Nebelfilter bei 90 mm Öffnung sinnvoll?

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Hallo Carsten,
der AstronomicUHC ist ein genialer Filter(sowohl von der Filterkurve als auch von der Langlebigkeit). Von Hamburg wirst Du nichts sehen, da die künstliche Beleuchtung gut unterdrückt wird. Aber von den Nebeln siehst Du eben auch nicht alle, da viele recht schwach sind und eine etwas größere Öffnung verlangen. Ich habe vergleichbare Effekte mit ETX125. Evtl. wäre ein Astronomik CLS Filter (City Light Surpression, http://www.optik-bock.de/astronomie/) günstiger, da er auch die Stadtbeleuchtung ausblendet, die Nebel sichtbar läßt, aber auch bei Galaxien und Sternenhaufen gute Dienste tut. Ist etwas universeller...
Gruß
Rudi
 
Hallo Carsten,

ich habe hier aus der Kleinstadt heraus einen UHC und einen
O-III (Lumicon) mit Erfolg an einem ETX-70 eingesetzt (Orionnebel).
Der UHC bringt die Strukturen des Nebels viel deutlicher, der O-III
betont die Zentralstrukturen besser, dafür gehen die Außenbereiche
verloren.

Fst war ca. 10mag im ETX (Beobachtung durch die Fensterscheibe, ohne
Filter).

Ich denke mal, daß die Wirkung aber auch von Objekt zu Objekt
sehr unterschiedlich sein kann, daher kann man die Frage nicht
so pauschal beantworten. Zumindest einen UHC würde ich mir
zulegen, die anderen Filter evtl. erst vor dem Kauf testen.


Gruß Coyote
 
Vielen Dank schon einmal für die Antworten. In der Tat kommt es mir nicht speziell auf Nebel an, mir geht es zunächst einmal relativ unspezifisch um die Unterdrückung der Lichtverschmutzung.
 
Hallo !
Ich kann dir den CLS nur empfehlen benutze ihn selbst regelmässig in verschiedenen teleskopen .
grüße Timo
 
UHC ist für diese Öffnung der anzuratende Filter. Außerdem anzuraten ist es, in Dunkle zu fahren. Das ist mit einem solch kleinen Instrument ja nicht so ein großes Problem. Es lohnt sich, Fahrradausflüge in die Umgebung zu machen und nach brauchbaren Beobachtungsorten zu suchen.
 
Hi,
ich habe mit kleinen Geräten bis runter zum LIDL Skylux hauptsächlich mit einem UHC einen Gewinn gehabt. Ein solcher Filter bringt schon was auch an lichtschwachen Geräten. Das gilt auch für OIII der aber so stark abdunkelt - er nimmt mehrere mag - das damit nicht immer ein Gewinn zu holen war.
Wichtig ist aber dunkler Himmel, frei von Störlicht. Da unterscheiden sich die Bedingungen in Hamburg sicher schon etwas, je nach dem wo in Hamburg man guckt, auch wenn es absolut gesehen im H sicher hell ist.
CS
 
Hi Zusammen,

hm, eigentlich steht hier schon genug, aber irgendwie will ich trotzdem.

Also bei 70mm Öffnung ist wohl der UHC allein deshalb der Filter der Wahl, weil man doch recht oft weit oben im Vergrößerungsbereich arbeitet. Dadurch wird der Himmelshintergrund schonmal deutlich abgedunkelt und die kräftige Wirkung des OIII ist dann selten nötig. Der Griff zum UHC ist dann richtig.
Was den CLS angeht, oder überhaupt die ganze Klasse der Filter die dem Lumicon Deepsky nachempfunden sind (CLS, LPR, LPB, Broadband,...), so hat dieser Filter beim Orionnebel seine Vorteile aber im allgemeinen wirkt er nicht so kräftig und das dürfte dann bei den Objekten zum Problem werden, die man bei schwacher Vergrößerung betrachtet.
Mit einem OIII habe ich schonmal mit einem C90 auf Zirrusnebel und Nordamerikanebel geschaut und das klappt ganz gut, wenn man nur schwach genug vergrößert. Der CLS bringt für solche Objekte nichts, der UHC bringt aber etwas Wirkung, was bei diesen Dingern über sehen und nicht sehen entscheidet.
Von daher ist der UHC sicher eine gute Wahl, weil er in allen Vergrößerungsbereichen einsetzbar ist und Wirkung zeigt, während der OIII praktisch nur bei schwächster Vergrößerung und an wenigen Objekten interessant ist. Der Deepsky wäre mir etwas zu schwach auf der Brust.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven.
Als Anfänger würde mich mal Deine Meinung zu einem Filter für die Fotografie interessieren.
Teleskop 5"-Refraktor.
Was wäre da zu empfehlen?

Danke schon mal.

Frank
 
Kann denn jemand etwas zu dem Unterschied zwischen UHC und UHC E sagen? Bei TS wird der günstigere UHC E für Öffnungen bis 100 mm empfohlen, würde ja bei mir zutreffen. Oder sollte ich doch lieber den UHC "ohne E" kaufen?
Gruss und Dank für die interessanten Antworten
Carsten
 
Hallo Carsten,

der UHC-E ist etwas durchlässiger als ein "normaler" UHC. Das ist aber nicht so zu verstehen, daß davon die Nebel unbedingt heller werden, sondern der UHC-E plaziert sich dadurch zwischen den UHC und Deepsky Filterklassen. Ob das bei 70mm gegenüber einem normalen UHC von Vorteil ist, kann ich nicht abschätzen. Ich glaube aber, daß es kein Vorteil ist, wenn man wirklich Nebel beobachten will und nicht unbedingt die Kombination aus Nebel und Sternhaufen (was bei einigen Objekten ja wirklich Spaß macht, aber alles auf einmal geht nicht, besonders mit 70er Öffnung).
Ich gehe da auch mit mancher Händlerempfehlung nicht konform, aber der Händler muß da auch auf jeden Geschmack Rücksicht nehmen und ich nur auf meinen eigenen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Frank,

Fotografie ist bei Filtern ein völlig anderes Thema, vor allem weil der Film auch Farben anders sieht, als das Auge.
Die Klasse der "Deepsky-Filter" hat eine recht große fotografische Beliebtheit. Das liegt daran, daß diese Filter meist noch einen recht neutralen Farbton bei der chemischen Fotografie abgeben. Der Vixen IDAS ist hier ein gutes und teures Beispiel. Im Prinzip fällt er auch in diese "Deepsky-Klasse", ist aber speziell für die Fotografie abgestimmt und kassiert dafür von vielen Astrofotografen Lob.
Man kann natürlich auch mit anderen Filtern arbeiten. Der UHC zum Beispiel bewirkt dann einen Farbstich in den Aufnahmen. Manche UHC-Varianten lassen H-Alpha durch, was das dunkeladaptierte Auge nicht sieht (nur 8% Empfindlichkeit) und manche sperren H-Alpha. Wenn Du auf Fotos einen roten Nebel siehst, dann ist das in der Hauptsache das H-Alpha-Licht des Nebels. Ein UHC der H-Alpha blockt dürfte für Fotografen eher uninteressant sein. Einer der H-Alpha durchlässt kann wieder schöne Ergebnisse bringen, wenn man den Farbstich per digitaler Nachbearbeitung abmildert.
Für den 5" Refraktor (ich gehe mal davon aus, daß es kein APO ist) wäre es interessant, wie weit ein Filter im blauen "offen" ist. Wenn der Filter nämlich blau und violett knapp hinter der H-Alpha-Linie abschneidet und außerdem auch im nahen UV noch gut sperrt, dann wird bei einem 5" Achromaten der gerade auf Fotos kräftige Blausaum um Sterne deutlich gemindert. Da kann man also geradezu auf einen Filter angewiesen sein. Es kommt aber auch drauf an, mit welchem Equipment man fotografiert, denn bei manchen Digitalkameras wird nämlich vor dem Chip schon Violett ausgefiltert, weil die Chips da nämlich besonders empfindlich sind und den Farbfehler so mancher Fotoobjektive knallig rüberbringen. Sieht man bei billigen Knipsen bei Urlaubsfotos vom Strand oft, überall so blaue Schatten besonders zum Bildrand hin.

Nochwas zu Linienfiltern: Man kann durchaus auch mit Linienfiltern (OIII, Hß, H-Alpha, SII) Fotos machen, und da stört der Farbfehler eines Achromaten fast gar nicht, weil man ja auf nur eine Farbe fokussieren muß (aber an der Auflösungsgrenze des Gerätes spielt der Öffnungsfehler eine Rolle). Man macht dann aber Schwarzweiss-Fotos, denn der Linienfilter lässt ja ohnehin nur einen exakten Farbton durch. Es kommt dann bei chemischer Fotografie auch darauf an, einen passenden Film zu bekommen, der für die jeweilige Wellenlänge empfindlich ist. Was nimmt man denn für H-Alpha seit dem Auslaufen des T-Pan?
Du merkst schon, man muß sich da ein wenig tiefer mit beschäftigen.

Clear Skies
Sven
 
Sven.
Ja kein APO. Ich dachte auch mehr so an die Unterdrückung des Stadtrandlichtes. Sorry, da habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt.
Aber das mit dem Blausaum stimmt (natürlich).
Da ich ja erst am Anfang stehe ,wollte ich mit dem Neodymium anfangen. Der CLS wäre da die ALternative gewesen.
Bei den Preisen, macht man das ja nicht so mal eben.
Danek für die Tipps.

Carsten,
sorry wollte Deinen Thread nicht zweckentfremden.

Frank
 
Hallo Frank,

es gibt über den Skyglow berichte, daß er ganz schwach was bringt, wenn man mit CCD fotografiert und dann die Belichtungszeiten ändert. Ein Hauch Sterngrößenklassen mehr. Der Filter bringt anderswo mehr, zum Beispiel Jupiter- und Marsbeobachtung. Für Fotografie machst Du eben mit CLS (also "Deepsky-Klasse" mehr Gewinn.

Clear Skies
Sven
 
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