Motorfokus Skywatcher

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Lorchi

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Hallo,

ich habe gerade einen Selbstbau-Motorfokus für meinen Skywatcher fast fertiggestellt. Für das Realisierungskonzept war ein Hinweis in diesem Board ausschlaggebend, dass die Rändelknöpfe ein gängiges Zahnmodul besässen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Das habe ich doch gleich ausgemessen, und heraus kam ca. Modul 0,5.

Den Getriebemotor mit Zahnrad von Conrad habe ich seitlich montiert, und er ist über eine kleine Spindel an das Rändelrad "ein- und auskuppelbar", so dass man auch noch manuell fokussieren kann.

Dazu kommt ein kleines Handkästchen mit 4 Knöpfen für schnell/langsam vor und zurück.

Die nächsten Tage werde ich mal ein Bild veröffentlichen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Viele Grüße, Henning
 
Hi Lorchi,

hört sich gut an. Weisst du schon, was die kleinste mögliche Bewegung in mm ist? Für f/4 bräuchte man ja sowas wie ein paar Hundertstel...

 
Tja, ich habe die Steuerung so einfach wie möglich gehalten, also keinen Analogjoystick dran oder so <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Der Motor dreht mit 10 U/min, und im langsamen Gang über einen Widerstand (39 Ohm) etwa der Hälfte. Antriebszahnrad hat 20 Zähne, das Rändelrad 82, also ca. nochmal 1 zu 4. Eine Umdrehung der OAZ-Welle befördert das Rohr (aus meinem Gedächtnis) um ca. 25-30mm. Das ergibt im Schnellgang etwa 1,25 mm/sec, langsam einen guten halben mm/sec.

ABER: wenn man den Knopf für langsam nur kurz antippt, läuft der Motor kaum an, und man kann mehr als 15mal antippen, bevor das Auszugsrohr sich um einen mm bewegt hat. Jedoch werde ich wohl noch einen höheren Widerstand einbauen, ich hatte den jetzigen für noch langsamere Bewegung ausgerechnet, aber der Motor braucht weniger Strom als erwartet, so muß ich einen anderen Widerstand erst noch besorgen.

Übrigens: der Motor hat enorm Kraft, und eine senkrecht zu transportierende Kamera ändert so gut wie nichts an der Geschwindigkeit. Allerdings ergibt sich daraus ein Problem, ich muß wohl noch Schalter für automatische Abschaltung der Richtung einbauen, wenn der OAZ am Anschlag ist, ansonsten fräßt der Motor mir über kurz oder lang mein Rändelrad weg... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Grüße, Henning
 
Hallo,

klingt interessant. Eine Stückliste wäre nett! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

mfg

Chris
 
Hallo,

Glückwunsch zu dem Projekt, ich habe auch vor, mir einen Motorfokus für meinen kleinen Vixen-ED80S-Refraktor zu bauen. Eigentlich wollte ich einen JMI beim Wolfi bestellen, aber die Dinger sind zur Zeit nicht lieferbar. Und nicht grad billig.


Ein Hinweis zur Motorsteuerung:

Ohmsche Vorschaltwiderstände sind bei Motoren nicht so günstig, wenn man langsame Drehzahlen bei hohem Drehmoment erreichen will.
Grund: Der elektrische Widerstand eines Motors ist beim Anlaufen deutlich geringer, als wenn er läuft, d.h. er zieht beim Anlaufen mehr Strom. Man muß den Vorwiderstand nun so bemessen, daß der Motor auch unter Last noch sicher anläuft. Wenn er dann aber läuft, vergrößert sich sein Widerstand, dadurch bekommt er mehr Spannung, und er läuft (trotz geringerem Stromfluß) schneller als nötig. Außerdem bricht seine Drehzahl unter Last sofort ein.

Ausweg: Motordrehzahlsteuerung per Spannungsregler, oder noch besser Impulsbreitenmodulation. Fertige Bausätze dafür gibts z.B. bei Conrad (übrigens seit diesem Jahr nicht mehr im Hauptkatalog, ich hoffe aber mal, im Modellbaukatalog). Die optimale Langsam-Drehzahl kann man dann auch mit einem Poti einstellen.

Noch einfacher: Man könnte statt des Vorwiderstands auch eine Diodenkaskade verwenden. Da der Spannungsabfall über einer Diode in Flußrichtung konstant ist (ca. 0.6V?), ändert sich die Motorspannung auch bei Lastwechsel nicht. Man schaltet einfach soviele Dioden (ausreichender Leistung!) hintereinander, bis man den gewünschten Spannungsabfall erreicht hat.

MfG Olaf
 
Hi Alls,
ich hatte auch mal vor Jahren einen elektrischen Fokusierer gebastelt, ganz simple Lösung, ein Servomodul für den Modelbau! Die Servos gibt es in verschiedenen Größen und Kraftbereichen. Einfach die Elektronik ausbauen und fertig ist ein durchzugsstarker Fokusierer.
Gruß Bernd
 
Eben....Modellbau.
das ist es :-) billig und gut. nun mußt du nur noch erklären, wie du den servo angesteuert hast. (elektronik raus? hä? kopfkratz?) danke im voraus für die Antwort.
Ralf
 
Hi deepsky
Kannst du dir auch vorstellen, mit so einem servo ne nachführung laufen zu lassen?

gruss
Ralf
 
Hi rg12,
sicher muss dazu das Getriebe noch mehr übersetzt werden, aber generell sollten Servomotoren funktionieren. Ich denke aber, mit eine preiswerten Schrittmotorsteuerung kommst Du schneller an Ziel. Auch diese Bauteile bekommt man recht günstig bei Conrad.
Gruß Bernd
 
Huhu,

hier kommt mal eine kleine Teileliste, die ersten Bilder kann ich heute abend von zuhause aus zeigen.

Der Motor (Conrad) ist der
Getriebemotor RB 35 1:600, Artikelnummer 221936, Preis 13,95,
dazu das Zahnrad M0,5 20Z, Artikelnummer 231835, Preis 2,55 (das hat einen Nabendurchmesser von 9mm, und kann daher noch relativ bequem auf 6mm aufgebohrt werden, das ist der Wellendurchmesser des Motors).

Weiteres Material war in meinem Fall aus dem Baumarkt ein Alu-Flachband 15x1,5mm für 1 Euro nochwas, eine M4-Gewindestange (1,25 E), ein runder Möbelknopf (passend auf die Gewindestange) für 2 Euro, ein 0,8mm Alublech fuer 5 Euro,
und aus dem Haushaltswarenladen ein billiges Küchenbrett (als Kunststofflieferant). Ausserdem natürlich diverse Schrauben (bei mir allesamt aus der Wühlkiste).

Daraus habe ich die Halterung mitsamt Gehaeuse gebaut. Natürlich geht es auch billiger und einfacher, aber so sieht's ganz schön aus.

1.) Mit der Stichsäge aus dem Alublech einen Streifen 70x160mm ausgeschnitten, und zu einer Vierkantröhre 40x40x70mm gebogen (dafür brauchts nen Schraubstock, Holz zum zwischlegen und ein Hämmerchen)
2.) Aus dem Küchenbrett ein Stück 40x40mm ausgesägt, das ist die Frontplatte für den Motor, und wird zusammen mit dem Motor in die Alu-Vierkantröhre (1) gesteckt. Also von vorne die Bohrungen für den Motor, und entlang einer Kante ein gaaanz laanges 4,5mm-Loch rein, das ist für die Gewindestange, Erklärung weiter unten.
3.) Aus dem Flach-Alu einen schmalen Streifen ausschneiden und ein passendes Kunststoffteil sägen, das als Hebel um die Achse des OAZ herum montiert wird.
4.) Möbelknopf und ein ca. 75mm langer Teil der Gewindestange zusammen mit einer Kontermutter ergeben eine Spindel
5.) Wieder mit dem Flachalu einen Streifen bauen, der vorne an die Frontplatte (2) geschraubt wird, und der den Hebel (3) an der einen Seite festhält, auf der anderen Seite wird die Spindel (4) durch das lange Loch in der Frontplatte gesteckt, und geht durch ein Gewinde, das auf der anderen Seite in ein Loch im Hebel geschnitten wurde. Damit läßt sich das Motorgehäuse an den OAZ-Antrieb "herandrehen" bzw. ankuppeln.
6.) Auf der anderen Seite des Motorgehäuses noch eine Halterung anbauen, die das ganze auch trägt. Die Vorderseite wird - wenn alles richtig läuft - mit dem per Spindel einstellbaren Hebel an der OAZ-Welle gehalten.
7.) Zu guter Letzt fehlt noch der Nippel durch die Lasche...

Alle Klarheiten beseitigt? Hier ein paar Bilder:
1.) Ausgewählte Zutaten, gebogene Aluvierkantröhre (noch mit weißer Schutzfolie), Motor und Zahnrad, Kunststoffstücke (das linke schon mit Bohrung für Spindel), LED und Taster (noch als Funktionserweiterung in die Steuerbox als Astrolampe einzubauen), Gehäuse mit fertiger Platine, Flachalu, Gewindestange mit Möbelknopf drauf:
Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/zutaten_small.jpg

2.) Die Frontplatte (links noch meine Crayford-Modifikation zu sehen)
Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/front_small.jpg

3.) Schrägansicht mit Hebel
Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/schraeg_small.jpg

4.) Handsteuerbox (noch ohne LED für Astrolampe)
Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/steuerbox_small.jpg

@Olaf_K: bezüglich Motorsteuerung: da hast Du natürlich Recht. Ich denke ne Impulsbreitenmodulation wäre overkill, da könnte ich auch gleich nen Schrittmotor einbauen (und Stromsparen - naja). Eine Diodenkaskade wäre übrigens fatal - bei schwankender Eingangsspannung (Bleiakku) würde die Spannung am Motor gleich um bis zu 100% schwanken, je nach Teilspannung (z.B. bei 12V Akkuspannung und 2 V am Motor, wenn man 10V mit den Dioden wegnimmt, ergeben sich bei 13,8V Akkuspg. 3,8V Motorspg.).

Ein einstellbarer Spannungsregler direkt vor Umschaltrelais und Motor ist eine gute Idee, ich hab nur grad keine Lust weil keine Zeit mehr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Noch schnell zur Motor-(primitiv aber funktioniernden)-Steuerung:
Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/schaltplan.gif

Viele Grüße, Henning
 
Re: Motorfokus Skywatcher - Schemazeichnung

Hier kommt noch eine Schemazeichnung - Frontansicht:

Link zur Grafik: http://www.nef.wh.uni-dortmund.de/~henry/design/images/astro/frontschema.gif

In blau die quadratische Frontplatte (darumherum schmaler Umriß: das Vierkantgehäuse aus Alublech), eingezeichnet die Schrauben für den Motor und die Antriebswelle, rechts fett als Umriß der Alustreifen, an dem der unten gezeigte Hebel montiert ist (nicht eingezeichnet die beiden Halteschrauben für diesen Alustreifen). Ich mußte den Hebel aus zwei Teilen anfertigen, um ihn um die OAZ-Welle herummontieren zu können, da ich die Rändelknöpfe nicht herunterbekomme. Der Hebel besteht also aus einem Kunststoffteil (blau), und einem schmalen Alustreifen, in dem links ein Loch mit hineingeschnittenem Gewinde ist. Dadurch läuft die Spindel, links als Umriß von oben nach unten durchgängig eingezeichnet, oben der Drehknopf drauf, mit Muttern gekontert.

Viele Grüße, Henning
 
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