Motorisierung meiner Selbstbaumontierung

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Der_Michael

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HI!

Nach ca 1 1/2 Jahren Abstinenz möchte ich nun wieder ein bisschen was mit meinem Teleskop machen. Ich habe eine Montierung gebaut (Link zu 3 Fotos) und hatte immer vor diese zu motorisieren um damit evtl Astrofotografie zu betreiben. Nun fehl mir ncoh ein getriebe vom Motor zur Schneckenachse. Hat jemand von euch einen Tipp, wie dieses Getriebe aussehen könnte? Meint ihr es ist möglich hier mit Stirnrädern zu arbeiten [also kleines auf die Motorachse und großes auf die schneckenachse]?

Würde mich freuen von euch zu hören!

mfG Michael
 
Hi Michael,

das würde ich im Zweifel erst mal so mit Stirnrädern machen. Wenn Du aber eine sehr große Voruntersetzung brauchst geht auch ein Schneckengetriebe. Fehler hat es in beiden Fällen.

Du kannst das Stirnradgetriebe aber auch vorspannen, dann wird es weitgehend spielfrei!

Es gibt aber auch fertige Vorbaugetriebe für die Stepper (bzw. die Frage: Schrittmotoren oder Servo-Maschinen?), die dann mit einem Montagesatz direkt an das Motorgehäuse gesetzt werden können. Das wäre vielleicht nicht schlecht bei Deiner rechtwinkligen Konstruktion zwecks günstigem anschrauben. Ach ja - eine winkelelastische Kupplung nicht vergessen gegen Verklemmen!

CS

J.
 
Hi!

Erst mal Danke für deine Antwort!

Also ist von der Rundlaufgenauigkeit nichts gegen Stirnräder einzuwenden? Gibt das keine Stöße, wenn zum nächsten Zahn gewechselt wird? Ich habe eine Stepper hier, müsste dann aber eine neue Steuerung dafür kaufen. HAbe hier aber auch einen guten Gleichstrommotor. Den würde ich dan evtl verwenden wollen.

mfG Michael
 
Hallo!
Ich muss hier ncohmal die Selbstbauer ansprechen:

Ich habe an meiner montierung eine untersetzung von 1zu 90 [schneckengetriebe mit 90 zähnen] und einen schrittmotor mit 0,9 steps/U und eine normale Steuerung.

Meine Frage: Mit wieviel Steps/min betreibt ihr eure Teleskope? Brauche ich überhaupt ein Vorgetriebe? Aktuell bräuchte ich dann alle 2,4sec nen step. Ist das grob, sehr grob oder hinnehmbar? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

würde mich freuen von euch zu hören!

P.S. Mikroschritt möchte ich mir nicht leisten, das ist mir doch etwas zu teuer/aufwendig

mfG Michael
 
Hallo Michael,
das kommt wohl darauf an, was Du mit der Monti vor hast.
Für die visuelle Beobachtung wird das eventuell reichen (ich sehe aber die Gefahr, daß sich die Monti aufschwingt, wenn sie nur alle 2,4sec einen Nachführschritt macht).
Für den fotografischen Einsatz ist das definitiv zu grob, das gibt keine punktförmigen Sterne. Da wäre noch mal eine Untersetzung angesagt, angelehnt an fertige kommerzielle Monti's.

Gruß und cs Ralf
 
Hallo Michael


Bist du sicher daß dein Motor 0,9 steps/U macht - oder hast du einen Schrittwinkel von 0,9 Grad ?????

0,9 steps/U würde ja bedeuten, daß der Motor pro Schritt über eine ganze Umdrehung macht.


Grüße

Thomas
 
Hi Michael, das ist unterschiedlich.

Ich würde aber eher dazu neigen einen Stepper zu verwenden, einen Gleichgstrommotor (einen Servoantrieb - alles andere kannst Du w.g. fehlender Winkelkodierung vergessen - es sei denn Du baust das auch noch als diskretes Element ein) so zu regeln, daß er belastungsunabhängig richtig rund läuft ist nämlich mehr als aufwändig (Es gibt entsprechende Steuerungen, aber die sind auch nicht gerade die billigsten! Um den Gleichstrommotor zu regeln braucht es einen Winkelgeber, der die Bewegung der Ankerwelle erfasst oder einen Tachogenerator bzw. beides.). Daher werden in der Mehrzahl ja bei einfacheren Steuerungen Schrittmotoren oder (früher) Synchronantriebe verwendet, weil die sich starr an die Steuerung koppeln lassen und damit besser beherrschbar sind.

Ich denke 1:10 solltest Du schon noch untersetzen, ein GUTES Stirnradgetriebe sollte das auch schaffen, es muß richtig eingestellt sein, dann entwickelt es auch kein schädliches Spiel. Drehmoment von der Montierung kommt ja nicht zurück, da die Schnecke diesen auffängt. Du kannst Dir ja anhand der nötigen Winkeldrehung je Sekunde leicht die Drehzahl ausrechnen, die Dein Schrittmotor machen muß und danach muß die Steuerung programmiert werden. Also auf jeden Fall was für eine Steuerung, die sich beim Hersteller nach Deinen Angaben programmieren lässt. Sonst ist's Essig oder Du mußt erstmal bei den Steuerungen nachsehen was die für Schrittzahlen machen und danach die Übersetzung ausrechnen.

CS

J.
 
Hi Michael,

die minimale Schrittfrequenz des Motors sollte sich am Auflösungsvermögen der verwendeten Optik orientieren. Bei kleinerer Frequenz sieht man zumindest theoretisch ein Ruckeln oder Vibrieren, bzw. bei Fotos kann das Auflösungsvermögen nicht genutzt werden.

Für 0,5 Bogensekunden bedeutet das die Schrittfrequenz muss mindestens 30 Hz sein (da ein Stern in 1/30s 0,5" zurücklegt).

Wenn du deinen Motor z.B. im Halbschritt-Betrieb laufen lässt, würde er dann bei 800 Halbschritten ca. 26,67s pro Umdrehung benötigen. Deine Schneckenwelle benötigt für 86164s/90 = 957,38s, also müsste ein Getriebe von ca. 35,9:1 dazwischen.

Wenn man jetzt sagt, ok, das Seeing ist ohnehin schlechter, die Massen der Montierung dämpfen die Schwingungen usw. kann man den Getriebefaktor wohl noch etwas kleiner machen, vielleicht um die 20:1.

Bei weniger Übersetzung geht es dann nur mit Mikroschritt-Betrieb, wobei dieser nur mit den wenigsten Motoren gescheit funktioniert (Stichwort Rastmoment).

viele Grüße
Martin
 
Hi Michael,

was mit noch auffällt, auch in Anbetracht von Martin's Berechnung: Du solltest daran denken, daß Getriebe, Motor und Montierung mit Schneckenwelle möglichst steif miteinander verbunden sind. Wenn Du z.B. zwei Stepper mit passenden Getrieben erwerben kannst, die die Bedingung von Martin erfüllen brauchst Du immer noch eine sehr gute Verbindung zu Deiner Monti! Sonst wackelt der Antrieb auch bei gut laufendem Stepperantrieb!

Mieses Beispiel sind die Anbaumotoren, die es teilweise für die GP-Clones gibt, die lämmerschwänzeln teilweise so rum, daß letztlich nichts gewonnen ist.

CS

J.
 
Hey Martin!

Habe hier noch ein Getriebe 1:80 gefunden. Ich denke ich werde dieses vorschalten. Auf Nachfrage kosteten andere Getriebe um die 90 Euro.. Da bin ich zufrieden mit diesem, was ich noch im Keller gefunden habe!

mfG Michael
 
Hallo Michael,

nur um noch ein paar Alternativen zu nennen:

- bei Conrad gibt es kleine Schneckengetriebe 20:1, 30:1, 40:1
- bei meiner Monti habe ich als Vorgetriebe ein kleines Schneckengetriebe von Mädler verbaut. Gibt's auch von Kremp. In beiden Fällen sind das aber die losen Teile ohne Lagerung.
- bei den Vixen-Montis wird ein mehrstufiges Stirnradgetriebe verwendet, 120:1 glaube ich. Sowas findet man mitunter bei den kleinen Gleichstrom-Motoren, die es z.B. als Restposten bei Pollin für wenige Euro gibt

Beachte: wenn du eine Schnellverstellung planst, z.B. 16-fach oder 32-fach, darf die Übersetzung nicht unnötig groß sein. Weil der Schrittmotor je nach Ansteuerung nur bis zu einer bestimmten maximalen Drehzahl funktioniert.

cs
Martin

PS Der Link zu deiner HP geht irgendwie nicht...
 
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