Montes Caucasus - First Light Basler Scout scA1300

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Attalar

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Hallo,

etwas überraschend bin ich heute zum First-Light mit meiner neuen Basler Scout scA1300 mit dem Sony ICX445-Chip gekommen:

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/fej9-1j.jpg

Das gute Teil schafft in der höchsten Auflösung (1280x966) noch gut 20fps, bei 640x480 75fps und soll aufgrund der kleinen Pixel in der Regel bei f/10 und etwas schlechteren Bedingungen zum Einsatz kommen. Zusammen mit dem großen Chip stellt das Teil eine schöne Ergänzung zu meiner Flea3 dar.

Die Aufnahme entstand bei nicht besonders gutem Seeing (4/10) und Schleierwolken mit Einsatz eines IR-Passfilters. Aufgenommen wurde mit FireCapture (wmit sonst) und gestackt (500/1500) mit Avistack2. Danach noch eine kurze Schärfungsprozedur frei nach Maciek (Danke Dir!!!) in Photoshop.

Besonderer Dank auch an Torsten (Edelmann), der innerhalb von wenigen Tagen die Scout in FireCapture zum Laufen gebracht hat.

Gruß,

Michael


Edit: Natürlich Montes Apenninus (war ein langer Tag)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin, Michael,

fett, deine Aufnahme!

Richtig fett würde deine Aufnahme aber sein, wenn du das Bild um 90° im Uhrzeigersinn drehen würdest ;)
Vielleicht ein bisschen zu scharf gerechnet, darauf deutet der helle Saum des Schattens in Archimedes hin.

Aber schon geil, wie knackig scharf und kontrastreich das Bild ist. Glückwunsch, gaaaanz hervorragend!


 
Wow, das ging ja fix. Danke!

Moin, Michael,
das obere der beiden Bilder finde ich besser als das untere. Es ist der Kontrast an den Strukturen mit dem Wissen, dass der Mond ein sehr dunkler Körper ist. Dass es nicht trivial ist, bei der Bidbearbeitung zwischen Objektivität und Subjektivität zu unterscheiden, ist klar. Warum sollte es dir besser gehen als Deep-Sky-Fotografen :biggrin:

Ich finde deine Aufnahme schon Oberklasse!

PS: Ich hab's mal gerade probiert: Ein 50%-Verhältnis beider Bilder würde mir gefallen. Da würde ich auch über irgendwelche Säume absehen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,


tolles First-Light mit der Basler. Glückwunsch zum Neuerwerb und zu dem "scharfen" Ergebnis.
Mir gefällt die obere Version auch etwas besser, wenn auch hart an der Grenze zur Überschärfung,- ( hier auf meinem Billigmonitor) -
Die aufgelösten Details machen wirklich Spass und laden zum Verweilen ein. :super:

Ich bin schon sehr gespannt auf Ergebnisse, wenn Du Dich mit der neuen Kamera eingearbeitet hast und dann mal auf gute äußere Bedingungen triffst.

Viel Erfolg bei weiteren Versuchen und viele Grüße,

Michael

PS. Auch toll, wie schön die Zusammenarbeit hier untereinander im Forum klappt!

PSS. Anscheinend war die Nacht heute hier bei uns überraschend klar, jedenfalls bei Blick heute morgen ca. 5.30 Uhr ein völlig blank geputzter Himmel, staun!
Ich habe das völlig verpennt, aber vielleicht kam bei Dir heute Nacht ja die Basler erneut zum Einsatz...?

:cool:
 
Hi Michael,

ich hatte bis kurz vor 1 (auf Saturn) gewartet, aber es war noch recht stark bewölkt. Danach habe ich aufgegeben :(

Ja, ich bin auch einmal gespannt, wie sich die Kamera, dann auch im direkten Vergleich mit der Flea3 am Planeten zeigt. Theoretisch dürfte die nur bei f/10 die Nase vorn haben...

Ohne die Hilfe aus dem Forum hier, wäre ich aufgrund meiner kaum vorhandenen Erfahrung ganz schön aufgeschmissen. Das ist schon toll hier.

Mal schauen, was unsere Jungs heute in Wolfsburg reißen :D

Schönen Gruß,

Michael
 
Re: Montes Appenninus

Hallo Michael,

ja, wow, ich bin völlig begeistert!!!!
Mir gefällt besonders die Lucy-Richardson-Decon-Version. Die ist schön weich und sehr angenehm zum Anschauen.

Die erreichte Schärfe finde ich beachtlich, die EBV hervorragend, sehr dynamisch aber nicht überzogen.

Dei letzte Version ist auch O.K. aber die Decon Variante gefällt mir irgendwie noch besser.

Jetzt muss ich auch mal was fragen: Inwelchem Programm nutzt Du den Lucy-Richardson-Decon-Filter?
Ich bin noch auf der Suche nach einem geeigneten Decon-Filter.

Grüße
Rolf

 
Moin Michael,

das letzte Bild ist auch klasse, schwer die vermeintlich beste Version zu finden, das ist sicher auch Geschmackssache.
Schade, dass Dein Ausharren nicht belohnt wurde, aber dann habe ich ja wohl wenigstens doch nichts verpasst. :schwitz:

Leider bin ich technisch nicht so sehr bewandert, um die jeweiligen Stärken und Schwächen, sowohl die unterschiedlichen Anwendungsbereiche Deiner Kameras voll zu erfassen. :blush:

Viele Grüße,

Michael


Mal schauen, was unsere Jungs heute in Wolfsburg reißen
Naja, was soll da schon gehen, allein schon die Trainer-Entlassung in WOB spricht gegen uns. Als HSVer bin ich sowieso immer recht erwartungslos... ;)

PS. Toller Sonnenaufgang heute bei uns, auch gesehen?

 

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Re: Montes Appenninus

Hallo Rolf,

vielen Dank für Dein Lob :blush:

Ich denke aber, dass jemand mit mehr Erfahrung in der EBV noch mehr rausholen könnte. Außerdem steckt in allen meinen Bildern auch viel vom Gehirnschmalz von Torsten Edelmann durch sein Fire-Capture.

Zitat von Rolf_Geissinger:
Jetzt muss ich auch mal was fragen: Inwelchem Programm nutzt Du den Lucy-Richardson-Decon-Filter?
Ich bin noch auf der Suche nach einem geeigneten Decon-Filter.


Ich habe mir das Astra-Image Photoshop-Plug-In gegönnt. Allein wegen der Lucy-Richardson-Methode sind mir die paar Dollar das Wert gewesen. Ich schärfe damit annähernd alle meine Planetenaufnahmen.

Gruß,

Michael

 
Hi Torsten,

nein. War erst einmal noch 8bit. Bei 16bit halbiert sich das Gain --> verdoppelt sich die Belichtungszeit. Dafür war es gestern zu schwierig mit den durchziehenden Wolken. Es war eigentlich zu keiner Zeit der Aufnahme wolkenfrei.Außerdem brauchte ich wegen des schlechten Seeings den IR-Pass. Der schluckt ja auch schön Licht.

Gruß (und Dank für Deine Hilfe),

Michael
 
Hallo Michael,

schön, dass Du die neue Scout schon so schnell einsetzen konntest, und als Firstlight für die Kamera ohne optische Nachvergrößerung (!) können sich Deine Appenninen wirklich sehen lassen. Wir verwenden ja nun den gleichen Kamerachip ICX445 mit 3,75 µm Pixelweite und sind uns darin einig, dass man in der Gegend von f/10 eine weitgehend optimale Kameraanpassung findet.

In meinem 6"-Archiv fand ich eben noch diese mit f/12 gewonnene Aufnahme von derselben Gegend bei ähnlichem Lichteinfall. Der Vergleich interessiert mich hauptsächlich im Hinblick auf die Bildverarbeitungstechnik und ich frage mich, ob die in Deiner Ausarbeitung offensichtliche Betonung der mittleren Ortsfrequenzen auf den Lucy-Richardson-Algorithmus zurüchzuführen ist. Meine Ausarbeitung mit "konventioneller" Schärfung in Fitswork und Picture Publisher erscheint mir nämlich "breitbandiger", d.h. die Häufigkeitsverteilung von feinen, mittleren und groberen Bilddetails ist - wie ich finde - insgesamt ausgewogener.

Hattest Du denn in diesem Fall schon andere Bearbeitungen ausprobiert, und was kam ggf. dabei heraus?

Gruß, Jan

 
Zitat von TorstenEdelmann:
Hallo Torsten,

welche Vorteile siehst Du denn darin, mit 16 Bit Farbtiefe aufzunehmen? Bei begrenztem Datendurchsatz bekommt man doch innerhalb einer vorgegebenen Aufnahmezeit mit 8 Bit doppelt so viele Bilder auf die Platte, und beim Stacken ergibt sich im Summenbild ganz von selbst eine Farbtiefe, die i.a. 16 Bit bei weitem übersteigt.

Wie siehst Du das?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

ich habe einmal die Version mit Lucy-Richardson-Deconvolution und die Version mit der "Methode Maciek", wie ich sie nenne. Das ist ein Algorithmus, wo nacheinander mehrfach Unscharfe Maske und Gauß-Weichzeiner zum Einsatz kommen. Er hat das hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/...86831/Re_Mondlandschaften_28_11_10#Post786831 beschrieben.

Ich persönlich schwanke noch, welches das optimale Verfahren ist. Wahrscheinlich ist das ähnlich der Planetenbearbeitung: Es kommt auf die Bedingungen an. Die waren bei mir gestern nicht so doll, weil ich durch die Wolken und den Einsatz des IR-Pass-Filters sehr viel Belichtung verloren habe. Daher traue ich mich auch nicht mit Dir in einen Wettstreit der Bildbearbeitungen zu treten :D

Wenn Du Lust hast, kannst Du aber gerne an meiner Summendatei rumspielen ;)

Ich habe sie auf meiner Seite zum Download hochgeladen:
http://www.sky-photos.de/nützliche-links/

Du mußt runterscrollen zu den Downloads.

Gerne kann sich natürlich auch jeder anderer probieren. Einzige Voraussetzung: Mir hinterher das Ergebnis zeigen und erklären, wie es entstanden sit.

Gruß,

Michael
 
Hallo Michael,

ich finde Deine Apenninen ganz grosse klasse, sehr gut bearbeitet und in allen Varianten sehenswert. Allerdings mag ich die etwas konrastreicheren Ergebnisse doch etwas mehr, die Schatten müssen auch meiner Meinung nach ganz schwarz sein. Zwar gibt es auch Halbschatten auf dem Mond, die sind aber nur selten...
Die Kamera scheint ja in Deinen Händen gut aufgehoben zu sein und die Bilder machen Lust auf viiiel mehr... Herzlichen Glückwunsch :super:

Viele Grüße,
Maciek

P.S.: "Methode Maciek" (MM) finde ich gut :totlach:
 
Hallo Michael,

vielen Dank, dass Du das Summenbild zum Download bereitgestellt hast! Inzwischen habe ich damit ein wenig experimentiert. Das Ergebnis sieht vorläufig so aus.

Einerseits kommen hier die höheren Ortsfrequenzen m.E. etwas deutlicher zur Geltung. Man sieht das insbesondere an der Feinzeichnung der strahlenförmigen Auswürfe um Aristillus, aber auch auf den sonnenseitigen Hängen der Appenninen. Andererseits stören mich in meinem Versuch, ebenso wie in vielen anderen von mir entwickelten Mondbildern, diese hellen Bögen am Rande der Zentralschatten in einigen Kratern. Solche Bögen sind in Deinen Ausarbeitungen praktisch nicht vorhanden, und ich frage mich, ob das etwas mit der Anwendung des Lucy-Richardson-Algorithmus zu tun hat. Falls dies zutrifft, könnte das für mich ein Grund sein, die entsprechende Software zu beschaffen.

Was mich an der eigenen Ausarbeitung auch stört, ist die scheinbare "Doppelabbildung" der Hadley-Rille. Diese Erscheinung bringe ich in Verbindung mit einer Diskussion, die wir hier kürzlich über seeingbedingte Mehrfachabbildungen bei größeren Teleskopen hatten. In diesem Zusammenhang wäre es interesssant zu wissen, ob das Video zu Deinem Summenbild einen größeren Anteil von Einzelbildern mit erkennbarer Mehrfachüberlagerung enthält. Solche Bilder werden nämlich von den gängigen Stackprogrammen nicht als minderwertig aussortiert und können am Ende zu mehrfach überlagerten Strukturen in den ausgearbeiteten Bildern führen.

Du kannst also gewiss sein, dass es nicht meine Absicht ist, mit Dir oder anderen "in einen Bearbeitungswettstreit zu treten". Es liegt mir vielmehr daran, auf der Basis von vergleichbarem Rohmaterial zunächst einmal meine eigenen Bearbeitungsprozeduren weiterzuentwickeln. Wenn sich auf diesem Wege die eine oder andere Verbesserungsmöglichkeit ergeben sollte, könnte das am Ende auch anderen zugute kommen.

Gruß, Jan


P.S. - Dummerweise bin ich diesmal selber auf die forenseitige Schrumpfung Deiner Bilder hereingefallen. Die habe ich erst bemerkt, nachdem Dein Summenbild größer herauskam. Also, für alle, denen das nicht klar ist: Die Originalgröße der Bilder sieht man erst im Antwortmodus bzw. über Rchtsklick und "View Image".
 
Hallo Jan,


Bei Mond wäre die Aufnahmezeit ja kein limitierender Faktor. Ich kann Dir ehrlich nicht sagen, ob die (effektiv) 12bit gegenüber 8bit einen Vorteil bringen. Mir fehlen da bisher die Vergleiche, da ich in letzter Zeit zu keinen Mondaufnahmen gekommen bin. Wenn ein Unterschied erkennbar sein sollte, dann wahrscheinlich nur bei ausreichen hellen Objekten wie Sonne/Mondaufnahmen, denn ein Planeten-Einzelbild erscheint mir vom Rauchen her als viel zu schlecht, um die extra Bits mit zusätzlichen Informationen füllen zu können.
Im CN Forum hat Wayne vor einiger Zeit mal einen Vergleich bei Jupiter dazu gezeigt, wo man auch keinen richtigen Unterschied erkennen kann:
Vergleich 8/12bit Jupiter

Viele Grüße,
Torsten
 
Hallo Torsten,

Dank für Deine Hinweise, auch auf den Jupiterergleich bei CN. Da sehe ich keine signifikanten Unterschiede. In meiner Jupiter-Animation vom 2. September waren die seeingbedingten Unterschiede zwischen den im Abstand von nur 5 min aufgenommenen Bildern schon deutlicher erkennbar.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

ich hatte das mit Wettstreit nicht ernst gemeint. Im Gegenteil glaube ich, dass zumindest meine Fortschritte bei den Bildergebnissen nicht nur auf die verbesserte Technik zurückzuführen sind, sondern auf den Austausch hier im Forum.

Eigentlich kann es nicht allein am Lucy-Richardsson-Decon liegen. Die ersten Bilder, weiter oben, sind ja ausschließlich mit Photoshop (Unschärfe Maske + Gauß#scher Weichzeiner, eben Methode Maciek ;) ) entstanden. Ich hatte anfangs auch einmal mit Fitswork probiert (It. Gausschärfung mit Radius 3-4 , n=15, 100% ). So habe ich früher meine Mondbilder nach AviStack 1.8 immer behandel. Sowohl Macieks Methode als auch Lucy-Richardsson brachten aber bessere Ergebnisse.

Ich habe mir das Video noch einmal angeschaut, aber bedingt durch den IR-Pass-Filter konnte ich eigentlich die meisten Seeing-bedingten Probleme beseitigen. Doppelabbildungen sind mir da nicht aufgefallen.

Bei deiner Berabeitung fällt mir auf, dass einige Details feiner gezeichnet sind, allerdings wirken die Berghänge in den Apenninen jetzt etwas unschärfer.

Stimmt, habe ich vergessen zu sagen: Bitte Bilder bie mir IMMER mit Rechtsklick+Anzeigen betrachten.

Gruß,

Michael
 
Zitat von Attalar:
Im Gegenteil glaube ich, dass zumindest meine Fortschritte bei den Bildergebnissen nicht nur auf die verbesserte Technik zurückzuführen sind, sondern auf den Austausch hier im Forum.
Hallo Michael,

das gilt ebenso auch für mich und das ist jetzt genau auch der Grund für meine "Übungen" an Deinem aktuellen Bild.

Zitat von Attalar:
Ich hatte anfangs auch einmal mit Fitswork probiert (It. Gausschärfung mit Radius 3-4 , n=15, 100% ).
Da sehe ich schon einmal einen prinzipiellen Unterschied zu meiner Fitswork-Bearbeitung, die ich vergaß mitzuteilen: Die iterative Gauß-Schärfung wende ich nämlich mit der Defaulteinstellung (Fitswork 3.94) Radius 1,5 und n=10 an. Anschließend habe ich noch den einfachen Gaußalgorithmus in der Defaulteinstellung mit Radius 1,01 angewendet und schließlich - ausnahmsweise - noch Wavelets mit Reglerstellung 2,07 in den beiden feinsten Stufen.

Vermutlich wählst Du ja auch bei der Anwendung Deiner alternativen Rezepte vorzugsweise Radien von 3 und größer. Damit wäre für mich die Betonung der mittleren Ortsfrequenzen schon weitgehend erklärt.

Natürlich kann man die Hervorhebung der Mittenfrequenzen als eine Art von "Schärfegewinn" betrachten. Nach meinem Empfinden wird da aber lediglich ein bestimmtes "Furchenprofil" überbetont, und zwar auch und gerade an solchen Stellen, wo die Landschaft eher glatt ist. Ohne die Hervorhebung erscheinen dann die glatten Partien tatasächlich glatter und erwecken vordergründig einen "unscharfen" Eindruck.

Zitat von Attalar:
Ich habe mir das Video noch einmal angeschaut, aber bedingt durch den IR-Pass-Filter konnte ich eigentlich die meisten Seeing-bedingten Probleme beseitigen. Doppelabbildungen sind mir da nicht aufgefallen.
Das gbt mir zu denken! Es wäre ja schön, wenn man auch die Mehrfachabbildungen durch IR-Pass unterdrücken kann. Das will ich gerne mal selbst ausprobieren. Danke für den Hinweis!

Mir bleibt nun noch die Fehlersuche i.S. Ringartefakte in den Kraterschatten und "Geisterbilder" an der Hadley-Rille. Dir wünsche ich bald mal so gute Sichtbedingungen, dass es sich lohnt nachzuvergrößern!

Gruß, Jan
 
Hi Jan,

bei Planeten wird's ja schwierig den IR-Pass bedenkenlos einzusetzen. Aber am Mond verwende ich den eigentlich immer. Da bekommt man ein schön ruhiges Bild, selbst bei nicht so guten Bedingungen. Nur die Woklenschleier, da hilft das auch nichts...

Zum Schärfen. Das schöne an dem Lucy-Richardsson ist, dass man auch sehr fein gegliedert schärfen kann. Allerdings bekommt man irgendwann auch Artefakte, wenn's übertrieben wird.

Macieks-Methode ist sehr schön geeignet, wenn man viel Kontrast möchte. Außerdem bleiben die Ebenen sehr schön glatt. Am Planeten finde ich aber den Lucy-Richardsson besser.

Gruß,

Michael

Gruß,

Michael
 
Hallo Michael,

Danke für die Erläuterungen. Die Methoden "Lucy-Richardsson" und "Maciek" will ich mir gerne mal näher anschauen. In Sachen Schlagschatten bin ich schon ein Stück weiter gekommen. Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus Deinem Summenbild:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Moon_IR_11022011_201013_Avistack2_A88x75_0-36Kg300_PP200_vMS50L180.jpg

Diesen Ausschnitt habe ich zum Zwecke der besseren Erkennbarkeit lediglich durch eine 2x2 Pixelerweiterung vergrößert. Das Gamma habe ich in Fitswork auf 3,00 hochgezogen und den Grauwertbereich stark eingeengt. Es sind aber keinerlei Schärfungsprozeduren angewendet worden.

Zwischen dem hell beleuchteten Teil der inneren Kraterränder und den "tiefen" Schatten sieht man deutlich diese sichelförmigen Zonen, die gegen den hellen Kraterrand durch eine schmale Linie geringerer Helligkeit abgesetzt sind.

Diese "inneren" Sicheln können demnach keine Artefakte aus der Bildbearbeitung sein. Ob sie nun "echt" sind, also der Wirklichkeit entsprechen, oder ob es sich hier um "Seeingartefakte" in der von mir zuvor angedeuteten Art (Mehrfachbilder) handelt, vermag ich im Moment noch nicht zu entscheiden. Vielleicht liest ja hier jemand mit, der dazu etwas sagen kann? Natürlich stellt sich auch die Frage, warum diese Sicheln in Deinen Bildern nicht zu sehen sind. Kannst Du dazu etwas sagen?

Bezüglich der Hadley-Rille will ich mich mal in den Galerien der größeren Teleskope umsehen ...

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Attalar:
Möglich, dass diese "Sicheln" durch AviStack2 entstanden sind ...
Hallo Michael,

Wenn das der Fall ist, dann würde ich doch wieder an seeingbedingte Mehrfachbilder denken. Bei der Durchsicht der von AviStack bevorzugten Einzelbilder aus eigenen Mondvideos hatte ich bereits feststellen können, dass Mehrfachbilder bei Avistack durchaus an höchsten Stellen der Qualitäts-Rangliste stehen. Vielleicht werden gerade kontrastreiche Doppelbilder als besonders detailreich identifiziert? Michael Theusner hatte auf meine diesbezügliche Anfrage noch nicht reagiert. Vielleicht macht er sich aber schon Gedanken über dieses Phänomen.

Die "doppelte" Hadley-Rille spricht möglicherweise auch für den geschilderten Sachverhalt.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan und Michael,

ich tippe sowohl bei den Schlaggschatten als auch bei der doppelten Hadley auf Seeingartefakte. Diese Art von Artefakten entsteht auch gerne mal am Fuße einzelner Berge, die aus den Meeren herausragen und im Extremfall sogar an den Rändern der Krater. Die Stackprogramme können die Bilder leider (noch nicht) aussortieren, je länger die Brennweite, desto größer das Problem. Deutlich zu erkennen ist das Problem an diesem Schrötertal.

Viele Grüße,
Maciek
 
Moin, Jan,
Zitat von Jan_Fremerey:
Natürlich stellt sich auch die Frage, warum diese Sicheln in Deinen Bildern nicht zu sehen sind.
?)

Ich sehe in Michaels Aufnahme ebenso diese "Sicheln". Hier mal der Vergleich deiner 2x2 vergrößerten Aufnahme (links) mit den entsprechenden Gebieten aus der "Maciek"-Methode (mitte) und der "Lucy-Richardsson-Deconvolution" (rechts):

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Moon_IR_11022011_201013_Avistack2_A88x75_0-36Kg300_PP200_vMS50L180.jpgLink zur Grafik: http://www.frank-specht.de/astronomy/other/attalar-maciek.jpgLink zur Grafik: http://www.frank-specht.de/astronomy/other/attalar-lucy-richardson-decon.jpg

Ich nehme an, durch die Schärfungsprozeduren werden die Sicheln noch stärker vom hellen (überbelichteten?) Kraterand abgegrenzt, weil es zwischen den hellen Sicheln und dem hellen Kraterrand noch eine dunklere Zone gibt, die bei Schärfung stärker hervorgehoben wird.

Indes bleibt auch mir die Frage, wodurch diese Sicheln in der Addition entstehen?
 
Zitat von Maciek:
... je länger die Brennweite, desto größer das Problem.
Hallo Maciek,

ich fürchte eben auch, dass es tatsächlich das Seeing ist. Danke für das Beispiel, in welchem die "Geisterbilder" schön zur Wirkung kommen. Nach meinem Verständnis ist da nur indirekt die Brennweite von Bedeutung. Es ist wohl in erster Linie die Teleskopöffnung, wenn diese nämlich genügend groß ist, um das Licht des abzubildenden Objekts über unterschiedliche Turbulenzzonen der oberen Amosphäre gleichzeitig zu empfangen.

Vor einiger Zeit hatte ich ja probeweise einen Stack mit 12 von 18 handverlesenen Videoframes mit Hilfe von AviStack erzeugt. Die 18 Frames erschienen mir einigermaßen frei von Geisterbildern. Das Ergebnis war dann erwartungsgemäß in dieser Hinsicht ebenfalls sauberer, wenn auch in anderen Belangen nicht gerade befriedigend. Vielleicht werde ich da nochmal etwas Mühe hineinstecken und eine größere Anzahl an Primärframes heraussuchen ...

Gruß, Jan
 
Danke, Frank, für die Herausarbeitung der Sicheln in den von Michael vorgestellten Bildern. Dort waren sie jedenfalls im Gegensatz zu meiner eigenen Ausarbeitung kaum erkennbar. Das mag wohl an der Verwendung unterschiedlicher Bearbeitungstools gelegen haben.

Gegenwärtig scheint mir - wie oben schon bemerkt - eine Handselektion der Videoframes der einzige Weg zur Vermeidung dieser Art von Artefakten zu sein. Vielleicht fällt einem der bekannten Stack-Autoren eines Tages doch noch ein anderes, auch hinsichtlich der Geisterbilder wirksames Auswahlkriterium ein. Das, was Sie uns bisher mit ihren Programmen bereitstellen, ist ja in der Tat schon sehr beachtlich - und dankenswert!

Gruß, Jan
 
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