Mons Rümker

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JochenBorgert

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Hallo,

bei einer visuellen Beobachtung des Mondes kurz vor Vollmond bin ich über das Vulkangebirge Mons Rümker "gestolpert". Tatsächlich hatte ich bis dahin noch nie etwas davon gehört, was vielleicht daran lag, dass ich für mich gespeichert hatte, dass Mondbeobachtungen rund um Vollmond eh keinen Sinn machen. So kann man sich täuschen.
Fasziniert von dieser gerne als sehr hässlich beschriebenen Formation habe ich es mir zum Ziel gesetzt, mal ein Foto von diesem riesigen "Kuhfladen" auf der Mondoberfläche zu machen.
Das gelang mir in der Nacht vom 03. auf den 04.04.2023 mit meinem 16" f/4,3-Dobson und einer 2,7-fach Barlowlinse. Das Seeing war sehr mäßig, hier half ein Astronomik Pro Planet 742-Filter etwas Ruhe reinzubringen. Aus 10% der insgesamt etwa 10000 Aufnahmen mit meiner ALccd QHY 5 III 178 mono konnte ich unter Verwendung von AutoStakkert!, Astraimage und Photoshop das angehängte Bild erstellen, wobei sich die Bildbearbeitung nicht ganz einfach zeigte.
Mons Rümker ist vulkanischen Ursprungs. Die Umgebung, das Sinus Roris, wurde nach der Entstehung von Mons Rümker von Lava überflutet, was Mons Rümker diese sonderbar blasenförmige Erscheinung in einer ansonsten relativ trostlosen Umgebung verleiht. Zudem bekommt Mons Rümker dieses "kuhfladige" Aussehen, und dadurch seine Einzigartigkeit, durch mehrere Lavadome, die seine Oberfläche zieren. Lavadome entstehen, wenn die austretende Lava sehr zähflüssig ist und eine geringe Fließgeschwindigkeit hat, so dass sie in unmittelbarer Nähe der Austrittsstelle eine Art Pfropfen bildet.

Auf den ersten Blick also eine hässliche Formation an einer gerne übersehenen Stelle des Mondes, bei näherem Hinsehen ein tolles Objekt für den geneigten Beobachter. Ich hoffe, dass es gefällt.

Clear skies
Jochen

Mons Rümker bearb rauschreduziert.jpg
 
Hallo Jochen, vielen Dank fürs Zeigen des Bildes und die dazugehörige Erklärung. Da sieht man mal wieder, wie schnell man mit festgelegten Gedankenmustern auf dem Holzweg ist, oder einem interessante Sachen entgehen.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo Jochen,
danke für das Zeigen dieser gelungenen Aufnahme mit der ausführlichen Beschreibung. Zu welcher Uhrzeit entstand dieses Bild.
Für die Beobachtung ist wichtig wie hoch die Sonne über diesem Gebiet steht. Außerdem hatte die Libration günstige Werte. Da sich das Objekt nahe des „Mondrandes“ befindet, spielt die Libration eine grosse Rolle.
Beste Grüße
Karl-Heinz
 
Hallo Jochen,

klasse Aufnahme und Präsentation.
wobei sich die Bildbearbeitung nicht ganz einfach zeigte.
Ja das musste ich gerade auch feststellen.
Du hast wahrscheinlich auch recht viel entrauscht.
Die Gegend ist ja sehr dunkel. Obwohl ich mit der Belichtungszeit schon etwas hochgegangen bin, musste ich bei der Bearbeitung das Histogramm ganz schön hochziehen. Dadurch rauscht es leider viel mehr als sonst und ich musste so wie du mehr glätten.

Hier meine Aufnahme mit 12" F5 Dobson, Q-Turret Barlow, ZWO ADC, Rotfilter aus der selben Nacht 22:21 Uhr zum Vergleich:
ruemker_030423_222144p150c.jpg


und eine ältere Aufnahme vom 24.02.21 bei besseren Bedingungen und Rümker lag noch näher am Terminator:
ruemker_240221_205112.jpg


Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
danke an alle für die Likes und die Kommentare.
@Peter: Mit den festgelegten Denkmustern und den Holzwegen hast Du sicher Recht.
@Karl-Heinz: Ich habe gar nicht auf die Libration geachtet. Ich war froh nach diesem astronomisch furchtbar schlechten Winter überhaupt mal wieder eine Gelegenheit zur Astronomie zu bekommen. Die Aufnahmen für dieses Bild habe ich um 00.34 Uhr gestartet.
@holger: Dann hatten wir ja fast zeitgleich den Gedanken an Mons Rümker. Interessant finde ich, dass man diese zwei Stunden, die Du früher belichtest hast als ich, schon am Weiterwandern des Terminators erkennt. In meinem Bild zeichnen sich Strukturen im Schattenbereich ab, die bei Dir noch in Dunkelheit liegen. Himmelsmechanik bei der Arbeit. Fotografierst Du mit einer Farbkamera? Ich frage nach, weil Du einen ZWO ADC verwendest, macht der bei Mono-Kameras Sinn?
Clear skies
Jochen
 
Nein, Asi120mm mit RG610 Rotfilter.

Ich frage nach, weil Du einen ZWO ADC verwendest, macht der bei Mono-Kameras Sinn?
Je niedriger das Objekt desto wichtiger auch bei Mono Aufnahmen. Hier allerdings mit Rotfilter und bei der Höhe von über 40° wird das nicht mehr so viel bringen.
Ich bin da nur zu faul das Barlow-Element umzuschauben. Außerdem wird mit ADC der Abstand zum Sensor größer und der Faktor der Barlow vergrößert sich um ca. 25%.
An dem Abend hatte ich vorher versucht Blue Walker 3 aufzunehmen. Da dann ohne ADC mit der kompletten Q-Turret Barlow.
Anschließend habe ich die erste Mondsession (noch ohne Rümker) auch damit aufgenommen und später für noch mehr Brennweite auf den ADC gewechselt.
Die Krater, die ich da mit beiden Setups aufgenommen hatte ähneln sich sehr, eigentlich kaum ein sichtbarer Unterschied.
Manchmal wirkt das größere ADC Bild etwas besser aufgelöst, kann aber auch an Seeingschwankungen liegen.
Aber hier zum Beispiel Bailly im direkten Vergleich:
ohne ADC
bailly_030423_220814ohneadcc.jpg

mit ADC
bailly_030423_221503mitadcc.jpg


Gruß,
Holger
 
Hallo Jochen & Holger,

danke für die schönen Bilder eines meiner Lieblingsobjekte auf dem Mond. Aus irgendeinem Grund fasziniert mich Mons Rümker schon seit Jahren und ich freue mich über jede Gelegenheit ihn zu beobachten.
Montag Abend war ich auch mit meinem 60mm Apo draußen und habe den Mond beobachtet und natürlich auch Mons Rümker besucht. Der kleine Refraktor zeigt natürlich nicht annähernd so viele Details wie Eure Newtons, aber ich konnte die Oberfläche dank günstiger Beleuchtung als uneben erkennen.
Ihn dann auf einem Bild aus der gleichen Nacht in hoher Auflösung zu sehen, ist natürlich besonders nett.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Holger, hallo Mondbeobachter,

Ich möchte hier nur kurz zur Anwendung des ADC antworten. Bisher hatte ich auch die Meinung, das über 40 Grad der ADC nichts mehr bringt.
Ich nehme den ADC jetzt immer (fast immer) unabhängig von der Höhe und erziele schärfere Bilder auch in großen Höhen. Wetterbedingt allerdings vorerst nur bei wenigen Beobachtungen.

Ich verwende mit meinem C8 die ASI 290 mm und den TS-ADC in folgender Reihenfolge: Filterrad-ADC-bei Bedarf eine Barlowlinse-290mm.

Beste Grüße
Karl-Heinz
 
Hallo,
vom 3.4. habe ich auch noch einen im Ausschnitt mit Aristarchus.
Aufnahme mit Takahashi TSA-120 fokal f=900 mm ; Kamera ASI 185 MC; wie man sieht : Ohne ADC; der wäre hier richtig gut gewesen.....
Viele Grüße Michael

22_18_16_Ausschnitt_3.png
 
Hallo Holger,
zunächst ist es richtig, eine Barlowlinse vor dem ADC anzuordnen. Es entsteht aber eine nicht immer erwünschte Verlängerung der Brennweite. Ich verwende die Q-Barlowlinse als Schraub-Barlowlinse und befestige diese in der Steckhülse. Bei dieser Kombination ist die Barlowlinse zu nahe an der Kamera. Deshalb verwende ich zwischen Kamera und Steckhülse zusätzlich T-2-Zwischenringe und kann somit den Abstand etwas variieren. Ich habe hierbei keine Nachteile festgestellt und gute Ergebnisse erzielt.
 
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