Motorisierte Deklinationsachse für Star Adventurer

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Wow, wenn das wirklich so funktioniert wäre das eine prima Lösung.
Frag doch mal bei Lajos nach, ob die Dich unterstützen :-D

Wie aufwändig ist die Herstellung der DE-Einheit?

Gruß Christian
 
Hi Christian,

ich hab schon mit Tommy gemailt. Die sind an einer ähnlichen Lösung dran...

Tja - wie aufwändig? Geschätzt:

Reine Druckzeit ca. 40h
Nacharbeiten ca. 5h
ein wenig Löten 1h
1 großes und 3 kleine Kugellager
Schrauben, Muttern, Scheiben...
Arduino, Motor, Motortreiber

Gesamtkosten? (Wenn man den 3D-Drucker schon hat) So um die 80 EUR und viel Zeit...

Gruß
Klaus
 
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Hi Robert,

http://www.ebay.de/itm/3D-Drucker-B...le-Extruder-/400687684174?hash=item5d4ad8da4e
https://online-schrauben.de
http://www.kugellager-express.de
http://www.amazon.de/gp/product/B00PLD3E1S?keywords=arduino nano&qid=1444202365&ref_=sr_1_1&sr=8-1
http://www.amazon.de/28BYJ-48-28BYJ...id=1444202390&sr=8-1&keywords=arduino+stepper

Den Rest bekommst Du von mir :biggrin:


Nee - mal ernsthaft...

Bestellungen nehme ich keine entgegen. Der Drucker läuft nur, wenn ich zuhause und wach bin und mein Weibchen von den Geräuschen die das Teil macht, nicht allzu sehr angenervt ist. Da kann man sich vorstellen, wie lange es defakto für 40h Druckzeit braucht. Und solange blockiere ich mein Lieblings-Spielzeug nicht mit Fremdaufträgen.

Ich würde mich eher freuen, wenn sich der eine oder andere Astronom ebenfalls einen Drucker zulegt und freudig mit konstruiert. Wer darüber nachdenkt:

Für das Teil braucht man einen Drucker der ABS (kein PLA!) verarbeiten kann und eine Druckfläche von 200x200mm hat. Man könnte die beiden Tangentialarme aber auch zweiteilig (und damit später anklappbar) machen - dann tut es auch ein kleinerer Drucker.

Gruß
Klaus
 
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Mahlzeit,

wie ich so vollmundig angekündigt hatte, habe ich heute versucht, den Star Adventurer mit der motorisierten Deklination an seine Grenzen zu treiben...

Was soll ich sagen? Die Grenzen waren wirklich sehr schnell erreicht, wobei es teilweise auch meine eigenen waren :Trost:

Ich habe also meinen 6" RC aufgeschnallt. Der hat für diesen Aufbau natürlich eine bombastische Brennweite von 1370mm - aber ich dachte, wenn es damit geht, sagt das viel aus. Nun - es ging überhaupt nicht...
Die Stabilität des ganzen Aufbaus reicht nicht aus, um den RC auch nur zu fokussieren. Nach jeder Berührung des Fokusknopfes dauert es einfach zu lange, bis die Schwingung abgeklungen ist. Ein sanfter Windstoß und es ist das gleiche.

Also nix mit 1370mm. Mit dem AstroTrac habe ich das (allerdings auf einem wesentlich stabileren Stativ) schonmal hinbekommen.

Ganz nebenbei - und jetzt kommen wir auch zu meinen Grenzen - bin ich von den ganzen Goto-Montierungen derartig verwöhnt, dass ich nur mit einem 9x50 Sucher bei der Brennweite des RC und der Chipgröße der verwendeten Kamera (Trius 694) überhaupt kein Objekt treffe. Ich habe ca. 1/2h versucht, den Ringnebel einzustellen und habe dann aufgegeben.

OK - die 1370mm wären ohnehin nur ein Spaß gewesen, weil niemand ernsthaft mit der Brennweite auf einen Star Adventurer gehen würde. Also habe ich wieder meinen 420mm Refraktor aufgeschnallt, der ja im Bereich des Möglichen liegen sollte.

Auch damit war ich zu dämlich, ein Objekt einzustellen. Ich wollte eigentlich auf NGC6888 - bin dann aber einfach irgendwo im Schwan gelandet. Ich wollte ja schließlich kein Pretty Picture produzieren, sondern das Guiding testen.

Also habe ich einfach mal eine 20min Ha-Aufnahme gemacht und dabei per OAG geguidet. Die Kalibration (dieses Mal mit Maxim) lief wieder hervorragend. Ich habe ein schönes rechtwinkliges und gleichschenkeliges "L" bekommen.

Das Guiding während der 20-minütigen Aufnahme lief ganz annehmbar. Aber es war ziemlich deutlich zu sehen, dass es in RA schlechter lief als in DE.

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/SADE-Test-OAG-20min-Screen.jpg

Meine Bastelei ist also beinahe zu gut für den Star Adventurer - oder sagen wir, angemessen :super:

Hier gibt es die Testaufnahme in voller Auflösung. Nicht vergessen: Die Kamera ist eine Trius 694 - also monochrom mit 4,5 my Pixeln. Da sieht man jeden Fehler und es ist nicht mir einer DSLR zu vergleichen.

http://www.watchgear.de/PictureLink/SADE-Test-OAG-20min.jpg

Die Sterne sind immer noch leicht verzogen - aber in RA. Das Guiding in DE würde ich als perfekt bezeichnen.


Mein vorläufiges Fazit:

Der Star Adventurer ist eine kleine Reisemontierung, die für leichte Kameras mit Teleobjektiven gebaut wurde. Bei guter Poljustage und 200mm Brennweite mit DSLR braucht es kein Guiding - weder in RA, noch in DE. Allerdings macht das Guiding das Leben doch leichter und vor allem das Dithering ist für mich bei DSLR-Aufnahmen unverzichtbar.
Je nach Hebelarm kann man das ganze noch weiter ausreizen - 400mm sind mit Guiding noch in Ordnung aber viel mehr geht vermutlich nicht. Da hat dann wieder der AstroTrac die Nase vorn - sowohl in Punkto Stabilität, als auch bei der Nachführgenauigkeit.

Ich würde den Star Adventurer also wirklich mit Teleobjektiven bis max. 400mm betreiben - aber:

Für mich also Goto-Geschädigten bleibt das Problem mit der Objekt-Suche. Und am Südhimmel kann ich mit dem Polsucher überhaupt nichts anfangen.
Der Star Adventurer ist mit seinen 375,- EUR eigentlich günstig. Dann kommt nochmal ein Betrag "X" für die motorisierte Deklinations-Achse dazu.

Dagegen steht z.B. meine andere kleine Reisemontierung - die SmartEQ Pro von iOptron - die für 699,- EUR komplettes Goto + Einnordungs (bzw. Einsüdungsroutinen) bietet und ungefähr die gleiche Tragfähigkeit bei gleichem Gewicht bietet.

Wenn ich mir jetzt überlege, welche Reisemontierung ich in den Koffer packe, ist für mich klar: Der Star Adventurer bleibt zuhause.

Und wenn ich überlegen würde, mir eine neue Reisemontierung zuzulegen - wohlmöglich mit der Option, später auch die Deklination zu motorisieren - würde ich mir auch keinen Star Adventurer mehr kaufen, sondern stattdessen gleich die SmartEQ.

Also: Nette Bastelei - bringt unterm Strich aber eigentlich nicht viel... ?)

Gruß
Klaus
 
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