Ehemaliges Mitglied
Hallo zusammen!
(Ich fürchte, es wird lang – sehr lang...
)
Gestern spätabends packte ich mal wieder die Astro-Sachen zusammen, um (heuer zum ersten Mal) den Gruselplatz oberhalb meiner Stadt aufzusuchen. Nachdem es aus vielerlei Gründen mit der Astronomiererei heuer bislang eher mau aussah, wollte ich den klaren Abend nun endlich mal ausgiebig nutzen.
Die erste Planänderung geschah bereits gleich, nachdem ich gegen Mitternacht aus dem Auto ausgestiegen war. Eigentlich wollte ich ja zu dem gewohnten Platz gehen, der noch ein Stück entfernt auf einer Wiesen-Anhöhe liegt. Aber als ich da in der Dunkelheit stand und mir vorstellte, da mit Sack und Pack hinlaufen zu müssen, entschied ich mich dagegen. Stattdessen baute ich Teleskop und Hocker gleich hinter meinem Auto auf. Von dort hatte ich auch einen ganz guten Rundumblick auf den Himmel. Nur am Horizont störten einige Büsche und Bäume. Aber dafür war der Gruselfaktor gleich null, und das machte die Einschränkungen wett.
Als ich mich zum Ankommen erst mal setzte und den Blick über den makellos klaren Sternenhimmel schweifen ließ, ergriff mich sofort wieder dessen Zauber. Schon während der Anfahrt hatte mich Jupiter gelockt und er war auch der erste meiner alten Himmelsbekannten, die mich jetzt begrüßten. Hoch oben im Zenit spannte sich die Milchstraße in einem weiten Bogen über mich hinweg. Sofort erkannte ich außer den prominenten Sternbildern sofort auch den Delfin. Im (welche Himmelsrichtung auch immer
) war der Fuhrmann bereits fast komplett aufgegangen. Ein Stück entfernt erkannte ich die Plejaden. Eigentlich hätte ich das Teleskop gar nicht gebraucht, um diese stille und friedliche Nacht, die zum Weinen schön war, genießen zu können.
Aber ich wollte schon längst mal mit meinem neuen Teleskop von diesem Platz außerhalb der Stadt den Sommerhimmel erkunden. Ja, ihr habt richtig gelesen: Wir haben auf wundersame Weise „Familienzuwachs“ bekommen
. Heute werd ich euch von Beobachtungen mit meinem hübschen kleinen 80/400 Teleskop (mit Zenitspiegel) erzählen. Wir sind immer noch in der Kennenlernphase, haben uns aber schon ein wenig angefreundet. Womit ich allerdings immer noch große Probleme habe, ist, mich mit dessen Sucherfernrohr am Himmel zu orientieren. Mein 60/700er hat einen Leuchtpunktsucher. Das Auffinden von Objekten mit dem Sucherfernrohr fällt mir immer noch schwer. Meistens benutze ich dafür gleich ein 25 mm Übersichtsokular und lass das mit dem Sucher bleiben. So durchstreife ich einen bestimmten Himmelsabschnitt, und wenn ich dabei auf ein Nebelchen oder einen Sternhaufen treffe, versuche ich anhand einer Sternkarte herauszufinden, wo ich gelandet bin. Ist eine interessante Technik. Nur: Das Umgehen mit dem Sucher lernt man so allerdings auch nicht ...
Natürlich nahm ich zu allererst meinen speziellen Freund Jupiter in Augenschein. Ja, ich weiß, dass dieses Teleskop nicht unbedingt für Planetenbeobachtung geeignet ist. Aber eine Beobachtungsnacht ohne Jupiter, das geht nicht! Mein alter Freund zickte allerdings etwas herum. Er machte insgesamt einen überbelichteten Eindruck. Schade, dass ich den Mondfilter zu Hause gelassen hätte. Eine dünne Wolke wäre auch nicht schlecht gewesen, um die Helligkeit etwas zu dämpfen. Nun, war nicht.
Im 10mm und dann auch im 6 mm Okular konnte ich das NEB dunkel und sehr prominent erkennen, das SEB war ebenfalls erkennbar, aber schwieriger. Nach einiger Einsehzeit meine ich, südlich des SEBs noch ein feines Band erkannt zu haben. Aber sicher bin ich mir nicht. Insgesamt bekam ich nur ein eher unscharfes Bild des Planeten hin. Macht nix, Hauptsache Jupiter!
Dann wandte ich mich mit dem 25 mm Okular der Schild-Adler-Schütze-Schlangenträgerregion zu. Da ich mit dem 80er noch nie einen Blick zur kleinen Sagittariuswolke (M 24) geworfen hatte, wollte ich mich jetzt mal an dieses Unterfangen machen. Das tat ich nach oben beschriebener „schau, was du findest“-Methode. Ich hoffte, als Orientierungshilfe das Sternmuster Kleopatras Auge zu finden oder die anderen Nebelchen, die in dieser Gegend zu Hause sind. Aber was soll ich euch sagen? Es wurde ein kompletter Reinfall. Ich suchte und suchte und suchte. Und schließlich gab ich auf. Vielleicht hab ich nicht die richtige Himmelsregion getroffen. Vielleicht war der Himmel dort von der Lichtglocke der Stadt zu stark aufgehellt für das 80er. Dessen größere Lichtempfindlichkeit als beim 60er hat halt zur Folge, dass auch die Lichtverschmutzung viel deutlicher zutage tritt. Und dadurch zarte Nebelchen schnell in der Hintergrundhelligkeit verschwinden. Irgendein größeres und relativ helles Nebelfleckchen hab ich aufspüren können. Aber es war mir nicht möglich, herauszufinden, um welches Objekt es sich dabei handelte.
Na gut, dann eben was anderes. M 81 und M 82 wären ja auch nicht schlecht. Also wieder suchen und suchen und suchen – und aufgeben.
Ich beschloss, das mit der Suche nach bestimmten Objekten bleiben zu lassen, und einfach mal die Milchstraße mit dem 25 mm Okular zu genießen. Da stieß ich auf h & chi persei. Der Anblick war wunderschön! Eine ganze Weile lang ließ ich ihn einfach auf mich wirken. Und es war ein gutes Gefühl, zwischendurch mal wieder zu wissen, wo man eigentlich war. Dann schaute ich weiter, und auf einmal hatte ich den Eulensternhaufen (NGC 457) im Blick. Die „Eule“ war ganz deutlich zu erkennen – wieder ein Orientierungspunkt.
Von neuem Wagemut ergriffen, versuchte ich, mich von dort aus mit Hilfe der Detailkarten im „Karkoschka“ zu weiteren Objekten in der Kassiopeia voran zu hangeln. Hach ja! Ich glaub, NGC 663 hab ich wirklich gefunden. Aber der Rest ... Reden wir nicht drüber.
Zur Erholung schaute ich mich wieder etwas „ganz ohne“ am Himmel um. Da der Himmel so dunkel war, dass ich am mondlosen Himmel alle vier Kastensterne des Kleinen Wagens erkennen konnte und Andromeda hoch im Zenit stand, kam mir ein Gedanke. Warum nicht mal ausprobieren, ob da vielleicht bloßäugig was in Sachen M 31 möglich war? Meine Augen waren inzwischen gut adaptiert, und so versuchte ich mein Glück.
Nun, ganz sicher bin ich mir nicht. Aber es könnte durchaus möglich sein, dass ich (eher indirekt) wirklich einen Schimmer unserer Nachbargalaxie sehen konnte!
Ich richtete das Teleskop in die entsprechende Himmelsregion und tatsächlich dauerte es bei M 31 nicht lange, bis ich sie im 25 mm Okular hatte. Leider hatte ich da inzwischen ein kleines Tauproblem (ich muss mir für das 80er erst noch eine hübsche Taukappe häkeln ...). Deshalb erschien die Galaxie eher schwach. Angestachelt von dem Glücksgefühl, grad mal wieder zu wissen, wo ich mich am Himmel befand, und weil es an dem Platz ja eigentlich schon recht dunkel und meine Augen gut adaptiert waren, kam ich auf die Idee, man könnte doch von M 31 aus auch mal nach M 33 wandern.
Naja, man könnte, wenn man könnte. Den Weg bis zum goldenen Mirach (Beta Andromedae) fand ich ganz gut. Das war ja schon mal die halbe Strecke. Aber leider, leider gibt es im Karkoschka für die Strecke, die ich jetzt bis M 33 gebraucht hätte, keinen zusammenhängenden Detail-Ausschnitt. Es ist zum: Aaaah!
Eine Weile lang hab ich es noch im Freiflug versucht, aber dabei nichts gefunden, das ich in dem Ausschnitt von der Umgebung um M 33 eindeutig hätte einer Sternformation zuordnen können. Und erst recht nicht den Hauch einer Galaxie. Wieder mal irrte ich orientierungslos am Himmel herum und gab schließlich auf. Macht ja nix. Dass ich M 33 nicht finde, darin hab ich schon Übung.
Da mir die Luftfeuchtigkeit inzwischen in die Kleidung kroch, wollte ich allmählich zum Ende kommen. Doch mit einem Misserfolg aufhören ist auch dumm. Und weil die Plejaden schon die ganze Zeit so geduldig herunterblickten, dachte ich mir: „Wirfst halt schnell zum Abschied noch einen Blick zu den Plejaden! Die sehen im 80er total hübsch aus.“ Ja, das tun sie. Wenn man sie ins Okular bekommt ...
Egal, ich musste jetzt zusammenpacken, denn es wurde ungemütlich. Außerdem war es inzwischen etwa halb drei Uhr geworden. Wenn ich am nächsten Tag halbwegs zurechnungsfähig sein wollte, musste ich jetzt schleunigst ins Bett.
Nachdem alles bis auf den Hocker und die Thermoskanne im Auto verstaut war, goss ich mir kurzerhand nochmal etwas Tee ein, setzte mich hin und warf einen Abschieds-Rundumblick über den Himmel. Von diesem schönen Himmel wollte ich mich eigentlich gar noch nicht verabschieden. Da stutzte ich. War Aldebaran verrutscht? Oder was war das da oberhalb des Stiers für ein auffälliger roter Stern? Plötzlich musste ich lachen. Ich hatte ganz vergessen gehabt, dass Mars ja gerade in dieser Gegend ein Stelldichein mit uns hat!
Der Stier stand recht hoch, und da erinnerte ich mich daran, dass ich mir im Winter mal gemerkt hatte, dass Orion gar nicht weit unterhalb davon stand. Und dass ich im Sommer mal darauf achten wollte und mir bewusst machen, dass Orion gar nicht weit weg war, auch wenn man ihn grade nicht sehen konnte.
Ich wusste, dass einer seiner Schultersterne etwa dort lag, wo man ankam, wenn man die Strecke von den Plejaden zu Aldebaran (dem richtigen
) noch einmal um dieselbe Distanz verlängerte. Und da war ca. 10 Grad oberhalb des (welche Himmelsrichtung auch immer) -Horizonts ein heller Stern! Konnte es wirklich sein, dass da schon was von Orion auftauchte? Etwas rechts oberhalb dieses Sterns stand auch eine Sternenkette, die verdächtig nach Orions Bogen aussah. Das musste ich zu Hause in Stellarium nachprüfen!
Da ich nun einen dringenden Grund hatte, packte ich endgültig zusammen und fuhr heim. Dort warf ich Stellarium an, und tatsächlich: Bellatrix (Orions rechter Schulterstern) stand schon in genau der richtigen Höhe über dem Horizont. Und der Bogen auch. Ich hatte einen Teil von Orion gesehen! Mitten im Sommer!! Nicht zu fassen! Was für ein toller Abschluss für diesen schönen Beobachtungsausflug!


Herzliche Grüße
und euch allen klaren Himmel
Sabine
(Ich fürchte, es wird lang – sehr lang...
Gestern spätabends packte ich mal wieder die Astro-Sachen zusammen, um (heuer zum ersten Mal) den Gruselplatz oberhalb meiner Stadt aufzusuchen. Nachdem es aus vielerlei Gründen mit der Astronomiererei heuer bislang eher mau aussah, wollte ich den klaren Abend nun endlich mal ausgiebig nutzen.
Die erste Planänderung geschah bereits gleich, nachdem ich gegen Mitternacht aus dem Auto ausgestiegen war. Eigentlich wollte ich ja zu dem gewohnten Platz gehen, der noch ein Stück entfernt auf einer Wiesen-Anhöhe liegt. Aber als ich da in der Dunkelheit stand und mir vorstellte, da mit Sack und Pack hinlaufen zu müssen, entschied ich mich dagegen. Stattdessen baute ich Teleskop und Hocker gleich hinter meinem Auto auf. Von dort hatte ich auch einen ganz guten Rundumblick auf den Himmel. Nur am Horizont störten einige Büsche und Bäume. Aber dafür war der Gruselfaktor gleich null, und das machte die Einschränkungen wett.
Als ich mich zum Ankommen erst mal setzte und den Blick über den makellos klaren Sternenhimmel schweifen ließ, ergriff mich sofort wieder dessen Zauber. Schon während der Anfahrt hatte mich Jupiter gelockt und er war auch der erste meiner alten Himmelsbekannten, die mich jetzt begrüßten. Hoch oben im Zenit spannte sich die Milchstraße in einem weiten Bogen über mich hinweg. Sofort erkannte ich außer den prominenten Sternbildern sofort auch den Delfin. Im (welche Himmelsrichtung auch immer
Aber ich wollte schon längst mal mit meinem neuen Teleskop von diesem Platz außerhalb der Stadt den Sommerhimmel erkunden. Ja, ihr habt richtig gelesen: Wir haben auf wundersame Weise „Familienzuwachs“ bekommen
Natürlich nahm ich zu allererst meinen speziellen Freund Jupiter in Augenschein. Ja, ich weiß, dass dieses Teleskop nicht unbedingt für Planetenbeobachtung geeignet ist. Aber eine Beobachtungsnacht ohne Jupiter, das geht nicht! Mein alter Freund zickte allerdings etwas herum. Er machte insgesamt einen überbelichteten Eindruck. Schade, dass ich den Mondfilter zu Hause gelassen hätte. Eine dünne Wolke wäre auch nicht schlecht gewesen, um die Helligkeit etwas zu dämpfen. Nun, war nicht.
Im 10mm und dann auch im 6 mm Okular konnte ich das NEB dunkel und sehr prominent erkennen, das SEB war ebenfalls erkennbar, aber schwieriger. Nach einiger Einsehzeit meine ich, südlich des SEBs noch ein feines Band erkannt zu haben. Aber sicher bin ich mir nicht. Insgesamt bekam ich nur ein eher unscharfes Bild des Planeten hin. Macht nix, Hauptsache Jupiter!
Dann wandte ich mich mit dem 25 mm Okular der Schild-Adler-Schütze-Schlangenträgerregion zu. Da ich mit dem 80er noch nie einen Blick zur kleinen Sagittariuswolke (M 24) geworfen hatte, wollte ich mich jetzt mal an dieses Unterfangen machen. Das tat ich nach oben beschriebener „schau, was du findest“-Methode. Ich hoffte, als Orientierungshilfe das Sternmuster Kleopatras Auge zu finden oder die anderen Nebelchen, die in dieser Gegend zu Hause sind. Aber was soll ich euch sagen? Es wurde ein kompletter Reinfall. Ich suchte und suchte und suchte. Und schließlich gab ich auf. Vielleicht hab ich nicht die richtige Himmelsregion getroffen. Vielleicht war der Himmel dort von der Lichtglocke der Stadt zu stark aufgehellt für das 80er. Dessen größere Lichtempfindlichkeit als beim 60er hat halt zur Folge, dass auch die Lichtverschmutzung viel deutlicher zutage tritt. Und dadurch zarte Nebelchen schnell in der Hintergrundhelligkeit verschwinden. Irgendein größeres und relativ helles Nebelfleckchen hab ich aufspüren können. Aber es war mir nicht möglich, herauszufinden, um welches Objekt es sich dabei handelte.
Na gut, dann eben was anderes. M 81 und M 82 wären ja auch nicht schlecht. Also wieder suchen und suchen und suchen – und aufgeben.
Ich beschloss, das mit der Suche nach bestimmten Objekten bleiben zu lassen, und einfach mal die Milchstraße mit dem 25 mm Okular zu genießen. Da stieß ich auf h & chi persei. Der Anblick war wunderschön! Eine ganze Weile lang ließ ich ihn einfach auf mich wirken. Und es war ein gutes Gefühl, zwischendurch mal wieder zu wissen, wo man eigentlich war. Dann schaute ich weiter, und auf einmal hatte ich den Eulensternhaufen (NGC 457) im Blick. Die „Eule“ war ganz deutlich zu erkennen – wieder ein Orientierungspunkt.
Von neuem Wagemut ergriffen, versuchte ich, mich von dort aus mit Hilfe der Detailkarten im „Karkoschka“ zu weiteren Objekten in der Kassiopeia voran zu hangeln. Hach ja! Ich glaub, NGC 663 hab ich wirklich gefunden. Aber der Rest ... Reden wir nicht drüber.
Zur Erholung schaute ich mich wieder etwas „ganz ohne“ am Himmel um. Da der Himmel so dunkel war, dass ich am mondlosen Himmel alle vier Kastensterne des Kleinen Wagens erkennen konnte und Andromeda hoch im Zenit stand, kam mir ein Gedanke. Warum nicht mal ausprobieren, ob da vielleicht bloßäugig was in Sachen M 31 möglich war? Meine Augen waren inzwischen gut adaptiert, und so versuchte ich mein Glück.
Ich richtete das Teleskop in die entsprechende Himmelsregion und tatsächlich dauerte es bei M 31 nicht lange, bis ich sie im 25 mm Okular hatte. Leider hatte ich da inzwischen ein kleines Tauproblem (ich muss mir für das 80er erst noch eine hübsche Taukappe häkeln ...). Deshalb erschien die Galaxie eher schwach. Angestachelt von dem Glücksgefühl, grad mal wieder zu wissen, wo ich mich am Himmel befand, und weil es an dem Platz ja eigentlich schon recht dunkel und meine Augen gut adaptiert waren, kam ich auf die Idee, man könnte doch von M 31 aus auch mal nach M 33 wandern.
Naja, man könnte, wenn man könnte. Den Weg bis zum goldenen Mirach (Beta Andromedae) fand ich ganz gut. Das war ja schon mal die halbe Strecke. Aber leider, leider gibt es im Karkoschka für die Strecke, die ich jetzt bis M 33 gebraucht hätte, keinen zusammenhängenden Detail-Ausschnitt. Es ist zum: Aaaah!
Da mir die Luftfeuchtigkeit inzwischen in die Kleidung kroch, wollte ich allmählich zum Ende kommen. Doch mit einem Misserfolg aufhören ist auch dumm. Und weil die Plejaden schon die ganze Zeit so geduldig herunterblickten, dachte ich mir: „Wirfst halt schnell zum Abschied noch einen Blick zu den Plejaden! Die sehen im 80er total hübsch aus.“ Ja, das tun sie. Wenn man sie ins Okular bekommt ...
Egal, ich musste jetzt zusammenpacken, denn es wurde ungemütlich. Außerdem war es inzwischen etwa halb drei Uhr geworden. Wenn ich am nächsten Tag halbwegs zurechnungsfähig sein wollte, musste ich jetzt schleunigst ins Bett.
Nachdem alles bis auf den Hocker und die Thermoskanne im Auto verstaut war, goss ich mir kurzerhand nochmal etwas Tee ein, setzte mich hin und warf einen Abschieds-Rundumblick über den Himmel. Von diesem schönen Himmel wollte ich mich eigentlich gar noch nicht verabschieden. Da stutzte ich. War Aldebaran verrutscht? Oder was war das da oberhalb des Stiers für ein auffälliger roter Stern? Plötzlich musste ich lachen. Ich hatte ganz vergessen gehabt, dass Mars ja gerade in dieser Gegend ein Stelldichein mit uns hat!
Der Stier stand recht hoch, und da erinnerte ich mich daran, dass ich mir im Winter mal gemerkt hatte, dass Orion gar nicht weit unterhalb davon stand. Und dass ich im Sommer mal darauf achten wollte und mir bewusst machen, dass Orion gar nicht weit weg war, auch wenn man ihn grade nicht sehen konnte.
Ich wusste, dass einer seiner Schultersterne etwa dort lag, wo man ankam, wenn man die Strecke von den Plejaden zu Aldebaran (dem richtigen
Da ich nun einen dringenden Grund hatte, packte ich endgültig zusammen und fuhr heim. Dort warf ich Stellarium an, und tatsächlich: Bellatrix (Orions rechter Schulterstern) stand schon in genau der richtigen Höhe über dem Horizont. Und der Bogen auch. Ich hatte einen Teil von Orion gesehen! Mitten im Sommer!! Nicht zu fassen! Was für ein toller Abschluss für diesen schönen Beobachtungsausflug!
Herzliche Grüße
und euch allen klaren Himmel
Sabine
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