Nachtglas

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Hallo Buddy,

Ein 7x35 hat eine Austrittspupille von 5mm. Das würde ich als gutes Universal- und Dämmerungsglas bezeichnen, ein Nachtglas sollte ruhig etwas mehr haben. Klassische Nachtgläser sind beispielsweise 7x50er wie das Swarovski Habicht oder ein altes Zeiss Binoctem mit rund 7mm AP.

Alles weitere hängt von Deinen Vorlieben und vom gesetzten Zweck ab.
Beobachtest Du mit Brille? Willst Du ein großes Gesichtsfeld oder darf es auch etwas kleiner sein? Spielt das Gewicht eine Rolle? Und was bezeichnest Du als "gutes Glas"? Willst Du das Glas nur im Dunklen nutzen oder auch tagsüber? Astronomie oder rein terrestrisch?
Und nicht zuletzt: wie ist der preisliche Rahmen?

Bis dann:
Marcus
 
Moin Gruß- und Namenloser!

> Kann man ein gutes 7x35 als Nachtglas bezeichnen?

Was ist ein "gutes 7x35"?
Die Thematik mit der AP wurde dir schon erklärt. Astronomische FG, die man "in der Nacht" benutzt, haben durchaus AP von 4-7 mm. Soweit kein Problem.
Knackpunkt ist hier eher die Objektiv-Öffnung. Die sollte schon um einiges mehr betragen - sagen wir mal ab 50 mm aufwärts. Ab dann spricht man wohl erst von lichtstarken FG für Dämmerung und Nacht.

Ein 7x35 halte ich eher auch für ein "normales" Alltagsfernglas, mit dem man so ziemlich alles beobachten kann, meinetwegen auch nachts die Sterne. Aber an ein speziell für astronomische Zwecke ausgelegtes FG kommt es in der Leistung nicht heran (egal welche Marke). Meine Meinung.
 
Dabei kann ein 7x35 durchaus schon gut am Nachthimmel eingesetzt werden, Sternhaufen und viele der "üblichen Verdächtigen" DS-Objekte wie M33, M31 und M1 gehen schon damit, dunkler Himmel vorausgesetzt.

CS
Roland
 
Schönen guten Abend,
Kann man ein gutes 7x35 als Nachtglas bezeichnen?

was definierst du unter Nachtglas?
Was möchtest du denn Nachts beobachten?
Sind deine Augen hinsichtlich der AP nachttauglich (wenn man dies so auf das Wort reduzieren möchte)?

Hast du ein z.B. ein klassiches Nachtlas = 8x56, dessen AP 7mm beträgt, deine Augen EP aber in der Nacht "nur" beispielsweise 5,5mm aufstellt,
schaust du quasi mit einem Glas von 8x44.

Bei deiner Nacht (Dunkelintensität) wäre die EP deines Auges zu ermitteln und mit deiner Wunschvergrößerung zu multiplizieren, dann hast du DEIN Nachtglas.

 
Hallo Roland,

Die Frage ist halt, was versteht Buddy unter "Nachtglas". Meint er eines mit dem er in der Nacht Sterne beobachten kann oder eines mit dem er bei Nacht Naturbeobachtungen machen kann.

Mein 8x42 hat auch eine AP von 5,25, damit kann man sehr schön Astro betreiben. Aber terrestrisch geht ihm in der späten Dämmerung auch das Licht aus. Wenn die Rehe dann aus dem Wald auf die Felder kommen, bringt einen ein Glas mit 6-7mm AP deutlich weiter.
Ein Freund von mir ist Jäger. Er hat mir mal erklärt, der Unterschied zwischen einem Pirschglas (8x42) und einem Ansitzglas (8x56) wären zehn Minuten. Wenn es für ein 8x42 zu dunkel wird, bringt einen das 8x56 noch zehn Minuten weiter, bis ihm auch das Licht wegbleibt. Aber es sind genau diese zehn Minuten, in denen das Wild raus kommt.

Und das ist es, was für mich ein Nachtglas ausmacht. Möglichst lange nachts terrestrisch beobachten können. Auch mit einem Dämmerungsglas kann man gut Astro machen. Aber mit einem "echten" Nachtglas kann der Himmelshintergrund schon wieder so hell werden, dass der Kontrast sinkt und sich Himmelsobjekte weniger gut abzeichnen.

Es wäre hilfreich, wenn Buddy sich noch mal näher erklären würde. In seinen beiden bisherigen Threads hat er es leider nicht getan.

Bis dann:
Marcus
 
Aber terrestrisch geht ihm in der späten Dämmerung auch das Licht aus.

hm, also m.E. nach kommt es hier doch auch auf den Transmissionsgrad des Glases an.
Als ich mein derzeitiges 15x56 mit einem Meopta Meostar 15x5HD vergleichen konnte war die Angelegenheit recht "gravierend".
Ich empfinde mein 8x42 als absolut dämmerungstauglich, aber ja, es kommt auf den Einsatzweck an.
Z.B. Tiere in offener Landschaft oder Waldbeobachtung...... etc.
 
Hallo Dominique,

Da gebe ich Dir vollkommen recht. Sowohl was die Transmission angeht, als auch die Dämmerungstauglichkeit eines 8x42. Genau dafür habe ich meines ja auch angeschafft. Und für Astro.

Beim Vergleich zwischen Pirsch- und Ansitzglas sollte man selbstverständlich von annähernd gleicher Qualität und Transmission ausgehen. Wenn man ein Svaro 8,5x42 EL in der Dämmerung gegen ein 8x60 aus den 50er Jahren antreten lässt, wird einem das moderne Glas vermutlich mehr zeigen. ;)
Und dazu kommen dann natürlich auch noch andere Faktoren, die vom primären Anwendungsbereich abhängen. Ein Glas für stationäre terrestrische Beobachtung bei wenig Licht darf ruhig etwas schwerer sein und eine überdimensionierte AP ist dann auch nicht von Nachteil. Stichwort Einblickverhalten.
Ein Glas für Astro dagegen sollte eine der Situation (Alter, Himmelshelligkeit) angepasste AP haben und nicht schwerer sein als notwendig. Immerhin muss man es bei Freihandbeobachtung über dem Kopf halten und da freut man sich über jedes Gramm, dass man nicht hoch wuchten muss.

Bis dann:
Marcus
 
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