Hi Zusammen,
solange man über nichts konkretes spricht, sollte man auch mit pauschalen Streuwürfen etwas zurückhalten. "Alustativ" ist nicht automatisch schlecht. Nur gibt es "Alustative" die genauso aussehen, wie andere "Alustative", und eben schlecht sind. Es gibt aber auch gute.
Grundsätzlich gibt es gute Alustative, Alustative die für ihr Gewicht gut sind, und schlechte Stahlrohrstative kann man auch bauen bzw. sie werden gebaut, neben den guten.
Wichtig ist einfach, sich die gesamte Konstruktion des Stativs anzuschauen. Da findet man bei billigen Stativen einfach sehr oft, dass die Übergänge mit Plastikteilen realisiert sind. Das bedeutet, wenn man die Schrauben so fest zieht, dass die Sache stabil zu werden beginnt, macht es knack. Da ändert Hammerschlaglack auf Plastik auch nichts dran, egal ob man Alufprofil oder dünnes Konservenblech in Rund durch die Verbinder schiebt.
Die GP-Alustative, die wirklich GP-Stative sind, haben Metall-Übergänge. Die älteren sogar Metall-Knebel an den Schrauben. Wenn man nun beim Aufstellen des Stativs brav die Schrauben am Stativkopf fest zieht, so dass die Beine sich nicht mehr von selbst einklappen, wenn man es anhebt, ist das nur Schritt 1. Nutzt man das Stativ nicht ausgezogen, muss man dennoch die Klemmschrauben dort festziehen. Weiter ist es gut, wenn zur Stabilisation das Dreieck in der Mitte nicht schlackert. Da sind die mit Schraube spannbaren Konstrukte vieler Stahlrohrstative wirklich gut. Die Übergänge vom Rohr in die verschiedenen Verbinder dürfen auch nicht wackeln, sonst muss nachgezogen werden - oder wenn was ausgeleiert ist, muss Abhilfe her. Dann muss man das Patent für die Azimut-Einstellung zwischen Stativ und Montierungskopf verstanden sein, sonst wackelt da schnell mal was. Für die Polhöhe gilt dasselbe. Schließlich gibt es öfter mal den Fall, dass Vollprofil-Schienen für die Rohrschellenmontage verwendet werden. Die haben dann in einigen Montierungen keine Auflage, weil in der Aufnahme für die Schiene z.B. "Made in Japan" als erhabene Schrift am Gussteil dran ist. Hat man ein Vollprofil, dann abfeilen!
Generell würde ich von Stativen mit Übergängen aus Plastik abraten. Dadurch scheiden die meisten Stative aus, die man für GP-Stative halten könnte, welche aber keine sind. So ähnlich geht das mit Montierungen weiter, welche wie GPs aussehen, aber keine sind. Da gibt es auch welche, bei denen die Gleitlager zuviel Spiel haben, was durch irres vorspannen der Achse so lange kaschiert bleibt, bis der lange Hebel eines Refraktors dann doch das Lager kippeln lässt...
Zur Teleskopauswahl, die hier angeschnitten war: Erst das Teleskop wählen, dann bestimmten, welche Montierung es trägt. Ein 90/900 Achromat ist ein nettes Teleskop, hat aber seine Einschränkungen. Kommt drauf an, was man erwartet, und unter Umständen auch, was man schön findet. Viel kann auch davon abhängen, ob man einen 90/900 mit 2" Anschluss vorfindet, oder eben den typischen, einschränkenden 1,25" Auszug.
Clear Skies
Sven