben nur dann ein Vorteil, wenn man diesen Workflow auch nutzt.

Ich denke, man kann es ganz gut so zusammenfassen:
Beides funktioniert es hängt einfach davon ab,
ob man eher minimalistisch und manuell unterwegs ist
oder Richtung Stabilität und (Teil-)Automatisierung geht.

Am Ende zählt ja, dass man mit seinem Setup effizient zu guten Ergebnissen kommt.

Grüße und CS
Karsten
 
Hi Karsten,

ich verstehe was Du meinst, allerdings haben wir auch zu CCD Zeiten (oh was hatten wir noch für schöne große Pixel ;-)) schon keine Probleme in die Hintergrundlimitierung zu kommen. Das geht durch die Lichtverschmutzung eigentlich sehr einfach und war eher in den richtig dunklen Ecken und Schmalband eine Herausforderung.
Das die Unterschiede immer noch da und gültig sind, auch hier in Europa, dafür gibt es ja auch einige Bildbeispiele, das bereits genannte Video von Daniel z.B. . Und das ist nun nicht furchtbar alt. Aber auch da sieht man ja an einem Kommentar hier, der empfindet den Unterschied als nicht so relevant, für den anderen sind es Welten. Letztendlich muss es dem Fotografen schmecken. Nicht jeder will immer das Optimum in allen Situation rauskitzeln und dass ist ja auch völlig legitim.
Technisch ist der Unterschied aus meiner Sicht immer noch der Gleiche. Ich denke durch Softwares wie z.B. Nina, Voyager oder ähnliche ist es mit der Mono soagr einfacher als früher geworden. Da war Automatisierung eher eher etwas für einige Wenige mit festen Hütten. Heute nutzt ja so ziemlich jeder Sequenzen, selbst wenn er für eine Nacht auf dem Feld aufbaut.

Viele Grüße
Thomas
 
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