Multi-Mirror Eigenbau

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TobeyMaguire

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Guten Abend allerseits,

Es gibt ja einige Amateurastronomen - auch heute noch - die ihre Teleskopspiegel selbst schleifen...üblicherweise wohl im Bereich 15 bis 30 oder 40 cm. Diese sind durchgehend aus einem "Guss". Mich nähme mal wunder ob es mit gleichen Mitteln möglich wäre ein Mini-GiantMagellanTelescope zu schleifen. Da die Randsegmente einzeln doch recht schwierig zu justieren wären, geschweige denn von Hand zu schleifen, denke ich, wäre es nötig die Einzelnen Segmente von sagen wir 15cm Durchmesser fix in einer Spiegelfassung zu befestigen und dann mit dem ganzen Schleifprozess zu beginnen.
Was sind so eure Gedanken dazu?

Gruss und CS

Tobey
 
Junge, was hast du immer für Projekte am laufen.

Ich würde hier sphärische Spiegel einsetzen. Und lange Brennweiten. Und ich habe hier zwei große Geräte auf La Palma
im Auge. Aber doch nicht, um da durch zu gucken.

Grüße



*entfernt*
 
Hi Tobey,

prinzipiell wäre es sicher möglich, eine Miniaturversion vom GMT(*) zu bauen. Ich würde aber bezweifeln, dass Amateure die erforderliche Messtechnik zur Herstellung und Auswertung von solch schnellen Off-axis Spiegelsegmenten beherrschen. Jedenfalls ist mir kein Selbstschleifer bekannt, der so etwas auch nur annähernd leisten könnte.

Es würde auch gar keinen Sinn machen, ein Miniatur GMT aus 15 cm Segmenten bauen zu wollen. Denn jeder bessere Selbstschleifer kann eine äquivalente Spiegelöffnung von 40 cm in traditioneller Weise aus einem Stück produzieren!

Gruß, Peter

(*) Der Primärspiegel vom Giant Magellan Telescope (GMT) besteht aus sieben Segmenten mit einem Durchmesser von je 8.2 m, was einer äquivalenten Öffnung von 22 m entspricht. Die optische Konfiguration ist nicht, wie sonst bei großen Teleskopen üblich, ein aplanatischer Cassegrain (Ritchey-Chrétien), sondern ein aplanatischer Gregory mit elliptischem Primär- und Sekundärspiegel. Insgesamt soll das optische System ein Öffnungsverhältnis von f/8 haben, wobei der segmentierte Primärspiegel mit f/0.71 ein extrem schnelles Öffnungsverhältnis hat. Die sechs äußeren Spiegelsegmente sind Off-axis Teile eines Rotationsellipsoids, sie haben also ihrerseits keine Rotationssymmetrie.

Das ist selbst für ausgewiesene Profis eine extreme Herausforderung und sicher nichts für Amateure:

Design and analysis for interferometric measurements of the GMT primary mirror segments

GMT polishing (Youtube)
 
Hallo Tobey,

die Lagerung/Mechanik für Multi-Mirror muss aktiv sein, also nach *jedem* Teleskop-Schwenk nachgeregelt werden.

Das Teleskop muss deshalb eher stationäer augestellt werden, sonst kommen weitere Probleme hinzu.

Damit vergibt man sich die Chance eines mobilen Einsatzes.
Ein guter Standort bringt oft deutlich mehr, als mehr Öffnung .... ein Rattenschwanz ohne Ende!

Ich gebe aber zu, dass ich vor einger Zeit einmal *kurz* über eine Multi-Mirror Lösung nachgedacht habe.
Leider reicht die Lebenszeit von Amateuren (=Einzelperson) nicht aus. Ausserdem macht mir Spiegelschleifen *deutlich* mehr Spaß als endlose Mechanik- und Elektronikbastelei.

Also ich würde sagen, bis 1,20m Durchmesser kann man bei der Single-Mirror Lösung bleiben:

----> klick

Viele Grüße
Kai
 
Danke für die Rückmeldungen. Ja das mit der Lagerung habe ich mir auch schon überlegt. Gibt sicher ne Lösung, aber mir fällt grad keine ein. Der Grund für so ein Projekt wäre einfach zu experimentieren. Der Primärspiegel müsste dabei auch gar nicht so schnell sein - mir ginge es mehr um das Spiegelkonzet in einem sonst üblichen Newtonteleskop als um einen perfekten 1:50 GMT Minibau.
Wahnsinnsprojekt mit diesem 1.2m Spiegel!

Gutes Gelingen!

Tobey
 
Ich habe mir überlegt, man müsste die Spiegel wie schon auf der Mehrpunktelagerung positionieren und zueinander und über den Lagerdreiecken fixieren. Dann müsste man die Spiegel und Dreiecke absenken bis zu einer Vorrichtung wo die Spiegel auf einer darunterliegenden Fläche aufliegen, aber die Lagerdreiecke noch weiter abgesenkt werden können. Dann könnte man die Spiegel auf dieser Fläche doch schleifen und polieren. Nach getaner Arbeit könnten die Dreiecke dann wieder soweit angehoben werden, dass die Spiegel nicht mehr auf der Fläche aufliegen. Konzeptuelle Einwände zum weiteren Brainstormen?
 
Hallo Tobey,

...Konzeptuelle Einwände zum weiteren Brainstormen?
Auf die Idee muss man erst kommen einen Spiegel aus kleinen Stücken in einer komplizierten Vorrichtung zusammenzusetzen und dann schleifen zu wollen. :super: Wenn dir das gelingen sollte musst du nur noch diese Teilspiegel auf ca. Lambda/10 genau zueinander und dauerhaft ausrichten. Ich hab leider bisher noch nicht mitbekommen was du mit diesem Aufwand gewinnen willst.

Die ganz großen Spiegel (z.B. der des 10,6 m Gran Te Can auf La Palma) sind deshalb segmentiert weil als Monolith nicht mehr beherrschbar. Aber das ist selbst bei mittelprächtig großen Amateurspiegeln noch nicht das Problem. Kurz gesagt, du denkst nach dem Motto: "Warum einfach, wenn es vielleicht auch kompliziert gehen könnte". Für diese Art Brainstorming hab ich nicht viel übrig. :smiley46:

Übrigens, man kann sich das GTC als Besucher ansehen und dabei nach Herzenslust die Details fotografieren. Das Vergnügen hatte ich vor 2 Jahren. Trotzdem bin ich nicht auf die Idee gekommen mir einen Teleskopspiegel aus Segmenten zu bauen :blush:

Gruß Kurt
 

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Ja, Kurt,

bei der "Panzertechnik" des Gran-Tecan kommt man nicht auf die Idee,

dieses in Heimwerktechnik nachstellen zu wollen.
 
Hallo zusammen,

Super Fotos Kurt, vielen Dank :) ! Muss ich dann auch mal hin, auf die Kanaren.
Ja mir gefällt halt einfach das GMT so toll mit seinen exotischen Design. Viel besser als das - doch nahezu kreisförmigen - TMT und E-ELT. Und auch das Beugungsmuster sieht viel spannender aus ;) . Da nimmt es mich einfach wunder wie der visuelle Eindruck wäre.
Findet niemand, dass das GMT ein viel interessanteres Design hat als die anderen beiden? Es gibt da dieses Video auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=TYxcwkLRlIc wo die Referentin - glaub ich - recht am Schluss erwähnt, dass jedes Teleskop-Design seine Vor- und Nachteile hat. Wegen der kleineren Lichtsammelfläche und der kleineren Konzentration an Sternlicht im Zentrum, verglichen mit den anderen Grossteleskopen mit herkömmlichem Spiegeldesign, seh ich nicht ganz die Vorteile des GMT-Designs...aber es gefällt mir trotzdem viel besser :) . Das macht mich jetzt wohl zu einem Ami und werde von der ESO ausgebuuht.

CS

Tobey
 
Hallo Dietmar,

"Panzertechnik", den Eindruck haben wir gewonnen weil wir regelrecht in der Montierung herumkrabbeln durften. Ein Feldstecher war sicher sehr hilfreich zur Betrachtung der weiter entfernt liegenden Teleskopdetails :)

Wenn ich mich recht erinnere warst du derjenige der den Spaß organisiert hatte. Nochmals herzlichen Dank dafür :super:

@Tobey,
Die Spanier wollten unbedingt das bis dahin größte im vis. Bereich nutzbare Teleskop bauen. Den bestmöglichen Standort dafür haben sie ja. Aber einen 10,6m monolithischen Hs auf den Roque de las Muchachos zu befördern, da hätten sie die Kurven in den eigentlich recht gut ausgebauten Straßen nicht geschafft :cool:

Gruß Kurt
 

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Hallo Kurt

Vor einigen Jahren hab ich auch (unter anderem hier im Forum) gelesen, dass die Spanier auch etwas Probleme mit dem Beseitigen von GTC Kinderkrankheiten hatten. Weiss jemand was aktuelles darüber?
Bezüglich meiner Projektsidee, weiss vielleicht jemand von einem amerikanischen Schleifkollegen, der so eine halb-verrückte Idee in Angriff genommen hat?

Tobey
 
Hallo Tobey,

...Bezüglich meiner Projektsidee, weiss vielleicht jemand von einem amerikanischen Schleifkollegen, der so eine halb-verrückte Idee in Angriff genommen hat?
bisher kenne ich nur weniger als 5 Leute die so etwas womöglich schleifen können würden. Aber die sind allesamt total ausgelastet mit mehr Erfolg versprechenden Projekten und auch keine Amerikaner. Ich selber würde mich gegen
eine sechsstellige Gage dazu verpflichten lassen. Dabei wäre die Lösung des Hauptproblems selbstverständlich nicht inbegriffen. :cool: Das wäre nämlich bei deinem Projekt die Mechatronik, dh. die "Kleinigkeiten" hinter den Spiegelflächen.

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von *entfernt*:
Junge, was hast du immer für Projekte am laufen.

Ich würde hier sphärische Spiegel einsetzen. Und lange Brennweiten. Und ich habe hier zwei große Geräte auf La Palma
im Auge. Aber doch nicht, um da durch zu gucken.

Grüße

Dietrich

Daß wundert mich auch immer Dietrich.

Tobey:

Zeig mal Bilder von Projekten die Du gemacht hast, denn die Fragen die Du im Forum stellst sind immer sehr fazinierend. Da wird man ja richtig neugierig.

Gruß, Harrie
 
Ciao Harrie

Das freut mich das die Fragen des öfteren faszinieren :) . Leider leider kann ich noch nichts Würdiges präsentieren - das mit der künstlichen Obstruktion könnte ich nächstens mal ausprobieren...wenn dann mal wieder klarer Himmel ist. Mal bei Asteroidenokkultationen mitmessen wäre ein Ziel...und vielleicht mal einen normalen Spiegel schleifen um im fernen Walhalla dann einen Platz am Klassiker-Stammtisch zwischen Isaac Newton und William Herschel auf sicher zu haben :D .

Gruss und allzeit CS

Tobey
 
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Im Buch "Building and Using Binoscopes" sind auch solche multi mirror Instrumente ein Thema.
Konkret und ausführlich ist ein Gerät bestehend aus 6 SCT Teleskopen vorgestellt, welches Ken Launie und Hal Robinson in den 70er Jahren gebaut, aber wegen massiver technischer Probleme wohl nie fertiggestellt haben
Im Buch gibt es auch Bilder zu sehen, die ich hier aus copyright Gründen aber leider nicht einstellen kann.

Grüsse Jochen
 
Zitat von TobeyMaguire:
Ciao Harrie

Das freut mich das die Fragen des öfteren faszinieren :) . Leider leider kann ich noch nichts Würdiges präsentieren - das mit der künstlichen Obstruktion könnte ich nächstens mal ausprobieren...wenn dann mal wieder klarer Himmel ist. Mal bei Asteroidenokkultationen mitmessen wäre ein Ziel...und vielleicht mal einen normalen Spiegel schleifen um im fernen Walhalla dann einen Platz am Klassiker-Stammtisch zwischen Isaac Newton und William Herschel auf sicher zu haben :D .

Gruss und allzeit CS

Tobey

Kein Probleem:

Das mit einer Asteroidenbedeckung ist kein Problem, es gibt in Deuschland sehr viele Beobachter und da könntest Du mal mit dabei sein. Die warscheinlichkeit auf einer positive Beobachtung ist selten 100%, dennoch aber oft eine. Schau mal auf der Seite von IOTA-ES (http://www.iota-es.de/) oder die von Mike Kretlow (http://astro.kretlow.de/). Ich hier im Forum sind active Beobachter von diesen Phänomenen. Wir würden uns da sehr freuen. Diese Jahr war in Hannover die ESOP, schau mal auf der seite www.esop34.de

Selber habe ich dieses Jahr schon beinahe 50 Beobachtungen wovon 3 positive und es sind noch viel angekündigt. 3 von 50 ist wenig, aber ich beobachte ab einer Warscheinlichkeit von 1%. Auch da gibt es ein wunderbares freeware Programm: OccultWatcher. Dieses sagt potentielle Bedeckungen voraus für deine Koordinaten. Die Adresse: http://www.occultwatcher.net/

Wenn du mehr Details wissen willst für deine Koordinaten, schick mir eine PN.

Gruß, Harrie
 
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