Hallo Frank,
Fotografie ist bei Filtern ein völlig anderes Thema, vor allem weil der Film auch Farben anders sieht, als das Auge.
Die Klasse der "Deepsky-Filter" hat eine recht große fotografische Beliebtheit. Das liegt daran, daß diese Filter meist noch einen recht neutralen Farbton bei der chemischen Fotografie abgeben. Der Vixen IDAS ist hier ein gutes und teures Beispiel. Im Prinzip fällt er auch in diese "Deepsky-Klasse", ist aber speziell für die Fotografie abgestimmt und kassiert dafür von vielen Astrofotografen Lob.
Man kann natürlich auch mit anderen Filtern arbeiten. Der UHC zum Beispiel bewirkt dann einen Farbstich in den Aufnahmen. Manche UHC-Varianten lassen H-Alpha durch, was das dunkeladaptierte Auge nicht sieht (nur 8% Empfindlichkeit) und manche sperren H-Alpha. Wenn Du auf Fotos einen roten Nebel siehst, dann ist das in der Hauptsache das H-Alpha-Licht des Nebels. Ein UHC der H-Alpha blockt dürfte für Fotografen eher uninteressant sein. Einer der H-Alpha durchlässt kann wieder schöne Ergebnisse bringen, wenn man den Farbstich per digitaler Nachbearbeitung abmildert.
Für den 5" Refraktor (ich gehe mal davon aus, daß es kein APO ist) wäre es interessant, wie weit ein Filter im blauen "offen" ist. Wenn der Filter nämlich blau und violett knapp hinter der H-Alpha-Linie abschneidet und außerdem auch im nahen UV noch gut sperrt, dann wird bei einem 5" Achromaten der gerade auf Fotos kräftige Blausaum um Sterne deutlich gemindert. Da kann man also geradezu auf einen Filter angewiesen sein. Es kommt aber auch drauf an, mit welchem Equipment man fotografiert, denn bei manchen Digitalkameras wird nämlich vor dem Chip schon Violett ausgefiltert, weil die Chips da nämlich besonders empfindlich sind und den Farbfehler so mancher Fotoobjektive knallig rüberbringen. Sieht man bei billigen Knipsen bei Urlaubsfotos vom Strand oft, überall so blaue Schatten besonders zum Bildrand hin.
Nochwas zu Linienfiltern: Man kann durchaus auch mit Linienfiltern (OIII, Hß, H-Alpha, SII) Fotos machen, und da stört der Farbfehler eines Achromaten fast gar nicht, weil man ja auf nur eine Farbe fokussieren muß (aber an der Auflösungsgrenze des Gerätes spielt der Öffnungsfehler eine Rolle). Man macht dann aber Schwarzweiss-Fotos, denn der Linienfilter lässt ja ohnehin nur einen exakten Farbton durch. Es kommt dann bei chemischer Fotografie auch darauf an, einen passenden Film zu bekommen, der für die jeweilige Wellenlänge empfindlich ist. Was nimmt man denn für H-Alpha seit dem Auslaufen des T-Pan?
Du merkst schon, man muß sich da ein wenig tiefer mit beschäftigen.
Clear Skies
Sven