Gelöschte Mitglieder 487
Hallo zusammen!
Letzte Nacht sollte die erste ausgedehnte Galaxienjagd in Virgo mit meinem 12er werden. Ort: Geitau, bayerische Voralpen.
Galaxien sind der Grund, weshalb ich mir den 12er geholt habe. Bisher hatte ich nur ca. zwei Stunden zur Verfügung – dieses mal satte vier!
Ziel: Virgoregion und Draco. Ohne Plan geht bei Galaxien gar nichts, will man nicht in dem Getümmel verloren gehen. In Kopien vom Skyatlas 2000 habe ich mir augenscheinlich markante Gruppen markiert, die zudem recht leicht aufzuspühren sind. Auch mein neuer „Stropek“ kam zum Einsatz, hier habe ich mir v.a. Galaxien in Kantenlage und mit Staubbändern herausgesucht, welche zudem als Tipp in dem Beobachteratlas versehen waren.
Ungemein attraktiv gelegen und auch für kleinere Öffnungen mit um die 10m0 absolut sehenswert – z.B. eine Galaxie, die von zwei 7m0-Sternchen eingerahmt wird: NGC 4526 im Virgohaufen. In größeren Öffnungen aufgrund des markanten Staubbandes bei gutem Himmel mit Sicherheit ein absoluter Brüller – Tipp für die Teleskoptreffen, wo 20“er herumstehen!!
Zusammengefasst sollte die Reise dort hin gehen:
Haar der Berenike/ Virgohaufen:
- NGC 4676 – THE MICE (HST-Picture)
- die Gruppe um NGC 4216 (10m), ein halbes Dutzend Galaxien; Hauptgalaxie in Kantenlage mit Staubband
- eine markante Kette von einem Dutzend Galaxien, ausgehend von M 61, u.a. mit NGC 4270, 4273, 4281, welche ein Dreieck bilden und zusammen mit zwei weiteren Gx locker in ein Sehfeld bei niedriger AP passen
- NGC 4762 (10m) - Kantenlage-Gxmit Staubband
- NGC 4526 (10m) – von zwei 7m-Sternchen eingerahmte Gx mit Staubband
Draco
- NGC 5866 (alias M 102) – Spindel von 10m und mit Staubband ab 12“
- Tadpole – UGC 10214
Es war eine der ganz seltenen Nächte, in denen ich rechtzeitig mit Dämmerungsende beobachtungsbereit sein sollte. Im Zwielicht aufgebaut aber erst im ersten Dunkel justiert, war es bereits 22.45 h. Immerhin hatte ich Urlaub, warum sich Stress machen – zumal 4 h Deepsky vor mir lagen... Der Himmel war wolkenlos und bei ca. 6m5. Zur Stärkung öffnete ich eine Tüte Haribo Tropifrutti, ein Drittel musste dran glauben und los gings.
Die Nacht eröffnete ich ohne Kompromisse. Gleich in die Vollen. Ich wollte auf den Spuren des HST wandeln und eines der schönsten professionell photographierten Objekte mit eigenen Augen besuchen: The Meridian proudly presents: THE MICE. Auch klanglos NGC 4676 genannt. EINE Nummer für zwei interagierende Galaxien. Schon daran mag man festmachen, dies kann kein einfaches Objekt sein. Mein Skyatlas 2000 von Tirion zeigt diese Gx mit ihren 13m5/13m8 (Wikipedia) schon lange nicht mehr. Selbst Stephans Quintett ist da nicht aufgeführt... So musste ich mir mit Programmen und Koordinaten behelfend die Position selbst einzeichnen.
Meinen Rucksack, div. Tüten etc. habe ich auf zwei Bänken platziert, welche direkt an einem Holzhäuschen (scheunenähnlich) standen. Ich stand ca. 10 m entfernt auf einem befestigten Weg.
Es raschelte. Aus Richtung meiner Sachen. Ich leuchtete dahin. Mich schaute ein weiß-braunes Mäuschen über den Rand meiner Verpflegungstüte an. Das ging ja schnell! Noch nicht mal durchs Oku geguckt, und schon die Mäuse gefunden!!! Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr raus. Ein Omen?
Ein Schwenk in die Region brachte das erwartete Bild. Wie heißt es so schön? „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.“ Moment – da ist etwas Diffuses. Ein Wechsel von 26 auf 12 mm enthüllte aber nur ein Sterngrüppchen. Aber da weiter „unten“... Da könnte was sein! Sehr klein, sehr schwach, länglich. Obwohl die Sterne mit bloßem Auge flackerten, waren die Sterne im Oku recht scharf. Ich ging mit 7 mm auf 228fach. Das war hart am Limit: eigentlich wird das Bild schon zu lichtschwach, aber eben größer. Blickweise und natürlich indirekt zeigten sich zwei deutlich getrennte kleine, gleichhelle Nebel. Ich meinte sogar, eine unterschiedliche Ausrichtung zueinander gesehen zu haben, leider weiß ich das nicht mehr so genau. Ärgerlich. Ich hatte mich nämlich auch auf die Ausrichtung zu Umgebungssternen konzentriert, um sicher zu gehen, auch das Richtige erwischt zu haben. Etwa 0,1 Grad (ein Drittel Sehfeld im 7er) entfernt zu dem Duo war ein 8m-Sternchen, von welchem ca. drei schwache kleine Sternchen , teils nahe der Wahrnehmungsgrenze, in Kettenform ausgingen. Und zwar lief diese Kette parallel zu der Längsaudehnung des Galaxienpärchens.
Ich bin mir zu 90% sicher, dass es die Mäuse waren. Wow! Gemessen an Stephan´s Quintett ein bis zwei Stufen schwieriger, aus dem Bauch heraus 0,5 bis eine Größenklasse schwächer.
Im Laufe der Nacht raschelte es immer wieder mal, ich konnte nie wirklich sagen, ob im Gras oder in meinen Sachen... Irgendwann war es eindeutig. In meiner Plastiktüte wanderte eine Beule von schräg links nach schräg rechts, unter erhöhtem Rascheln. Haribo macht Kinder froh – und das Mäuschen ebenso!! In die Tüte leuchtend schaute mich ein ertapptes niedliches Antlitz an. Es sei ihr gegönnt, ihre Kollegen am Himmel durfte ich ja auch sehen... Lieblingsgeschmack offenbar: Orange... Ein kleines Beweisphoto, leider nicht die Maus selbst, sondern das Corpus Delikti bei Tage:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/f6b39f-1337086437.jpg
Es ging nun – nach einer guten halben Stunde bei den Mäusen – zur Galaxienkette bei M 61.
Ich will hier nicht weiter ausufernd beschreiben, aber alle verzeichneten Gx waren gut sichtbar und einige hellere Sterne machen diese Region zu einem netten Ausflugsziel, auch wenn markante Details im 12er nicht auszumachen waren.
Spannender wird es bei der Gruppe um NGC 4216. Eine schöne Spindel zeigt sich und ich bemühe mich, ein zentrales Staubband dingfest zu machen. Ich erkenne eine Art Kante, analog zu M 104 in kleineren Geräten. Ein Staubband, welches die Gx teilt, nein, aber ich sehe diese Art von Begrenzung. Eine Bildrecherche zeigte mir gerade, dass genau dieser Eindruck auch dem tatsächlichen Erscheinungsbild entspricht. Ein Glimmen unterhalb des Staubbands konnte ich nicht so richtig feststellen. Eine herausragende Aufnahme dieser Region kommt wieder einmal von Bernhard: ich bin mal so frei Bernhard – danke
http://astrophoton.com/NGC4216.htm Die 4206 war natürlich auch zu sehen, die obere schwächere, weiß ich nicht mehr. Verzeichnet ist sie in meiner Karte jedenfalls nicht. Ich muss wirklich mal Buch führen beim Beobachten... Zumindest waren alle fünf der in der Karte dargestellten sichtbar. Anfangs hatte ich auch sechs gezählt, das weiß ich noch.
Ein tolles Objekt.
Weiter zu einer anderen Empfehlung von Gerhard Stropek: NGC 4526. Was für ein hübscher Anblick! Die Einrahmung von den zwei 7erSternchen ist wirklich dekorativ und die Gx selbst sehr hell. Ich konnte keine Details direkt erkennen aber ich wurde das Gefühl nicht los, da könnte eine große Staubstruktur sein. Ich habe nicht sonderlich hoch vergrößert, nur mit dem 12mm Oku, aber irgendwas war da „im Busch“. Die Bildrecherche ließ es krachen – ein HST-Picture zeigt eine sagenhafte Staubbandstruktur. Wahnsinn, und ich – habs zumindest, ohne vorher zu wissen, wie die Gx ausschaut, erahnt.... Ich will nicht zu viele Bilderlinks setzen, sonst steigt mir die Forenpolizei aufs Dach – googelt einfach mal, es lohnt sich!
Ein weiterer Tipp führt mich zu der angekündigten 4762. Ein wirklich messerscharfes Teil. Hell, prägnant, stellarer Kern. Kein Staubband aber trotzdem eine Kantenlage vom feinsten. Brilliant. Absoluter Tipp.
Zwischendurch gönnte ich mir den einen oder anderen kleinen Spaziergang entlang des sehr gut präparierten Weges, eigentlich Straße, aber nur für Landwirtschaft. Man geht direkt auf die Bergkette zu, über der der Skorpion seine glitzernden Klauen schwenkt. Links und rechts Feld. Hier und da ein Solitärbaum, der dekorativ in den Himmel ragt. Das nenne ich Entspannung. In der Ferne ein Rauschen, ich kann nicht sagen ob Wasserfall oder Bach. Ein Waldkauz ruft. Reine Luft, keine Autos, auch nicht zu hören. Links vom Weg blicke ich hoch zum Wendelstein. Erst einen Tag zuvor kam ein Bericht im Fernsehen über den Wendelstein und der Betreuerin der Wetterstation. Sie schwärmte von der abgeschiedenen Ruhe in der Nacht dort oben. Sie war sehr wahrscheinlich gerade oben. Ich wusste, was sie meinte.
Eine Nacht in so einer Atmosphäre – das ist wie eine Woche Urlaub anderswo.
Genug erholt. Die Kaulquappengalaxie im Drachen (Tadpole, UGC 10214) wartet darauf, geknackt zu werden. Sollte die Nacht enden, wie sie angefangen hat? Mit einem HST-Objekt? Analog zur Mäusegeschichte hätte ich dann wohl Kaulquappen im Rucksack. Insofern sollte ich wohl dankbar sein- es hat schon wieder nicht geklappt. Obwohl nahe des Zenith, es war nix zu machen. Die Okulare fingen auch langsam mit beschlagen an, was es nicht einfacher machte. Auch das Staubband in der Pseudo-M 102 enthüllte sich mir nicht so wirklich. Aber dennoch eine wunderschöne Kantenlage-Gx, die bei einem Draco-Besuch Pflicht ist! Irgendwann brach die Dämmerung herein – gegen 3 Uhr. Zwischen zwei Bergipfeln wurde e auf einmal richtig hell – der Mond – den hatte ich überhaupt nicht auf der Rechnung! Die Sichel schob sich romantisch über die Berge und erleuchtete die Landschaft. Zeit abzubauen. Es war erfreulicherweise recht trocken geblieben, nur ein paar Kristalle in dünner Schicht zeugten von einem letzten Aufbäumen des Winters. Eine wunderschöne, windstille Nacht ging vorüber und ich stapfte zufrieden mit den 25 kg Gepäck zur Bahnstation. This has been a night i bought my Scope for.
Schöne Grüße,
Norman
Letzte Nacht sollte die erste ausgedehnte Galaxienjagd in Virgo mit meinem 12er werden. Ort: Geitau, bayerische Voralpen.
Galaxien sind der Grund, weshalb ich mir den 12er geholt habe. Bisher hatte ich nur ca. zwei Stunden zur Verfügung – dieses mal satte vier!
Ziel: Virgoregion und Draco. Ohne Plan geht bei Galaxien gar nichts, will man nicht in dem Getümmel verloren gehen. In Kopien vom Skyatlas 2000 habe ich mir augenscheinlich markante Gruppen markiert, die zudem recht leicht aufzuspühren sind. Auch mein neuer „Stropek“ kam zum Einsatz, hier habe ich mir v.a. Galaxien in Kantenlage und mit Staubbändern herausgesucht, welche zudem als Tipp in dem Beobachteratlas versehen waren.
Ungemein attraktiv gelegen und auch für kleinere Öffnungen mit um die 10m0 absolut sehenswert – z.B. eine Galaxie, die von zwei 7m0-Sternchen eingerahmt wird: NGC 4526 im Virgohaufen. In größeren Öffnungen aufgrund des markanten Staubbandes bei gutem Himmel mit Sicherheit ein absoluter Brüller – Tipp für die Teleskoptreffen, wo 20“er herumstehen!!
Zusammengefasst sollte die Reise dort hin gehen:
Haar der Berenike/ Virgohaufen:
- NGC 4676 – THE MICE (HST-Picture)
- die Gruppe um NGC 4216 (10m), ein halbes Dutzend Galaxien; Hauptgalaxie in Kantenlage mit Staubband
- eine markante Kette von einem Dutzend Galaxien, ausgehend von M 61, u.a. mit NGC 4270, 4273, 4281, welche ein Dreieck bilden und zusammen mit zwei weiteren Gx locker in ein Sehfeld bei niedriger AP passen
- NGC 4762 (10m) - Kantenlage-Gx
- NGC 4526 (10m) – von zwei 7m-Sternchen eingerahmte Gx mit Staubband
Draco
- NGC 5866 (alias M 102) – Spindel von 10m und mit Staubband ab 12“
- Tadpole – UGC 10214
Es war eine der ganz seltenen Nächte, in denen ich rechtzeitig mit Dämmerungsende beobachtungsbereit sein sollte. Im Zwielicht aufgebaut aber erst im ersten Dunkel justiert, war es bereits 22.45 h. Immerhin hatte ich Urlaub, warum sich Stress machen – zumal 4 h Deepsky vor mir lagen... Der Himmel war wolkenlos und bei ca. 6m5. Zur Stärkung öffnete ich eine Tüte Haribo Tropifrutti, ein Drittel musste dran glauben und los gings.
Die Nacht eröffnete ich ohne Kompromisse. Gleich in die Vollen. Ich wollte auf den Spuren des HST wandeln und eines der schönsten professionell photographierten Objekte mit eigenen Augen besuchen: The Meridian proudly presents: THE MICE. Auch klanglos NGC 4676 genannt. EINE Nummer für zwei interagierende Galaxien. Schon daran mag man festmachen, dies kann kein einfaches Objekt sein. Mein Skyatlas 2000 von Tirion zeigt diese Gx mit ihren 13m5/13m8 (Wikipedia) schon lange nicht mehr. Selbst Stephans Quintett ist da nicht aufgeführt... So musste ich mir mit Programmen und Koordinaten behelfend die Position selbst einzeichnen.
Meinen Rucksack, div. Tüten etc. habe ich auf zwei Bänken platziert, welche direkt an einem Holzhäuschen (scheunenähnlich) standen. Ich stand ca. 10 m entfernt auf einem befestigten Weg.
Es raschelte. Aus Richtung meiner Sachen. Ich leuchtete dahin. Mich schaute ein weiß-braunes Mäuschen über den Rand meiner Verpflegungstüte an. Das ging ja schnell! Noch nicht mal durchs Oku geguckt, und schon die Mäuse gefunden!!! Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr raus. Ein Omen?
Ein Schwenk in die Region brachte das erwartete Bild. Wie heißt es so schön? „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.“ Moment – da ist etwas Diffuses. Ein Wechsel von 26 auf 12 mm enthüllte aber nur ein Sterngrüppchen. Aber da weiter „unten“... Da könnte was sein! Sehr klein, sehr schwach, länglich. Obwohl die Sterne mit bloßem Auge flackerten, waren die Sterne im Oku recht scharf. Ich ging mit 7 mm auf 228fach. Das war hart am Limit: eigentlich wird das Bild schon zu lichtschwach, aber eben größer. Blickweise und natürlich indirekt zeigten sich zwei deutlich getrennte kleine, gleichhelle Nebel. Ich meinte sogar, eine unterschiedliche Ausrichtung zueinander gesehen zu haben, leider weiß ich das nicht mehr so genau. Ärgerlich. Ich hatte mich nämlich auch auf die Ausrichtung zu Umgebungssternen konzentriert, um sicher zu gehen, auch das Richtige erwischt zu haben. Etwa 0,1 Grad (ein Drittel Sehfeld im 7er) entfernt zu dem Duo war ein 8m-Sternchen, von welchem ca. drei schwache kleine Sternchen , teils nahe der Wahrnehmungsgrenze, in Kettenform ausgingen. Und zwar lief diese Kette parallel zu der Längsaudehnung des Galaxienpärchens.
Ich bin mir zu 90% sicher, dass es die Mäuse waren. Wow! Gemessen an Stephan´s Quintett ein bis zwei Stufen schwieriger, aus dem Bauch heraus 0,5 bis eine Größenklasse schwächer.
Im Laufe der Nacht raschelte es immer wieder mal, ich konnte nie wirklich sagen, ob im Gras oder in meinen Sachen... Irgendwann war es eindeutig. In meiner Plastiktüte wanderte eine Beule von schräg links nach schräg rechts, unter erhöhtem Rascheln. Haribo macht Kinder froh – und das Mäuschen ebenso!! In die Tüte leuchtend schaute mich ein ertapptes niedliches Antlitz an. Es sei ihr gegönnt, ihre Kollegen am Himmel durfte ich ja auch sehen... Lieblingsgeschmack offenbar: Orange... Ein kleines Beweisphoto, leider nicht die Maus selbst, sondern das Corpus Delikti bei Tage:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/f6b39f-1337086437.jpg
Es ging nun – nach einer guten halben Stunde bei den Mäusen – zur Galaxienkette bei M 61.
Ich will hier nicht weiter ausufernd beschreiben, aber alle verzeichneten Gx waren gut sichtbar und einige hellere Sterne machen diese Region zu einem netten Ausflugsziel, auch wenn markante Details im 12er nicht auszumachen waren.
Spannender wird es bei der Gruppe um NGC 4216. Eine schöne Spindel zeigt sich und ich bemühe mich, ein zentrales Staubband dingfest zu machen. Ich erkenne eine Art Kante, analog zu M 104 in kleineren Geräten. Ein Staubband, welches die Gx teilt, nein, aber ich sehe diese Art von Begrenzung. Eine Bildrecherche zeigte mir gerade, dass genau dieser Eindruck auch dem tatsächlichen Erscheinungsbild entspricht. Ein Glimmen unterhalb des Staubbands konnte ich nicht so richtig feststellen. Eine herausragende Aufnahme dieser Region kommt wieder einmal von Bernhard: ich bin mal so frei Bernhard – danke
Ein tolles Objekt.
Weiter zu einer anderen Empfehlung von Gerhard Stropek: NGC 4526. Was für ein hübscher Anblick! Die Einrahmung von den zwei 7erSternchen ist wirklich dekorativ und die Gx selbst sehr hell. Ich konnte keine Details direkt erkennen aber ich wurde das Gefühl nicht los, da könnte eine große Staubstruktur sein. Ich habe nicht sonderlich hoch vergrößert, nur mit dem 12mm Oku, aber irgendwas war da „im Busch“. Die Bildrecherche ließ es krachen – ein HST-Picture zeigt eine sagenhafte Staubbandstruktur. Wahnsinn, und ich – habs zumindest, ohne vorher zu wissen, wie die Gx ausschaut, erahnt.... Ich will nicht zu viele Bilderlinks setzen, sonst steigt mir die Forenpolizei aufs Dach – googelt einfach mal, es lohnt sich!
Ein weiterer Tipp führt mich zu der angekündigten 4762. Ein wirklich messerscharfes Teil. Hell, prägnant, stellarer Kern. Kein Staubband aber trotzdem eine Kantenlage vom feinsten. Brilliant. Absoluter Tipp.
Zwischendurch gönnte ich mir den einen oder anderen kleinen Spaziergang entlang des sehr gut präparierten Weges, eigentlich Straße, aber nur für Landwirtschaft. Man geht direkt auf die Bergkette zu, über der der Skorpion seine glitzernden Klauen schwenkt. Links und rechts Feld. Hier und da ein Solitärbaum, der dekorativ in den Himmel ragt. Das nenne ich Entspannung. In der Ferne ein Rauschen, ich kann nicht sagen ob Wasserfall oder Bach. Ein Waldkauz ruft. Reine Luft, keine Autos, auch nicht zu hören. Links vom Weg blicke ich hoch zum Wendelstein. Erst einen Tag zuvor kam ein Bericht im Fernsehen über den Wendelstein und der Betreuerin der Wetterstation. Sie schwärmte von der abgeschiedenen Ruhe in der Nacht dort oben. Sie war sehr wahrscheinlich gerade oben. Ich wusste, was sie meinte.
Eine Nacht in so einer Atmosphäre – das ist wie eine Woche Urlaub anderswo.
Genug erholt. Die Kaulquappengalaxie im Drachen (Tadpole, UGC 10214) wartet darauf, geknackt zu werden. Sollte die Nacht enden, wie sie angefangen hat? Mit einem HST-Objekt? Analog zur Mäusegeschichte hätte ich dann wohl Kaulquappen im Rucksack. Insofern sollte ich wohl dankbar sein- es hat schon wieder nicht geklappt. Obwohl nahe des Zenith, es war nix zu machen. Die Okulare fingen auch langsam mit beschlagen an, was es nicht einfacher machte. Auch das Staubband in der Pseudo-M 102 enthüllte sich mir nicht so wirklich. Aber dennoch eine wunderschöne Kantenlage-Gx, die bei einem Draco-Besuch Pflicht ist! Irgendwann brach die Dämmerung herein – gegen 3 Uhr. Zwischen zwei Bergipfeln wurde e auf einmal richtig hell – der Mond – den hatte ich überhaupt nicht auf der Rechnung! Die Sichel schob sich romantisch über die Berge und erleuchtete die Landschaft. Zeit abzubauen. Es war erfreulicherweise recht trocken geblieben, nur ein paar Kristalle in dünner Schicht zeugten von einem letzten Aufbäumen des Winters. Eine wunderschöne, windstille Nacht ging vorüber und ich stapfte zufrieden mit den 25 kg Gepäck zur Bahnstation. This has been a night i bought my Scope for.
Schöne Grüße,
Norman
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