Montierung für 90/900 Refraktor

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kabri

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Hallo zusammen,

welche Montierung ist für einen 90/900 Refraktor (ich hatte beispielsweise an Bresser Messier AR-90/900 gedacht) zum Einstieg sinnvoll? Eventuell möchte ich später auch Aufnahmen mit einer Webcam machen. Als Set wird hier wohl oft eine EXOS1 angeboten oder lohnt sich möglicherweise auch eine EQ5?

Viele Grüße
Klaus
 
Hallo Klaus,

so ein Gerät ist sehr angenehm auf einer Montierung der GP-Klasse untergebracht. Das heißt, dass als GP-Clone auch eine EQ-5 in Frage kommt. Eine Vixen NP dürfte bei diesem Gerät allerdings auch noch ausreichen. Man findet das Gerät sicher auch auf kleineren Montierungen, das ist aber einfach nicht mehr schön.

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Eine Vixen NP dürfte bei diesem Gerät allerdings auch noch ausreichen.
...wenn das Stativ darunter stabil ist. Ich habe gerade ein original Vixen GP-Alustativ (HAL-110?) unter einer NP, weil ich damit den R135S azimutal montieren kann.
Dank des Stativs schwankt das Ganze irgendwo in der Grauzone zwischen Zitteraal, Lämmerschwanz und Espenlaub...

E.
 
Moin Klaus,

ne größere Montierung lohnt eigentlich immer. Das Problem bei dem 90/900 ist weniger das Gewicht als der Hebel.
Vorab sei gesagt das ich keinesfalls gegen Bresser wettern möchte, im Gegenteil, ich schätze den Kundenservice sehr und auch die Monties(habe selbst eine MON2) gefallen mir besser als die EQ3+5. Das Set das du angesprochen hast war auch meine Erstausstattung, ging aber wegen folgender Mechanischer Unzulänglichkeiten wieder zurück.
Bauartbedingt hast du ja den OAZ am äusseren Ende des Hebels. Dazu kommt das der OAZ des Bressers einen sehr großen Verstellweg hat, ich glaub so um die 130mm, was den Hebel noch zusätzlich verlängert. Hinzu kommt das sowohl der OAZ, Tubusschelle und auch Prismenschiene aus Kunststoff sind.
Die Tubusschelle ist auch noch sehr kurz und nur mit einer Schraube ausgestattet. All diese Punkte machen das ganze sehr instabill. Jeder griff zum Fokussierrad und jede Berührung des Okulars mit dem Auge wird mit ordendlich gewackel bestrafft.
Meine Wahl fiel danach übrigens auf eine MON2(Ausstellungsware) und einen 6"/f5 Newton von Skywatcher, womit ich seit ca. 3-4 Jahren gut zufrieden bin.

Gruß
Rolf
 
Vielen Dank schon einmal für die detaillierten Einschätzungen zu dieser Kombination von Montierung + Refraktor! Vielleicht sollte ich in der Tat auch den Teleskoptyp noch einmal überdenken...

Speziell zum Bereich Stativ: Gibt es in dieser Preis-/Qualitätskategorie besonders empfehlenswerte Produkte bzw. welche sind hier eher problematisch?

Gruß
Klaus
 
Zitat von kabri:
Vielen Dank schon einmal für die detaillierten Einschätzungen zu dieser Kombination von Montierung + Refraktor! Vielleicht sollte ich in der Tat auch den Teleskoptyp noch einmal überdenken...

Speziell zum Bereich Stativ: Gibt es in dieser Preis-/Qualitätskategorie besonders empfehlenswerte Produkte bzw. welche sind hier eher problematisch?

Gruß
Klaus

Ich wollte jetzt nicht den Teleskoptyp als solchen schlecht machen, haben halt alle ihre Vor-und Nachteile. Beim Langbauenden Refraktor ist aber eben auf den daraus resultierenden Anspruch an die Monti zu achten und die Mechanische Qualität. Und das wird halt schnell teuer.

Meinst du tatsächlich nur "Stativ", also das Dreibein ohne Montierungskopf? In der Preisklasse(von welcher genau reden wir eigentlich :D ) wird nicht mehr als ein Stahlrohrstativ drin sein, was aber im Falle der EQ3+5, EXOS1+2 und auch dem Celestron Pendant ganz ordentlich ausfällt. Vermeide Alustativ!

Gruß
Rolf
 
Ich meinte in der Tat nur das Stativ. Im obigen Beitrag klang es so, als gäbe es hierbei durchaus unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten und ich hatte diese, zumindest in dieser Qualitätsklasse, bisher eher als Einheit wahrgenommen.

Gruß
Klaus
 
Moin Klaus,

Kombinationsmöglichkeiten hast du insofern das Stativ und Montierungskopf zwei einzelne Teile sind. Sprich du kannst das Originalstativ jederzeit gegen ein anderes, besseres, tauschen. Die aktuellen Modelle der NEQ3+5, EXOS1+2 haben ab Werk ein Stahlrohrstativ, die Vixen GP2 wird Standardmäßig ohne Stativ geliefert. Aufpassen musst du beim Gebrauchtkauf. Das Vorgängermodell der NEQ3 und auch die ältere Vixen GP hatten ein Alustativ.

Gruß
Rolf
 
Hallo Rolf,

danke für die nützliche Information! Ich schließe also daraus, dass Stative aus Stahl entsprechenden Modellen aus Alu vorzuziehen sind. Gerade weil ich mir durchaus einen Gebrauchtkauf vorstellen kann, werde ich einen Blick darauf haben.

Beste Grüße
Klaus
 
Hallo Klaus,

die Stativwahl entscheidet über Lust und Frust, will also gut bedacht sein. Auch wenn's von interessierter Seite beauftragt war: das hier sollte man zumindest mal in Betracht ziehen: www.berlebach.de/anleitungen/31.pdf. Zumal es sich mit den Erfahrungen von vielen hier deckt.

Grüße,

Klaus


 
Hallo Klaus,

es ist ja immer die Frage, inwieweit man sich mit dem Kauf einer Montierung entsprechende Möglichkeiten für die Zukunft offen halten will, d.h. was man letztlich bereit ist zu investieren. Ich würde dann zum stabilsten und preiswertesten tendieren, das der Markt zu bieten hat. Mir fällt da spontan erst mal eine HEQ5 ein, die sogar ausreichend Potenzial für DS-Astrofotografie hat. Wenn einem die EQ6 nicht zu schwer ist würde ich sogar die nehmen und, falls der Refraktor zu leicht ist ein Ausgleichsgewicht auf der Refraktorseite befestigen. Diese Kobi EQ6 und 90/900 Refraktor ist dann wirklich über jeden Zweifel erhaben und die Montierung bietet alle Möglichkeiten für die spätere geplante Astrofotografie bis hin zum C11 oder DeepSky mit einem Newton/APO etc.



beste Grüße,
Christian
 
Hi Zusammen,

solange man über nichts konkretes spricht, sollte man auch mit pauschalen Streuwürfen etwas zurückhalten. "Alustativ" ist nicht automatisch schlecht. Nur gibt es "Alustative" die genauso aussehen, wie andere "Alustative", und eben schlecht sind. Es gibt aber auch gute.
Grundsätzlich gibt es gute Alustative, Alustative die für ihr Gewicht gut sind, und schlechte Stahlrohrstative kann man auch bauen bzw. sie werden gebaut, neben den guten.

Wichtig ist einfach, sich die gesamte Konstruktion des Stativs anzuschauen. Da findet man bei billigen Stativen einfach sehr oft, dass die Übergänge mit Plastikteilen realisiert sind. Das bedeutet, wenn man die Schrauben so fest zieht, dass die Sache stabil zu werden beginnt, macht es knack. Da ändert Hammerschlaglack auf Plastik auch nichts dran, egal ob man Alufprofil oder dünnes Konservenblech in Rund durch die Verbinder schiebt.
Die GP-Alustative, die wirklich GP-Stative sind, haben Metall-Übergänge. Die älteren sogar Metall-Knebel an den Schrauben. Wenn man nun beim Aufstellen des Stativs brav die Schrauben am Stativkopf fest zieht, so dass die Beine sich nicht mehr von selbst einklappen, wenn man es anhebt, ist das nur Schritt 1. Nutzt man das Stativ nicht ausgezogen, muss man dennoch die Klemmschrauben dort festziehen. Weiter ist es gut, wenn zur Stabilisation das Dreieck in der Mitte nicht schlackert. Da sind die mit Schraube spannbaren Konstrukte vieler Stahlrohrstative wirklich gut. Die Übergänge vom Rohr in die verschiedenen Verbinder dürfen auch nicht wackeln, sonst muss nachgezogen werden - oder wenn was ausgeleiert ist, muss Abhilfe her. Dann muss man das Patent für die Azimut-Einstellung zwischen Stativ und Montierungskopf verstanden sein, sonst wackelt da schnell mal was. Für die Polhöhe gilt dasselbe. Schließlich gibt es öfter mal den Fall, dass Vollprofil-Schienen für die Rohrschellenmontage verwendet werden. Die haben dann in einigen Montierungen keine Auflage, weil in der Aufnahme für die Schiene z.B. "Made in Japan" als erhabene Schrift am Gussteil dran ist. Hat man ein Vollprofil, dann abfeilen!
Generell würde ich von Stativen mit Übergängen aus Plastik abraten. Dadurch scheiden die meisten Stative aus, die man für GP-Stative halten könnte, welche aber keine sind. So ähnlich geht das mit Montierungen weiter, welche wie GPs aussehen, aber keine sind. Da gibt es auch welche, bei denen die Gleitlager zuviel Spiel haben, was durch irres vorspannen der Achse so lange kaschiert bleibt, bis der lange Hebel eines Refraktors dann doch das Lager kippeln lässt...

Zur Teleskopauswahl, die hier angeschnitten war: Erst das Teleskop wählen, dann bestimmten, welche Montierung es trägt. Ein 90/900 Achromat ist ein nettes Teleskop, hat aber seine Einschränkungen. Kommt drauf an, was man erwartet, und unter Umständen auch, was man schön findet. Viel kann auch davon abhängen, ob man einen 90/900 mit 2" Anschluss vorfindet, oder eben den typischen, einschränkenden 1,25" Auszug.

Clear Skies
Sven
 
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