Nebelfilter am Feldstecher?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Hogel

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
beim Wühlen im Net fand ich vor einiger Zeit einen Artikel über die Verwendung von 2" Nebelfiltern am Zeiss/Jena 10x50 Dekarem.
Der Verfasser hatte sich objektivseitige Filterhalter drehen
lassen und vor den Feldstecher auf diese Weise UHC-Filter ge-
setzt; mit gutem Erfolg z.B. an Rosettennebel, Californianebel,
etc - wie er schreibt.
Funktioniert das wirklich gut? Welche Nebelfilter wären für die
kleine Öffnung geeignet? Wer hat sowas schon mal probiert? Und
vor allem: mit welchem Erfolg?

Danke :-) Rolf
 
Ich habe so etwas einmal für den Californianebel ausprobiert. Allerdings die Billigmetode mit Klebeband. Ich besitze die Filter nicht doppelt, sondern habe vor ein Objektiv den Hß und vor das andere den UHC angebracht. Es hat gut funktioniert.
 
Hallo Rolf,

1 1/4"-Filter kann man auch mit recht gutem Erfolg in's Okular einstecken und dort mit Moosgummi (Fensterdichtung) festhalten. Wurde schon mehrfach hier beschrieben.

 
Ich weiß, es ist ein wahrscheinlich unerfüllbarer Traum, aber ich formuliere ihn trotzdem - vielleicht liest ein rühriger Händler bzw. Hersteller mit:

Wann gibt es endlich ein Freihandfernglas mit der Möglichkeit, Okulare zu wechseln (so im Bereich 4-8mm AP) und Filter einzuschrauben? Also z.B. ein 6-12x50 oder ein 7-15x60???

Ich experimentiere schon ewig mit allen möglichen Filterlösungen (Fujinon-Einschraubfilter, 2"-Filter vor 50mm-Objektiven, 1,25"-Filtern an den Okularen angeklebt usw.), aber leider sind das alles nur Behelfslösungen.
Jeder kleine Refraktor ist flexibler, aber ich liebe das binokulare Sehen und die Freiheit der (wahlweisen) Stativlosigkeit...
 
Hallo,

die Fujinon-Einschraubfilter habe ich vor einiger Zeit am 7x50 und später auch am 10x50 getestet und fand sie nahezu wirkungslos hinsichtlich der Verbesserung der Sichtbarkeit von Nebeln. Hier ist die Bandbreite einfach zu groß. Zudem ist das Handling recht kompliziert, man kann im Dunklen nicht mal kurz die Filter rein- und rausschrauben.

Sehr angetan bin ich von den UHC-Filtern an meinem Miyauchi 100, die nicht augenseitig, sondern objektivseitig an den 26-fach-Okularen montiert werden. Gestern Abend gegen 22.30 Uhr konnte ich von meinem Garten aus damit trotz aufgehelltem Himmel den Nordamerikanebel ausmachen - das hat mit der Fujinon-Lösung unter diesen Bedingungen nicht funktioniert.

Das 12x60 mit den einschwenkbaren Filtern find ich eine klasse Lösung, möchte ich gelegentlich auch mal testen.

Grüße Klaus
 
Obwohl Rolfs Frage als PN kam, hier die Antwort im Forum, interessiert ja auch andere:
Ich selbst habe mit dem Baader-OIII, der ja sehr engbandig ist (war überraschenderweise kein Problem), vor einem Objektiv und mit dem filterlosen zweiten Objektiv (Vorsicht, unterschiedliche Schärfepunkte, man muss am Dioptrienausgleich schrauben) mal im Winter herumgeguck und den Orionnebel und den Rosettennebel deutlich besser als ohne Filter gesehen. Ist ein zuerst gewöhnungsbedürftiger Anblick, aber scheinbar kann das Gehirn bzw. was sonst noch so in meinem Kopf an der Bildverarbeitung beteiligt ist, die beiden Bilder addieren. So habe ich sowohl die Nebel im Blick als uch die feinen Sternpünktchen ohne Filter.

Leider war die Anbringung (nach der Pilzschen Methode - siehe oben -, man improvisiert im Osten ja gern mal nach alter DDR-Manier ;-)) dann doch nicht so stabil, dass ich das länger betreiben wollte.

Klaus` Erfahrung mit den Fujinon-Filternm kann ich auch bestätigen. Und beim geringsten Streulicht spiegeln die Filter auch noch...
 
Hallo an alle

Es gibt bereits eine fertige Lösung für das Problem mit den Filtern . Das Fujinon 14x40 Techno Stabi hat vor den Objektiven ein 2" Zoll Gewinde . Da lassen sich 2 UHC Filter einschrauben die richtig Spaß machen . Cirrus Nebel und Nordamerika Nebel kommen sehr gut rüber . Mit der Bildstabilisierung ist das eine gute Kombination für die Astronomie .

MfG Steffen
 
Hallo

beim Canon 10x50 Stabi befindet sich objektivseitig ein M58 (?, wenn s intersessiert schau ich nach) -Gewinde. Mit Übergangsring auf 2" Filtergewinde lässt sich jeder Filter 2" einschrauben. Einäugig reicht, man kann sowohl li/re wechseln als auch den integrierten Eindruck geniesen. Universell ist wohl ein UHC-Filter, OIII habe ich noch nicht versucht.

Viele Grüße

Wolfgang
 
Hallo Leute,

die Nutzung eines O III am Fernglas ist reine AP Sache. 7X50 (7,1 mm AP) oder auch 10x50 oder 8x40 (5 mm AP) mag noch angehen, aber an einem 14x40 wird es zappenduster ausschauen und sehr gewöhnungsbedürftig. Es kann gut sein, dass das individuell verschieden mit einem Filter gar nicht mehr geht, weil der Computer zwischen den Ohren diese unterschiedlichen Bilder nicht mehr gut "verrechnet".

Nach meiner Praxis ist ein UHC oder ein CLS Filter an Ferngläsern bis 80 mm Öffnung angenehmer und vorteilhafter nutzbar.

An Ferngläsern ohne eingene Vorrichtungen/Gewinde für Filternutzung ziehe ich die okularseitige Nutzung eindeutig vor, wobei man selten eine Augenmuschel vorfindet, die lang und passend genug ist, Filter aufzunehmen und Streu-/Störlicht auszusperren, aber man kann schon gezielt etwas Passendes finden, z.B. ist die Augenmuschel meines alten Optolyth 7x50 ideal und beim 8,5x44 Audubon von Swift hatte Simone hässliche, aber sehr geeignete Outdoorschutzkappen beigelegt. Ansonsten ist Bastelarbeit angesagt, es eignen sich Mosgummiplatten (z.B. von Mousepads) sehr gut für die Konstruktion von passenden, asymetrischen Überstülpaugenmuscheln mit Filteraufnahme.
Schön ist was Anderes, aber wenn man wirklich etwas sehen will, ist Funktion wichtiger.

Das Ausblenden des Nebels, wie es bei der okularaugenlinsenseitigen Nutzung von solchen Filtern an Teleskopen bekannt ist, spielt am Fernglas m.E. eine sehr untergeordnete Rolle. Beim beidäugigen Sehen schielt man nicht so sehr auf den Gesichtsfeldrand und genießt den geraden Einblick. Man schwenkt mehr das Glas, seltener das Auge.

Gruß und CS
*entfernt*

 
Zitat von *entfernt*GMS:
Ansonsten ist Bastelarbeit angesagt, es eignen sich Mosgummiplatten (z.B. von Mousepads) sehr gut für die Konstruktion von passenden, asymetrischen Überstülpaugenmuscheln mit Filteraufnahme.

Hallo,

die asymmetrischen Augenmuscheln aus Moosgummi (was ist das eigentlich für eni Gummi?) interessieren mich. Wie kann man sich diese selbst herstellen, muss etwas besonderes beachtet werden? (Bin leider nicht DER große Bastler.)

Klaren Himmel wünscht
Peter
 
Die 14x40-Variante der Fujinon Technostabis haben ein M48-Filtergewinde, habe an dieser Stelle schon mit OIII-Filter beobachtet - der Kontrastgewinn bei der Nebelbeobachtung in Großstadtnähe war ausgesprochen gut.
Martin Birkmaier hat einmal Fujinon-FMT-Gläser für den Gebrauch interner Nebelfilter umgebaut, leider habe ich so ein Glas nie vor die Pupille bekommen - einfach einmal Intercon anfunken.
Filter zwischen Okular und Auge haben mir persönlich nie so gefallen, zumal diese auch nicht wirklich engbandig sein können. Noch ein Wort zur Filterwahl: Ich würde auch bei Fernglasöffnungen und Austrittspupillen unter 6mm immer OIII-Filter bevorzugen, da bei einem Großteil der Objekte der Kontrastgewinn maximal ist. Die Gegenargumente Öffnung (unter 80mm) und zu gerine AP kann ich aus eigener Erfahrung nicht gelten lassen.

CS,

Stefan Korth


 
Hallo Leute,

Stefan > ich nehme Mal an, Du benutzt zwei Filter, ich spreche von einem Filter, also einem "Mischbild".

Peter > "Moosgummi" in passender Fexibilität und Steifigkeit findet sioch z.B. oft bei Mousepads, ansonsten im Bastelladen in verschiedenen Größen und Stärken.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Stimmt, ich hatte nur mit zwei Filter gearbeitet. Eigene Dummheit, den Versuch mit einem ungefilterten Strahlengang (für viele Sterne) und einem gefilterten (viel Nebel) habe schlicht und ergreifend vergessen, aber stelle ich mir schon spannend vor. Der Dioptrienausgleich bei einem Technostabi ist groß genug, eventuelle Fokusdifferenzen zu kompensieren.

Stefan



 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben