Myiauchi 15x60, 22x60 weitere Zusatzokulare ?

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HansR

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Hallo Sternenfreunde !

Wie man ja bereits weiß, besitze ich seit kurzem o.a. Fernglas, und bin ob dessen Lieblichkeit *g* und optischen Qualität sehr zufrieden damit. Das einzige Manko - die 15x Okulare dürften "reversed Kellner" sein. Objektivbrennweite 300mm.
Hat jemand eine Idee, wo man ein ca.m 23mm Okular mit ca. 60° Gesichtsfeld und relativ weit vorne liegendem Fokuspunkt bekommen könnte (ich weiß, Feldblendendurchmesser 24mm etc....), um daraus ein Weitwinkelglas zu machen ? Der Einsteckdurchmesser ist ca. 26mm (ohne nachgemessen zu haben). Also - wenn ich nun richtig berechnet habe, dann müsste ich damit folgendes Fernglas erhalten:
Vergrößerung 13x
TG ca. 4,6°
SG ca. 59,8°
AP ca. 4,6mm

...da müsste der Nordamerikanebel ja sowas von hineinpassen....
Hat jemand eine Idee ?
Was haben denn die Okulare vom 8x30 Deltrintem denn für eine Brennweite ? Oder gar ein Dekarem-Okular ?

Meldungen erwünscht *g*
Danke im Voraus & CS
Hans

....ich befürchte, das nächste zeitraubende Projekt bahnt sich wiedereinmal an.....
 
...achja, meine Berechungsformel lautet:

TG=atan(Objektivbrennweite : Feldblende)

d.h. 4,6° = atan (300/24)

Richtig ?

Cheers
Hans
 
Richtiges Ergebnis aus falscher Formel?

NEIN! Die richtige Formel zur Berechnung des tatsächlichen Sehwinkels alpha ist

alpha = 2 · arc tan (halber Feldblendendurchmesser : Brennweite)

im vorliegenden Falle also

alpha = 2 · arc tan (12 mm : 300 mm) = 2 · arc tan 0,04 = 2 · 2,29061° = 4,58122° = ca. 4,6°

Die Abkürzung TG sollte wohl „tatsächliches Gesichtsfeld” bedeuten? Falls ja, muß ich auch das korrigieren. Denn …

1. was wir mit der obigen Formel ausrechnen, ist ein Winkel in Grad und kein Feld in Meter (pro 1000 m)

2. der Winkel, den das Fernglas sieht, heißt Sehwinkel; die Bezeichnung „Gesichtswinkel” ist dem maximalen Sehwinkel des bloßen Auges vorbehalten, und wenn das Auge durchs Okular schaut, dann wiederum heißt der so gesehene Winkel „scheinbarer Sehwinkel” (und nicht „scheinbarer Gesichtswinkel” SG)

Auch wenn das nach kleinlicher Wortklauberei aussieht, ist es das nicht. Vielmehr ist es zur klaren, unmißverständlichen Kommunikation notwendig, die exakt definierten Begriffe so zu verwenden, wie sie definiert sind. Andernfalls funktioniert Sprache nicht mehr (wenn ich z.B. „Auto” sage, aber „Hund” meine und „fahren” sage, wenn ich „spazierengehen” meine, wird jemand, zu dem ich sage „ich fahre mit dem Auto” niemals auf die Idee kommen, daß ich eigentlich meine „ich gehe mit meinem Hund spazieren”).

Walter E. Schön

 
> Hat jemand eine Idee, wo man ein ca.m 23mm Okular mit ca. 60° Gesichtsfeld und relativ weit vorne liegendem Fokuspunkt bekommen könnte (ich weiß, Feldblendendurchmesser 24mm etc....), um daraus ein Weitwinkelglas zu machen ?

Hallo Hans,

hast Du schon mal in die Okularstutzen Deines Miyauchi geschaut? Die letzte Prismenfläche vor dem Okular hat einen freien Durchlaß von etwa 17mm Durchmesser (zumindest ist das bei meinem Fernglas so). Wie Walter schon erklärt hat, ein größeres Lichtbündel passt da nicht durch und die Prismen begrenzen nunmal das nutzbare (reale) Sehfeld. Wenn Du da ein Okular mit 24mm Sehfeldblende einstöpselst, nützt Dir das gar nichts. Ein Okular mit 17mm Sehfeldblende gibt Dir ein reales Sehfeld am Himmel von ca. 3,3 Grad und das war's auch. Für größere reale Sehfelder müsste man größere Prismen verwenden. Die Konstrukteure von Miyauchi haben sich bestimmt ihre Gedanken gemacht und möglicherweise zugunsten der kompakten Maße auf ein größeres Prismenumkehrsystem verzichtet.

"Weitwinkel-Feeling" kann man beim Miyauchi nur über kürzere Okularbrennweiten erzielen. Die 15mm Okulare des Deltrintem sind aus meiner Sicht beinahe das Optimum. Damit bekommt man ein scheinbares Sehfeld von ca. 68 Grad, man kann das maximale reale Sehfeld von 3,3 Grad nutzen und die Austrittspupille ist mit 3mm nicht zu klein. Okulare mit längerer Brennweite als 15mm führen bei konstantem Durchmesser der Sehfeldblende (eben die 17mm) zu kleineren scheinbaren Sehfeldern. Die Okulare des Dekarem haben knappe 20mm Brennweite, aber die Sehfeldblende ist deutlich größer als 17mm und damit wird es nichts mit Weitwinkel-Feeling.

Also entweder eine Vergrößerung um 15x bei 4mm AP mit "Plössl-Feeling" oder eine höhere Vergrößerung mit ca. 3mm AP und dafür schöne Weitwinkelokulare. Dazwischen kann man bestimmt auch noch ein paar Okulare finden, aber Vergrößerungen unter 15x mit realen Sehfeldern über 3,3 Grad sind nicht realisierbar.

Frank.
 
Re: Richtiges Ergebnis aus falscher Formel?

Hallo Walter !

Danke für die Erklärung. Und danke, ja Du hast recht, ich sollte meinen Hund nicht spazieren fahren, deshalb sagen wir ja auch "Gassi gehen" in Österreich, wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen (obwohl ich gar keinen Hund habe. Vielleicht habe ich deswegen auch ein Problem mit den Begriffen. Aber - wir sind halt viele Amateure und Hobbyisten da - und froh, solche Experten an Board zu haben, die sich gut auskennen . Das meine ich im Ernst !
Vielen Dank nochmals, und ich meine Deine "Wortklaubereien" sind ganz o.k., zeigen sie uns doch, dass wir mit unserem Hobbywissen weit von der Profession entfernt sind - und das ist bei mir zum Beispiel das, was mir so Spaß an meinem Hobby macht. Immer etwas Neues zu lernen und zu erkennen.

Schöne Grüße
Hans
 
Hi Frank !

Aha, vielen Dank, habe ich noch garnicht geschaut, und bin so spontan, sozusagen vom PC weg auf die Idee gekommen, nachzufragn.
So gesehen machen dann aber die Deltrintem-Okulare fast keinen Sinn, denn die 22x sind ganz niedlich und liefern bereits einen schönen scheinbaren Sehwinkel (hab´ ich´s drauf´Walter ?).

Dann wären eine ideale Ergänzung eigentlich eher noch Okulare, die eine noch kürzere Brennweite mit einem schönen SchS (SS trau´ich mich als Abkürzung nicht zu verwenden, die ist einschlägig besetzt *g*).
Z.B. So im 10 bis 8mm Bereich (30x-37,5x), aber dann könnte der Farbfehler schon ziemlich heftig werden......
...das könnten dann wohl maximal Okulare aus Pocketferngläsern sein, oder irgendwelche Spezialokulare.
Womit ich wieder mehr Zeit für´s Beobachten gewonnen habe.....
Danke, und CS
Hans
 
> So gesehen machen dann aber die Deltrintem-Okulare fast keinen Sinn

Hallo Hans,

ich hatte irgendwann keine Lust mehr, im Dunkeln die Okulare zu wechseln. Daher habe ich nach einem Okularpaar gesucht, welches von der Brennweite irgendwo zwischen den beiden originalen Okularpaaren liegt. Bei den Okularen vom Deltrintem gefällt mir die exzellente Schärfe im Zentrum, ich finde den Einblick etwas angenehmer als bei den originalen 22x Okularen und ich habe eine etwas größere AP. Noch kürzere Brennweiten könnten Probleme bereiten. Ein 10mm Okular mit Vorderblende (Sehfeldblende vor der Optik) hat eine kürzere Baulänge und es kann gut sein, dass es soweit in den Okularstutzen rutscht, dass Du mit Deinem Auge nicht mehr rankommst. Ich hatte das mal mit einem 20x Mikroskopokular (12,5mm Brennweite) versucht und da wurde es schon knapp. Mit anderen Okulartypen (wo die Sehfeldblende im Innern des Okulars liegt) kommt man nicht in den Fokus.

Das Miyauchi ist halt nicht für "normale" Wechselokulare ausgelegt. Wenn Du so ein Fernglas nutzen willst, mußt Du andere Modelle anvisieren. Könnte man irgendwo ein ähnliches Fernglas kaufen, welches so schön leicht und kompakt wie das kleine Miyauchi ist und dabei normale Astrookulare akzeptiert, dann hätte ich es schon zu Hause <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
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Hallo Frank !
Ist eine überlegenswerte Idee, bist halt ein Optimierer.
Ich habe ein Deltrintem, aber zerlegen werde ich es nicht.
Ich glaube, ich lasse das Fernglas so wie es ist.
Vielleicht ergattere ich einnmal ein billiges auf eBay, das wird dann geschlachtet. Schon allein aus Spass an der Freud´.
Was Deine anderen Kommentare betrifft - es gibt zwar größere Ferngläser mit 1.25" Wechselokularen, aber die sind wirklich klobige Dinger - und meist von Chinaproduzenten - nichts gegen die Chinesen, aber die Sachen, die ich bisher dort gekauft haben waren Suboptimal ;-))). Schade, daß halt keiner der großen Hersteller (Fuji, Myiauchi, Pentax - Zeiss) irgendwie einmal auch an uns Amateurastronomen denkt. Ein Fernglas mit 80mm Objektiven, zumindest ED Gläsern, guter Farbkorrektur, f/5, ordentlich dimensionierten Prismen (Porro´s), 90° Schrägeinblick, integriertem (in den Lichweg einblendbarer Red Dot Light Sucher, Vergrößerungsfähigkeit von 10x-80x bei hervorragender Abbildungsqualität und großem scheinbaren Sehfeld - um 300 Euro (inkl. 3 Paar Wechselokularen) *g* Schlaraffia, Schlaraffia - ich werde den Michael Wolfgang Markus anfragen *g*.

Aber - mit Binokularen ohne Wechselokularen lässt sich halt mehr Geld machen.......
CS
Hans
 
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