Nebelschwaden und wo steckt Triton?!

Herbstlaub

Mitglied
12.09.2025 21:30 - 23:45Uhr
Doppelstern Winnecke 4
Kugelsternhaufen M56
Planetarischer Nebel M57
Planeten: Saturn & Neptun
12“ f/5 Dobson
Priesendorf


Nach einem regnerischen Vormittag stieg der Luftdruck kontinuierlich an, begleitet von kräftigem Wind. Daher rechnete ich eigentlich mit guten Bedingungen.

Leider zogen ab 20Uhr immer mehr Hochnebelschwaden aus dem Westen herein und die Luftfeuchtigkeit war höher als erwartet.

Ab 21:30Uhr wagte ich dann doch mal einen Blick gen Himmel und stürzte mich auf das erste Objekt Winnecke 4.
Der Doppelstern war sofort klar getrennt bei 75x Vergrößerung sichtbar.

Gegen 21:50Uhr nahm ich mir (bevor mein Freund Mond aufgeht) den planetarischen Nebel M57 vor.
Mit UHC-Filter und 224x Vergrößerung kam die etwas eiförmig Ringstruktur sehr deutlich zum Vorschein.
Toller Ringnebel den ich mir nochmals bei besseren Bedienungen gönnen muss!

Immer wieder durch Nebelschwaden genervt suchte ich klare Lücken und bin auf M56 zwischen dem Schwan und der Leier gestoßen.
Mit ca. 32.000 Lichtjahren Entfernung ein beeindruckender Kugelsternhaufen.
Dieser konnte 224x hoch vergrößert mit einem Skyglow-Filter super aufgelöst werden.

Die hochnebelartige Bewölkung und die immer mehr zunehmende Luftfeuchtigkeit machte nicht wirklich Freude.
Somit wollte ich zum Schluss einen Blick auf Neptun werfen.
Kurz Saturn angepeilt (immer wieder ein Boah-Moment:love:) und Neptun anvisiert.
Aufgrund der günstigen Konstellation konnte dieser auch sofort mit 75x Vergrößerung gefunden werden.
Mit 167-facher Vergrößerung und ohne jeglichen Filter hat er mir heute am besten gefallen.

Etwas unter Zeitdruck, aufgrund der Nebelschwaden, versuchte ich wieder mal Triton zu finden.

Leider weiterhin ohne Erfolg :cry:

Tja, bei diesem Hobby gibt es nicht immer die unglaublichen Nächte mit besten Bedingungen, aber auch das macht ja irgendwie den Reiz und man freut sich dann umso mehr wenn es wieder mal ein perfektes Seeing gibt.

Seeing 3-4 bei 14°C, Taupunkt bei 11°C und nervigen Nebelschwaden.

Beste Grüße
Florian
 
Hallo Florian

Triton erreicht erst wenige Tage vor während und nach der Opposition am 23. September seine maximale Helligkeit von ca. 13,54mag denn auch er profitiert ein wenig vom Seeliger-Effekt genau so wie die Saturnringe oder der Vollmond. Es kann also sein das er in den letzten 10 Tagen bis zur Opposition noch um ca. einer halben bis ganzen Magnitude an Helligkeit zu legt. Dann sollte er auch mit 12" sichtbar sein.
Titania 13,49mag und Oberon 13,7mag habe ich mit 10" schon erreichen können.
Auch Triton durchläuft in laufe eines Jahres einen Helligkeitsverlauf! Je weiter man von der Opposition entfernt ist desto schwieriger wird es.
Die Sichtung hängt auch vom Seeing ab. Es sollte schon mindestens bei 7 (5???) nach Pickering liegen sonst wird das nichts.
Also, immer "am Ball bleiben"!

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Florian,

Christian und ich hatten mehrere Nächte im August mit 14" und 16" Triton aufgesucht. Wichtig : Hohe Vergrößerung über 300x und Triton muss sich mindestens 9" oder mehr (max. sind es um die 16") von Neptun enfernt sein. Das Seeing sollte nicht zu schelcht sein, aber muss auch nicht top sein.
Habe das mal bei dir am 12.09. um 23 Uhr MESZ nachgeschaut, da hatte Triton den maximal möglichen Abstand. Dann war wahrscheinlich die Vergrößerung nicht hoch genug. Bei 12" wird er nur indirekt heraus blicken, da er von Neptun überstrahlt wird.

cs
Lothar
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Freunde

Wie ich schon erwähnt konnte ich schon einmal Titania und Oberon erreichen. Es gelang am 250er Schiefspiegler mit 5Meter Brennweite.
Die Wahl der richtigen Vergrößerung war noch nicht einmal so das Entscheidende. Die Sichtung gelang mit dem Celestron Axiom 15mm (aus Japan) bei 333-fach / 0,75mm Ap sowie mit dem 21er Ethos bei 238-fach / 1,05 Ap. Das ist so der Bereich wo es am besten geht, zwischen 0,75-1mm Ap.
Entscheidender als die Vergrößerung zeigte sich wie oben schon angedeutet das Seeing denn die Monde waren nur zeitweise zu sehen, verschwanden wieder zwischendurch und zeigten sich erneut sobald sich das Seeing wieder verbesserte.
Des weitern sollte man auch nicht den Seeliger-Effekt unterschätzen. Dazu ein weiterer Bericht. Der Bericht bezieht sich mehr auf Pluto aber die Sichtbarkeit von Triton ist da durchaus vergleichbar.
Dazu nur ein kleiner Auzug:
"Am Oppositionstag war Pluto etwa 15% heller als normal. Am Folgetag stieg der Wert auf 30%.
30% ist ein typischer Wert der ähnlich auch bei den Monden der Gasriesen zu finden ist. Im Vorfeld waren Helligkeitssteigerungen von 50% bis 100% im Gespräch. Das konnte nicht gemessen werden. Denkbar wäre natürlich das es nach dem 13.7. noch einen Helligkeitsanstieg gab, doch wahrscheinlich ist dies nicht. Nur wenn für den 14.7. einen ähnlichen Wert wie für den 12.7. angenommen wird, lässt sich die Kurve gut auf die Messwert vom 17.7. verlängern.
"
Also, durchlesen lohnt sich durchaus!

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

gestern habe ich Triton aufgesucht. Aus der Großstadt bei fast 80% bedeckten Himmel und schlechtem Seeing, aber er war indirekt als schwaches Lichtpünktchen deutlich erkennbar (356x, Maximlabstand 16"). Nicht durchgehend aber zu über 50%.

Daraus ergeben sich für mich folgende Kriterien für eine erfolgrteiche Sichtung.

1. Genügend Öffnung >= 12"
2. Maximalabstand von Triton zu Neptun nutzen > 15"

Weit weniger wichtig aus meiner Sicht: Gute Transparenz, gutes Seeing, und Opposition von Neptun, da Triton über mehere Monate um die Opposition um die 13,5m hell ist.

cs
Lothar
 
Hallo Lothar,

für Triton benötigt man keine 12“. Dieser ist schon in wesentlich kleineren Teleskopen sichtbar. Allerdings steigen dann natürlich die Anforderungen an den Himmel und die Qualität des Teleskops. Mitten aus der Großstadt heraus wird es mit deutlich kleinerer Öffnung recht sportlich. :giggle:

Wenn ich mich recht erinnere war von der Schwäbischen Sternwarte auf der Uhlandshöhe in Stuttgart Triton zwar sehr grenzwertig aber machbar im 7“ Apo.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

Ich habe einen Eintrag in meinem Aufzeichnungen zu Triton:

Beobachtet habe ich Triton am 14. November 2020. In dieser Nacht hatte Triton einen Abstand laut "Cartes du Ciel" zu Neptun von rund 16'' bei einer Helligkeit von 13m5.
Triton habe ich in dieser Nacht mit meinem 254/3048mm Cassegrain bei einer Vergrößerung von 649x beobachtet. Laut meinem Aufzeichnungen konnte ich Triton anhand einer Karte eindeutig identifizieren und im Indirekten Sehen erkennen, aber immer nur kurz halten.

Viele Grüße
Gerd
 
Vielen Dank euch allen für die hilfreichen Tipps und Ratschläge!

Am kommenden Wochenende werde ich mich noch einmal intensiver mit Triton beschäftigen – der sollte doch irgendwie zu knacken sein :unsure:.

@Lothar
Der Hinweis mit den rund 16” Abstand ist für mich sehr hilfreich, um die Entfernung besser einzuschätzen. Das entspricht ja in etwa dem Durchmesser von Saturn.

Dank eurer Anregungen gehe ich nun mit frischer Motivation an die Sache heran!

Grüße
Florian
 
Hallo Florian

Heute drei Tage vor der Opposition könnte ein Sichtung von Triton gelingen.
Er befindet sich um 1 : 40 Uhr zur Kulmination bei Aufrecht und Seitenverkehrt auf 4 Uhr-Position. Bei Aufrecht und Seitenrichtig auf 8 Uhr-Position. Der Abstand sollte ausreichen.
Viel Glück heute Nacht.
Für uns, hier im Westen ist es wohl die letzte Möglichkeit vor der Opposition. Samstag Nachmittag soll das Wetter wieder kippen!
Für Sonntag ist hier Regen angesagt.

Gruß
Peter
 
Hallo Freunde

Ich habe es heute bis 3°° an Triton auch mal versucht.
Ergebnis: absolut keine Chance. Seeing durchgehend Stufe 1 nach Pickering sehr hochfrequent. Jeder Stern nur ein zitternder Matschfleck. Der Wetterumschwung wirft seine Schatten voraus!
Ich konnte gerade mal einen Stern auf 4 Uhr-Position mit 11,54 mag und einen mit mit 10,4 mag auf 1 Uhr-Position ausmachen , mehr war nicht für diese Nacht.
Saturn war auch nur matschig am "rumzappeln".
Ich hätte mich besser aus Ohr gelegt.

Gruß
Peter
 
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Ich war vergangene Nacht auch ab 22:00Uhr am Okular und habe 2 Stunden auf Neptun gestarrt.

Habe meinen 12“ Dobson ins Auto gepackt und bin für optimale Bedingungen extra auf eine stockdunkelne Wiese gefahren.

Naja was soll ich sagen, irgendwann habe ich mir eingebildet einen sehr schwachen Lichtpunkt neben Neptun auszumachen.

In meinen Notizen habe jedoch festgehalten Triton nicht eindeutig gesehen zu haben.

Das Seeing müsste eigentlich gepasst haben, da ich dann frustriert bis etwa 01:30Uhr verschiedene Nebel beobachtet habe und selbst die Whirlpool-Galaxie M51 tief am westlichen Firmament mit ihren Spiralarmen sehr gut beobachtet werden konnte.

Triton wird wohl nicht mein Freund - aber ich gebe nicht auf! ;)

Grüße
Florian
 
Hallo Florian,

hmmm, irgendwie seltsam, dass dir die eindeutige Sichtung mit 12“ nicht so recht gelingen mag. :whistle: Gut, gegen 22:00 Uhr steht Neptun noch nicht sehr hoch am Himmel. Das sollte sich aber 2 Stunden später relativiert haben. Die Transparenz der Luft war wohl deinen Ausführungen zufolge gut genug. Bleiben eigentlich nur noch die folgenden Faktoren übrig: Seeing, Abbildungsprobleme der Optik oder Schwierigkeiten des Auges für schwache Lichtintensitäten.

Ich gehe davon aus, dass dir vermutlich unzureichendes Seeing (bzw. Tubusseeing) das Leben schwer macht, denn wenn das schwache Pünktchen auch noch stark „verschmiert“ wird, ist eine Sichtung natürlich sehr erschwert.

P.S.: Wenn es dir gelingt, schwache Nebel oder Spiralarme von M51 zu erkennen, heißt das nicht automatisch, dass das „Seeing“ gut ist, sondern erst einmal die Transparenz der Atmosphäre vor Ort. Achso, da wäre noch eine Sache…du bist dir absolut sicher, Neptun auch eindeutig betrachtet zu haben? Manches Mal ist dieser v.a. bei schlechtem Seeing + niedriger Horizonthöhe von einem Stern kaum zu unterscheiden. Ich frage nur sicherheitshalber… :giggle:

Viele Grüße
Werner
 
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Hallo Florian

Nur nicht aufgeben! Opposition von Neptun ist erst am 23 Sept. Dann steht Neptun (bitte "Neptun" anklicken) um 1:13 Uhr am höchsten und Triton befindet sich bei aufrecht / seitenvertauscht auf 10 Uhr-Position und bei aufrecht / seitenrichtig auf 2 Uhr-Position. Beim Dobson muß man da halt ein wenig umdenken. Der steht da immer etwas verdreht.
Viel Glück mit den Wetter!

Peter
 
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