Hallo Mike,
die Schwachpunkte beim Gitterrohrtubus sind ja häufig die Schraubverbindungen der Stangen.
Die Gitterkonstruktion wurde zwar von den Profiteleskopen übernommen, jedoch mit dem Unterschied, dass dort die Gitterkonstruktion zu einem "quasi Volltubus" verschweißt sind, also fest zusammengefügt und daher in sich viel stabiler sind als jede Schraubverbindung.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Stangenkonstruktion als "Serrurier Fachwerk" konzipiert wurde und sich dadurch die Biegekräfte von Fanspiegel- und Hauptspiegeleinheit kompensieren können, wodurch die optische Achse erhalten bleibt.
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Bei den einfachen Gitterrohr Dobson und Newton wie wir sie kennen, hat man jedoch nur den vorderen Teil der "Fangspiegeleinheit" übernommen, welche sich jedoch aus der optischen Achse wegbiegen kann.
Viele ATM und Amateurteleskope haben daher nur das Aussehen mit den Profiteleskopen gemeinsam, in der Praxis geben die meisten Gitter- und Schraubkonstruktionen häufig schon unter dem Eigengewicht des Hutes nach, geschweige unter Last mit schwerem Zubehör.
Ich habe schon Gitterkonstruktionen gesehen da wanderte der Laserpunkt beim schwenken, um fast 3cm von der Mittenmarkierung des Hauptspiegels weg.
Auch kenne ich Sternfreunde die haben sehr viel Geld für Carbon Rohre ausgegeben, mit mäßigem Erfolg bei der Justage.
Solchen mechanischen Mängel stehen dann häufig schnelle Öffnungsverhältnisse gegenüber, welche aufs Zehntel oder Hundertstel genau justiert sein wollen.
Auch spielt dabei die Nachführung und Montierungsart eine große Rolle, sowie die Position des OAZ.
So können durch Schwenkbewegungen der Gitterkonstruktion, Rotationsbewegungen und damit unterschiedliche Zug- und Druckkräfte entstehen, welche die Gitterkonstruktion nicht halten kann.
Die Schlingenlagerung des UC, funktioniert nur im AZ-Modus und bei dicken Spiegelträger halbwegs gut.
Auf der EQ-Plattform macht die Rockerbox jedoch eine Dreh- und Kippbewegung, so das der Hauptspiegel hin und her rutschen kann.
Auch hat die Schlingenlagerung die Tendenz den Spiegelträger einzuschnüren und somit asymmetrisch zu belasten.
Als beste Spiegellagerung hat sich eigentlich die Zentral- bzw. Mittenaufhängung herausgestellt.
Denn dadurch entstehen keine Druckstellen durch Seitliche Auflagepunkte, die Spiegel verrutschen nicht und bei Kantenstellung entsteht nur wenig bis gar kein Knickastigmatismus bzw. Potatochip Effekt.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein teurer Carbonhut macht vielleicht noch kein justierstabiles Teleskop?
LG