ubit
Aktives Mitglied
Hi,
nach längerer zeit- und wetterbedingter Beobachtungspause musste ich heute unbedingt mal wieder raus. Erklärtes Ziel: Jupiter, den ich mit dem 10er Dobson noch nie beobachten konnte.
So ab Mitternacht ging mein Gang regelmäßig auf die Terrasse. Alle Wetterproheten und Wolkenradars zeigten freien Himmel. Nur der Himmel in Moers hielt sich nicht daran.... Streifige Wolken vor Allem in Horizontnähe. Egal. Gegen 1:30 Uhr habe ich dann alles eingepackt und bin ein paar 100 m raus auf's Feld. Den Platz wollte ich eh schon lange mal ausprobieren. Straßenlaternen werden dort durch diverse Erdwälle ganz gut abgeschirmt und man hat ziemlich freie Sicht nach Süden.
Also fix alles aufgebaut. Keine Spur von Jupiter :-( Also ein kurzer Schwenk zum fast vollen Mond der vorsichtig durch die Wolkenschleier lugte. Vollmond ist zwar nicht sooo interessant, aber ich schaue immer mal wieder gerne auf unseren Trabanten. Dabei musste ich feststellen, dass der Dobson (natürlich...) noch nicht ausgekühlt war. 156x ging noch gerade so - höher lohnte nicht. Aber ich hatte ja noch Zeit.
Also erstmal das 38er eingestöpselt und etwas durch Cygnus gewandert. Nordamerikanebel gesucht. Nicht gefunden. Cirrusnebel gesucht. Nicht gefunden. Auch mit UHC oder OIII keine Chance. Naja - Vollmond halt.
Die Orientierung zwischen den Wolkenlücken war für mich als Anfänger nicht sooo einfach. Irgendwann fiel mir aber ein heller Stern ins Auge. Ein schneller Blick in den Himmelsatlas: Das muss Wega sein. Lyra - die Leier - also. Da muss doch irgendwo... richtig: M 57 - der Ringnebel. Auch noch nie von mir beobachtet. Einen Versuch ist es wert. Schnell das Telrad justiert und beta Lyra angepeilt. Der erste Versuch direkt mit dem SW 5-8 schlug natürlich fehl. Also mal das 13er Hyperion probieren. Damit fand ich recht schnell eine schwach sichtbare Struktur. Ganz ohne Filter und bereits bei dieser Vergrößerung von ca. 100x als Ring zu erkennen. Also wieder auf das SW-Zoom gewechselt. Klar und deutlich steht der Ring vor mir. Wow. Hätte ich nicht gedacht bei diesen Bedingungen (heller Himmel, Vollmond). Ich hab's noch mit UHC und OIII versucht - beide brachten aber keine deutliche Verbesserung. Sichtbar war nur ein rauchiger, leicht asymetrischer Ring ohne weitere Strukturen. Aber immerhin. Erfolgserlebnis ist Erfolgserlebnis ;-)
Mittlerweile war auch Jupiter zu erblicken. Also direkt mit dem SW rübergeschwenkt. WOW! Zwar noch mit leicht waberndem Rand, aber auf den ersten Blick waren klar und deutlich zwei dunkle Wolkenbänder zu erkennen. Kallisto, Ganymed, Io und Europa waren ebenfalls leicht zu erkennen. Der Blick auf Stellarium vor der Beobachtung hat sich gelohnt ;-) Ein wenig habe ich wieder mit den Filtern herumprobiert (ich habe da keiner Hemmungen). Mit UHC und besonders mit OIII wurde der Kontrast der Wolkenbänder sehr viel deutlicher. Auch das immer noch vorhandene leichte "wabern" der Planetenränder wurde etwas gemildert. Heute Nacht gab es leider nur die "langweilige" Seite von Jupiter zu sehen. Kein GRF :-( Den hätte es gestern gegeben. Oder morgen, wenn wieder die Wolken kommen. Keine Transits oder dergleichen. Trotzdem habe ich mich fast 45 Minuten an dem Planeten aufgehalten und versucht weitere Details zu erkennen.
Leider hatte ich gegen 2:45 Uhr zunehmen mit Tau zu kämpfen. Beschlagene Okulare funktionieren halt nicht mehr wirklich gut - so das ich die Beobachtung abbrechen musste.
Dennoch eine kurze, aber für mich durchaus nicht unbefriedigende Beobachtungsnacht. Den Standort werde ich nochmal probieren, wenn der Mond nicht stört und das Wetter noch besser ist.
Ciao, Udo
nach längerer zeit- und wetterbedingter Beobachtungspause musste ich heute unbedingt mal wieder raus. Erklärtes Ziel: Jupiter, den ich mit dem 10er Dobson noch nie beobachten konnte.
So ab Mitternacht ging mein Gang regelmäßig auf die Terrasse. Alle Wetterproheten und Wolkenradars zeigten freien Himmel. Nur der Himmel in Moers hielt sich nicht daran.... Streifige Wolken vor Allem in Horizontnähe. Egal. Gegen 1:30 Uhr habe ich dann alles eingepackt und bin ein paar 100 m raus auf's Feld. Den Platz wollte ich eh schon lange mal ausprobieren. Straßenlaternen werden dort durch diverse Erdwälle ganz gut abgeschirmt und man hat ziemlich freie Sicht nach Süden.
Also fix alles aufgebaut. Keine Spur von Jupiter :-( Also ein kurzer Schwenk zum fast vollen Mond der vorsichtig durch die Wolkenschleier lugte. Vollmond ist zwar nicht sooo interessant, aber ich schaue immer mal wieder gerne auf unseren Trabanten. Dabei musste ich feststellen, dass der Dobson (natürlich...) noch nicht ausgekühlt war. 156x ging noch gerade so - höher lohnte nicht. Aber ich hatte ja noch Zeit.
Also erstmal das 38er eingestöpselt und etwas durch Cygnus gewandert. Nordamerikanebel gesucht. Nicht gefunden. Cirrusnebel gesucht. Nicht gefunden. Auch mit UHC oder OIII keine Chance. Naja - Vollmond halt.
Die Orientierung zwischen den Wolkenlücken war für mich als Anfänger nicht sooo einfach. Irgendwann fiel mir aber ein heller Stern ins Auge. Ein schneller Blick in den Himmelsatlas: Das muss Wega sein. Lyra - die Leier - also. Da muss doch irgendwo... richtig: M 57 - der Ringnebel. Auch noch nie von mir beobachtet. Einen Versuch ist es wert. Schnell das Telrad justiert und beta Lyra angepeilt. Der erste Versuch direkt mit dem SW 5-8 schlug natürlich fehl. Also mal das 13er Hyperion probieren. Damit fand ich recht schnell eine schwach sichtbare Struktur. Ganz ohne Filter und bereits bei dieser Vergrößerung von ca. 100x als Ring zu erkennen. Also wieder auf das SW-Zoom gewechselt. Klar und deutlich steht der Ring vor mir. Wow. Hätte ich nicht gedacht bei diesen Bedingungen (heller Himmel, Vollmond). Ich hab's noch mit UHC und OIII versucht - beide brachten aber keine deutliche Verbesserung. Sichtbar war nur ein rauchiger, leicht asymetrischer Ring ohne weitere Strukturen. Aber immerhin. Erfolgserlebnis ist Erfolgserlebnis ;-)
Mittlerweile war auch Jupiter zu erblicken. Also direkt mit dem SW rübergeschwenkt. WOW! Zwar noch mit leicht waberndem Rand, aber auf den ersten Blick waren klar und deutlich zwei dunkle Wolkenbänder zu erkennen. Kallisto, Ganymed, Io und Europa waren ebenfalls leicht zu erkennen. Der Blick auf Stellarium vor der Beobachtung hat sich gelohnt ;-) Ein wenig habe ich wieder mit den Filtern herumprobiert (ich habe da keiner Hemmungen). Mit UHC und besonders mit OIII wurde der Kontrast der Wolkenbänder sehr viel deutlicher. Auch das immer noch vorhandene leichte "wabern" der Planetenränder wurde etwas gemildert. Heute Nacht gab es leider nur die "langweilige" Seite von Jupiter zu sehen. Kein GRF :-( Den hätte es gestern gegeben. Oder morgen, wenn wieder die Wolken kommen. Keine Transits oder dergleichen. Trotzdem habe ich mich fast 45 Minuten an dem Planeten aufgehalten und versucht weitere Details zu erkennen.
Leider hatte ich gegen 2:45 Uhr zunehmen mit Tau zu kämpfen. Beschlagene Okulare funktionieren halt nicht mehr wirklich gut - so das ich die Beobachtung abbrechen musste.
Dennoch eine kurze, aber für mich durchaus nicht unbefriedigende Beobachtungsnacht. Den Standort werde ich nochmal probieren, wenn der Mond nicht stört und das Wetter noch besser ist.
Ciao, Udo
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: