Bernhard_Loos
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich möchte noch einen Nachtrag zu meinem kleinen „privaten“ Fernglastest machen.
Mir ist aufgefallen, dass ich das CZJ 8x30 Deltrintem wirklich etwas „in die Ecke“ gestellt habe. Deswegen möchte ich hier auch seine Vorzüge herausstellen:
Das Glas ist enorm handlich und leicht (knapp 500 gr.) Durch die Porro-Bauweise liefert das CZJ ein plastisches Bild. Die kleinste Naheinstellungsentfernung liegt bei 3 Metern und genau in diesem Punkt habe ich für mich eine Domäne des Deltrintem ausgemacht: Die Tier und Pflanzenbeobachtung auf kurze Distanzen. Auf kurze Entfernungen mit einem Beobachtungsobjekt in der Mitte stört die Randunschärfe nicht und auch die Streulichtempfindlichkeit kommt hier nicht so zum Tragen wie etwa beim Blick in die Landschaft mit tiefstehender Sonne.
Ich habe meine Ferngläser auf Dejustierung überprüft (nach FrankZ) ( Eine kleine Taschenlampe in einer Entfernung von ca. 12 Metern Entfernung im Dunkeln aufgestellt, dann eine Seite des Fernglases scharfstellen und die andere unscharf. Nun sollte sich der scharfe Lichtpunkt zentrisch im unscharfen Lichtpunkt befinden).
Ergebnis: Das CZJ Deltrintem ist kräftig dejustiert (der scharfe Punkt liegt aber noch im unscharfen). Mein Zeiss 7x42 Dialyth ebenfalls, wenn auch bei weitem nicht so stark.
Es ist also klar, dass meine Beurteilung der Schärfeleistung dieser Ferngläser keinesfalls Allgemeingültigkeit haben kann.
Ergänzen möchte ich meinen Erfahrungsbericht mit der Beurteilung über das Dämmerungsverhalten meiner Ferngläser:
Fujinon 7x50 FMT-SX
Die Streulichtbeurteilung in meinem ersten Bericht bezieht sich auf die Beobachtung bei Tageslicht (tiefstehende Sonne, Gegenlicht etc.).
In Extremsituationen wie der Beobachtung im Dunkeln mit einer starken Lichtquelle (Straßenlampe-Weißlicht) knapp außerhalb des Sehfeldes zeigt auch das Fujinon 7x50 FMT Reflexe, die aber keinesfalls zu einer Gesamteintrübung des Bildes führen. Befindet sich die Lichtquell im Sehfeld, zeigt sich das Fujinon außerordentlich resistent gegen Reflexe.
Die Dämmerungsleitung des Fujinon hält, was das scharfe und klare Bild und die AP von 7,14 mm versprechen. Die „Nachtgläser“ kommen gegenüber den Gläsern mit den kleineren AP`s dann in einen deutlichen Vorteil, wenn die Szenerie nicht durch Beleuchtung erhellt ist - mit anderen Worten: Wenn es wirklich finster ist und die Pupillen größtmöglichst geöffnet sind.
Als nicht sehr praktisch erweist sich die Einzelokularverstellung des Fujinon 7x50 und des Zeiss 6x42 „Skipper“ in der Dämmerung, wenn die Zahlen und die Indexmarkierung auf dem Okular nicht mehr zu erkennen sind (ist aber nur relevant wenn sich die Beobachtungsdistanzen gravierend ändern), vor allem wenn man in die normale „Grundeinstellung“ zurück möchte. Am Tage hingegen finde ich es bei diesen beiden Gläsern wunderbar vorab zu wissen, dass es in einer bestimmten Einstellung wirklich keine Verbesserung der Schärfe mehr gibt (eine wirklich scharfe Optik ist hier Voraussetzung) – der routinemäßige Dreh am Mitteltrieb und das Suchen nach noch mehr Schärfe fallen weg.
Zeiss 6x42 „Skipper“ T* P*
Dieses Glas (gekauft 1990) ist dem Fujinon in vielen Belangen ähnlich (vom Äußeren natürlich abgesehen): Ein helles, klares und scharfes Bild bei Tag und in der Dämmerung, das scheinbare Sehfeld ist etwas kleiner (1,5°) als beim Fujinon. Allerdings ist das Bild durch die schmale Dachkant-Bauweise auf Nah- und Mitteldistanz - vor allem wenn diese beim Blick in die Ferne im Bildvordergrund liegen, bei weitem nicht so plastisch wie das des 7x50 FMT.
Bezüglich Streulicht und mit kleinen Abstrichen bei Geisterbildern liegt das Zeiss 6x42 auf Fujinon-Niveau.
Sehr gerne benütze ich das 6x42 an trüben Tagen, weil durch die geringe Vergrößerung die Atmosphäre nicht so stark verdichtet wird (Oh weh! richtig ausgedrückt?).
Zeiss 7x42 Dialyth T*
Das Zeiss 7x42 ohne P*-Vergütung, kann den drei anderen „Großen“ in diesem Vergleich leider das Wasser nicht mehr ganz reichen. Wie bereits oben erwähnt, scheint es auch leicht dejustiert zu sein. Mein Fachwissen reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob sich das auch auf die Anfälligkeit für Streulicht auswirkt – ich glaube eher nicht! Denn beim Streulicht hat mein 7x42 wirkliche Schwächen. Wie schon bei Tage, aber erst recht in der Dämmerung mit Fremdlichteinfall zeigt das Zeiss wirklich fast alles, was man sich an Reflexen vorstellen kann. In dieser Hinsicht wird es nur vom Deltrintem weit übertroffen.
Nichts desto trotz ist das Zeiss 7x42 Dialyth für mich das „Idealglas“ wenn man nur ein Fernglas haben möchte (kann). Die Gründe: 7fach – für mich die Allround-Vergrößerung, 6mm AP – für eigentlich alle Fälle ausreichend, großes Sehfeld, angenehmer Einblick, geringes Gewicht, schlanke Bauform und das herrliche klassische Design (die neuen Victory FL sind doch ...!). Sie merken schon – ich bin ein bisschen verliebt!
Bevor ich mir 1984 das 7x42 gekauft habe, hatte ich 6 Jahre lang ein Leitz „Trinovid“ 10x40, musste es aber verkaufen um mir das Zeiss zu leisten. Zum Leitz möchte ich hier aus der Erinnerung nichts schreiben (Ferngläser zu vergleichen ist schon schwer, wenn man sie direkt vor sich hat), aber ich hätte mir das Zeiss damals nicht gekauft, wenn es mich, auch optisch, nicht überzeugt hätte. Als ich mir das Leitz gekauft habe, war ich noch ziemlich jung und habe geglaubt, dass eine hohe Vergrößerung generell besser ist. Sicher ist die 10fache Vergrößerung ideal wenn man Vögel und Insekten beobachtet, aber wenn ich mit dem Leitz im Wald war, hatte ich, im übertragenen Sinn, immer nur ein Baumstamm im Bild – ich mag den Überblick. Vielleicht wäre es heute ein schönes Glas für mich, bei meinem jetzt aufkommenden Interesse für den Himmel.
Zeiss 8x56 „Design Selection“
Das 8x56 ist von den Daten her das typische Jagdglas für den Ansitz, wo auch das hohe Gewicht nicht so stört. Das Glas ist wunderbar geeignet zur Tierbeobachtung; man fühlt sich nicht aus der Distanz beobachtend sondern ist gleichsam mit dabei. Auch die relativ starken Verzeichnungen im Randbereich fallen hier nicht negativ auf. Zu diesen Verzeichnungen habe ich folgende Anmerkungen aus dem Fernglastest der Zeitschrift „Pirsch“ entdeckt:
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />Möglicherweise das Wohlbefinden des Betrachters beeinträchtigend sind auch optische Verzeichnungsfehler, wenn auch nicht so wichtig wie bei Kameras. Bei guter Jagdoptik wird durch eine kissenförmige Sollverzeichnung verhindert, dass Sehfeld durchlaufende Objekte beim Glasschwenk merklich größer oder kleiner erscheinen, zum Beispiel, wenn ein Stück Wild vor einer Waldkulisse betrachtet wird (Ausschaltung des „Globuseffekts“).
Ich glaube hier soll aus der Not eine Tugend gemacht werden! Aber wenn es jemand besser weiß, lasse ich mich gerne belehren.
Das Zeiss 8x56 „Design Selection“ zeigt eine hervorragende Dämmerungsleistung auf dem gleich hohen Niveau wie das Fujinon 7x50 FMT und dem Zeiss 6x42 „Skipper“ (unabhängig von der Vergrößerung). Allerdings sollten keine Lichtquellen im Sehfeld liegen, denn darauf reagiert das „Design Selection“ mit starken Reflexen. Liegen diese außerhalb des Sehfeldes verhält es sich ungefähr so wie das Fujinon und das 6x42 von Zeiss.
Pentax 8x32 DCF-SP
Für ein Fernglas das bestimmt nicht explizit für den Gebrauch in der Dämmerung gebaut wird, schlägt sich das Pentax hier sehr wacker. Liegen Lichtquellen im Sehfeld verhält es sich wesentlich besser als das Zeiss „Design Selection“, liegen diese außerhalb, verhält es sich gleichgut.
Das Pentax fällt in der starken Dämmerung gegen die Lichtriesen ab, aber das wird hier auch niemanden wundern. Die Dunkelheit überläuft das Bild von außen nach innen (bildhaft ausgedrückt), wahrscheinlich ein Indiz dafür, dass die Pupillen größer geöffnet waren als die AP des Fernglases.
Carl Zeiss Jena 8x30 Deltrintem
Das Deltrintem ist ein reines Tagesglas. Ist die Streulichtempfidlichkeit schon bei Tage ein Problem, so kann man das „Fernglasgucken“ in der Dämmerung vergessen wenn Lichtquellen in der Nähe sind. Vielleicht kann man ja noch irgendein Objekt idendifizieren, aber der Spaß hat dann schon lange aufgehört.
Gruß - Bernhard
Möglicherweise das Wohlbefinden des Betrachters beeinträchtigend sind auch optische Verzeichnungsfehler, wenn auch nicht so wichtig wie bei Kameras. Bei guter Jagdoptik wird durch eine kissenförmige Sollverzeichnung verhindert, dass Sehfeld durchlaufende Objekte beim Glasschwenk merklich größer oder kleiner erscheinen, zum Beispiel, wenn ein Stück Wild vor einer Waldkulisse betrachtet wird (Ausschaltung des „Globuseffekts“).
ich möchte noch einen Nachtrag zu meinem kleinen „privaten“ Fernglastest machen.
Mir ist aufgefallen, dass ich das CZJ 8x30 Deltrintem wirklich etwas „in die Ecke“ gestellt habe. Deswegen möchte ich hier auch seine Vorzüge herausstellen:
Das Glas ist enorm handlich und leicht (knapp 500 gr.) Durch die Porro-Bauweise liefert das CZJ ein plastisches Bild. Die kleinste Naheinstellungsentfernung liegt bei 3 Metern und genau in diesem Punkt habe ich für mich eine Domäne des Deltrintem ausgemacht: Die Tier und Pflanzenbeobachtung auf kurze Distanzen. Auf kurze Entfernungen mit einem Beobachtungsobjekt in der Mitte stört die Randunschärfe nicht und auch die Streulichtempfindlichkeit kommt hier nicht so zum Tragen wie etwa beim Blick in die Landschaft mit tiefstehender Sonne.
Ich habe meine Ferngläser auf Dejustierung überprüft (nach FrankZ) ( Eine kleine Taschenlampe in einer Entfernung von ca. 12 Metern Entfernung im Dunkeln aufgestellt, dann eine Seite des Fernglases scharfstellen und die andere unscharf. Nun sollte sich der scharfe Lichtpunkt zentrisch im unscharfen Lichtpunkt befinden).
Ergebnis: Das CZJ Deltrintem ist kräftig dejustiert (der scharfe Punkt liegt aber noch im unscharfen). Mein Zeiss 7x42 Dialyth ebenfalls, wenn auch bei weitem nicht so stark.
Es ist also klar, dass meine Beurteilung der Schärfeleistung dieser Ferngläser keinesfalls Allgemeingültigkeit haben kann.
Ergänzen möchte ich meinen Erfahrungsbericht mit der Beurteilung über das Dämmerungsverhalten meiner Ferngläser:
Fujinon 7x50 FMT-SX
Die Streulichtbeurteilung in meinem ersten Bericht bezieht sich auf die Beobachtung bei Tageslicht (tiefstehende Sonne, Gegenlicht etc.).
In Extremsituationen wie der Beobachtung im Dunkeln mit einer starken Lichtquelle (Straßenlampe-Weißlicht) knapp außerhalb des Sehfeldes zeigt auch das Fujinon 7x50 FMT Reflexe, die aber keinesfalls zu einer Gesamteintrübung des Bildes führen. Befindet sich die Lichtquell im Sehfeld, zeigt sich das Fujinon außerordentlich resistent gegen Reflexe.
Die Dämmerungsleitung des Fujinon hält, was das scharfe und klare Bild und die AP von 7,14 mm versprechen. Die „Nachtgläser“ kommen gegenüber den Gläsern mit den kleineren AP`s dann in einen deutlichen Vorteil, wenn die Szenerie nicht durch Beleuchtung erhellt ist - mit anderen Worten: Wenn es wirklich finster ist und die Pupillen größtmöglichst geöffnet sind.
Als nicht sehr praktisch erweist sich die Einzelokularverstellung des Fujinon 7x50 und des Zeiss 6x42 „Skipper“ in der Dämmerung, wenn die Zahlen und die Indexmarkierung auf dem Okular nicht mehr zu erkennen sind (ist aber nur relevant wenn sich die Beobachtungsdistanzen gravierend ändern), vor allem wenn man in die normale „Grundeinstellung“ zurück möchte. Am Tage hingegen finde ich es bei diesen beiden Gläsern wunderbar vorab zu wissen, dass es in einer bestimmten Einstellung wirklich keine Verbesserung der Schärfe mehr gibt (eine wirklich scharfe Optik ist hier Voraussetzung) – der routinemäßige Dreh am Mitteltrieb und das Suchen nach noch mehr Schärfe fallen weg.
Zeiss 6x42 „Skipper“ T* P*
Dieses Glas (gekauft 1990) ist dem Fujinon in vielen Belangen ähnlich (vom Äußeren natürlich abgesehen): Ein helles, klares und scharfes Bild bei Tag und in der Dämmerung, das scheinbare Sehfeld ist etwas kleiner (1,5°) als beim Fujinon. Allerdings ist das Bild durch die schmale Dachkant-Bauweise auf Nah- und Mitteldistanz - vor allem wenn diese beim Blick in die Ferne im Bildvordergrund liegen, bei weitem nicht so plastisch wie das des 7x50 FMT.
Bezüglich Streulicht und mit kleinen Abstrichen bei Geisterbildern liegt das Zeiss 6x42 auf Fujinon-Niveau.
Sehr gerne benütze ich das 6x42 an trüben Tagen, weil durch die geringe Vergrößerung die Atmosphäre nicht so stark verdichtet wird (Oh weh! richtig ausgedrückt?).
Zeiss 7x42 Dialyth T*
Das Zeiss 7x42 ohne P*-Vergütung, kann den drei anderen „Großen“ in diesem Vergleich leider das Wasser nicht mehr ganz reichen. Wie bereits oben erwähnt, scheint es auch leicht dejustiert zu sein. Mein Fachwissen reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob sich das auch auf die Anfälligkeit für Streulicht auswirkt – ich glaube eher nicht! Denn beim Streulicht hat mein 7x42 wirkliche Schwächen. Wie schon bei Tage, aber erst recht in der Dämmerung mit Fremdlichteinfall zeigt das Zeiss wirklich fast alles, was man sich an Reflexen vorstellen kann. In dieser Hinsicht wird es nur vom Deltrintem weit übertroffen.
Nichts desto trotz ist das Zeiss 7x42 Dialyth für mich das „Idealglas“ wenn man nur ein Fernglas haben möchte (kann). Die Gründe: 7fach – für mich die Allround-Vergrößerung, 6mm AP – für eigentlich alle Fälle ausreichend, großes Sehfeld, angenehmer Einblick, geringes Gewicht, schlanke Bauform und das herrliche klassische Design (die neuen Victory FL sind doch ...!). Sie merken schon – ich bin ein bisschen verliebt!
Bevor ich mir 1984 das 7x42 gekauft habe, hatte ich 6 Jahre lang ein Leitz „Trinovid“ 10x40, musste es aber verkaufen um mir das Zeiss zu leisten. Zum Leitz möchte ich hier aus der Erinnerung nichts schreiben (Ferngläser zu vergleichen ist schon schwer, wenn man sie direkt vor sich hat), aber ich hätte mir das Zeiss damals nicht gekauft, wenn es mich, auch optisch, nicht überzeugt hätte. Als ich mir das Leitz gekauft habe, war ich noch ziemlich jung und habe geglaubt, dass eine hohe Vergrößerung generell besser ist. Sicher ist die 10fache Vergrößerung ideal wenn man Vögel und Insekten beobachtet, aber wenn ich mit dem Leitz im Wald war, hatte ich, im übertragenen Sinn, immer nur ein Baumstamm im Bild – ich mag den Überblick. Vielleicht wäre es heute ein schönes Glas für mich, bei meinem jetzt aufkommenden Interesse für den Himmel.
Zeiss 8x56 „Design Selection“
Das 8x56 ist von den Daten her das typische Jagdglas für den Ansitz, wo auch das hohe Gewicht nicht so stört. Das Glas ist wunderbar geeignet zur Tierbeobachtung; man fühlt sich nicht aus der Distanz beobachtend sondern ist gleichsam mit dabei. Auch die relativ starken Verzeichnungen im Randbereich fallen hier nicht negativ auf. Zu diesen Verzeichnungen habe ich folgende Anmerkungen aus dem Fernglastest der Zeitschrift „Pirsch“ entdeckt:
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />Möglicherweise das Wohlbefinden des Betrachters beeinträchtigend sind auch optische Verzeichnungsfehler, wenn auch nicht so wichtig wie bei Kameras. Bei guter Jagdoptik wird durch eine kissenförmige Sollverzeichnung verhindert, dass Sehfeld durchlaufende Objekte beim Glasschwenk merklich größer oder kleiner erscheinen, zum Beispiel, wenn ein Stück Wild vor einer Waldkulisse betrachtet wird (Ausschaltung des „Globuseffekts“).
Ich glaube hier soll aus der Not eine Tugend gemacht werden! Aber wenn es jemand besser weiß, lasse ich mich gerne belehren.
Das Zeiss 8x56 „Design Selection“ zeigt eine hervorragende Dämmerungsleistung auf dem gleich hohen Niveau wie das Fujinon 7x50 FMT und dem Zeiss 6x42 „Skipper“ (unabhängig von der Vergrößerung). Allerdings sollten keine Lichtquellen im Sehfeld liegen, denn darauf reagiert das „Design Selection“ mit starken Reflexen. Liegen diese außerhalb des Sehfeldes verhält es sich ungefähr so wie das Fujinon und das 6x42 von Zeiss.
Pentax 8x32 DCF-SP
Für ein Fernglas das bestimmt nicht explizit für den Gebrauch in der Dämmerung gebaut wird, schlägt sich das Pentax hier sehr wacker. Liegen Lichtquellen im Sehfeld verhält es sich wesentlich besser als das Zeiss „Design Selection“, liegen diese außerhalb, verhält es sich gleichgut.
Das Pentax fällt in der starken Dämmerung gegen die Lichtriesen ab, aber das wird hier auch niemanden wundern. Die Dunkelheit überläuft das Bild von außen nach innen (bildhaft ausgedrückt), wahrscheinlich ein Indiz dafür, dass die Pupillen größer geöffnet waren als die AP des Fernglases.
Carl Zeiss Jena 8x30 Deltrintem
Das Deltrintem ist ein reines Tagesglas. Ist die Streulichtempfidlichkeit schon bei Tage ein Problem, so kann man das „Fernglasgucken“ in der Dämmerung vergessen wenn Lichtquellen in der Nähe sind. Vielleicht kann man ja noch irgendein Objekt idendifizieren, aber der Spaß hat dann schon lange aufgehört.
Gruß - Bernhard
Möglicherweise das Wohlbefinden des Betrachters beeinträchtigend sind auch optische Verzeichnungsfehler, wenn auch nicht so wichtig wie bei Kameras. Bei guter Jagdoptik wird durch eine kissenförmige Sollverzeichnung verhindert, dass Sehfeld durchlaufende Objekte beim Glasschwenk merklich größer oder kleiner erscheinen, zum Beispiel, wenn ein Stück Wild vor einer Waldkulisse betrachtet wird (Ausschaltung des „Globuseffekts“).